Spendierhosen

Business Angels Panel 2020
Business Angels Panel 2020

Business Angels zeigten zuletzt trotz getrübter Stimmung ein großes Interesse an neuen Deals. Hoffentlich kein Strohfeuer.


Das Virus wirkt weiterhin. Die Stimmung unter den Business Angels bleibt aufgrund der Corona-Pandemie auf historisch niedrigem Niveau. Im zweiten Quartal bewerten sie ihre Geschäftslage lediglich mit 4,0 Punkten. Bei den Geschäftsaussichten vergeben sie magere 4,5 Punkte. Das ist zwar minimal besser als im Vorquartal, aber weit entfernt von den üblichen Einschätzungen der Berufsoptimisten (s. Grafik).

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Die insgesamt 42 Panelisten erhielten deutlich mehr Businesspläne als zuletzt. Jeder fand im Mittel 43 ausformulierte Geschäftsideen in seinem Postkasten. Diese Zahl wird zwar leicht verfälscht von einem Befragten, der satte 300 Einsendungen erhielt. Im Zuge dieses Aufschwungs stieg auch die Zahl der geführten Beteiligungsgespräche: Jeder Business Angel trat in immerhin gut zwei Vertragsverhandlungen ein.

Besonders erfreulich: Satte 70 % der Befragten überwiesen Geld an junge Unternehmen. Bleibt zu hoffen, dass das frische Kapital nicht alleine an Gründerteams ging, die bereits im Portfolio des Investors waren – als Corona-Nothilfe.

Die Summen, die dabei die Seiten wechselten, waren relativ hoch. Im Durchschnitt machte jeder Befragte 106 000 € locker. Gepusht wurde diese Zahl von einem Power-Angel, der gigantische 1,8 Mio. € in Gründerhände gab.

Himmlische Unterstützung

Größte Hoffnung auf himmlische Unterstützung dürfen sich weiterhin Software-Entwickler machen. Gute Karten haben außerdem Webserviceanbieter, Umwelttechniker und Medizin-techniker. Neu in den Top-5 sind die Bereitsteller von Internetinfrastrukturen. Vermutlich hat das zu tun mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G. Er bildet die technologische Basis für das „Internet der Dinge“.

Erstaunlich ist, wie groß das verfügbare Budget der Business Angels plötzlich ist. Sie gaben an, aktuell erst 56,7 % ihrer für Wagnisfinanzierungen vorgesehenen Mittel investiert zu haben. So viel freies Kapital gab es zuletzt vor sechs Jahren.

Hier bleibt zu hoffen, dass diese Spendierlaune kein Strohfeuer ist. Möglich wäre das. Denn als die aktuelle Panelumfrage endete, waren die Stimmen, die vor einer zweiten Welle warnten, noch bei weitem nicht so laut wie derzeit.

Auch die jüngste Exitbilanz könnte das neu entfachte Investitionsinteresse schnell wieder ersticken: Insgesamt wurden sechs Fälle gemeldet, in denen sich ein Geldgeber von einer Beteiligung verabschiedete. Die Hälfte dieser Trennungen fand auf dem Unternehmensfriedhof statt – das investierte Kapital musste also komplett abgeschrieben werden.

Info: Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND) hat das Ziel, das Business Angels Ecosystem in Deutschland zu fördern und den informellen Beteiligungskapitalmarkt auszubauen. BAND Mitglieder sind Business Angels Zusammenschlüsse, individuelle Angels, sonstige Finanzierungsakteure der Frühphase sowie Experten und Serviceanbietern im Markt. BAND wird unterstützt von öffentlichen und privaten Sponsoren und Förderern. Business Angels sind private Investoren, die mit Kapital und Know-how zum Erfolg von jungen, wachstumsstarken Unternehmen beitragen. Den geschäftsführenden Vorstand von BAND bilden Dr. Ute Günther und Dr. Roland Kirchhof. www.business-angels.de

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