OSCAR der Franchise-Branche 2020

Die Würfel sind gefallen: Die Gewinner des OSCAR der Franchise-Branche 2020  Franchise Management Award 2020 stehen fest. Die Jury mit Dr. hc Dieter Fröhlich, Gründer der Musikschule Fröhlich und Ehren-Präsident des DFV; Professor Dr. Eckhard Flohr; Rechtsanwalt Dr. Patrick Giesler; Franchise-Consultant Reinhard Wingral und die Chefredaktion von Franchising.mag und franchising-network.de haben aus der Liste der Nominierten eines Online-Votings die Sieger unter den zehn mit den meisten Stimmen vorgeschlagenen Manager und Managerinnen ermittelt:

  • Die Gold-Medaille geht an Lars Eckart von Paulaner
  • Die Silber-Medaillen gehen an Anja Roske von Nordsee und Thomas Klaffke von Tank + Rast.
  • Die Bronze-Medaille geht an Mario C. Bauer von Vapiano

Die Fachpublikation FRANCHISING.mag, ERFOLGREICH SELBSTÄNDIG; informiert seit über 20 Jahren mindestens viermal im Jahr die Franchising-Community mit Top-Content in Erfolgsstories, Partner-Portraits und Interviews über Relevantes und Wissenswertes zum Markt und aus den Systemen und stärkt mit der Verleihung des Branchen Oscars das Image des Franchisings in Deutschland.

Die Aufgaben von Franchise-Managern sind vielseitig: Sie führen sowohl im Operativen als auch im Strategischen die Franchise-Partner, entwickeln neue Angebote und Konzepte und sind verantwortlich für Betriebswirtschaft, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Qualitäts- und Produktmanagement und für den Vertrieb. Um diese Management-Leistungen der Männer und Frauen in der ersten wie in der zweiten Linie zu würdigen, vergeben Franchising-Network und Franchising.mag den „Franchise Management Award”- den Oscar der Franchise-Branche.

OSCAR der Franchise-Branche 2020

GOLD

Lars Eckardt, Paulaner

OSCAR der Franchise-Branche 2020 - Award-Gewinner Lars Eckart von Paulaner mit Weißbier
Award-Gewinner Lars Eckart von Paulaner mit Weißbier

Votum der Jury

Seine klare, verlässliche Art und Gewissenhaftigkeit bei der Arbeit, sind die persönlichen Eigenschaften, die in der Führung von Franchisesystemen von elementarer Bedeutung sind, um Akzeptanz und Vertrauen bei den Partnern zu haben. Durch seine Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen ist er ein sehr „kompletter“ Franchise-Manager mit ganzheitlichem Denken.

Fakten zur Person und zum System

Nach Blume 2000, Tchibo, Futterhaus und Pandora ist Lars Eckardt seit 1. Juli 2019 Geschäftsführer der Paulaner Franchise & Consulting GmbH. Bis dahin war das Thema Franchising bei Paulaner Neuland. Seit 1992 gelten Paulaner Bräuhäuser auf der ganzen Welt als ein Synonym für echte bayerische Gastlichkeit. Mit der Umwandlung eines Lizenz- in ein Franchise-System schuf Lars Eckart die Basis für die weitere Internationalisierung, der in Chinas Kapitale Peking gestarteten Wirtshaus-Kette. Das erste Paulaner Franchise-Wirtshaus in Deutschland eröffnete zu Jahresbeginn 2020 am Potsdamer Platz in Berlin.

SILBER

Thomas Klaffke, Tank + Rast

Thomas Klaffke, Tank + Rast

Votum der Jury

Als Manager bekannt, aber kein persönlicher Kontakt. Verfügt zweifellos über eine solide Ausbildung und umfassende Praxis als Franchise-Manager und kann bei 550 Standorten sicher nur durch strukturierte Arbeit den Überblick behalten. Aufgabenbereiche wie Standortfragen, FN-Profil usw. sind anders gewichtet als bei vielen anderen Franchisesystemen und SANIFAIR hat auch nicht die üblichen Herausforderungen beim Marketing. Daher stellen sich verschiedenen Herausforderungen nicht, die sonst in der Führung von Franchisesystemen üblich sind.

Fakten zur Person und zum System

An Autobahnen, in Bahnhöfen und in Einkaufszentren setzt das zur Tank+ Rast-Gruppe zählende Franchise-System SANIFAIR den Standard, wenn es um Toiletten und Hygiene geht. Das europaweit schon rund 550-mal multiplizierten Franchising-Konzept pilotiert Thomas Klaffke. Der Manager dieser beispielhaften Expansion lernte als junger Mann das Franchise-Handwerk bei Wolfgang Müller, dem legendären Gründer der Sonnenstudio-Kette Sunpoint, die zu Spitzenzeiten über 500 Standorte zählte.

SILBER

Anja Roske, Nordsee

Anja Roske, Nordsee

Votum der Jury

Ihre Leistung als Franchise-Managerin überzeugt in allen Bereichen. Nordsee wird inzwischen von den Kunden als modernes Gastrokonzept wahrgenommen, die Auszeichnung als Gastronomiemarke des Jahres ist absolut verdient. Frau Roske hat einen wesentlichen Anteil daran, da die Partner vor Ort top aufgestellt und geleitet sind – und das wird vom Kunden honoriert.

Fakten zur Person und zum System

Die NORDSEE GmbH mit Sitz in Bremerhaven wurde 1896 als „Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft NORDSEE“ von Bremer Reedern und Kaufleuten gegründet. Seit 2001 offeriert NORDSEE ein eigenes Franchise-Modell. Von den rund 370 Restaurants werden derzeit 152 von Franchise-Partnern im In- und Ausland betrieben. Der Fokus liegt auf die Ausweitung des Franchise-Systems in Deutschland. Während ihres derzeitigen Mutterschafts-Urlaubs vertritt Anja Roske ihr Teampartner Glenn Curth.

BRONZE

Mario C. Bauer, Vapiano

Mario C. Bauer, Vapiano

Votum der Jury

Seine erfolgreiche Arbeit bei Vapiano bis 2017 ist unstrittig. Die Kombination aus theoretischem Background, umfassende Praxiserfahrung und dem unternehmerischen Drive überzeugen. Um die von der Investorengruppe übernommenen Vapiano-Betriebe wieder stabil auf die Erfolgsspur zu bringen, ist er die bestmögliche Besetzung.

Fakten zur Person und zum System

Als Deus ex Machina betrat Ex-Vorstand Mario C. Bauer die Bühne im schier endlosen VAPIANO-Drama. Mario C. Bauer, der bis 2017 über sechs Jahre lang die Expansion von VAPIANO vorangetrieben hatte, sichert sich zusammen mit seinem Investorenteam nach dem Kauf von 29 Vapianos in Frankreich und Luxemburg für weitere 15 Mio. Euro nun auch die Marke und 30 deutsche Restaurants im Regiebetrieb.

INFO FRANCHISING

Der Deutsche Franchise-Verband e.V. ermittelte, dass im Jahr 2019 in Deutschland etwa 133.424 (+4,2 Prozent) Franchisenehmer in 960 Franchise-Systemen (171.824 Betriebe) einen Gesamtumsatz von rund 129 Milliarden Euro machten (+ 5,1 Prozent). Insgesamt soll die Branche mehr als 717.000 Menschen in Teilzeit und Vollzeit beschäftigen. Der DFV definiert Franchising als ein auf Partnerschaft basierendes Absatzsystem mit dem Ziel der Verkaufsförderung. Der sogenannte Franchisegeber übernimmt die Planung, Durchführung und Kontrolle eines erfolgreichen Betriebstyps. Er erstellt ein unternehmerisches Gesamtkonzept, das von seinen Geschäftspartnern, den Franchisenehmern, selbständig an ihrem Standort umgesetzt wird.

200.000 Learnu-App Downloads zum Start

Nach ihrem Start im September 2020 haben über 200.000 Schüler die Learnu-App innerhalb weniger Wochen heruntergeladen und nutzen sie regelmäßig. Das macht Learnu zu einer der am schnellsten wachsenden Lernplattformen im deutschsprachigen Raum. „Schon kurz nach dem Start belegte Learnu die obersten Plätze in den Download-Charts der App-Stores in den relevanten Kategorien“, sagt Gründer Eldrick Lindner. „Gerade in Zeiten von Corona und Lockdown suchen Schülerinnen und Schüler nach Möglichkeiten, sich digital gegenseitig zu unterstützen.” Mit Learnu werden Smartphone oder Tablet zu wichtigen Helfern bei den Hausaufgaben und zur Klausurvorbereitung. Die beiden Gründern Eldrick Lindner (20) und Oskar Schnee (18) wollen ihre rasant wachsende Lernplattform Learnu weiterentwickeln und pausieren zu diesem Zweck aktuell ihr Studium an der Otto Beisheim School of Management (WHU). 

Learnu-App – Zehntausende Hausaufgaben auf einen Blick 

Schüler finden in Learnu einfach und übersichtlich konkrete Hilfestellung in Form zehntausender Hausaufgaben und Lerndokumente anderer Schüler. Mittels eines Punkte- und Bewertungssystems profitieren sowohl die Anbieter hochwertiger Lernmaterialien als auch die Gruppe an Schülern, die mit den Materialien lernt. „Die Hausaufgaben sind für viele Schüler extrem herausfordernd“, sagt Oskar Schnee (18). „Das gilt in Zeiten von Lockdown und Homeschooling stärker denn je.“ Entwickelt haben die beiden Junggründer die Idee zu der App aus ihrer eigenen Erfahrung in der Schulzeit heraus. Beide hatten gemeinsam 2020 ihr Abitur gemacht. 

Learnu-App – Motivation zur gegenseitigen Lernhilfe ist riesig 

Das Incentivierungssystem innerhalb der App motiviert die Nutzer, Schularbeiten und Lernmaterialien in Learnu zu teilen. Was die anderen Schüler gut bewerten, das erhält Anerkennung und die Schüler verdienen Learnus, die virtuelle Währung innerhalb der Lern-App. Damit lassen sich wiederum Lernmaterialien auf der Plattform freischalten oder in einem In-App Shop gegen hochwertige Prämien, wie etwa Gutscheine namhafter Marken, eintauschen. Zielgruppe sind Millionen von Schülern an weiterführenden Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 

Besonders während des Corona-Lockdowns füllt Learnu eine Lücke: Der Kontakt zwischen Schülern und Lehrern ist nur eingeschränkt möglich. Eltern haben nicht immer die nötige Zeit, ihren Kindern zu helfen, etwa ab der 6. Klasse aufwärts wird der Stoff in vielen Fächern für die Eltern auch zu komplex. Gerade Kinder, deren Eltern sich keine Nachhilfe leisten können, profitieren hier von der Schüler-Community in Learnu.

Über Learnu-App

Learnu ist eine innovative Smartphone App für digitales Lernen für Schüler der Stufen 5-13 im deutschsprachigen Raum. Schüler helfen Schülern gegenseitig und besonders fleißige Nutzer der Learnu App profitieren dabei sogar monetär. Mit Learnu vernetzen die beiden Schulfreunde und Abiturienten des Jahrgangs 2020 Eldrick Lindner (20) und Oskar Schnee (18) Schüler auf zeitgemäße Weise untereinander und fördern so Selbstlernkompetenz und schulbezogene Interaktion – ein großer Mehrwert nicht nur in Zeiten von Unterrichtsausfällen.

Die App bietet Lernenden mit zehntausenden Hausaufgaben und Lerndokumenten fächerübergreifend praktische Hilfestellung. Mit detaillierten Filtern und einer praktischen Suchfunktion finden Schüler schnell das Passende. Learnu ist die Schüler-Community, in der sich schulische Leistung gleich mehrfach auszahlt: Mit gut bewerteten Schularbeiten punkten Schüler nicht nur bei den Lehrern. Auch die Mitschüler belohnen sie dafür mit Anerkennung und mit Learnus, der virtuellen Währung innerhalb der App. Die so verdienten Learnus können für das Freischalten von Lernmaterialien auf der Plattform genutzt oder im Learnu Prämienshop beispielsweise gegen Gutscheine beliebter Partnerfirmen eingelöst werden. www.learnu.de

Neue Female Start-ups

Frauen sind in der Startup-Szene noch immer eher die Ausnahme. hannoverimpuls will das ändern und lenkt den Blick auf die Rolle von Wagniskapital-Geberinnen. In einer Online-Veranstaltung konnten sich interessierte Frauen Einblick verschaffen, welche Chancen und Effekte – neben der möglichen Rendite – ihr mögliches Invest als Business Angel in Female Start-ups für die gesamte Wirtschaft bereithält.

Männer investieren immer noch eher in männliche Gründungsteams, die Ursachen sind divers, aber wirtschaftliche Gründe lassen sich für die Bevorzugung nicht festmachen. Sollten Gründerinnen also einfach auf weibliche Angel Investments setzen, um an die nach der Gründung besonders wichtige Finanzierungsquelle für ihr Unternehmen zu kommen? Da können die Teams bisher lange suchen. Es gibt in Deutschland kaum Frauen, die privates Kapital in Startups investieren. Der Anteil von Partnerinnen in deutschen Wagniskapital-Firmen (VC) liegt bei nur vier Prozent, wie etwa die Boston Consulting Group (BCG) ermittelt hat. Auch die Studie #femalestartupsnds von Gründerinnen-Consult, die vom Niedersächsischen Sozialministerium, vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium und mit EU-Mitteln finanziert wurde, kam nach der Befragung von 30 Startup-Unternehmerinnen aus Niedersachsen zu einem Ungleichgewicht der Geschlechter bei Finanzierungen.

Female Start-ups

„Wer das Startup-Ökosystem diverser und gerechter gestalten will, muss Investorinnen fördern. Denn sie sind der entscheidende Schlüssel, um Gründerinnen zu mehr Kapital zu verhelfen und ihre Anzahl zu erhöhen“, sagt Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls. Deshalb hat hannoverimpuls erstmals eine Veranstaltung für Investorinnen mit Expert*innen auf die Beine gestellt.

Female Start-ups

„Es gibt sie, die weiblichen Business Angels, die innovativen Female Startups mit Kapital und unternehmerischem Know-how unter die Arme greifen“, erläutert Dr. Ute Günther, Vorstand Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND), „aber sie sind viel zu wenige.“

Top-Ten: Franchise Management Award 2020

Die Würfel sind gefallen: Die Liste der Nominierten für den Franchise Management Award 2020 steht. Mehrere hundert Franchise-Partner haben ihren Kandidaten vorgeschlagen. Die Redaktion unseres Schwestermagazin  Franchising.mag und franchising-network.de hat die Liste der zehn mit den meisten Stimmen vorgeschlagenen Manager an die Jury weitergeleitet. Die fünfköpfige Fachjury besteht aus ausgewiesenen Franchise-Experten aus Gebern, Institutionen und Consulting und der Chefredaktion.

In den letzten Tagen wurden die einzelnen Award-Kandidaten und die Mitglieder der Jury präsentiert. Die Entscheidung fällt dann im Januar mit der Prämierung der drei Gewinner.

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Zur Bewertung: Die Aufgaben im Franchise-Management sind vielseitig: Top-Manager führen sowohl im Operativen als auch im Strategischen die Franchise-Partner, entwickeln neue Angebote und Konzepte und sind verantwortlich für Betriebswirtschaft, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Qualitäts- und Produktmanagement und für den Vertrieb. Die Exzellenz ihrer Leistungen im Tagesgeschäft 2020 steht im Fokus des Votums der Juroren.

Um die Leistungen dieser Berufsgruppe zu würdigen, vergeben Franchising.mag und franchising-network.de den Franchise-Management-Award 2020.

Bis zum Jahresende prüft die Fachjury die eingegangenen Vorschläge und wählt aus der Top-Ten der Nominierten in einem Ranking die Top-Drei und den Sieger des Franchise-Management-Award 2020. Im Januar 2021 werden die Sieger dann präsentiert offiziell geehrt. Gleichzeitig werden alle Nominierten Mitglied im exklusiven Franchise-Management-Award-Club.

Angel Investments in Marketing-Startups

Frauen sind in der Startup-Szene noch immer eher die Ausnahme. hannoverimpuls will das ändern und lenkt den Blick auf die Rolle von Wagniskapital-Geberinnen. In einer Online-Veranstaltung konnten sich interessierte Frauen Einblick verschaffen, welche Chancen und Effekte – neben der möglichen Rendite – ihr mögliches Invest als Business Angel in Female Startups für die gesamte Wirtschaft bereithält.

Männer investieren immer noch eher in männliche Gründungsteams, die Ursachen sind divers, aber wirtschaftliche Gründe lassen sich für die Bevorzugung nicht festmachen. Sollten Gründerinnen also einfach auf weibliche Angel Investments setzen, um an die nach der Gründung besonders wichtige Finanzierungsquelle für ihr Unternehmen zu kommen? Da können die Teams bisher lange suchen. Es gibt in Deutschland kaum Frauen, die privates Kapital in Startups investieren. Der Anteil von Partnerinnen in deutschen Wagniskapital-Firmen (VC) liegt bei nur vier Prozent, wie etwa die Boston Consulting Group (BCG) ermittelt hat. Auch die Studie #femalestartupsnds von Gründerinnen-Consult, die vom Niedersächsischen Sozialministerium, vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium und mit EU-Mitteln finanziert wurde, kam nach der Befragung von 30 Startup-Unternehmerinnen aus Niedersachsen zu einem Ungleichgewicht der Geschlechter bei Finanzierungen.

„Wer das Startup-Ökosystem diverser und gerechter gestalten will, muss Investorinnen fördern. Denn sie sind der entscheidende Schlüssel, um Gründerinnen zu mehr Kapital zu verhelfen und ihre Anzahl zu erhöhen“, sagt Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls. Deshalb hat hannoverimpuls erstmals eine Veranstaltung für Investorinnen mit Expert*innen auf die Beine gestellt.

„Es gibt sie, die weiblichen Business Angels, die innovativen Startups mit Kapital und unternehmerischem Know-how unter die Arme greifen“, erläutert Dr. Ute Günther, Vorstand Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND), „aber sie sind viel zu wenige.“ BAND sieht den Anteil bei etwa sieben Prozent der rund 10.000 deutschen Geschäftsengel. Um das zu durchbrechen, sprach sie auf Einladung von hannoverimpuls in einer Online-Veranstaltung darüber, was Investitionen in Startups ausmacht und welche Chancen und Risiken es gibt – und wie man aussichtsreiche Startups auswählt. Denn, so ihre Analyse: „Aufgrund des skizzierten ,Gender Bias‘ gibt es aktuell noch ein enormes Potenzial an guten Geschäftsideen und ambitionierten Gründerinnen!“

So ist es beispielsweise bezeichnend, dass innovative Gründungsprojekte von Frauen, zu denen auch Femtech-Dienste gehören wie Apps zur Schwangerschaftsbegleitung oder Zykluskontrolle, die für die Hälfte der Weltbevölkerung relevant wären, nur aus zwei Prozent des Kapitals gespeist werden sollen. Das ist der geschätzte Anteil an globalem VC-Volumen, der an Gründerinnen geht. Mit Blick auf technische Innovationen profitiert auch der Gesundheitssektor von gut ausgebildeten Gründerinnen mit entsprechendem Know-how. Das Potenzial will hannoverimpuls mit seinem kürzlich gestarteten Projekt „Female Health Incubator“ steigern. Hier werden Frauen-Gründungen dabei unterstützt, Geschäftsmodelle zu realisieren, die die weibliche Gesundheit im Fokus haben. Der Schwerpunkt liegt auf „Femtech“ und „Digital Health“.

Daten belegen, es lohnt sich, in weibliche Gründungsteams zu investieren. Sie erreichen bessere Umsätze und sind im Schnitt erfolgreicher als rein männliche Teams: Für jeden in sie investierten VC-Dollar erwirtschaften Female Founders 78 Cent Umsatz, Männer dagegen nur 31 Cent – so das Ergebnis einer Studie der Boston Consulting Group. „Frauen verbinden mit ihrer Geschäftsidee häufig ein höheres Ziel, indem sie ein medizinisches, gesellschaftliches, soziales oder ökologisches Problem lösen oder zumindest minimieren wollen. Hier spielt nicht nur der wirtschaftliche Erfolg eine Rolle, sondern das Engagement für eine bessere Zukunft“, beschreibt es Viktoria Vorwachs, die die hannoversche Studie #femalestartupsnds bei Gründerinnen-Consult betreut hat.

Nach praktischen Einblicken in die Investments von Angel-Investorin Juliane Schiefer und Vorstellung von Netzwerken und Institutionen, die Zugang zu Startups ermöglichen und Investments begleiten, hatten die angehenden Investorinnen noch viel Gelegenheit zu individuellen Gesprächen mit den Expert*innen. Eine rundum gelungene Auftaktveranstaltung, die unbedingt Wiederholung finden soll: „Wird Female Entrepreneurship gefördert, profitieren nicht nur die Frauen selbst, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft“, bringt Veranstalterin Doris Petersen das Fazit anschaulich auf den Punkt.

Gründerinnen-Consult

Angesiedelt bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls, unterstützt und berät das EU-geförderte Projekt Frauen im Gründungsprozess. Ein Fokus liegt dabei auf Startup-Gründerinnen. Um im niedersächsischen Startup-Ökosystem ein besseres Gründungsklima zu schaffen, hat Gründerinnen-Consult unter anderem die Studie #femalestart-upsnds durchgeführt und Handlungsempfehlungen zur Unterstützung weiblicher Innovationsgründungen entwickelt. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des F.I.F.A.-Landesprogrammes des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung.

Sieger Gründerpreis NRW 2020: oculavis

Gegen fast 120 Bewerber setzten sie sich durch: die oculavis GmbH aus Aachen mit ihren Experten für Augmented-Reality-Technologie bei der Fernwartung, gewinnt den GRÜNDERPREIS NRW 2020. Die WMD Services GmbH aus Dortmund belegt den zweiten Platz, Dritter wird die Grubenhelden GmbH aus Gladbeck. Die drei Sieger teilen sich das Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro. Bereits zum neunten Mal haben das Wirtschafts- und Digitalministerium und die NRW.BANK den Preis für besonders innovative und kreative Geschäftsideen vergeben. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr digital statt.

Die oculavis GmbH aus Aachen kann sich als Sieger über ein Preisgeld von 30.000 Euro freuen. Die Gründer Martin Plutz, Dr. Markus Große Böckmann und Philipp Siebenkotten revolutionieren mit Hilfe von Augmented Reality den Kundendienst im Maschinen- und Anlagenbau. Das Unternehmen setzt auf Remote Support und Augmented Reality und ermöglicht zum Beispiel Fernwartung per Datenbrille. Dabei profitieren die Gründer sogar von der Corona-Pandemie, weil ihre Technologie Vor-Ort-Service und damit Geschäftsreisen überflüssig macht.

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Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Oculavis ist ein Musterbeispiel dafür, wie Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen die Digitalisierung vorantreiben und weltweit mit ihrer Technik erfolgreich sein können. Die Innovationskraft der Gründer aus Aachen zeigt, wie man modernste VR-Lösungen für ganz konkrete Zeit- und Kostenersparnisse in der Anlagenwartung nutzen kann.“

Platz zwei und 20.000 Euro Preisgeld sichert sich die WMD Services GmbH aus Dortmund. Das Kürzel steht für „Wir machen das“ und ist Programm: Die Gründer Jume Lee und Enrico Westrup unterstützen mit ihrem Unternehmen Menschen, die zeitweise auf Haushaltshilfen angewiesen sind, zum Beispiel in der Schwangerschaft, während einer Krankheit oder nach einer Operation. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich von der Beantragung bis zur Auswahl und Vermittlung einer geeigneten Haushaltshilfe.

Jury-Vorsitzende Prof. Dr. Christine Volkmann: „Von digitalen Startups, über Handwerksbetriebe, Industrie, aber auch Sozialunternehmen: Aus allen Bereichen hatten wir wirklich großartige Bewerbungen. WMD Services ist ein großartiges Beispiel, wie eine unternehmerische Idee Erfolg haben und zugleich Menschen in schwierigen Situationen spürbar entlasten kann.“

Ein weiteres Beispiel für die Vielseitigkeit des Wettbewerbs und seiner Bewerbungen ist die Grubenhelden GmbH aus Gladbeck, die sich Platz drei des GRÜNDERPREIS NRW 2020 und damit 10.000 Euro Preisgeld sichert. Das Modelabel ist mit seinen Kreationen längst ein etablierter Begriff im Ruhrgebiet. Der besondere Clou: Die moderne Streetwear beinhaltet unter anderem auch originalen Grubenhemd-Stoff. So steht das Unternehmen für eine respektvolle Erinnerung an die Menschen, die die Region in der Ära des Bergbaus geprägt haben und gleichzeitig für die Modernität des heutigen Schmelztiegels Ruhrgebiet. Dazu passt das klare Bekenntnis des Gründers Matthias Bohm zu Diversität und das Engagement gegen Rechtsradikalismus.

„Als Förderbank für das Land Nordrhein-Westfalen stehen wir gerade in diesen herausfordernden Zeiten als starker Partner an der Seite der Gründerinnen und Gründer Nordrhein-Westfalens“, sagt Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Die Grubenhelden zeigen, dass man sich mit einer in allen Facetten nachhaltigen Unternehmensgründung und einer spannenden Geschichte an einem umkämpften Markt wie der Modebranche erfolgreich durchsetzen kann.“

Die Jury des GRÜNDERPREIS NRW besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der NRW.BANK sowie Existenzgründungs- und Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus Nordrhein-Westfalen, die aus rund 120 Bewerbungen aus allen Landesteilen drei Sieger ausgewählt haben. www.gruendungspreis.nrw

Die Preisverleihung konnte in diesem Jahr leider nicht wie gewohnt im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung vor Ort stattfinden. Stattdessen wurden die Preise in einem digitalen Format verliehen. Den GRÜNDERPREIS NRW 2020 Film finden Sie hier: https://www.startercenter.nrw/de/gewinner-2020

PropTech im Top-100-Club

EverReal ist unter den Top 100 der innovativsten PropTechs Europas im Rahmen des Real Estate Innovation Contest 2020 von BUILTWORLD und PwC und der deutsche Finalist in der Kategorie “Digital Asset Management”. PropTech bezeichnet die digitale Transformation der Immobilienbranche und die einzelnen innovativen Unternehmen dieses Wirtschaftszweigs.

Das von Nessim Djerboua und Liviu Ignat gegründete Münchener Proptech-Startup EverReal wurde im Rahmen des diesjährigen BUILDWORLD Real Estate Innovation Contest unter die Top 100 gewählt. Der junge SaaS-Anbieter schlug sich gegen weitere 400 Bewerber aus ganz Europa und erreichte in der Kategorie “Digital Asset Management” als einziger Kandidat aus Deutschland das Finale.

BUILTWORLD versteht sich als das führende Innovations-Ökosystem der Immobilien- und Baubranche, das Pioniere unter den großen Immobilienunternehmen mit interdisziplinären Experten und jungen Technologieunternehmen zusammenzubringt. In Kooperation mit PwC sucht BUILTWORLD jährlich nach den vielversprechendsten jungen Branchen-Innovatoren und lässt sie ihre digitalen Lösungen vor der hochkarätigen Fachjury, unter anderem vertreten durch Aachener Grund, Commerz Real, Fraunhofer IAO, Helaba, Osborne Clarke, Patrizia, präsentieren.

Transaktionen digitalisieren

„Wir sind stolz darauf, dass EverReal sich beim diesjährigen BUILTWORLD Innovation Contest durchsetzen konnte und ins Finale kam. Unsere Mission ist es, nicht nur alle Immobilien-Transaktionen vollständig zu digitalisieren und somit um 80 Prozent effizienter zu machen. Sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Asset Managern und Partnern wollen wir mit EverReal erstmalig signifikant verbessern. Mit der neuen Funktion ‚Collaboration‘, die wir aktuell in einer Pilotphase testen, können Asset sowie Property Manager künftig in einem Portal und in Echtzeit zusammenarbeiten und die eigene Profitabilität erheblich erhöhen“, erklärt Nessim Djerboua.

EverReal hatte seine innovative Real Estate Transaction & Collaboration Platform am 28. Oktober 2020 in einem Zoom Call live vor der mit Key-Playern der Branche besetzten Jury in der Finalistenrunde präsentiert. Im Fokus stand dabei vor allem die Möglichkeit, mithilfe von EverReal Immobilientransaktionen wie die Vermietung und den Verkauf nahezu vollständig digital abzuwickeln. Dies führt nicht nur zu erheblichen Zeit- und Kostenersparnissen, sondern erschließt zugleich völlig neue Möglichkeiten zur Vereinfachung der Zusammenarbeit mit Partnern wie Asset- und Property-Managern und zur Verfügbarkeit von Daten in Echtzeit.

Jetzt: Franchise-Expo online

Franchising hat in den letzten Monaten Stärke bewiesen, dass in Krisen ein „Gemeinsam“ wichtig ist und so die schwierigsten Zeiten überwunden werden können. Mitten im zweiten Lock down finden Sie von 5. bis 15. November 2020 Geschäftsideen auf der Franchise-Expo Online Edition. Hier trifft sich die Franchise-Welt online – die First-mover der Franchisesysteme aller Branchen und Investmentlevels. Menschen, die eine berufliche Veränderung anstreben, könnten hier fündig werden und den Weg in die Selbständigkeit wagen, mit der Unterstützung einer starken, aufgebauten Marke im Hintergrund – das ist ganz klar der Vorteil von Franchising in Krisenzeiten – man ist selbstständig, aber nie allein.

Online bietet Sicherheit und zeugt von Innovation

Die digitale Messe ermöglicht eine neue Form des Austausches zwischen den Messebesuchern und Ausstellern. Einerseits hat der Besucher einen guten Überblick über die Aussteller und kann mit einer sogenannten „Matchmaking“-Funktion gleich zu ihm passende Franchisesysteme herausfiltern, andererseits sind Videocalls zum Alltag geworden und stellen eine zeitgemäße Weiterentwicklung in der Messelandschaft dar. Im Gegensatz zu physischen Veranstaltungen ermöglicht die Online-Edition unabhängig von Reisewarnungen und Sicherheitsthemen eine Zusammenkunft von jungen und etablierten Franchisemarken, die eines gemeinsam haben: sie suchen nach neuen Partnern und zeichnen sich durch besondere Innovationsfreude aus, bestätigt durch ihr Mitwirken an diesem neuen Format.

Highlights aus dem Programm…

Neben den zahlreichen unterschiedlichen Franchisekonzepten, die sich auf der digitalen Messeplattform präsentieren und direkt über diverse Chatfunktionen kontaktiert werden können, gibt es ein buntes und informatives Vortragsprogramm rund um Franchising. 5. und 6. November sind als Live-Tage ausgelegt, d.h. dass an diesen Tagen ein direkter Austausch stattfinden kann, sowohl mit den Ausstellern, als auch bei Live-Vorträgen und Diskussionen.

Aussteller

Treffen Sie die first-mover unter den Franchisesystemen, wie Backwerk, Bodystreet, Call a Pizza, Leonidas, capito, burgerme, Cleverfit, Ditsch, Dogstyler, einsnulleins, filtafry, fit20, Geberglück, immergrün, KFC, Kensington, Leonidas, Pizza Hut, Storebox, Subway, Tank & Rast, The Park Entertainment, TopTop Donuts,Triumph, Valora, Vom Fass, Wenckstein, YoungGo…..

Besucher können sich über https://fex.online/besucher/tickets registrieren. Ein Ticket kostet € 19,50, mit dem Promocode 6157 ist der Besuch unentgeltlich.

Neuer Gründer-Fonds für Start-ups

Engagement für einen neuen Gründer-Fonds nahm die Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner der Technischen Universität München (TUM) wörtlich, nachdem sie zu Jahresanfang in den Aufsichtsrat des mit der TU liierten Gründerzentrums „UnternehmerTUM“ einzog: Achleitner, die auch bei der Risikokapitalfirma Eventures dabei ist, steckte einiges Geld in den dritten Fonds des von dort gemanagten unabhängigen Ablegers UVC Partners, so das Handelsblatt.

Ein neuer Gründer-Fonds stellt 150 Millionen Euro Kapital bereit. Mit dabei ist neben namhaften Family Offices auch Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner und BMW-Erbin Susanne Klatten.

Gründer-Fonds mit Promis

„Ich sah es als selbstverständlich an, hier zu investieren“, sagt die Wissenschaftlerin und Multi-Aufsichtsrätin. Die Vorläuferfonds UVC I (2011) und UVC II (2017) werden jetzt schon weit in den Schatten gestellt. Sie hatten insgesamt 30 Investments getätigt. Das Geld soll in Objekte im Geschäft für Business-to-Business („B2B“) fließen, und zwar für Industrie 4.0 (Internet of Things), Software und Mobilität. Das Vorzeige-Erfolgsunternehmen der eigenen Aktivitäten ist Flixbus, das zu den deutschen „Unicorns“ mit Milliardenbewertung zählt, aber auch Konux, Twaice oder Fazua sind bekannte Investments.

UVC-Investorin Susanne Klatten ist eine „wichtige Persönlichkeit“, sagt UVC-Manager von Borries: „Ihr finanzielles Engagement bei UVC überzeugt viele Familien-unternehmen. Gerade die Erbengeneration investiert vermehrt in Start-ups – und legt Wert auf den Heimatfaktor.“ Zu den institutionellen Investoren gehören KfW Capital und der Europäische Investitionsfonds (EIF). Die Mischung aus Kapital, Großkunden, Forschung und Talent sind die „perfekte Kombination, um B2B-Unicorns aufzubauen“.

BMW-Erbin Susanne Klatten

Fonds-Investorin: BMW-Erbin Susanne Klatten

Digitalisierung werde in Zukunft vor allem in der Beziehung zwischen Unternehmen ablaufen. Insgesamt sehen die Macher von UVC aber noch einen Riesennachholbedarf bei Venture Capital in Deutschland. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt der Anteil mit 0,13 Prozent auf Niedrigst-Niveau, verglichen mit den USA (0,64 Prozent) und Großbritannien (0,3 Prozent).

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Opitz-Müller & Partner liegen die Münchner in einem Qualitätsindex als Zweiter hinter der Berliner Gruppierung Project A Ventures – vor Global Founders Capital der Samwer-Brüder und dem russischen Spezialisten Target Global. Stolz ist man in Garching darauf, dass beispielsweise die Gründer der Eigenschöpfung Flixbus wie André Schwämmlein selbst in die Generation neuer Start-ups investieren.

Spendierhosen

Business Angels zeigten zuletzt trotz getrübter Stimmung ein großes Interesse an neuen Deals. Hoffentlich kein Strohfeuer.


Das Virus wirkt weiterhin. Die Stimmung unter den Business Angels bleibt aufgrund der Corona-Pandemie auf historisch niedrigem Niveau. Im zweiten Quartal bewerten sie ihre Geschäftslage lediglich mit 4,0 Punkten. Bei den Geschäftsaussichten vergeben sie magere 4,5 Punkte. Das ist zwar minimal besser als im Vorquartal, aber weit entfernt von den üblichen Einschätzungen der Berufsoptimisten (s. Grafik).

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die insgesamt 42 Panelisten erhielten deutlich mehr Businesspläne als zuletzt. Jeder fand im Mittel 43 ausformulierte Geschäftsideen in seinem Postkasten. Diese Zahl wird zwar leicht verfälscht von einem Befragten, der satte 300 Einsendungen erhielt. Im Zuge dieses Aufschwungs stieg auch die Zahl der geführten Beteiligungsgespräche: Jeder Business Angel trat in immerhin gut zwei Vertragsverhandlungen ein.

Besonders erfreulich: Satte 70 % der Befragten überwiesen Geld an junge Unternehmen. Bleibt zu hoffen, dass das frische Kapital nicht alleine an Gründerteams ging, die bereits im Portfolio des Investors waren – als Corona-Nothilfe.

Die Summen, die dabei die Seiten wechselten, waren relativ hoch. Im Durchschnitt machte jeder Befragte 106 000 € locker. Gepusht wurde diese Zahl von einem Power-Angel, der gigantische 1,8 Mio. € in Gründerhände gab.

Himmlische Unterstützung

Größte Hoffnung auf himmlische Unterstützung dürfen sich weiterhin Software-Entwickler machen. Gute Karten haben außerdem Webserviceanbieter, Umwelttechniker und Medizin-techniker. Neu in den Top-5 sind die Bereitsteller von Internetinfrastrukturen. Vermutlich hat das zu tun mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G. Er bildet die technologische Basis für das „Internet der Dinge“.

Erstaunlich ist, wie groß das verfügbare Budget der Business Angels plötzlich ist. Sie gaben an, aktuell erst 56,7 % ihrer für Wagnisfinanzierungen vorgesehenen Mittel investiert zu haben. So viel freies Kapital gab es zuletzt vor sechs Jahren.

Hier bleibt zu hoffen, dass diese Spendierlaune kein Strohfeuer ist. Möglich wäre das. Denn als die aktuelle Panelumfrage endete, waren die Stimmen, die vor einer zweiten Welle warnten, noch bei weitem nicht so laut wie derzeit.

Auch die jüngste Exitbilanz könnte das neu entfachte Investitionsinteresse schnell wieder ersticken: Insgesamt wurden sechs Fälle gemeldet, in denen sich ein Geldgeber von einer Beteiligung verabschiedete. Die Hälfte dieser Trennungen fand auf dem Unternehmensfriedhof statt – das investierte Kapital musste also komplett abgeschrieben werden.

Info: Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND) hat das Ziel, das Business Angels Ecosystem in Deutschland zu fördern und den informellen Beteiligungskapitalmarkt auszubauen. BAND Mitglieder sind Business Angels Zusammenschlüsse, individuelle Angels, sonstige Finanzierungsakteure der Frühphase sowie Experten und Serviceanbietern im Markt. BAND wird unterstützt von öffentlichen und privaten Sponsoren und Förderern. Business Angels sind private Investoren, die mit Kapital und Know-how zum Erfolg von jungen, wachstumsstarken Unternehmen beitragen. Den geschäftsführenden Vorstand von BAND bilden Dr. Ute Günther und Dr. Roland Kirchhof. www.business-angels.de

deGUT: Chancen der Digitalisierung

Pattarina-Gründerin Dr. Nora Baum hält Keynote der deGUT 20 in Berlin. Wie sich uraltes Handwerk und Augmented Reality smart verbinden lassen, erzählt die Schnittmuster-App-Erfinderin am zweiten Messetag.
Die besten Business-Einfälle kommen einem bekanntlich, wenn man selbst ganz persönlich vor Herausforderungen steht, für die der Markt noch keine Lösungen gefunden hat. So erging es auch Nora Baum: Sie hatte als Mutter von zwei Kindern das Nähen wiederentdeckt. Dabei fluchte sie regelmäßig über das mühselige und zeitaufwendige Übertragen von Schnittmustern auf den Stoff. Kann man die Linien nicht einfach draufbeamen?, fragte sie sich. Und so machte sie sich auf der Suche nach einer einfacheren Lösung selbst ans Werk.
Baum hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre in einer Unternehmensberatung gearbeitet und sich in ihrer Promotion mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für das Handwerk befasst. Einen Partner fand sie über die Universität, an der sie promoviert hatte: Markus Uhlig war Doktorand am Lehrstuhl für Softwaresystemtechnik an der Universität Cottbus. Gemeinsam bewarben sie sich erfolgreich für das EXIST-Stipendium, das Existenzgründungen aus der Wissenschaft fördert. 
Während sie zunächst an der Beamer-Idee weiterarbeiteten, kam ihnen über das erste Augmented Reality-Spiel „Pokémon Go“ schließlich die Erleuchtung: Warum nicht auch bei Schnittmustern vom Virtuellen ins Reale kommen? Es folgte ein zirka halbjähriger Test-Zyklus, dann ein Live-Test mit 1.000 Personen – und mehrere Anpassungen später war die App namens „Pattarina“ geboren. Der Start im August 2019 lief gut an, das Ziel, im Laufe des kommenden Jahres schwarze Zahlen zu schreiben, schien realistisch. Dann kam Corona und erwies sich als Segen und Fluch zugleich: Während sich in Zeiten des Social Distancing wieder mehr Menschen an die Nähmaschine setzen, sind Investoren zurückhaltender geworden – insbesondere bei einem Produkt, das sich vielen männlichen Financiers nicht gleich auf den ersten Blick erschließt. 
Nun läuft die Weiterentwicklung des Produktes langsamer, aber dafür umso nachhaltiger. Auch der Ehrgeiz der beiden Geschäftspartner, ihren innovativen Ansatz direkt auf weitere Anwendungen in anderen Branchen zu übertragen, muss für einen Moment warten. Zunächst soll sich Pattarina etablieren – und die Akquise von Unternehmenskunden, den Schnittmusterherstellern, die man für ein attraktives Angebot an die Endverbraucherinnen und -verbraucher braucht, kostet ebenfalls Zeit. Ein Investment, das sich lohnt: Alle Designerinnen und Designer, die sich in dieses neue Terrain wagten, sind seither begeistert dabei. 
Wie kommt man also von der ersten Idee in eine gelungene Umsetzung? Darüber wird Dr. Nora Baum in ihrer Keynote am Samstag, den 10. Oktober, um 14.00 Uhr in der „Aula“ berichten.

Die Deutschen Gründer- und Unternehmertage (deGUT) finden am 9. und 10. Oktober 2020 zum 36. Mal statt. Auf der Messe können sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer rund um Existenzgründung und Unternehmertum informieren und beraten lassen. Veranstaltungsort der größten Gründermesse Deutschlands ist erneut die ARENA Berlin.

Was bringt Social Media wirklich?

Kaum ein Unternehmen kann heute auf Social Media Aktivitäten verzichten. Doch schnell gerät der wirtschaftliche Nutzen aus dem Blick. Firmen sollten den Erfolg ihrer Aktivitäten systematisch messen und steuern.

Facebook, Twitter, Xing: Soziale Netzwerke werden für Unternehmen immer wichtiger. Viele Firmen wollen so Geschäftsbeziehungen pflegen, neue Kunden gewinnen und Leistungen rascher auf den Markt bringen. Doch nur wenige Unternehmen können den geschäftlichen Nutzen ihrer Social Media Maßnahmen beurteilen, registriert der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC). Firmen sollten ihre Aktivitäten mit ausgewählten Kennzahlen auf ihre Wirksamkeit hin kontrollieren. 

„Voraussetzung für die Messbarkeit von Social Media ist eine klare Zieldefinition“, betont Unternehmensberater Jörgen Erichsen, Fachexperte des BVBC für Social Media Controlling. „Mögliche Ziele sind etwa Imageverbesserung, Neukundenakquise oder Personalgewinnung.“ Je nach Ausrichtung und Medium bieten sich verschiedene operative und strategische Messgrößen an. So können operative Kennzahlen wie Verweildauer, Klickrate oder Abbruchquote die Kaufbereitschaft beleuchten. Strategische Faktoren wie Zahl und Qualität der Verlinkungen, Kommentare oder Weiterleitungen geben Hinweise auf den Bekanntheitsgrad und das Markenimage. „Unternehmen sollten sich auf bis zu fünf Kennzahlen pro Kanal konzentrieren und diese regelmäßig prüfen“, rät BVBC-Fachexperte Erichsen. Neulinge nehmen am besten professionelle Hilfe in Anspruch, um die passenden Kennzahlen auszuwählen und einen Stufenplan mit realistischen Zielvorgaben zu entwickeln.  

Gesamtlösung gibt es nicht

Für die Analyse von Kennzahlen stehen vielfältige Tools bereit. Neben den Controlling-Tools führender Plattformen wie Google, Facebook oder Twitter kommen Spezialanwendungen wie Hootsuite, Gridmaster oder Social Bench in Betracht. Eine umfassende Gesamtlösung gibt es nicht. „Es existieren viele Tools mit ganz unterschiedlichen Einsatzschwerpunkten“, so Erichsen. „Ratsam ist eine gründliche Internetrecherche, welche Lösungen sich für die Erfolgsmessung der speziellen Social Media Aktivitäten am besten eignen.“ Vor dem laufenden Betrieb sollten Unternehmen eine Testphase einplanen, um das Produkt auf seine Praxistauglichkeit hin zu testen. Es ist sinnvoll, im Unternehmen einen festen Ansprechpartner für Social Media zu benennen, der alle erforderlichen Schritte koordiniert.  

Ganz wichtig: Die Auswertungen sind nicht isoliert zu betrachten. Unternehmen sollten die Entwicklung der Social Media Aktivitäten mit den Unternehmensdaten der „realen“ Welt verknüpfen und vergleichen können. Obendrein bietet das Nutzerverhalten in sozialen Netzwerken interessante Ansatzpunkte für die Produktentwicklung und Vermarktung. Denn Nutzer geben durch Anklicken, Bewertungen und Empfehlungen ihre Vorlieben preis.

„Social Media Controlling ist nicht nur für Großunternehmen, sondern auch für Mittelständler eine interessante Option“, sagt Markus Kessel, Geschäftsführer des BVBC. „Mit vertretbarem Aufwand lassen sich wichtige Kennzahlen gewinnen, um unternehmerische Entscheidungen vorzubereiten und den Einsatz von Marketingbudgets zu optimieren.“ Denn Controlling-Tools können aufschlussreiche Informationen über die Zielgruppen liefern. So läßt sich etwa ermitteln, welche Region, Altersgruppe oder welches Geschlecht ein besonders großes Produktinteresse hat. Firmen können ihre Vermarktungsaktivitäten effektiver gestalten und genau auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ausrichten. „Richtig eingesetzt, wird Social Media Controlling zu einem zentralen Baustein für den Unternehmenserfolg“, betont BVBC-Geschäftsführer Kessel.

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Über den BVBC
Der BVBC ist die zentrale Interessenvertretung der Bilanzbuchhalter und Controller in Deutschland mit derzeit rund 5.000 Mitgliedern (www.bvbc.de). Der Verband diskutiert auf politischer und wirtschaftlicher Ebene neue Perspektiven im Finanz- und Rechnungswesen sowie Controlling und gestaltet diese maßgeblich mit. Der BVBC fordert die Einführung eines Ausbildungsberufs „Kaufmann/Kauffrau für Rechnungswesen, Finanzen und Controlling“ als Unterbau zum Bilanzbuchhalter. Quelle: Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC), www.bvbc.de

KFW-Gründungsmonitor: Erstmals Anstieg der Gründerzahl

Berlin in Rangliste der Bundesländer auf Platz 1

KfW-Gründungsmonitor: Existenzgründungen steigen 2019 erstmals seit 5 Jahren an – Corona belastet Gründungsjahr 2020

Die Gründungstätigkeit in Deutschland konnte 2019 erstmals seit 5 Jahren wieder anziehen, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt. Die Zahl der Existenzgründungen ist auf 605.000 gestiegen (+58.000). Auch die Gründungsplanungen wurden 2019 mehr. Doch ob sich diese Planungen tatsächlich 2020 in Gründungen niederschlagen, ist angesichts der Corona-Krise fraglich.

„Der Ausblick für das Gründungsjahr 2020 war positiv, doch die Corona-Pandemie belastet. Ich erwarte, dass Gründungspläne unter dem Eindruck der aktuell existenzbedrohenden Lage vieler Selbstständiger teilweise verschoben werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Jedoch werde die Krise auch einen die Gründungstätigkeit antreibenden Effekt haben. „Aufgrund von krisenbedingt zunehmender Erwerbslosigkeit dürfte die Zahl so genannter Notgründungen – also Gründungen, die mangels besserer Erwerbsalternativen erfolgen – steigen.“ Welcher Effekt letztlich überwiegen werde, bleibe abzuwarten.

Plus im Nebenerwerb

Für die steigende Zahl der Gründungen im Jahr 2019 ist ein deutliches Plus bei Nebenerwerbsgründungen ursächlich. Sie legten um 85.000 auf 377.000 zu. Bei den Vollerwerbsgründungen ging es dagegen weiter abwärts auf einen neuen Tiefpunkt von 228.000 (-27.000). Nach vier Jahren mit einer sinkenden Zahl von Existenzgründungen durch Männer ging es hier 2019 mit 390.000 (+59.000) wieder aufwärts. Die Zahl der Gründerinnen stagnierte dagegen und blieb mit 215.000 (-1.000) auf Vorjahresniveau. Der Anteil von Gründungen durch Frauen an allen Gründungen ging somit auf 36 % zurück (2018: 40 %).

Blickt man tiefer in die Struktur der Gründungstätigkeit, so zeigen sich positive Trends: Innovative Gründungen und Wachstumsgründungen legten geringfügig zu (von 11 % auf 13 % aller Gründungen und von 24 % auf 25 %). Eine deutliche Zunahme gibt es bei internetbasierten und digitalen Gründungen (von 25 % auf 32 % und von 22 % auf 28 %). „Der Trend zu mehr innovativen, digitalen und internetbasierten Gründungen ist positiv, denn sie kreieren neue Märkte, treiben den strukturellen Wandel voran und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib.

Berlin ist Spitze

In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern bleibt Berlin souverän an der Spitze. Dort haben im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 198 Personen eine selbstständige Tätigkeit begonnen. Brandenburg tauscht mit Hamburg den Platz und liegt erstmals an zweiter Stelle (155 Existenzgründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen). Es ist zu vermuten, dass die überdurchschnittliche Gründungstätigkeit in Berlin in dessen Peripherie ausstrahlt, weil Gründerinnen und Gründer ihre Stand- oder Wohnorte beispielsweise kostenbedingt in den „Speckgürtel“ verlagern. Davon profitiert Brandenburg direkt. Hamburg kann mit 122 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige knapp Platz 3 vor Bayern mit 121 Gründungen behaupten.

Zur Datengrundlage:
Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative, seit dem Jahr 2000 jährlich durchgeführte, telefonische Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Er basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Gründer werden dabei breit erfasst: Ob im Voll- oder Nebenerwerb, ob Freiberufler oder Gewerbetreibender, ob Neugründung oder Übernahme. Der KfW-Gründungsmonitor liefert damit ein umfassendes Bild der Gründungstätigkeit in Deutschland.

Wachstum trotz Corona

Auch im Jahr 2020, das von den Herausforderungen der Corona-Pandemie geprägt war, haben sich die Geschäfte der DATEV eG positiv entwickelt. Der Umsatz stieg um 5,1 Prozent auf 1,156 Milliarden Euro. In absoluten Zahlen ist das ein Plus von 55,8 Millionen Euro.

Zu diesem Wachstum haben fast alle Geschäftsbereiche beigetragen. Die zunehmende Digitalisierung von Geschäftsprozessen und mobiles Arbeiten führten dazu, dass die cloudbezogenen Lösungen und Dienstleistungen die stärksten Treiber waren: Über alle Produktgruppen hinweg gesehen wuchs der Umsatz mit diesen Angeboten im Vergleich zum Vorjahr um 19,8 Prozent. Sie umfassen neben den Cloud-Anwendungen DATEV Unternehmen online und DATEV Arbeitnehmer online vor allem Rechenzentrumsleistungen in den Bereichen Rechnungswesen, Steuern und Lohn und beinhalten Dienste wie revisionssichere Archivierung und geschützte Datenübermittlung, etwa an Finanzbehörden.

Allein die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer von Unternehmen online (eine Anwendung für die digitale Zusammenarbeit zwischen Kanzlei und Unternehmen) lag zum Bilanzstichtag bei 270.000 – eine Steigerung um mehr als 60.000 im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der Unternehmen, die über die Anwendung zumindest Belege digital mit ihren Steuerberatern austauschen, stieg um weitere fast 170.000 auf 615.000.

Wir brauchen den digitalen Fortschritt, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen“

„Vor allem mit unseren cloudbasierten Lösungen und Dienstleistungen konnten wir unseren Mitgliedern und deren Mandantinnen und Mandanten bestmöglich helfen, durch das von Corona geprägte Jahr zu kommen“, so DATEV-CEO Dr. Robert Mayr. „2020 ist noch einmal deutlich geworden, wie wichtig die Digitalisierung betriebswirtschaftlicher Prozesse ist – und dass wir alle den digitalen Fortschritt brauchen, um gestärkt aus der aktuellen Krise hervorzugehen.“

Von allen Produktgruppen ist das Rechnungswesen absolut erneut am stärksten gewachsen. Mit einem Plus von 28,9 Millionen Euro (8,1 Prozent) wurde ein wesentlicher Anteil des Gesamtwachstums allein durch diese Produktgruppe generiert. Insgesamt erzielte sie einen Umsatz von 386,3 Millionen Euro.

Im Bereich Personalwirtschaft machte sich dagegen der Konjunktureinbruch durch die Corona-Krise bemerkbar: Während die Zahl der Lohn- und Gehaltsabrechnungen, die mit DATEV-Software erstellt werden, in den ersten Monaten des Jahres noch stieg, ging sie ab dem Zeitpunkt des ersten Lockdowns zurück. Übers gesamte Jahr wurden 157 Millionen Löhne und Gehälter mit DATEV-Programmen abgerechnet und damit knapp drei Millionen weniger als 2019.

Am stärksten war jedoch das Geschäft mit Beratung und Schulung von den Einschränkungen durch die Pandemie betroffen: Die meisten Präsenzseminare und Vor-Ort-Beratungen konnten nicht stattfinden. Der Umsatz in diesem Bereich ging um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Ein schneller Umstieg auf Online-Formate konnte hier einem noch stärkeren Rückgang entgegenwirken.

55.500 neue Kundinnen und Kunden gewonnen

Erfreulich ist die Entwicklung der Kundenzahl: So konnte DATEV 55.500 Neukundinnen und -kunden gewinnen; die Gesamtzahl lag zum 31. Dezember 2020 bei 405.500. Ende 2020 hatte DATEV insgesamt 8.125 Mitarbeitende, netto 198 mehr als ein Jahr zuvor. Vor allem in den Bereichen Produktentwicklung und Service baute der IT-Dienstleister Personal auf. Darüber hinaus wurden crossfunktionale Teams weiter ausgebaut, die dem gesamten Haus zur Verfügung stehen, um schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können. 

Datev - Wachstum trotz Corona

Das Betriebsergebnis lag 2020 bei 71,6 Millionen Euro und damit um 11 Millionen höher als im Geschäftsjahr 2019. Die Genossenschaftsmitglieder – Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte – erhalten in Form einer genossenschaftlichen Rückvergütung insgesamt 47,1 Millionen Euro (im Vorjahr 45,4 Millionen). Die Rückvergütungsquote bleibt mit 5,0 Prozent des rückvergütungsfähigen Jahresumsatzes im Vergleich zum Vorjahr konstant. Ausgezahlt wird die Rückvergütung nach der Feststellung des Jahresabschlusses durch die ordentliche Vertreterversammlung am 25. Juni 2021.