Top-Ten: Franchise Management Award 2020

Die Würfel sind gefallen: Die Liste der Nominierten für den Franchise Management Award 2020 steht. Mehrere hundert Franchise-Partner haben ihren Kandidaten vorgeschlagen. Die Redaktion unseres Schwestermagazin  Franchising.mag und franchising-network.de hat die Liste der zehn mit den meisten Stimmen vorgeschlagenen Manager an die Jury weitergeleitet. Die fünfköpfige Fachjury besteht aus ausgewiesenen Franchise-Experten aus Gebern, Institutionen und Consulting und der Chefredaktion.

In den letzten Tagen wurden die einzelnen Award-Kandidaten und die Mitglieder der Jury präsentiert. Die Entscheidung fällt dann im Januar mit der Prämierung der drei Gewinner.

Auch interessant: Top-Ten: Franchise Management Award 2020

Zur Bewertung: Die Aufgaben im Franchise-Management sind vielseitig: Top-Manager führen sowohl im Operativen als auch im Strategischen die Franchise-Partner, entwickeln neue Angebote und Konzepte und sind verantwortlich für Betriebswirtschaft, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Qualitäts- und Produktmanagement und für den Vertrieb. Die Exzellenz ihrer Leistungen im Tagesgeschäft 2020 steht im Fokus des Votums der Juroren.

Um die Leistungen dieser Berufsgruppe zu würdigen, vergeben Franchising.mag und franchising-network.de den Franchise-Management-Award 2020.

Bis zum Jahresende prüft die Fachjury die eingegangenen Vorschläge und wählt aus der Top-Ten der Nominierten in einem Ranking die Top-Drei und den Sieger des Franchise-Management-Award 2020. Im Januar 2021 werden die Sieger dann präsentiert offiziell geehrt. Gleichzeitig werden alle Nominierten Mitglied im exklusiven Franchise-Management-Award-Club.

Sieger Gründerpreis NRW 2020: oculavis

Gegen fast 120 Bewerber setzten sie sich durch: die oculavis GmbH aus Aachen mit ihren Experten für Augmented-Reality-Technologie bei der Fernwartung, gewinnt den GRÜNDERPREIS NRW 2020. Die WMD Services GmbH aus Dortmund belegt den zweiten Platz, Dritter wird die Grubenhelden GmbH aus Gladbeck. Die drei Sieger teilen sich das Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro. Bereits zum neunten Mal haben das Wirtschafts- und Digitalministerium und die NRW.BANK den Preis für besonders innovative und kreative Geschäftsideen vergeben. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr digital statt.

Die oculavis GmbH aus Aachen kann sich als Sieger über ein Preisgeld von 30.000 Euro freuen. Die Gründer Martin Plutz, Dr. Markus Große Böckmann und Philipp Siebenkotten revolutionieren mit Hilfe von Augmented Reality den Kundendienst im Maschinen- und Anlagenbau. Das Unternehmen setzt auf Remote Support und Augmented Reality und ermöglicht zum Beispiel Fernwartung per Datenbrille. Dabei profitieren die Gründer sogar von der Corona-Pandemie, weil ihre Technologie Vor-Ort-Service und damit Geschäftsreisen überflüssig macht.

Auch interessant: Deutscher Gründerpreis 2021

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Oculavis ist ein Musterbeispiel dafür, wie Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen die Digitalisierung vorantreiben und weltweit mit ihrer Technik erfolgreich sein können. Die Innovationskraft der Gründer aus Aachen zeigt, wie man modernste VR-Lösungen für ganz konkrete Zeit- und Kostenersparnisse in der Anlagenwartung nutzen kann.“

Platz zwei und 20.000 Euro Preisgeld sichert sich die WMD Services GmbH aus Dortmund. Das Kürzel steht für „Wir machen das“ und ist Programm: Die Gründer Jume Lee und Enrico Westrup unterstützen mit ihrem Unternehmen Menschen, die zeitweise auf Haushaltshilfen angewiesen sind, zum Beispiel in der Schwangerschaft, während einer Krankheit oder nach einer Operation. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich von der Beantragung bis zur Auswahl und Vermittlung einer geeigneten Haushaltshilfe.

Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Christine Volkmann: „Von digitalen Startups, über Handwerksbetriebe, Industrie, aber auch Sozialunternehmen: Aus allen Bereichen hatten wir wirklich großartige Bewerbungen. WMD Services ist ein großartiges Beispiel, wie eine unternehmerische Idee Erfolg haben und zugleich Menschen in schwierigen Situationen spürbar entlasten kann.“

Ein weiteres Beispiel für die Vielseitigkeit des Wettbewerbs und seiner Bewerbungen ist die Grubenhelden GmbH aus Gladbeck, die sich Platz drei des GRÜNDERPREIS NRW 2020 und damit 10.000 Euro Preisgeld sichert. Das Modelabel ist mit seinen Kreationen längst ein etablierter Begriff im Ruhrgebiet. Der besondere Clou: Die moderne Streetwear beinhaltet unter anderem auch originalen Grubenhemd-Stoff. So steht das Unternehmen für eine respektvolle Erinnerung an die Menschen, die die Region in der Ära des Bergbaus geprägt haben und gleichzeitig für die Modernität des heutigen Schmelztiegels Ruhrgebiet. Dazu passt das klare Bekenntnis des Gründers Matthias Bohm zu Diversität und das Engagement gegen Rechtsradikalismus.

„Als Förderbank für das Land Nordrhein-Westfalen stehen wir gerade in diesen herausfordernden Zeiten als starker Partner an der Seite der Gründerinnen und Gründer Nordrhein-Westfalens“, sagt Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Die Grubenhelden zeigen, dass man sich mit einer in allen Facetten nachhaltigen Unternehmensgründung und einer spannenden Geschichte an einem umkämpften Markt wie der Modebranche erfolgreich durchsetzen kann.“

Die Jury des GRÜNDERPREIS NRW besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der NRW.BANK sowie Existenzgründungs- und Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus Nordrhein-Westfalen, die aus rund 120 Bewerbungen aus allen Landesteilen drei Sieger ausgewählt haben. www.gruendungspreis.nrw

Die Preisverleihung konnte in diesem Jahr leider nicht wie gewohnt im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung vor Ort stattfinden. Stattdessen wurden die Preise in einem digitalen Format verliehen. Den GRÜNDERPREIS NRW 2020 Film finden Sie hier: https://www.startercenter.nrw/de/gewinner-2020

PropTech im Top-100-Club

EverReal ist unter den Top 100 der innovativsten PropTechs Europas im Rahmen des Real Estate Innovation Contest 2020 von BUILTWORLD und PwC und der deutsche Finalist in der Kategorie “Digital Asset Management”. PropTech bezeichnet die digitale Transformation der Immobilienbranche und die einzelnen innovativen Unternehmen dieses Wirtschaftszweigs.

Das von Nessim Djerboua und Liviu Ignat gegründete Münchener Proptech-Startup EverReal wurde im Rahmen des diesjährigen BUILDWORLD Real Estate Innovation Contest unter die Top 100 gewählt. Der junge SaaS-Anbieter schlug sich gegen weitere 400 Bewerber aus ganz Europa und erreichte in der Kategorie “Digital Asset Management” als einziger Kandidat aus Deutschland das Finale.

BUILTWORLD versteht sich als das führende Innovations-Ökosystem der Immobilien- und Baubranche, das Pioniere unter den großen Immobilienunternehmen mit interdisziplinären Experten und jungen Technologieunternehmen zusammenzubringt. In Kooperation mit PwC sucht BUILTWORLD jährlich nach den vielversprechendsten jungen Branchen-Innovatoren und lässt sie ihre digitalen Lösungen vor der hochkarätigen Fachjury, unter anderem vertreten durch Aachener Grund, Commerz Real, Fraunhofer IAO, Helaba, Osborne Clarke, Patrizia, präsentieren.

Transaktionen digitalisieren

„Wir sind stolz darauf, dass EverReal sich beim diesjährigen BUILTWORLD Innovation Contest durchsetzen konnte und ins Finale kam. Unsere Mission ist es, nicht nur alle Immobilien-Transaktionen vollständig zu digitalisieren und somit um 80 Prozent effizienter zu machen. Sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Asset Managern und Partnern wollen wir mit EverReal erstmalig signifikant verbessern. Mit der neuen Funktion ‚Collaboration‘, die wir aktuell in einer Pilotphase testen, können Asset sowie Property Manager künftig in einem Portal und in Echtzeit zusammenarbeiten und die eigene Profitabilität erheblich erhöhen“, erklärt Nessim Djerboua.

EverReal hatte seine innovative Real Estate Transaction & Collaboration Platform am 28. Oktober 2020 in einem Zoom Call live vor der mit Key-Playern der Branche besetzten Jury in der Finalistenrunde präsentiert. Im Fokus stand dabei vor allem die Möglichkeit, mithilfe von EverReal Immobilientransaktionen wie die Vermietung und den Verkauf nahezu vollständig digital abzuwickeln. Dies führt nicht nur zu erheblichen Zeit- und Kostenersparnissen, sondern erschließt zugleich völlig neue Möglichkeiten zur Vereinfachung der Zusammenarbeit mit Partnern wie Asset- und Property-Managern und zur Verfügbarkeit von Daten in Echtzeit.

Jetzt: Franchise-Expo online

Franchising hat in den letzten Monaten Stärke bewiesen, dass in Krisen ein „Gemeinsam“ wichtig ist und so die schwierigsten Zeiten überwunden werden können. Mitten im zweiten Lock down finden Sie von 5. bis 15. November 2020 Geschäftsideen auf der Franchise-Expo Online Edition. Hier trifft sich die Franchise-Welt online – die First-mover der Franchisesysteme aller Branchen und Investmentlevels. Menschen, die eine berufliche Veränderung anstreben, könnten hier fündig werden und den Weg in die Selbständigkeit wagen, mit der Unterstützung einer starken, aufgebauten Marke im Hintergrund – das ist ganz klar der Vorteil von Franchising in Krisenzeiten – man ist selbstständig, aber nie allein.

Online bietet Sicherheit und zeugt von Innovation

Die digitale Messe ermöglicht eine neue Form des Austausches zwischen den Messebesuchern und Ausstellern. Einerseits hat der Besucher einen guten Überblick über die Aussteller und kann mit einer sogenannten „Matchmaking“-Funktion gleich zu ihm passende Franchisesysteme herausfiltern, andererseits sind Videocalls zum Alltag geworden und stellen eine zeitgemäße Weiterentwicklung in der Messelandschaft dar. Im Gegensatz zu physischen Veranstaltungen ermöglicht die Online-Edition unabhängig von Reisewarnungen und Sicherheitsthemen eine Zusammenkunft von jungen und etablierten Franchisemarken, die eines gemeinsam haben: sie suchen nach neuen Partnern und zeichnen sich durch besondere Innovationsfreude aus, bestätigt durch ihr Mitwirken an diesem neuen Format.

Highlights aus dem Programm…

Neben den zahlreichen unterschiedlichen Franchisekonzepten, die sich auf der digitalen Messeplattform präsentieren und direkt über diverse Chatfunktionen kontaktiert werden können, gibt es ein buntes und informatives Vortragsprogramm rund um Franchising. 5. und 6. November sind als Live-Tage ausgelegt, d.h. dass an diesen Tagen ein direkter Austausch stattfinden kann, sowohl mit den Ausstellern, als auch bei Live-Vorträgen und Diskussionen.

Aussteller

Treffen Sie die first-mover unter den Franchisesystemen, wie Backwerk, Bodystreet, Call a Pizza, Leonidas, capito, burgerme, Cleverfit, Ditsch, Dogstyler, einsnulleins, filtafry, fit20, Geberglück, immergrün, KFC, Kensington, Leonidas, Pizza Hut, Storebox, Subway, Tank & Rast, The Park Entertainment, TopTop Donuts,Triumph, Valora, Vom Fass, Wenckstein, YoungGo…..

Besucher können sich über https://fex.online/besucher/tickets registrieren. Ein Ticket kostet € 19,50, mit dem Promocode 6157 ist der Besuch unentgeltlich.

Spendierhosen

Business Angels zeigten zuletzt trotz getrübter Stimmung ein großes Interesse an neuen Deals. Hoffentlich kein Strohfeuer.


Das Virus wirkt weiterhin. Die Stimmung unter den Business Angels bleibt aufgrund der Corona-Pandemie auf historisch niedrigem Niveau. Im zweiten Quartal bewerten sie ihre Geschäftslage lediglich mit 4,0 Punkten. Bei den Geschäftsaussichten vergeben sie magere 4,5 Punkte. Das ist zwar minimal besser als im Vorquartal, aber weit entfernt von den üblichen Einschätzungen der Berufsoptimisten (s. Grafik).

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die insgesamt 42 Panelisten erhielten deutlich mehr Businesspläne als zuletzt. Jeder fand im Mittel 43 ausformulierte Geschäftsideen in seinem Postkasten. Diese Zahl wird zwar leicht verfälscht von einem Befragten, der satte 300 Einsendungen erhielt. Im Zuge dieses Aufschwungs stieg auch die Zahl der geführten Beteiligungsgespräche: Jeder Business Angel trat in immerhin gut zwei Vertragsverhandlungen ein.

Besonders erfreulich: Satte 70 % der Befragten überwiesen Geld an junge Unternehmen. Bleibt zu hoffen, dass das frische Kapital nicht alleine an Gründerteams ging, die bereits im Portfolio des Investors waren – als Corona-Nothilfe.

Die Summen, die dabei die Seiten wechselten, waren relativ hoch. Im Durchschnitt machte jeder Befragte 106 000 € locker. Gepusht wurde diese Zahl von einem Power-Angel, der gigantische 1,8 Mio. € in Gründerhände gab.

Himmlische Unterstützung

Größte Hoffnung auf himmlische Unterstützung dürfen sich weiterhin Software-Entwickler machen. Gute Karten haben außerdem Webserviceanbieter, Umwelttechniker und Medizin-techniker. Neu in den Top-5 sind die Bereitsteller von Internetinfrastrukturen. Vermutlich hat das zu tun mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G. Er bildet die technologische Basis für das „Internet der Dinge“.

Erstaunlich ist, wie groß das verfügbare Budget der Business Angels plötzlich ist. Sie gaben an, aktuell erst 56,7 % ihrer für Wagnisfinanzierungen vorgesehenen Mittel investiert zu haben. So viel freies Kapital gab es zuletzt vor sechs Jahren.

Hier bleibt zu hoffen, dass diese Spendierlaune kein Strohfeuer ist. Möglich wäre das. Denn als die aktuelle Panelumfrage endete, waren die Stimmen, die vor einer zweiten Welle warnten, noch bei weitem nicht so laut wie derzeit.

Auch die jüngste Exitbilanz könnte das neu entfachte Investitionsinteresse schnell wieder ersticken: Insgesamt wurden sechs Fälle gemeldet, in denen sich ein Geldgeber von einer Beteiligung verabschiedete. Die Hälfte dieser Trennungen fand auf dem Unternehmensfriedhof statt – das investierte Kapital musste also komplett abgeschrieben werden.

Info: Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND) hat das Ziel, das Business Angels Ecosystem in Deutschland zu fördern und den informellen Beteiligungskapitalmarkt auszubauen. BAND Mitglieder sind Business Angels Zusammenschlüsse, individuelle Angels, sonstige Finanzierungsakteure der Frühphase sowie Experten und Serviceanbietern im Markt. BAND wird unterstützt von öffentlichen und privaten Sponsoren und Förderern. Business Angels sind private Investoren, die mit Kapital und Know-how zum Erfolg von jungen, wachstumsstarken Unternehmen beitragen. Den geschäftsführenden Vorstand von BAND bilden Dr. Ute Günther und Dr. Roland Kirchhof. www.business-angels.de

deGUT: Chancen der Digitalisierung

Pattarina-Gründerin Dr. Nora Baum hält Keynote der deGUT 20 in Berlin. Wie sich uraltes Handwerk und Augmented Reality smart verbinden lassen, erzählt die Schnittmuster-App-Erfinderin am zweiten Messetag.
Die besten Business-Einfälle kommen einem bekanntlich, wenn man selbst ganz persönlich vor Herausforderungen steht, für die der Markt noch keine Lösungen gefunden hat. So erging es auch Nora Baum: Sie hatte als Mutter von zwei Kindern das Nähen wiederentdeckt. Dabei fluchte sie regelmäßig über das mühselige und zeitaufwendige Übertragen von Schnittmustern auf den Stoff. Kann man die Linien nicht einfach draufbeamen?, fragte sie sich. Und so machte sie sich auf der Suche nach einer einfacheren Lösung selbst ans Werk.
Baum hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet und sich in ihrer Promotion mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für das Handwerk befasst. Einen Partner fand sie über die Universität, an der sie promoviert hatte: Markus Uhlig war Doktorand am Lehrstuhl für Softwaresystemtechnik an der Universität Cottbus. Gemeinsam bewarben sie sich erfolgreich für das EXIST-Stipendium, das Existenzgründungen aus der Wissenschaft fördert. 
Während sie zunächst an der Beamer-Idee weiterarbeiteten, kam ihnen über das erste Augmented Reality-Spiel „Pokémon Go“ schließlich die Erleuchtung: Warum nicht auch bei Schnittmustern vom Virtuellen ins Reale kommen? Es folgte ein zirka halbjähriger Test-Zyklus, dann ein Live-Test mit 1.000 Personen – und mehrere Anpassungen später war die App namens „Pattarina“ geboren. Der Start im August 2019 lief gut an, das Ziel, im Laufe des kommenden Jahres schwarze Zahlen zu schreiben, schien realistisch. Dann kam Corona und erwies sich als Segen und Fluch zugleich: Während sich in Zeiten des Social Distancing wieder mehr Menschen an die Nähmaschine setzen, sind Investoren zurückhaltender geworden – insbesondere bei einem Produkt, das sich vielen männlichen Financiers nicht gleich auf den ersten Blick erschließt. 
Nun läuft die Weiterentwicklung des Produktes langsamer, aber dafür umso nachhaltiger. Auch der Ehrgeiz der beiden Geschäftspartner, ihren innovativen Ansatz direkt auf weitere Anwendungen in anderen Branchen zu übertragen, muss für einen Moment warten. Zunächst soll sich Pattarina etablieren – und die Akquise von Unternehmenskunden, den Schnittmusterherstellern, die man für ein attraktives Angebot an die Endverbraucherinnen und -verbraucher braucht, kostet ebenfalls Zeit. Ein Investment, das sich lohnt: Alle Designerinnen und Designer, die sich in dieses neue Terrain wagten, sind seither begeistert dabei. 
Wie kommt man also von der ersten Idee in eine gelungene Umsetzung? Darüber wird Dr. Nora Baum in ihrer Keynote am Samstag, den 10. Oktober, um 14.00 Uhr in der „Aula“ berichten.

Die Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT) finden am 9. und 10. Oktober 2020 zum 36. Mal statt. Auf der Messe können sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer rund um Existenzgründung und Unternehmertum informieren und beraten lassen. Veranstaltungsort der größten Gründermesse Deutschlands ist erneut die ARENA Berlin.

Was bringt Social Media wirklich?

Kaum ein Unternehmen kann heute auf Social Media Aktivitäten verzichten. Doch schnell gerät der wirtschaftliche Nutzen aus dem Blick. Firmen sollten den Erfolg ihrer Aktivitäten systematisch messen und steuern.

Facebook, Twitter, Xing: Soziale Netzwerke werden für Unternehmen immer wichtiger. Viele Firmen wollen so Geschäftsbeziehungen pflegen, neue Kunden gewinnen und Leistungen rascher auf den Markt bringen. Doch nur wenige Unternehmen können den geschäftlichen Nutzen ihrer Social Media Maßnahmen beurteilen, registriert der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC). Firmen sollten ihre Aktivitäten mit ausgewählten Kennzahlen auf ihre Wirksamkeit hin kontrollieren. 

„Voraussetzung für die Messbarkeit von Social Media ist eine klare Zieldefinition“, betont Unternehmensberater Jörgen Erichsen, Fachexperte des BVBC für Social Media Controlling. „Mögliche Ziele sind etwa Imageverbesserung, Neukundenakquise oder Personalgewinnung.“ Je nach Ausrichtung und Medium bieten sich verschiedene operative und strategische Messgrößen an. So können operative Kennzahlen wie Verweildauer, Klickrate oder Abbruchquote die Kaufbereitschaft beleuchten. Strategische Faktoren wie Zahl und Qualität der Verlinkungen, Kommentare oder Weiterleitungen geben Hinweise auf den Bekanntheitsgrad und das Markenimage. „Unternehmen sollten sich auf bis zu fünf Kennzahlen pro Kanal konzentrieren und diese regelmäßig prüfen“, rät BVBC-Fachexperte Erichsen. Neulinge nehmen am besten professionelle Hilfe in Anspruch, um die passenden Kennzahlen auszuwählen und einen Stufenplan mit realistischen Zielvorgaben zu entwickeln.  

Gesamtlösung gibt es nicht

Für die Analyse von Kennzahlen stehen vielfältige Tools bereit. Neben den Controlling-Tools führender Plattformen wie Google, Facebook oder Twitter kommen Spezialanwendungen wie Hootsuite, Gridmaster oder Social Bench in Betracht. Eine umfassende Gesamtlösung gibt es nicht. „Es existieren viele Tools mit ganz unterschiedlichen Einsatzschwerpunkten“, so Erichsen. „Ratsam ist eine gründliche Internetrecherche, welche Lösungen sich für die Erfolgsmessung der speziellen Social Media Aktivitäten am besten eignen.“ Vor dem laufenden Betrieb sollten Unternehmen eine Testphase einplanen, um das Produkt auf seine Praxistauglichkeit hin zu testen. Es ist sinnvoll, im Unternehmen einen festen Ansprechpartner für Social Media zu benennen, der alle erforderlichen Schritte koordiniert.  

Ganz wichtig: Die Auswertungen sind nicht isoliert zu betrachten. Unternehmen sollten die Entwicklung der Social Media Aktivitäten mit den Unternehmensdaten der „realen“ Welt verknüpfen und vergleichen können. Obendrein bietet das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken interessante Ansatzpunkte für die Produktentwicklung und Vermarktung. Denn Nutzer geben durch Anklicken, Bewertungen und Empfehlungen ihre Vorlieben preis.

„Social Media Controlling ist nicht nur für Großunternehmen, sondern auch für Mittelständler eine interessante Option“, sagt Markus Kessel, Geschäftsführer des BVBC. „Mit vertretbarem Aufwand lassen sich wichtige Kennzahlen gewinnen, um unternehmerische Entscheidungen vorzubereiten und den Einsatz von Marketingbudgets zu optimieren.“ Denn Controlling-Tools können aufschlussreiche Informationen über die Zielgruppen liefern. So läßt sich etwa ermitteln, welche Region, Altersgruppe oder welches Geschlecht ein besonders großes Produktinteresse hat. Firmen können ihre Vermarktungsaktivitäten effektiver gestalten und genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ausrichten. „Richtig eingesetzt, wird Social Media Controlling zu einem zentralen Baustein für den Unternehmenserfolg“, betont BVBC-Geschäftsführer Kessel.

Info-Kasten

Über den BVBC
Der BVBC ist die zentrale Interessenvertretung der Bilanzbuchhalter und Controller in Deutschland mit derzeit rund 5.000 Mitgliedern (www.bvbc.de). Der Verband diskutiert auf politischer und wirtschaftlicher Ebene neue Perspektiven im Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling und gestaltet diese maßgeblich mit. Der BVBC fordert die Einführung eines Ausbildungsberufs „Kaufmann/Kauffrau für Rechnungswesen, Finanzen und Controlling“ als Unterbau zum Bilanzbuchhalter. Quelle: Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC), www.bvbc.de

KFW-Gründungsmonitor: Erstmals Anstieg der Gründerzahl

Berlin in Rangliste der Bundesländer auf Platz 1

KfW-Gründungsmonitor: Existenzgründungen steigen 2019 erstmals seit 5 Jahren an – Corona belastet Gründungsjahr 2020

Die Gründungstätigkeit in Deutschland konnte 2019 erstmals seit 5 Jahren wieder anziehen, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt. Die Zahl der Existenzgründungen ist auf 605.000 gestiegen (+58.000). Auch die Gründungsplanungen wurden 2019 mehr. Doch ob sich diese Planungen tatsächlich 2020 in Gründungen niederschlagen, ist angesichts der Corona-Krise fraglich.

„Der Ausblick für das Gründungsjahr 2020 war positiv, doch die Corona-Pandemie belastet. Ich erwarte, dass Gründungspläne unter dem Eindruck der aktuell existenzbedrohenden Lage vieler Selbstständiger teilweise verschoben werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Jedoch werde die Krise auch einen die Gründungstätigkeit antreibenden Effekt haben. „Aufgrund von krisenbedingt zunehmender Erwerbslosigkeit dürfte die Zahl so genannter Notgründungen – also Gründungen, die mangels besserer Erwerbsalternativen erfolgen – steigen.“ Welcher Effekt letztlich überwiegen werde, bleibe abzuwarten.

Plus im Nebenerwerb

Für die steigende Zahl der Gründungen im Jahr 2019 ist ein deutliches Plus bei Nebenerwerbsgründungen ursächlich. Sie legten um 85.000 auf 377.000 zu. Bei den Vollerwerbsgründungen ging es dagegen weiter abwärts auf einen neuen Tiefpunkt von 228.000 (-27.000). Nach vier Jahren mit einer sinkenden Zahl von Existenzgründungen durch Männer ging es hier 2019 mit 390.000 (+59.000) wieder aufwärts. Die Zahl der Gründerinnen stagnierte dagegen und blieb mit 215.000 (-1.000) auf Vorjahresniveau. Der Anteil von Gründungen durch Frauen an allen Gründungen ging somit auf 36 % zurück (2018: 40 %).

Blickt man tiefer in die Struktur der Gründungstätigkeit, so zeigen sich positive Trends: Innovative Gründungen und Wachstumsgründungen legten geringfügig zu (von 11 % auf 13 % aller Gründungen und von 24 % auf 25 %). Eine deutliche Zunahme gibt es bei internetbasierten und digitalen Gründungen (von 25 % auf 32 % und von 22 % auf 28 %). „Der Trend zu mehr innovativen, digitalen und internetbasierten Gründungen ist positiv, denn sie kreieren neue Märkte, treiben den strukturellen Wandel voran und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib.

Berlin ist Spitze

In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern bleibt Berlin souverän an der Spitze. Dort haben im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 198 Personen eine selbstständige Tätigkeit begonnen. Brandenburg tauscht mit Hamburg den Platz und liegt erstmals an zweiter Stelle (155 Existenzgründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen). Es ist zu vermuten, dass die überdurchschnittliche Gründungstätigkeit in Berlin in dessen Peripherie ausstrahlt, weil Gründerinnen und Gründer ihre Stand- oder Wohnorte beispielsweise kostenbedingt in den „Speckgürtel“ verlagern. Davon profitiert Brandenburg direkt. Hamburg kann mit 122 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige knapp Platz 3 vor Bayern mit 121 Gründungen behaupten.

Zur Datengrundlage:
Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative, seit dem Jahr 2000 jährlich durchgeführte, telefonische Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Er basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Gründer werden dabei breit erfasst: Ob im Voll- oder Nebenerwerb, ob Freiberufler oder Gewerbetreibender, ob Neugründung oder Übernahme. Der KfW-Gründungsmonitor liefert damit ein umfassendes Bild der Gründungstätigkeit in Deutschland.