Die Bundesregierung hat eine neue Start-up-Strategie beschlossen, mit der Deutschland als Innovationsstandort gestärkt und junge Wachstumsunternehmen gezielt in ihrer Expansionsphase unterstützt werden sollen. Erstmals rücken dabei auch Unternehmen aus den Bereichen Sicherheit und Verteidigung stärker in den Fokus der staatlichen Förderung, so berichtet „Die Welt“ und die „Tagesschau“.
Ein zentrales Ziel der Strategie sei es, vielversprechende Start-ups in Deutschland zu halten und deren Abwanderung ins Ausland zu verhindern. Dafür soll insbesondere der Zugang zu Wachstumskapital verbessert werden – ein Bereich, der bislang als einer der größten Wettbewerbsnachteile des deutschen Start-up-Ökosystems gilt. „Wichtiger Schritt. Jetzt muss aus dem Papier schnell Realität werden“, sagt Prof. Dr. Helmut Schönenberger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Startup-Verbandes.
Flexibilisierung des Kündigungsschutzes
Darüber hinaus begrüßt der Startup-Verband die angekündigte Flexibilisierung des Kündigungsschutzes für Spitzenkräfte ab 1.1.2027 und das klare Bekenntnis der Bundesregierung zur “EU Inc.”, mit dem Ziel einer Einigung noch in diesem Jahr. Die Strategie kann der aktuellen Gründungsdynamik Rückenwind geben: Im ersten Halbjahr 2026 wurden über 3.000 Startups gegründet – 52 Prozent mehr als im Vorhalbjahr, mehr als im gesamten Jahr 2024. Dafür ist eine zügige Umsetzung erforderlich.
Deutschlandfonds soll bis zu 130 Milliarden Euro mobilisieren
Kernstück der Strategie ist der weitere Ausbau des Deutschlandfonds. Mithilfe staatlicher Garantien sollen private Investitionen angestoßen und langfristig bis zu 130 Milliarden Euro für Zukunfts- und Infrastrukturprojekte mobilisiert werden. Gleichzeitig plant die Bundesregierung, institutionellen Investoren wie Rentenfonds und Stiftungen den Einstieg in Venture-Capital-Investitionen zu erleichtern.
Weniger Bürokratie für Gründer
Neben besseren Finanzierungsmöglichkeiten setzt die Bundesregierung auf den Abbau bürokratischer Hürden. Das Programm „Schneller Gründen“ soll Verwaltungsprozesse vollständig digitalisieren und Unternehmensgründungen deutlich beschleunigen. Darüber hinaus wird auf europäischer Ebene eine einheitliche Rechtsform für Start-ups angestrebt, um grenzüberschreitende Expansionen einfacher zu machen.
Finanzierung bleibt Herausforderung
Die neue Strategie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der deutsche Venture-Capital-Markt ein gemischtes Bild zeigt. Zwar ist das investierte Kapital zuletzt gestiegen, gleichzeitig nimmt jedoch die Zahl der Finanzierungsrunden ab. Investoren konzentrieren sich zunehmend auf größere Finanzierungsrunden und etablierte Wachstumsunternehmen, während junge Start-ups den Zugang zu Kapital häufig als schwierig empfinden.
Signal für den Innovationsstandort Deutschland
Mit der neuen Startup- und Scaleup-Strategie will die Bundesregierung den Innovationsstandort Deutschland langfristig stärken und international wettbewerbsfähiger machen. Neben besseren Finanzierungsbedingungen sollen digitale Verwaltungsprozesse, europäische Harmonisierung und neue Investitionsanreize dazu beitragen, dass mehr innovative Unternehmen in Deutschland gegründet werden und ihre Wachstumsphase erfolgreich im Inland absolvieren.