WIN-Initiative: Bundesregierung will 25 Milliarden Euro Wachstumskapital mobilisieren

Zwei Jahre nach dem Start geht die WIN-Initiative in die nächste Phase. Bundesregierung und KfW wollen das Volumen für Wachstumskapital mehr als verdoppeln – von bislang zwölf auf 25 Milliarden Euro. Im Fokus stehen zusätzliche private Investitionen in Start-ups und Scale-ups.

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „Mit der WIN-Initiative haben wir gemeinsam einen wichtigen Schritt getan, um das deutsche Venture-Capital-Ökosystem zu stärken.“ Die deutsche Start-up-Finanzierung soll einen deutlichen Schub bekommen. Zum zweiten Jahrestag der WIN-Initiative (Wachstums- und Innovationskapital für Deutschland) haben Bundesregierung und KfW eine neue Phase angekündigt. Ziel sind 25 Milliarden Euro an Investitionen in das Venture-Capital-Ökosystem – 13 Milliarden Euro mehr als bislang vorgesehen.

2,64 Milliarden Euro bereits investiert

Seit dem Start am 17. September 2024 wurden bis Ende 2025 bereits 2,64 Milliarden Euro im Markt investiert. Das Kapital floss unter anderem direkt in junge Unternehmen sowie über Venture-Capital-Fonds und Dachfonds. Auch Venture Debt gehört zu den eingesetzten Finanzierungsinstrumenten.

61 Prozent des bisher mobilisierten Kapitals entfielen auf Deutschland. Rund 67 Prozent flossen in Unternehmen in fortgeschrittenen Wachstumsphasen, zehn Prozent in Start-ups und 18 Prozent in Seed-Finanzierungen.

Neue Investoren sollen hinzukommen

Für die nächste Phase sollen weitere private Kapitalgeber gewonnen werden. Angesprochen werden unter anderem Family Offices, Stiftungen, Versicherungen, Pensionskassen und Venture-Capital-Investoren aus Unternehmen. Bundesregierung und KfW wollen dafür die Rahmenbedingungen, die Marktinfrastruktur und die Vernetzung zwischen Kapitalgebern und Unternehmen weiter verbessern.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche kündigte dazu Gespräche mit privaten Investoren, Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und Family Offices an. Von den ursprünglich zehn vereinbarten Maßnahmen der WIN-Initiative waren Ende 2025 bereits sechs umgesetzt.

Mehr Kapital für die Wachstumsphase

Für Gründer ist insbesondere der Fokus auf Scale-ups und Wachstumsfinanzierungen relevant. Denn die Finanzierungslücke entsteht häufig nicht bei der Gründung, sondern beim Übergang von einem erfolgreichen Start-up zu einem international wachsenden Unternehmen.

Die WIN-Initiative soll deshalb dazu beitragen, dass innovative Unternehmen nicht nur gegründet werden, sondern auch Zugang zu größeren Finanzierungsrunden erhalten und in Deutschland weiter wachsen können.

Für das Jahresende 2026 wird der nächste WIN-Report im kommenden Jahr veröffentlicht.

Weitere Infos: WIN-Initiative

Messeauftritt für Start-ups: Eventlogistik richtig planen

Standdesign, Pitch und Marketingmaterial stehen bei Start-ups vor einem Messeauftritt meist ganz oben auf der Agenda. Die technische Logistik wird dagegen häufig erst kurz vor dem Event geplant. Gerade bei kühlpflichtigen Produkten kann das teuer werden.

Ein Messeauftritt soll Aufmerksamkeit erzeugen und neue Kunden gewinnen. Doch damit die Produktpräsentation funktioniert, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Das gilt besonders für Start-ups, die Lebensmittel, Getränke, Proben oder andere temperaturempfindliche Produkte auf Messen und Roadshows präsentieren. Kühlketten, Mieten und Logistik gehören zu den kritischen Faktoren.

Ein professioneller Messeauftritt endet nicht beim Standdesign. Wer die Eventlogistik frühzeitig plant, reduziert Ausfallrisiken, schützt die Produktqualität und kann die Kosten besser kalkulieren. Gerade für Start-ups gilt deshalb: Logistik ist kein Nebenthema, sondern Teil der Kundengewinnung. hier

Outsourcing für Gründer: Wann sich das Auslagern von Aufgaben lohnt

Am Anfang machen Gründerinnen und Gründer meist alles selbst. Doch mit wachsendem Unternehmen wird Verwaltung schnell zum Zeitfresser. Auslagern kann helfen, Prozesse professioneller zu organisieren und den Fokus wieder auf das Kerngeschäft zu legen.

Rechnungen, Buchhaltung, Lohnabrechnung, IT oder rechtliche Fragen: Was in der Gründungsphase noch nebenbei erledigt wird, kann mit steigender Mitarbeiterzahl und wachsendem Umsatz zur Belastung werden. Wer administrative Aufgaben zu lange selbst übernimmt, riskiert Fehler, verpasste Fristen und weniger Zeit für Kunden, Vertrieb und Produktentwicklung.

Lohnabrechnung als klassischer Outsourcing-Bereich

Besonders die Lohnabrechnung bietet sich für eine Auslagerung an. Steuer- und Sozialversicherungsvorschriften ändern sich regelmäßig, gleichzeitig können Fehler bei Gehältern oder Abgaben teuer werden. Spezialisierte Dienstleister verfügen über das notwendige Fachwissen und standardisierte Prozesse.

Auch bei wachsenden oder internationalen Teams kann externe Unterstützung sinnvoll sein, wenn unterschiedliche Beschäftigungsmodelle und gesetzliche Vorgaben berücksichtigt werden müssen.

Welche Aufgaben lassen sich auslagern?

Neben Payroll kommen für Start-ups und junge Unternehmen unter anderem infrage:

  • Buchhaltung und Steuererklärungen
  • IT-Support
  • Vertragsprüfung und rechtliche Beratung
  • Personaladministration
  • weitere standardisierbare Verwaltungsprozesse

Die entscheidende Frage lautet: Gehört die Aufgabe zum Kerngeschäft oder schafft sie einen Wettbewerbsvorteil? Wenn nicht, kann Outsourcing eine interessante Alternative zum Aufbau eigener Strukturen sein.

Kosten gegen Zeitgewinn abwägen

Outsourcing kostet Geld – doch interne Arbeitszeit und Fehler verursachen ebenfalls Kosten. Gründer sollten deshalb nicht nur die Rechnung des Dienstleisters betrachten, sondern auch den tatsächlichen internen Aufwand.

Wichtig bleibt außerdem die Kontrolle: Klare Zuständigkeiten, feste Ansprechpartner und regelmäßige Abstimmungen verhindern, dass ausgelagerte Prozesse zum „Black Box“-Problem werden.

Unser Tipp: Nicht gleich sämtliche Verwaltungsaufgaben auslagern. Sinnvoller ist es, zunächst einen Bereich – beispielsweise die Lohnabrechnung – testweise an einen externen Spezialisten zu übertragen und die Zusammenarbeit anschließend zu bewerten. Wenn Verwaltung immer mehr Zeit frisst, Fehler zunehmen oder das Team schneller wächst als die internen Prozesse, ist das ein klares Signal: Outsourcing kann Wachstum erleichtern. Gründer gewinnen dadurch Zeit für das, was wirklich zählt – Kunden, Produkt und die Weiterentwicklung des Unternehmens. mehr

Erste Kunden gewinnen: Warum Sichtbarkeit für Gründer entscheidend ist

Die größte Herausforderung vieler Gründer ist nicht die Geschäftsidee – sondern der erste zahlende Kunde. Wer erfolgreich am Markt starten möchte, braucht eine klare Strategie zur Kundengewinnung und sollte frühzeitig in Sichtbarkeit und Vertrauen investieren.

Experten empfehlen, zunächst die Zielgruppe genau zu definieren und anschließend die passenden Marketingkanäle auszuwählen. Neben Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social Media und Content-Marketing spielen auch Medienpräsenz und professionelle Advertorials eine immer wichtigere Rolle. Sie sorgen dafür, dass potenzielle Kunden ein Unternehmen bereits kennen, bevor sie aktiv nach einer Lösung suchen.

Besonders für Start-ups gilt: Vertrauen ist oft der entscheidende Faktor. Referenzen, Fachbeiträge und Veröffentlichungen in etablierten Medien können die Kaufentscheidung positiv beeinflussen und die Neukundengewinnung deutlich erleichtern. Gleichzeitig sollten Gründer ihre Maßnahmen kontinuierlich analysieren und auf die Kanäle setzen, die tatsächlich qualifizierte Leads liefern.

Mehr Tipps und Strategien zur erfolgreichen Kundengewinnung gibt es hier: Erste Kunden gewinnen – So funktioniert erfolgreiche Kundengewinnung für Gründer

Werbung oder PR? Warum Gründer beides brauchen – und wann welcher Weg der richtige ist

Ein innovatives Produkt oder eine geniale Geschäftsidee allein reichen heute nicht mehr aus. Wer mit seinem Startup erfolgreich sein möchte, muss sichtbar werden, Werbung oder PR? Doch viele Gründer stehen vor der gleichen Frage: Sollte das Budget lieber in Werbung oder in PR investiert werden? Die Antwort lautet: Beides hat seine Berechtigung – allerdings mit unterschiedlichen Zielen.

Werbung verkauft – PR schafft Vertrauen

Auf den ersten Blick verfolgen Werbung und Public Relations (PR) dasselbe Ziel: Aufmerksamkeit erzeugen. Tatsächlich unterscheiden sich beide Disziplinen jedoch grundlegend.

Werbung ist eine bezahlte Marketingmaßnahme. Sie soll potenzielle Kunden möglichst schnell zum Kauf oder zur Kontaktaufnahme bewegen. Der Unternehmer entscheidet selbst über Inhalte, Gestaltung und Zeitpunkt der Veröffentlichung.

PR (Public Relations) hingegen konzentriert sich auf den Aufbau von Vertrauen und Reputation. Statt Anzeigen zu schalten, geht es darum, Journalisten, Blogger oder Fachmedien von der eigenen Geschichte zu überzeugen. Erscheint ein Bericht in einer Zeitung oder einem Online-Magazin, wirkt dieser auf viele Leser deutlich glaubwürdiger als eine klassische Werbeanzeige.

Werbung: Schnell Reichweite und neue Kunden gewinnen

Gerade junge Unternehmen benötigen häufig kurzfristig neue Kunden. Hier spielt Werbung ihre Stärken aus. Zu den wichtigsten Instrumenten gehören:

Suchmaschinenmarketing (SEO & SEA)

Wer nach einem Produkt oder einer Dienstleistung sucht, landet meist zuerst bei Google. Mit Google Ads (SEA) können Gründer sofort sichtbar werden. Parallel lohnt sich die Suchmaschinenoptimierung (SEO), damit die eigene Website langfristig ohne Werbekosten gute Platzierungen erreicht.

Social Media Marketing

Instagram, LinkedIn, Facebook oder TikTok ermöglichen eine sehr zielgerichtete Ansprache potenzieller Kunden. Besonders Startups können hier mit kreativen Inhalten, Videos und Community-Aufbau schnell Aufmerksamkeit erzielen.

Klassische Werbung

Je nach Zielgruppe können auch regionale Zeitungsanzeigen, Flyer, Plakate oder lokale Sponsoring-Aktionen sinnvoll sein. Besonders bei regionalen Dienstleistungen funktioniert klassische Werbung häufig besser als viele vermuten.

PR: Die Geschichte hinter dem Unternehmen erzählen

Während Werbung Produkte verkauft, erzählt PR Geschichten. Journalisten interessieren sich selten für reine Werbebotschaften. Spannend wird es, wenn Gründer ihre Motivation, ihre Herausforderungen oder innovative Lösungen präsentieren.

Typische PR-Maßnahmen sind:

  • Pressemitteilungen zur Unternehmensgründung
  • Berichte über neue Produkte oder Finanzierungsrunden
  • Interviews mit den Gründern
  • Expertenbeiträge in Fachmedien
  • Gastartikel und Podcasts

Besonders erfolgreich ist dabei Storytelling. Menschen erinnern sich nicht an Werbeslogans – sondern an Geschichten. Wer erklärt, welches Problem das Startup löst und warum die Idee entstanden ist, bleibt wesentlich länger im Gedächtnis.

Warum Medienberichte so wertvoll sind

Ein Artikel in einer renommierten Wirtschaftszeitung oder einem Fachmagazin besitzt häufig einen deutlich höheren Vertrauensbonus als eine bezahlte Anzeige. Potenzielle Kunden denken:

„Wenn eine unabhängige Redaktion über das Unternehmen berichtet, muss etwas daran sein.“

Genau dieser Vertrauensvorschuss ist einer der größten Vorteile professioneller PR-Arbeit.

Advertorials: Der Mittelweg zwischen Werbung und Redaktion

Nicht jedes Startup schafft es sofort in die Berichterstattung großer Medien. Deshalb setzen viele Gründer auf sogenannte Advertorials.

Dabei handelt es sich um bezahlte Beiträge, die optisch wie redaktionelle Artikel gestaltet sind. Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Geschichte ausführlicher zu erzählen als in einer klassischen Anzeige.

Typische Preise bewegen sich zwischen:

  • 600 bis 1.000 Euro bei kleineren Blogs oder Fachportalen
  • mehreren Tausend Euro bei etablierten Online-Magazinen
  • bis zu rund 19.500 Euro bei großen Leitmedien

Advertorials lassen sich entweder direkt bei Verlagen oder über spezialisierte Content-Marktplätze buchen.

Die Vorteile von Advertorials

Für Startups bieten bezahlte PR-Beiträge einige interessante Möglichkeiten:

  • schnelle Veröffentlichung
  • vollständige Kontrolle über die Botschaft
  • häufig hochwertige Backlinks zur Unternehmenswebsite
  • positive Effekte für die Sichtbarkeit bei Google (SEO)

Gerade junge Unternehmen können so ihre Bekanntheit deutlich schneller steigern als ausschließlich durch klassische Pressearbeit.

Aber Vorsicht: Kennzeichnung ist Pflicht

In Deutschland müssen Advertorials eindeutig als Werbung gekennzeichnet werden. Übliche Hinweise sind beispielsweise:

  • Anzeige
  • Advertorial
  • Bezahlte Kooperation
  • Sponsored Post

Diese Transparenz schützt Leser und sorgt dafür, dass Werbung klar von unabhängiger Berichterstattung getrennt bleibt.

Werbung oder PR – was ist für Gründer sinnvoll?

Die beste Strategie besteht meist nicht darin, sich für eine der beiden Disziplinen zu entscheiden.

Erfolgreiche Startups kombinieren beide Ansätze:

  • Werbung sorgt kurzfristig für Reichweite und neue Kunden.
  • PR baut langfristig Vertrauen, Bekanntheit und Markenimage auf.
  • Advertorials können den Einstieg erleichtern, wenn klassische Pressearbeit noch keine große Resonanz erzielt.

Gerade in der Gründungsphase lohnt es sich, zunächst eine überzeugende Unternehmensgeschichte zu entwickeln und diese mit gezielten Marketingmaßnahmen zu kombinieren. So entsteht nicht nur Aufmerksamkeit – sondern auch Glaubwürdigkeit.

Werbung bringt Sichtbarkeit. PR schafft Vertrauen. Beides zusammen bildet die Grundlage für eine starke Marke. Gründer sollten deshalb nicht ausschließlich auf bezahlte Anzeigen setzen, sondern frühzeitig auch in ihre Öffentlichkeitsarbeit investieren. Eine gute Geschichte, kontinuierliche Medienkontakte und gezielte Marketingkampagnen sorgen gemeinsam dafür, dass aus einem jungen Startup eine bekannte Marke werden kann.