Berliner Workflow-Startup n8n wird zum Unicorn – Bewertung steigt auf 2,5 Milliarden Dollar

Das Berliner Workflow-Startup n8n hat es geschafft: Mit einer Bewertung von rund 2,5 Milliarden US-Dollar steigt das Unternehmen offiziell in den Club der Unicorns auf. Das 2019 gegründete Startup zählt zu den spannendsten europäischen Playern im Bereich Workflow-Automatisierung und KI-Integration – und zeigt, wie stark Berlin als Tech-Standort derzeit aufblüht.

n8n: Vom Open-Source-Projekt zum Milliardenunternehmen

Das Unternehmen n8n GmbH wurde 2019 von Jan Oberhauser in Berlin gegründet.
Die Plattform ermöglicht es Nutzerinnen, Workflows und Prozesse zu automatisieren – ähnlich wie bei Tools wie Zapier oder Make, aber mit einem entscheidenden Unterschied:
n8n setzt auf einen Fair-Code-Ansatz, kombiniert Open-Source-Transparenz mit kommerzieller Flexibilität und erlaubt den Nutzer
innen, ihre Automatisierungen selbst zu hosten oder in der Cloud zu betreiben.

Diese Offenheit hat n8n zu einer der beliebtesten Automatisierungsplattformen weltweit gemacht – mit inzwischen über 230.000 aktiven Nutzern.


Bewertung und Finanzierungsrunde

In einer neuen Finanzierungsrunde sammelte n8n einen dreistelligen Millionenbetrag ein und wurde dabei auf etwa 2,4 bis 2,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Damit steigt das Unternehmen offiziell in den Unicorn-Status auf – also in den Kreis der Startups mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar. Der Jahresumsatz (ARR) liegt laut trendingtopics.eu bereits bei rund 40 Millionen US-Dollar – und wächst rasant. Zu den Investoren zählen Accel, Sequoia, Highland Europe, HV Capital und Nvidia Ventures (NVentures), der Investmentarm des Chipherstellers Nvidia.


Warum n8n so erfolgreich ist

1. Automatisierung trifft KI-Trend

n8n profitiert von der massiven Nachfrage nach Automatisierung und künstlicher Intelligenz.
Unternehmen weltweit suchen Wege, um repetitive Aufgaben zu reduzieren und KI-Modelle direkt in Workflows einzubinden. n8n bietet genau dafür die passende Plattform – flexibel, erweiterbar und datenschutzkonform.

2. Fair-Code statt Closed Source

Der Fair-Code-Ansatz erlaubt es Firmen, eigene n8n-Instanzen aufzubauen, ohne die volle Kontrolle an einen SaaS-Anbieter abzugeben. Das stärkt Vertrauen – vor allem bei europäischen Kunden, die Datenschutz und Compliance priorisieren.

3. Starke Community

n8n hat eine lebendige Open-Source-Community, die ständig neue Integrationen, Plugins und Automatisierungsvorlagen entwickelt. Diese Community-getriebene Entwicklung beschleunigt Innovation und sorgt für hohe Nutzerbindung.


Berlin als Tech-Hotspot

Mit n8n wächst die Liste der Berliner Unicorns weiter – nach Erfolgsgeschichten wie Trade Republic, WeFox oder Forto. Der Aufstieg des Startups zeigt, dass Berlin inzwischen zu Europas führenden Tech-Ökosystemen gehört. Vor allem im Bereich Developer Tools, KI und Automatisierung gilt die Hauptstadt mittlerweile als Magnet für internationale Investoren.


Ausblick: KI, Wachstum und globale Expansion

n8n plant, sein frisches Kapital zu nutzen, um die Integration von KI-Agenten weiter auszubauen und den globalen Vertrieb zu stärken. Ziel ist es, Unternehmen jeder Größe den Zugang zu flexibler Automatisierung zu ermöglichen – unabhängig von Budget oder technischer Infrastruktur.

Mit dem neuen Unicorn-Status dürfte n8n künftig eine noch zentralere Rolle in der europäischen Tech-Landschaft spielen – und vielleicht schon bald zu den weltweit führenden Workflow-Plattformen zählen.

Schnelles Geld im Start-up-Valley Berlin

Das Start-up-Valley Berlin bietet einen großen Fundus an interessanten Gründungen. Faircado ist ein beeindruckendes Förderbeispiel eines erfolgreichen Start-ups , das mit einem KI-basierten Tool fürs Second-Hand-Shoppingrund drei Millionen Euro an Pre-Seed-Finanzierung locker machte. Das GründerMagazin-Special beleuchtet exklusiv die Berliner Förder- Finanz- und Venture-Capital-Szene.

In Berlin, Europas Hauptstadt für kreative Gründungen, stellte ein junges Start-up die Art, wie wir shoppen, auf den Kopf gestellt: Faircado. Die Idee von den Gründern Ali Nezamolmaleki und Evoléna de Wilde d’Estmael klingt simpel – und ist doch revolutionär. Das Unternehmen hat ein KI-basiertes Browser-Plugin entwickelt, das beim Online-Shopping automatisch nachhaltige Second-Hand-Alternativen anzeigt. Wer also ein neues Smartphone, Buch oder Kleidungsstück kaufen möchte, bekommt direkt Vorschläge aus geprüften Second-Hand-Plattformen eingeblendet.

Die Idee für das Secondhand-Plugin hatten das Berliner Gründer-Duo im Jahr 2022. Die Gründer setzen damit auf einen klaren Trend: Nachhaltigkeit trifft digitale Bequemlichkeit. Und der Erfolg gibt ihnen recht. Erst 2024 konnte Faircado nach der Gründungsdförderung eine Pre-Seed-Finanzierung von rund drei Millionen Euro einsammeln – ein wichtiger Schritt, um die Technologie weiter auszubauen und international durchzustarten. Auch das Fin-Tech Forget Finance sammelte jetzt 3,5 Millionen Euro von mehreren Venture-Capital-Fonds aus der Finanz- und Tech-Szene ein (siehe Kasten).

Zwischen Keffeeküche und Pitch-Events

Berlin ist für seine lebendige Start-up-Szene bekannt. Zwischen Co-Working-Spaces, Pitch-Events und Kaffeeküchen entstehen hier Ideen, die internationale Märkte verändern. „Wir wollen den Second-Hand-Markt so einfach und attraktiv machen wie das Kaufen von Neuware“, erklärt Mitgründerin und CEO Evoléna de Wilde d’Estmael: „Dafür braucht es mehr als gute Absichten – es braucht Technologie.“

Faircado bündelt Angebote aus verschiedenen Second-Hand-Plattformen und Online-Shops. Die eigens entwickelte KI sortiert, filtert und empfiehlt Produkte, sodass Nutzer:innen schnell genau das finden, was sie suchen – sei es ein gebrauchtes Smartphone, ein Designerstück oder Möbel.

Besonders spannend: Berlin selbst bot dafür den perfekten Nährboden. Förderprogramme von der IBB Investitionsbank Berlin bis zur KfW und das dichte Netzwerk aus Impact-Investoren, Acceleratoren und Start-up-Hubs halfen dem jungen Team, von der ersten Idee zu einem skalierbaren Geschäftsmodell zu gelangen.

Ein GründungsBONUS in Berlin

So bietet beispielsweise die Investitionsbank Berlin (IBB) für Gründerinnen und Gründer in Berlin verschiedene Förderungen an, darunter zinsgünstige Darlehen und Bürgschaften über die Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg (BBB) sowie Zuschüsse, Wettbewerbe und Beratungsleistungen über ihre Tochtergesellschaft IBB Business Team GmbH. Wichtige Programme sind der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW), der GründungsBONUS und der Coaching BONUS. Dabei ist der GründungsBONUS ist eines der beliebtesten Förderprogramme für Start-ups in Berlin.

GründerMagazin hat exklusiv recherchiert, wie die Berliner Förderung funktioniert:

Wer kann gefördert werden?

  • Start-ups mit Firmensitz in Berlin
  • Jungunternehmen (in der Regel nicht älter als 12 Monate)
  • Innovative Geschäftsidee (z. B. digitale Technologien, nachhaltige Produkte, neue Geschäftsmodelle)
  • Gründer:innen müssen hauptberuflich tätig sein

Förderhöhe

  • bis zu 50.000 € Zuschuss (keine Rückzahlung nötig)
  • Förderquote: bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben
  • GründungsBONUS Plus: für besonders innovative Projekte oder soziale/ökologische Wirkung – hier sind höhere Summen möglich

förderfähige Kosten

  • Personalkosten (eigene Gehälter, Mitarbeiter:innen)
  • Sachkosten (z. B. Miete, Hardware, Software, Marketing, Prototypenbau)
  • Beratungskosten (Coaching, Rechtsberatung, Marketing, Patente usw.)

Der perfekte Nährboden für Gründer

Viele Berliner Start-ups liessen sich entweder über direkte regionale Zuschüsse, Hilfsprogramme wie GründungsBONUS oder EXIST, EFRE-Förderung oder mFUND-Anschub unterstützen. Diese Förderungen ermöglichten:

  • Entwicklung ihrer Produkte bis zur Marktreife
  • Professionalisierung (Marktzugang, Branding, Infrastruktur, Coaching)
  • Folgefinanzierungen (z. B. Seed-Runden, große öffentliche Investitionen)

Heute gilt Faircado als Finanzierungs-Paradebeispiel, wie Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Ein Berliner Start-up, das dank Finanzierung und Förderung nicht nur wachsen will, sondern auch die Konsumkultur in Richtung Kreislaufwirtschaft verändert. (Start-up-Valley Berlin Special im GründerMagazin 06.25)

Parloa: Mit KI-Voicebot zum Unicorn

Das Berliner KI-Start-up Parloa steigt nach einer neuen Finanzierungsrunde zu einem sogenannten Unicorn mit einer Milliarden-Bewertung auf. Parloa entwickelte eine Lösung für die Automatisierung von Kundenkommunikation auf Basis künstlicher Intelligenz.

Nachdem wir über unter anderem schon über DeepL Celonis und Helsing berichteten, ist nun mit dem Berliner KI-Start-up Parloa ein neuer Stern am Unicorn-Himmel aufgegangen, der mit über einer Milliarde Dollar bewertet wird. Das Start-up mit seinen 300 Mitarbeitern an den Standorten Berlin, München und New York hat jetzt in einer Finanzierungsrunde 120 Millionen Dollar eingesammelt.

Die Idee: Künstliche Intelligenz gegen die Warteschleife

Die Ursprungsgeschichte von Parloa-Gründer Malte Kosub und Stefan Ostwald zeigt dabei, wie komplex und doch einfach Innovationen entstehen können. Was Parloa dabei macht, Parloa ist ein Wortspiel aus Parler (französisch für „sprechen“) und Aloha, ist jedoch im Kern verblüffend einfach: Die Plattform nutzt KI, um Kundenservice-Interaktionen zu automatisieren. Statt endloser Warteschleifen und genervter Call-Center-Mitarbeiter setzt das Unternehmen auf intelligente Systeme, die Kundenanliegen verstehen und selbstständig bearbeiten. Der Voicebot erkennt Kontext, geht dynamisch auf den Anrufer ein, damit sich die Callcenter-Mitarbeiter um komplexe Aufgaben kümmern können.

„Bei Parloa nutzen wir Technologie, die genau versteht, was Anrufende möchten und ganz natürlich auf ihre Fragen eingeht. Wenn es sich um wiederkehrende, repetitive Anfragen handelt, z. B. die Frage nach Öffnungszeiten oder dem Versandstatus einer Lieferung, kann die Technologie das direkt automatisch übernehmen“, erklärt Parloa-Gründer Malte Kosub. Weiter: „Wir stehen an der Spitze dieses Wandels und helfen Unternehmen, ihren Kundenservice mit KI zu transformieren.“ (weitere Informationen im aktuellen GründerMagazin 06.25)

500 Millionen-Bewertung für Münchner Drohnenhersteller Stark

„Stark ist ein technologiegetriebenes Verteidigungsunternehmen, das die unbemannten Systeme liefert, die Europa und die NATO jetzt brauchen“, so CEO Andé Schneider. Die Firma wurde Anfang 2024 von Ex-Bundeswehroffizier Florian Seibel gegründet, Mitgründer des Drohnenherstellers Quantum Systems. Quantum Systems gehört seit Kurzem zu Deutschlands sogenannten Einhörnern, den Jungunternehmen, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden.

Während Quantum Systems ausschließlich Aufklärungsdrohnen herstellt, konzentriert sich Stark Defence auf Loitering Munition. Stark ist nach Helsing die zweite Jungfirma aus Deutschland, die in dieses Geschäft einsteigt. Das Englische „loitering“ bedeutet dabei „herumlungern“ und beschreibt Drohnensysteme, die sich vor dem Angriff über einige Zeit unbemerkt im feindlichen Luftraum aufhalten können, aber eben auch wieder zurückgerufen werden. „Wir glauben daran, dass es einen großen und dringlichen Bedarf in den Nato-Staaten und in Europa gibt“, sagt Lockwood, Geschäftsführer für das internationale Geschäft von Stark, dem Handelsblatt.

Das Münchner Start-up Stark Defence hat nur 18 Monate nach der Gründung eine Finanzierungsrunde über 62 Millionen Dollar abgeschlossen und erreicht dabei eine Bewertung von 500 Millionen Dollar. Angeführt wurde die Runde von Sequoia Capital, so berichtet Business-Insider.

Wie KI die Industrie verändert

Künstliche Intelligenz ist das größte Thema der Tech-Branche. Kaum eine andere technologische Errungenschaft verändert sich aktuell schneller. GründerMagazin hat sich die wichtigsten Entwicklungen in Sachen KI angesehen.

Künstliche Intelligenz und ihre Anwendung ist in aller Munde. Der Technologieanbieter Zoho gibt zusammen mit GründerMagazin einen Ausblick auf die neusten Trends und wo traditionelle KI zukünftig zum Einsatz kommen wird. „Ohne Zweifel ist künstliche Intelligenz auch 2024 das Trendthema schlechthin – und wird es absehbar auch weiter bleiben“, betont Sridhar Iyengar, Managing Director von Zoho Europe.

Demokratisierung von KI

Generative KI (GenAI) hat sich binnen kurzer Zeit wie ein Lauffeuer verbreitet und steckt schon in vielen Apps, die wir täglich nutzen. Die Erwartungshaltung der Nutzer wird dafür sorgen, dass es Softwareentwickler schwer haben werden, auf die Implementierung dieser Technologie zu verzichten. Sich von der Konkurrenz abzuheben, wird überdies nicht mehr über die reine Nutzung von GenAI funktionieren. Entscheidend ist die Art und Weise der Implementierung in eigene Anwendungen – je nahtloser und natürlicher es sich für die User anfühlt, desto besser. Schwer werden es Unternehmen haben, deren KI-Implementierung sich wie ein Fremdkörper in ihrer App anfühlt und keine gute User Experience bietet.

Regulierung von KI (AI Act)

Die Beliebtheit und Demokratisierung von generativer KI setzen Regierungen und Aufsichtsbehörden unter Druck. Keiner kann das Potenzial von GenAI in Frage stellen und noch schlechter deren Folgen kontrollieren. Mit dem EU-Gesetz zur künstlichen Intelligenz (AI Act), das Ende letzten Jahres die letzten Hürden genommen hat und voraussichtlich noch im Mai in Kraft tritt, hat die Europäische Union etwas geschafft, was in den Tech-Supermächten USA und China noch nicht gelungen ist. Sie haben eine gesetzliche Grundlage zur Regulierung der Zukunftstechnologie geschaffen. Sie gibt Unternehmen, die KIs entwickeln, genug Freiheiten, um den europäischen Markt gewinnbringend zu nutzen, setzt allerdings Grenzen, die einen unkontrollierbaren Wildwuchs verhindern sollen.

Unternehmen und die KI-Existenzangst

Künstliche Intelligenz hat auch auf die Mitarbeiter in Unternehmen einen großen Einfluss. Bei vielen löst die Zukunftstechnologie und deren mittlerweile bahnbrechenden Fähigkeiten eine gewisse berufliche Existenzangst aus. Manager und Personalverantwortliche stehen daher vor einer relativ neuen Aufgabe: Sie müssen ihren Angestellten die Angst vor der neuen Technologie nehmen und sie dazu befähigen, sie gewinnbringend zu nutzen. Das richtige Mind- und Skill-Set wird nicht nur dafür sorgen, dass Mitarbeitende ihre Arbeit effizienter erledigen, sondern auch die Ressentiments vor den neuen digitalen „Kollegen“ verlieren.

Mehr Nachhaltigkeit durch KI

Ohne Berücksichtigung des Faktors ESG (Environmental, Social und Governance) kommen Unternehmen zukünftig nicht mehr voran. Die Mühlen des kulturellen Wandels mahlen zuweilen langsam, aber die Erwartungen der Verbraucher, der allgemeine Zustand der Welt und ein Wertewandel innerhalb vieler Unternehmen werden zu deutlichen Veränderungen führen. Es ist zu erwarten, dass mehr Vorschriften im ESG-Bereich eingeführt werden, die die Unternehmen insbesondere bei Nachhaltigkeit stärker in die Pflicht nehmen. Verbraucher werden sich eher jenen Unternehmen zuwenden, die nicht nur Standards befolgen, sondern die sprichwörtliche Extrameile gehen, um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Auch hier kann künstliche Intelligenz bislang ungenutztes Potenzial entfalten: Denkbar ist, KI einzusetzen, um durch prädiktive Wartung die Lebensdauer von Geräten und Komponenten zu optimieren oder die Temperatur in Serverräumen optimal zu justieren. Zudem können anhand von Unternehmens- und Produktionsdaten auch Prozesse – etwa in Herstellerbetrieben – deutlich rationalisiert werden und so beispielsweise unnötigen Overhead an Materialverbrauch oder -verschnitt verhindern.

Digitale Zukunft KI

Unternehmen, die jetzt KI-Technologien adaptieren, verschaffen sich nicht nur Effizienzgewinne, sondern sichern sich entscheidende Innovationsvorteile. Die digitale Zukunft wird von denen gestaltet, die KI nicht nur einsetzen – sondern sie verstehen und weiterdenken.

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst nicht mehr nur ein Thema für Tech-Konzerne – sie durchdringt nahezu alle Branchen. Ob KI-gestützte Automatisierung, datenbasierte Entscheidungsprozesse oder die Entwicklung völlig neuer Services: Unternehmen, die heute auf KI setzen, gestalten aktiv die Zukunft. „Die neue Leistungsfähigkeit von KI bedeutet für uns neue Herausforderungen. KI-Fehler waren früher einfach messbar. Unsere KI erkennt jedoch nicht nur Objekte, sondern versteht Kontext, Ursachen und reagiert fast schon kreativ“, so Jonas Andrulis vom Top-Start-up Aleph Alpha aus Heidelberg. Dank seiner jahrelangen unternehmerischen Erfahrung, wie durch die Arbeit an einem der größten KI-Projekte im Silicon Valley, zählt er zu den führenden KI-Experten in Deutschland.

Wie Künstliche Intelligenz Branchen verändert

„Wir erleben gerade einen Paradigmenwechsel“, geht Dr. Lena Hoffmann weiter, Leiterin Innovation bei der FutureTech Group. „KI ist nicht einfach ein weiteres Tool – sie wird zum Herzstück unternehmerischer Entscheidungen.“ Vor allem die Automatisierung standardisierter Prozesse revolutioniert die Arbeitswelt. Routineaufgaben in Buchhaltung, Produktion oder Kundenservice werden zunehmend von intelligenten Systemen übernommen. Marco Schubert, CEO eines mittelständischen Fertigungsunternehmens in NRW, beschreibt die Veränderung so:
„Wo früher fünf Mitarbeitende stundenlang Daten manuell verarbeitet haben, erledigt das heute eine KI in wenigen Minuten. Das gibt unserem Team Zeit für kreative, wertschöpfende Aufgaben.“

Fundiertere Entscheidungen durch KI

Doch KI kann mehr als Prozesse beschleunigen: Sie unterstützt Unternehmen dabei, fundiertere Entscheidungen zu treffen. Durch die Analyse riesiger Datenmengen liefert sie Muster und Prognosen, die Menschen allein nie erkennen könnten. „Mit datenbasierten Erkenntnissen können wir Marktchancen viel früher identifizieren“, erklärt Sarah Yilmaz, Gründerin eines Start-ups für Predictive Analytics. „Das verändert unsere gesamte Unternehmensstrategie.“

Besonders spannend ist die Entwicklung neuer, KI-basierter Services. Von personalisierten Gesundheitsprogrammen über intelligente Finanzberatung bis zu virtuellen Assistenten in der Industrie entstehen Dienstleistungen, die ohne KI nicht denkbar wären. „Wir entwickeln Services, die sich dynamisch an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen – in Echtzeit und mit echtem Mehrwert“, so David Nguyen, Head of AI bei einem führenden Softwareunternehmen.

Als Sarah Yilmaz 2020 ihr erstes KI-Startup gründete, hatte sie nichts außer einer Idee – und eine Vision. Eine Plattform, die Gesundheitsdaten in Echtzeit analysiert und präzise Vorhersagen über individuelle Krankheitsrisiken trifft – das war ihr Traum. Drei Jahre später zählt ihr Unternehmen zu den spannendsten Newcomern der deutschen Tech-Szene.

„Es war verrückt“, erinnert sich Yilmaz. „Anfangs hatten wir keine fertige Software, nur ein Versprechen: dass wir mit KI Gesundheitsvorsorge völlig neu denken können.“ Heute arbeitet ihr Team mit führenden Kliniken zusammen – und zeigt, was möglich ist, wenn man Daten, Technologie und Mut zusammenbringt.

Automatisierung: Mehr als nur Effizienz

Was Sarah Yilmaz geschafft hat, wird in vielen Branchen spürbar: Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln. In der Industrie, im Handel oder im Dienstleistungssektor – KI-gestützte Automatisierung sorgt dafür, dass Prozesse schneller, sicherer und effizienter ablaufen.
„Früher brauchten wir für eine komplette Analyse unserer Produktionsdaten mehrere Tage“, berichtet Marco Schubert, Geschäftsführer eines mittelständischen Maschinenbauunternehmens aus NRW. „Heute dauert es mit KI nur noch wenige Minuten – und die Ergebnisse sind präziser als je zuvor.“ Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, Kosten zu sparen. Es geht darum, Menschen von Routinearbeiten zu entlasten – und ihre Kreativität und Problemlösungskompetenz stärker einzusetzen.

Klarer sehen, besser steuern

Ein weiterer Wandel betrifft die Art, wie Unternehmen Entscheidungen treffen.
Wo früher Bauchgefühl regierte, bestimmen heute datenbasierte Analysen den Kurs.
„Dank KI erkennen wir Trends, bevor sie überhaupt sichtbar werden“, sagt Dr. Lena Hoffmann, Innovationsleiterin der FutureTech Group. „Das verschafft uns einen enormen Wettbewerbsvorteil.“Ob Marktprognosen, Kundenverhalten oder interne Optimierung: Künstliche Intelligenz bietet Erkenntnisse in einer Geschwindigkeit und Genauigkeit, die menschliche Kapazitäten längst übersteigt.

Zukunft gestalten statt reagieren

Doch die vielleicht aufregendste Entwicklung liegt in den völlig neuen Services, die durch KI entstehen. Von virtuellen Assistenten über personalisierte Shopping-Erlebnisse bis hin zu autonomen Finanzberatungen – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. „Unsere KI passt sich in Echtzeit an die Bedürfnisse der Nutzer an“, erklärt David Nguyen, Head of AI bei einem führenden Softwareanbieter. „Das ist nicht einfach Digitalisierung – das ist die Erfindung neuer Geschäftsmodelle.“ Gründer:innen wie Sarah Yilmaz zeigen: Mit Mut, Vision und klugem KI-Einsatz können völlig neue Märkte erschlossen werden.

Der entscheidende Unterschied:Trotz aller Euphorie bleibt ein kritischer Blick auf ethische Fragen wichtig. Datenschutz, Transparenz und Fairness im Einsatz von KI werden zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.„Datenschutz, Fairness und Transparenz sind keine Kür, sondern Pflicht“, betont Hoffmann. „Gerade junge Unternehmen können hier Standards setzen.“ Bei allem Fortschritt darf eines nicht vergessen werden: Künstliche Intelligenz muss verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Die digitale Zukunft wird nicht von Maschinen gestaltet – sondern von mutigen Menschen, die ihre Möglichkeiten nutzen. Gründerinnen wie Sarah Yilmaz beweisen: Wer KI klug einsetzt, kann nicht nur effizienter arbeiten – er kann die Welt ein Stück weit besser machen.

KfW-Gründungsmonitor 2025: Gründungstätigkeit 2024 leicht gestiegen – Politik ist gefragt

Der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt für 2024 einen erneuten leichten Anstieg der Gründungstätigkeit in Deutschland, doch diese bleibt weiterhin in einem Seitwärtstrend auf niedrigem Niveau (KfW). Die Gründungsintensität stieg von 110 auf 115 Gründungen pro 10.000 Erwerbsfähige – insgesamt rund 585.000 Existenzgründungen, ein Plus von 17.000 bzw. 3 % im Vergleich zum Vorjahr.

Nebenerwerbsgründungen liegen vorn

Der Zuwachs ist fast ausschließlich auf Nebenerwerbsgründungen zurückzuführen: mit 382.000 Fällen stieg ihre Zahl um 5 % gegenüber 2023, während Vollerwerbsgründungen leicht zurückgingen (203.000, –1 %).

Digitalisierung & Arbeitsmarkt im Fokus

  • Digitalisierung: Erstmals sind 36 % der Gründungen digitale Geschäftsmodelle – ein neuer Höchstwert (Industrie- und Handelskammer).
  • ** Arbeitsmarktunsicherheit:** Die konjunkturellen Rahmenbedingungen verschlechterten sich; dies dürfte den Run auf Selbstständigkeit teils befördert haben.


Kommentar des Chefvolkswirts der KfW

„Die Gründungsneigung in Deutschland ist gering. Das lag in den vergangenen Jahren sicher auch an der gut laufenden Wirtschaft, die Menschen haben sich für die Sicherheit eines Angestellten­verhältnisses entschieden. Das ist eine Mentalitätsfrage. Es geht aber auch um Bildung. Mehr Zutrauen bei finanziellen Themen erhöht die Wahrscheinlichkeit zu gründen. Von daher ist es positiv, dass die neue Regierung in ihrem Koalitions­vertrag festgehalten hat, Entrepreneurship Education als Ziel für Schulqualität und Lehrerbildung zu ergänzen. Wir erwarten für 2025 leicht steigende Gründungszahlen.“

Dr. Dirk Schumacher

Demografie & Finanzwissen entscheidend

Die Megatrends Arbeitskräftemangel, demografischer Wandel und Digitalisierung prägen das Gründungsgeschehen. Besonders bei Jüngeren (18–29 Jahre) ist die Gründerbereitschaft auffallend hoch: 36 % ziehen selbstständige Arbeit einer Anstellung vor. Gleichzeitig zeigt sich: Wer finanzielle Bildung besitzt, traut sich eher zu gründen.

Kapital & Start-ups

  • Finanzierung: 75 % der Gründer decken ihren Kapitalbedarf ausschließlich aus Eigenmitteln – der höchste Anteil seit Beginn der Erhebung.
  • Start up Begriff: Nur rund 6 % der Gründungen erfüllen klassische Start up Kriterien, doch subjektiv betrachten 27 % ihr Vorhaben als Start up.

Ausblick & Forderungen

„Wir erwarten für 2025 leicht steigende Gründungszahlen“, erklärt KfW Chefvolkswirt Dr. Dirk Schumacher. Er fordert mehr Entrepreneurship Education in Schulen und Finanzkompetenz Förderung, um Gründerneigungen langfristig zu stärken.

Fazit: Zwar bewegt sich Deutschland in puncto Gründungsaktivität auf niedrigem Niveau, doch positive Signale – vor allem im Nebenerwerb, bei digitalen Konzepten und jugendlichem Gründergeist – setzen Impulse. Für langfristige Dynamik sind jedoch strukturelle Maßnahmen in Bildung und Finanzierung notwendig.

3,2 Millionen Euro Seed-Finanzierung für nuwacoms Enterprise-Plattform

Das Koblenzer KI-Startup nuwacom hat eine Seed-Runde in Höhe von 3,2 Millionen Euro abgeschlossen. Lead-Investor ist der niederländische VC Newion, begleitet von erfahrenen Business Angels aus dem europäischen Technologiesektor. Das Kapital fließt in den Ausbau des Teams, die Markterschließung und die Weiterentwicklung der Plattform. Unternehmen wie die Lufthansa Group, Vodafone, Union Investment und BLG Logistics setzen bereits auf nuwacom, um die Zusammenarbeit mit KI-Agenten unternehmensweit zu etablieren.

„Unzugängliches internes Wissen und der ständige Wechsel zwischen Tools erschweren den Arbeitsalltag, bremsen Effizienz und kosten Unternehmen täglich wertvolle Zeit. Mit nuwacom schaffen wir einen geschützten KI-Arbeitsraum, in dem Dokumente, Teams und Agenten nahtlos zusammenwirken – markenkonform, skalierbar und unter voller Kontrolle über ihre Daten,“ sagt Co-Founder Sascha Böhr.

nuwacom wurde 2024 von Sascha Böhr, Christophe Folschette und Alexander Kleinen gegründet. Die drei Unternehmer haben aus vorherigen Erfolgsgründungen Erfahrungen in der Skalierung erfolgreicher SaaS-Lösungen. Mit nuwacom verfolgen sie die Mission, für Unternehmen und deren reale Arbeitsprozesse eine Plattform zu bieten, auf der Menschen und KI abteilungsübergreifend sicher und effizient zusammenarbeiten.

„nuwacom bringt genau das mit, was ein führendes KI-Startup in Europa braucht: ein erfahrenes Gründerteam mit Skalierungserfahrung und eine Plattform, die reale Probleme löst. Die Vision eines intelligenten Workspaces, der Kollaboration, Wissen und Sicherheit verbindet, ist genau das, was moderne Unternehmen jetzt brauchen,“ sagt Mathijs de Wit, Partner bei Newion.

KI wird zum Teammitglied

Im Mittelpunkt der Plattform stehen intelligente KI-Agenten, die nicht isoliert agieren, sondern direkt in die Arbeitsabläufe bei der Recherche, Texterstellung, Kommunikation oder Freigabeprozessen integriert sind. Das Ergebnis: spürbar schnellere Prozesse, bessere Ergebnisse und eine neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

„Wir entwickeln keine weitere Einzellösung, sondern die Infrastruktur für die produktive Zusammenarbeit mit KI. Unsere Plattform ersetzt fragmentierte Tools und verknüpft Wissen, Prozesse und Teams in einem zentralen, KI-gestützten Workspace – voll integriert in die interne Arbeit und die täglichen Tools,“ sagt Co-Founder Christophe Folschette.

Quantum Systems zum Einhorn gekürt

Die Quantum-Systems GmbH ist Hersteller von zivilen und militärischen Überwachungsdrohnen aus Gilching bei München und wurde 2015 gegründet. Der Drohnenhersteller hat bei Investoren aktuell 160 Millionen Euro eingesammelt und steigt damit zum Einhorn 2025 auf. Mit der neuen Finanzierung wird das Start-up mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet. Damit ist Quantum Systems gemeinsam mit dem aktuellen GründerMagazin Titelhelden Helsing das zweite Verteidigungs-Start-up aus Deutschland, das nun zu den Unicorns gehört. Helsing hat sich auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) spezialisiert und ist auch in die Drohnenproduktion eingestiegen.

Drohne Scorpion Vector Quantum Systems
Drohne Scorpion Vector Quantum Systems

Quantum Systems aus Gilching bei München gilt mit derzeit 550 Mitarbeitern als führender Hersteller von kompakten Drohnen für eine sensorgestützte Datenerfassung. In den vergangenen Jahren habe sich der Umsatz jedes Jahr verdoppelt, so Firmeninformationen auf handelsblatt.com und munich-startup.de. Die aktuelle Finanzierungsrunde mit Balderton Capital versammelt neue Investoren wie Hensoldt, Airbus Defence and Space, Bullhound Capital und LP&E AG. Auch die bisherigen Geldgeber HV Capital, Project A, Peter Thiel, DTCP, Omnes Capital, Notion und Porsche SE sind wieder mit im Boot.

CEO und Gründer von Quantum-Systems GmbH. Florian Seibel ist Visionär, Impulsgeber und CEO von Quantum-Systems, früher Pilot bei der Bundeswehr und Luftfahrtingenieur erklärt: „Der Bedarf nach souveräner, luftgestützter Aufklärung war noch nie so groß wie heute. Unsere Systeme – eine leistungsstarke Kombination aus Hardware und Software – sind auf die Realität moderner Verteidigungs- und Sicherheitsanforderungen ausgelegt: autonom, interoperabel und unter extremen Bedingungen erprobt. Mit der Unterstützung unserer neuen und bestehenden Investoren sind wir bereit, der europäische Marktführer für robotisierte und KI-gestützte Luftaufklärungslösungen zu werden. Wir stellen öffentlichen und privaten Kunden die hochauflösenden und genauen Daten zur Verfügung, auf die sie für ihre täglichen Entscheidungen angewiesen sind.“

Die modularen Drohnensysteme des Startups sind senkrechtstartende elektrische Starrflügler mit kippbaren Propellern, die mittels KI autonom navigieren. Die Produkte kommen sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich zum Einsatz – unter anderem in der öffentlichen Sicherheit, im Tagebau, in der Landwirtschaft und bei Infrastrukturprojekten.

Existenzgründer blicken positiver auf 2025

„Unabhängigkeit ist ein starkes Gründungsmotiv“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. „Verantwortlich für seine eigenen Geschicke zu sein, trägt zur Selbsterfüllung bei .“ Menschen, die erst vor kurzem ein Unternehmen gegründet haben oder ihre Selbstständigkeit derzeit planen, blicken deutlich optimistischer auf die eigene Zukunft als die deutsche Bevölkerung insgesamt. In einer Blitzumfrage unter Nutzerinnen und Nutzern der Gründerplattform stimmten 67 Prozent der Teilnehmenden der Aussage zu, dass 2025 für sie selbst und ihre Familie besser wird als 2024. In der Gesamtbevölkerung sagten das nur 56 Prozent. Zudem bejahten lediglich 38 Prozent der jungen und werdenden Selbstständigen die Aussage, dass 2024 ein schlechtes Jahr für sie und ihre Familie war. In der Gesamtbevölkerung waren das mit 47 Prozent deutlich mehr. Als Vergleich zu der Befragung auf der Gründerplattform wurden für die Gesamtbevölkerung Fragestellungen aus dem Ipsos Predictions Report 2025 herangezogen.

Gründungsstandort Deutschland Note 4.0

Obwohl die Gründerinnen und Gründer ihre persönliche Situation eher positiv einschätzten, bewerteten sie den Gründungsstandort Deutschland eher negativ. Im Durchschnitt verteilten sie in der Umfrage die Note 4.0 – das war die schlechteste Note der vergangenen zehn Jahre. Befragt danach, welche Verbesserungsmaßnahmen sie sich wünschen, nannten 45 Prozent Bürokratieabbau – etwa eine Vereinfachung von Steuergesetzen und ein schnelleres Bearbeiten von Anträgen. Ein Viertel der Befragten wünscht sich Maßnahmen, die zu finanziellen Entlastungen führen, wie einen niedrigeren Steuersatz für Gründende und eine Senkung der Mindestbeiträge zur Krankenversicherung. Info Fokus Volkswirtschaft | KfW

Zugang zu Bankkrediten immer schwieriger

Zahlreiche mittelständische Unternehmen müssen aktuell Übernahmen, Neustrukturierungen und Umschuldungen mit Bankkrediten finanzieren. Immer weniger haben jedoch Erfolg mit klassischen Krediten bei Banken. Insbesondere KMU sehen sich deshalb vermehrt nach alternativen Finanzierungslösungen wie objektbasierten Modellen um.

So hat die Bundesbank in ihrer aktuellen Umfrage zum Kreditgeschäft im ersten Quartal 2025 eine deutliche Verschärfung der Kreditvergaberichtlinien durch deutsche Banken festgestellt. Damit reagieren die Institute unter anderem auf die derzeit unsichere wirtschaftliche Lage und das gestiegene Risiko von Kreditausfällen. So stieg zwar die Nachfrage nach Krediten Anfang des Jahres, mit ihr aber auch die Zahl der Kreditablehnungen bei kleineren und mittleren Unternehmen.

Finanzinstitute mussten nicht nur die allgemeinen Richtlinien an die aktuelle Situation anpassen. Auch die Kreditbedingungen – die in den Kreditverträgen vereinbarten tatsächlichen Anforderungen an die Unternehmen – wurden aufgrund des gestiegenen Kreditrisikos und der gesunkenen Risikotoleranz zuletzt erneut verschärft. Im Zuge der verschärften Kreditrichtlinien und -bedingungen der Banken suchen gerade kleine und mittlere Unternehmen daher vermehrt nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

Der Bedarf an Finanzierungslösungen, die nicht oder nur in geringem Maß von der Bonität abhängen, ist in den letzten Monaten spürbar gestiegen. Unternehmen, die klassische Bankkredite nicht mehr in ausreichendem Maße erhalten, griffen zunehmend auf solche Alternativen zurück. „Immer häufiger liegen bei uns Anfragen etwa zur Finanzierung von Unternehmensübertragungen auf dem Tisch“, erklärt Carl-Jan von der Goltz, geschäftsführender Gesellschafter des Spezialfinanzierers Maturus Finance GmbH. Sie ist eine bankenunabhängige Finanzierungsgesellschaft und bietet innovative Wege der Unternehmensfinanzierung.

Restriktionen auch in Zukunft zu erwarten

Im Fokus stehen dabei auch objektbasierte Modelle, die den Wert von Unternehmens-Assets wie Fuhrparks, Maschinen, Sachwerten oder Warenlagern in den Mittelpunkt stellen. Restriktionen auch in Zukunft zu erwarten. Aufgrund der weiterhin angespannten Wirtschaftslage und der gesunkenen Bonität zahlreicher Kreditnehmer planen die Institute laut Umfrage weitere Straffungen. „Auch wir rechnen künftig mit einem beständigen Anstieg der Anfragen für alternative Modelle“, sagt von der Goltz. Gerade in Zeiten volatiler Konjunkturentwicklung und schwieriger Unternehmenssituationen sei die schnell und flexibel einsetzbare Liquidität, die durch Modelle wie Sale & Lease Back und Asset Based Credit gewonnen werden kann, von Vorteil für KMU. „Aber auch in Wachstumsprozessen und außerhalb von Krisenzeiten erweist sich der Griff nach Bankalternativen als pragmatische Lösung“, so der Finanzierungsexperte.

Anders als beim gewöhnlichen Unternehmenskredit betrachtet der Asset-Finanzierer statt der Bonität des Unternehmens die Werthaltigkeit und Zweitmarktfähigkeit der angebotenen Leasingobjekte bzw. Sicherheiten. Somit können Betriebe, die zum Beispiel über einen umfangreichen Maschinen- oder schweren Fuhrpark verfügen, diese Objekte im Rahmen einer „Sale & Lease Back“-Finanzierung in sofortige Liquidität verwandeln und zur weiteren Nutzung direkt zurückleasen.

Studie enthüllt schwache Passwörter, die Unternehmen in Gefahr bringen

Millionen von Passwörtern – und trotzdem unsicher? Ein Paradoxon der Unternehmenssicherheit

Unternehmen geben viel Geld für Werbung, Branding und bahnbrechende Innovationen aus, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Doch wenn es um Cybersicherheit geht, vernachlässigen viele eine der grundlegendsten Sicherheitsmaßnahmen – starke Passwörter. Die jüngste Studie von NordPass zeigt, dass Passwörter von Unternehmen in allen Branchen erschreckend vorhersehbar sind, was sie zu einem leichten Ziel für Cyberkriminelle macht.

NordPass hat in Zusammenarbeit mit NordStellar die verwendeten Passwörter in 11 Branchen analysiert und eine beunruhigende Tatsache aufgedeckt: Mitarbeiter nutzen immer noch schwache, leicht zu knackende Passwörter, die Unternehmen angreifbar machen. Vom Gesundheits- bis zum Finanzwesen, von Tech-Firmen bis zum Bildungswesen verlassen sich Unternehmen aller Branchen nach wie vor auf Zugangsdaten, die von Hackern in Sekundenschnelle erraten werden können.

„Es ist erschreckend, dass Unternehmen trotz jahrelanger Warnungen immer noch diese schwachen Passwörter verwenden, die von Hackern superleicht geknackt werden können. Cyberkriminelle brauchen dann nämlich keine ausgeklügelten Tools, um in die Unternehmenssysteme einzudringen, wenn die Mitarbeiter „passwort“ oder ihren eigenen Namen verwenden, um sensible Daten zu schützen“, sagt Karolis Arbaciauskas, Head of Business Product bei NordPass.
Unterschiedliche Branchen – gleiche Fehler

Die Untersuchung ergab, dass Mitarbeiter in allen untersuchten Branchen dazu neigen, die gleichen schwachen Passwörter zu verwenden – insbesondere einfache Zahlenfolgen wie „123456“ und „123456789“ führen die Liste an. Dieser Trend ist nicht auf eine bestimmte Branche beschränkt. Ob im Einzelhandel, in der Automobilindustrie oder im Hotel- und Gastgewerbe, die am häufigsten verwendeten Passwörter sind dieselben, was auf ein grundlegendes Problem in der Sicherheitskultur vieler Unternehmen hindeutet.

Ein weiteres alarmierendes Ergebnis ist die häufige Verwendung von Personennamen in Firmenpasswörtern. Namen wie „John“, „Michael“ und „Anna“ tauchen immer wieder auf, was sie zu einem leichten Ziel für Brute-Force-Angriffe macht.

Die Studie hat auch gezeigt, dass Mitarbeiter häufig ihre Firmen-E-Mail-Adressen als Passwörter nutzen – eine äußerst riskante Praxis, die Hackern quasi die Hälfte der Zugangsdaten liefert, die sie für den Zugriff auf sensible Daten benötigen. Unternehmen investieren in komplexe Sicherheitstools und millionenschwere Cybersicherheitskampagnen, versäumen es aber, strenge Passwortrichtlinien durchzusetzen und öffnen damit Angreifern die digitale Tür.

„Passwörter sind die erste Sicherheitsbarriere, aber sie sind nach wie vor das schwächste Glied in der Unternehmenssicherheit. Hacker benötigen keine ausgeklügelten Techniken, wenn Unternehmen ihnen einfache Einstiegspunkte bieten. Solange Unternehmen die Passwortsicherheit nicht priorisieren, sind sie anfällig für Angriffe“, sagt Arbaciauskas.

Ein globales Problem

Die NordPass-Studie analysierte die am häufigsten verwendeten Unternehmenspasswörter in 44 Ländern und stellte fest, dass schwache Passwortgewohnheiten nicht auf eine bestimmte Region beschränkt sind. In allen untersuchten Ländern machen vorhersehbare Anmeldeinformationen – wie einfache Zahlenfolgen, allgemein gebräuchliche Wörter und sogar unternehmensbezogene Begriffe – Unternehmen anfällig für Cyberbedrohungen.

Die Experten beobachteten dabei einen weiteren besorgniserregenden Trend: Standardpasswörter wie „newmember“, „admin“, „newuser“ und „welcome“ werden häufig für Geschäftskonten verwendet. Darüber hinaus werden temporäre Platzhalter wie „newpass“ und „temppass“ genutzt, die eigentlich geändert werden müssen, da sie sonst Cyberkriminellen einen einfachen Zugang bieten.

Über alle Branchen und Regionen hinweg zeigen die am häufigsten geknackten Firmenpasswörter ein klares Muster: Die Mitarbeiter verlassen sich nach wie vor auf leicht zu erratende Anmeldedaten. Hier sind die TOP 20 der besonders unsicheren Firmenpasswörter in Deutschland:
 

  1. 123456
  2. 123456789
  3. 12345678
  4. password
  5. 1234567890
  6. 1234567
  7. 111111
  8. 123123
  9. abc123
  10. 000000
  11. password1
  12. iloveyou
  13. dragon
  14. 1g2w3e4r
  15. zag12wsx
  16. gwerty123
  17. target123
  18. monkey
  19. gwerty
  20. asdfghjkl
     

Datenleck vorprogrammiert: die fatale Rolle schwacher Passwörter im Unternehmen
 

  • Wiederverwendete Passwörter: Mitarbeiter verwenden oft dieselben Passwörter für mehrere Konten, was Hackern den Zugriff erleichtert.
     
  • Risiko bei der Weitergabe von Passwörtern:  Die Weitergabe per E-Mail oder Messaging-Apps erhöht die Wahrscheinlichkeit von Datenschutzverletzungen.
     
  • Fehlverhalten: Viele Datenschutzverletzungen sind auf einfache Fehler zurückzuführen, was die Notwendigkeit besserer Schulungen zum Thema Cybersicherheit verdeutlicht.
     
  • Fehlende sichere Infrastruktur: Unternehmen ohne robuste Systeme und strikte Sicherheitsrichtlinien sind einfache Ziele für Cyberkriminelle.
     

Laut Arbaciauskas müssen Unternehmen der Cybersicherheit höchste Priorität einräumen, indem sie Pläne für mehr Cyber-Resilienz, Mitarbeiterschulungen und Netzwerksicherheitslösungen wie Business-VPNs implementieren. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist ein weiterer wichtiger Schutz, der das Risiko eines unbefugten Zugriffs verringert. Eine schwerwiegende Schwachstelle ist nach wie vor die unzureichende Verwaltung von Passwörtern, denn viele Datenschutzverletzungen werden durch kompromittierte Anmeldedaten verursacht. Arbaciauskas empfiehlt die Verwendung von Passwort-Managern zur sicheren Speicherung von Passwörtern.  Zudem sollten Unternehmen prüfen, ob der Einsatz von Passkeys möglich ist – Branchenführer wie Google und Apple haben sie bereits als sicherere Alternative zu herkömmlichen Passwörtern eingeführt.

Zepta sichert sich Millionen-Investment

Zepta, ein Startup für digitale Schädlingsbekämpfung mit Niederlassungen in Sachsen und Thüringen, hat seine erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und sich einen siebenstelligen Betrag gesichert. Investoren sind der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, GIMIC Ventures, die bm-t aus Thüringen und der Chemovator, das Inkubator-Programm von BASF. Mit dem frischen Kapital will Zepta sein Wachstum beschleunigen, Kunden gewinnen und Branchenführer in der digitalen Schädlingsbekämpfung werden.

„Das Interesse an Schädlingsbekämpfung hat mich schon früh gepackt, da mein Vater in der selben Branche war. Jetzt sind wir mit einem Produkt an den Markt gegangen, das Ratten nur bei wirklichem Befall bekämpft und Wirkstoffe nicht präventiv nutzt. Das ist supereffizient und somit gut für Mensch und Tier – nur eben nicht für Ratten und andere unerwünschte Nager, “ so Lukas Deuscher, Mitgründer und CSO. Der Klimawandel und die daraus resultierenden steigenden Temperaturen lassen die Population von Ratten und anderen Schädlingen exponentiell ansteigen – sie verbreiten auch heute noch Krankheiten, zerstören Infrastruktur und gefährden Ernten in der Landwirtschaft. Gleichzeitig werden toxikologische Köder immer strenger reguliert. Unternehmen brauchen dringend umweltfreundliche Alternativen – und genau hier setzt Zepta an. Der Markt steht vor einer massiven Transformation und wird in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen. Experten schätzen, dass der weltweite Umsatz bis 2028 auf rund 30 Milliarden Euro anwachsen wird.

Zepta bietet eine IoT-basierte, datengetriebene Lösung, die traditionelle und umweltschädliche Methoden ersetzt. Anstatt Köder regelmäßig manuell zu überprüfen, ermöglicht Zepta eine 24/7-Überwachung in Echtzeit. Durch das smarte Monitoring-System werden die wirkstoffhaltigen Köder nur bei Bedarf eingesetzt. Auch bereits vorhandene Fallen lassen sich mit der Lösung nachrüsten. Das reduziert die Zahl unnötiger Einsätze um bis zu 90 Prozent, spart Unternehmen hohe Kosten und minimiert den ökologischen Fußabdruck der Branche. Zepta unterstützt Unternehmen mit verschiedenen B2B-Kooperationsmöglichkeiten, je nach Größe des Betriebs und Anzahl der benötigten Sensoren.

Über Zepta Technologies:

Zepta Technologies ist ein Startup mit Sitz in Dresden und einer Niederlassung in Thüringen, das 2024 von Martin Cirillo-Schmidt, Lukas Deuscher und Nick Leiding gegründet wurde. Es ist spezialisiert auf digitale Lösungen und Nachhaltigkeit in der Schädlingsbekämpfung. Durch Echtzeitüberwachung reduziert Zepta manuelle Prozesse, minimiert Umweltbelastungen und macht den Markt effizienter. Das Unternehmen beschäftigt aktuell acht Mitarbeiter. Investoren sind der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, GIMIC Ventures, bm-t und Chemovator, das Inkubator-Programm von BASF. https://www.zepta.io/

KfW Research: 1,5 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr für Bürokratie

Die Beschäftigten der rund 3,8 Millionen mittelständischen Unternehmen in Deutschland verwenden im Durchschnitt rund sieben Prozent ihrer Arbeitszeit für bürokratische Prozesse. Das entspricht durchschnittlich 32 Stunden im Monat pro Unternehmen – oder 1,5 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr.

  • Im Durchschnitt benötigen Unternehmen 32 Stunden im Monat für die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen
  • Nicht inbegriffen sind „psychologische Kosten“ wie langwierige Verfahren, hohe Gebühren, schlechte Erreichbarkeit
  • Erledigung sämtlicher Vorgaben kostet Mittelstand rund 61 Milliarden Euro im Jahr

Die Beschäftigten der rund 3,8 Millionen mittelständischen Unternehmen in Deutschland verwenden im Durchschnitt rund sieben Prozent ihrer Arbeitszeit für bürokratische Prozesse. Das entspricht durchschnittlich 32 Stunden im Monat pro Unternehmen – oder 1,5 Milliarden Arbeitsstunden im Jahr.

Das sind Ergebnisse des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels. Für das Panel befragt KfW Research seit 2002 jedes Jahr kleine und mittlere Unternehmen aus allen Wirtschaftszweigen und Größenklassen. An der jüngsten Erhebung nahmen rund 10.000 Unternehmen teil.

Die konkrete Frage zum Thema Bürokratie im Panel lautete: „Was schätzen Sie, wie hoch ist der Aufwand für Ihr Unternehmen zur Erfüllung aller gesetzlicher Vorgaben? (in Arbeitsstunden pro Monat)“. Dabei geht es neben Dokumentations- und Informationspflichten, etwa dem Ausfüllen von Formularen an Steuer- und Sozialversicherungsbehörden auch um die Zeit, die Unternehmen für die Befolgung von Gesetzen und Regeln zum Beispiel beim Datenschutz, im Arbeitsrecht, im Umweltschutz oder bei technischen Mindeststandards benötigen.#

Nicht inbegriffen sind Belastungen, die sich nicht oder kaum in Arbeitszeit erfassen lassen – etwa langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, schlechte Behördenerreichbarkeit oder die strittige Auslegung von Vorschriften. „Speziell diese psychologischen Kosten im Umgang mit Bürokratie nehmen bei vielen Unternehmen aber eine tragende Rolle ein. Diese sind allerdings nicht messbar. Klar ist: Aus Sicht der mittelständischen Unternehmen ist der Faktor Bürokratie das mit Abstand größte Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit und den Standort Deutschland“, sagt KfW-Mittelstandsexperte Dr. Michael Schwartz.

Die Befragung der Unternehmen ergab, dass Solo-Selbstständige den größten bürokratischen Aufwand haben. Sie verwenden im Durchschnitt 8,7 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Erledigung dieser Aufgaben. Mit steigender Unternehmensgröße sinkt die relative Bürokratiebelastung. Eine Branche, die besonders viel Arbeitszeit – nämlich 8,1 Prozent – auf bürokratische Prozesse verwendet, ist das Baugewerbe.

Im Median verbringen Mittelständler drei Prozent der Arbeitszeit – maximal 15 Stunden im Monat – mit der Erledigung bürokratischer Anforderungen. Das heißt: die Hälfte von ihnen benötigt mehr, die andere Hälfte weniger Zeit. Die meiste Arbeit bereitet den Unternehmen dabei die Erledigung von Steuerangelegenheiten – 70 Prozent der befragten Mittelständler benennen dieses Thema. Auf Rang zwei folgen Aufbewahrungs- und Dokumentationspflichten, dann Anforderungen im Rechnungswesen. 

Im Jahr 2023 betrugen die durchschnittlichen Kosten einer Arbeitsstunde in Deutschland laut Angaben des Statistischen Bundesamts 41,30 Euro. Gemessen an diesem Wert gaben die mittelständischen Unternehmen im zurückliegenden Jahr für die Erfüllung sämtlicher gesetzlicher Vorgaben rund 61 Milliarden Euro aus. Der entsprechende Arbeitsaufwand entspricht einem Anteil von rund 3,9 Prozent der jährlichen Personalkosten mittelständischer Unternehmen.

„Der Begriff Bürokratie ist sehr negativ besetzt. Dabei ist Bürokratie grundsätzlich eine wesentliche Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Standardisierte und formalisierte Verfahren sind Voraussetzung für regelgebundenes Handeln, das Rechtssicherheit und einen fairen Wettbewerb ermöglicht“, sagt Dr. Michael Schwartz. „Mit zunehmender Bürokratie steigt jedoch das Risiko, dass die Kosten den Nutzen übersteigen. Der Abbau von Bürokratie ist daher aus Sicht des Mittelstands derzeit das drängendste wirtschaftspolitische Thema.“

Die Kurzanalyse ist zu finden unter Fokus Volkswirtschaft | KfW

“ KI-Unicorn Helsing ist fünf Millarden Dollar wert“

Das deutsche KI-Start-up Helsing hat bei Investoren frisches Kapital in Höhe von 450 Millionen Euro eingesammelt. Das Unternehmen unter Co-CEO Gundbert Scherf arbeitet an KI-Entwicklungen für das Militär. Die aktuelle Bewertung am Finanzmarkt liegt bei rund fünf Milliarden Dollar.

„Unser Ansatz ist Software-first. Wir arbeiten mit der Industrie und Regierungen zusammen, um bestehende und neue Hardware-Plattformen mit fortschrittlicher KI zu verbinden“, vereinfacht CEO Gundbert Scherf. Helsing aus München hat sich in kürzester Zeit als führender Akteur für KI-gestützte Verteidigung etabliert. Die treibenden Faktoren: Millionen-Investments geopolitische Unsicherheiten – und drei Gründer aus Gaming, Militär und Deep Tech.

Helsing ist eines der am schnellsten wachsenden Verteidigungstechnologie-Unternehmen Europas. Das 2021 in München gegründete Start-up entwickelt KI-gestützte Lösungen für Streitkräfte, mit dem Ziel, militärische Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und die Einsatzfähigkeit zu verbessern. Mit einer Bewertung von 4,9 Milliarden Euro, zahlreichen Regierungsaufträgen und der Mission “Künstliche Intelligenz zum Schutz unserer Demokratien” hat sich das Unternehmen in nur vier Jahren als strategischer Partner für Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine etabliert.

Neben dem Luft- und Bodenbetrieb weitet Helsing seine Aktivitäten auf den Weltraum aus. Im Februar 2025 kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Loft Orbital an, um Europas erste KI-basierte Satellitenkonstellation für Regierungs-, Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen zu entwickeln: “Die Fähigkeit, KI direkt im Orbit auszuführen.“

Gleichzeitig baut Helsing seine Produktionskapazitäten auf mehr als 1000 Drohnen pro Monat aus. Diese softwaredefinierten Drohnen sind nicht nur autonom, sondern auch resistent gegen feindliche Störmaßnahmen – ein klarer Vorteil auf dem modernen Gefechtsfeld. Bis 2024 wird das Unternehmen rund 400 Mitarbeitende beschäftigen und plant, diese Zahl bis Ende 2025 auf über 500 zu erhöhen, insbesondere in den Bereichen KI-Entwicklung, Luft- und Raumfahrttechnologie und strategische Partnerschaften. Gundbert Scherf zur militärischen Verwendung seiner Drohnen-Technologie: „Es ist ein bisschen paradox, aber gerade autonome Systeme sind für Demokratien gemacht.“

KfW-Gründungsmonitor 2024

Der Gründungstätigkeit fehlen die makroökonomischen Impulse –Selbstständige werden als Multiplikatoren wichtiger. Zahl der Existenzgründungen legt leicht auf 568.000 zu.

Nach dem deutlichen Rücksetzer im Vorjahr (- 9 %) ist die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland 2023 wieder angestiegen, allerdings nur leicht um 3 %: 568.000 Menschen gingen im vergangenen Jahr den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor von KfW Research zeigt. Die Entwicklungen bei Voll- und Nebenerwerbsgründungen verliefen unterschiedlich. Während im Vollerwerb die Zahl der Gründungen erneut zurückging auf 205.000 (- 8 %), legte sie bei Nebenerwerbsgründungen auf 363.000 zu (+ 11 %).

Die Planungsquote, also der Anteil derer an der Bevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren, die eine Gründung aktiv planen, ist von 4,5 % im Jahr 2022 auf zuletzt 3,6 % eingeknickt. Der gesamte Gründungsprozess von Idee bis Umsetzung dauert im Durchschnitt mehrere Monate, und es wird zudem nur ein Bruchteil der Gründungsplanungen realisiert. Die Quote der Gründungsplanungen, bei denen die Umsetzung in den nächsten zwölf Monaten wahrscheinlich ist, beträgt nur noch 2,2 % (Vorjahr: 2,5 %).

„Gesamtwirtschaftlich gab es 2023 kaum Impulse für Existenzgründungen. Sowohl Konjunktur als auch Arbeitsmarkt stagnierten und haben die Gründungstätigkeit weder besonders befördert noch belastet. Unterm Strich ergibt sich ein kleines Plus bei der Zahl der Gründungen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Weiter: „Für das laufende Jahr ist vom makroökonomischen Umfeld weiter wenig Rückenwind zu erwarten. Zusammen mit einer deutlich gesunkenen Zahl an Gründungsplanungen im vergangenen Jahr dürfte dies leider wieder für einen Rückgang der Gründungstätigkeit 2024 sorgen. Jährlich werden etwa doppelt so viele Gründungspläne abgebrochen, wie Gründungen realisiert werden. Wenn wir es schaffen, diese Abbruchquote zu reduzieren, wäre schon viel für die Gründungstätigkeit getan. Ein Schlüssel dafür ist Finanzwissen, mit dem viele Gründungshemmnisse seltener werden.“

Unabhängig von ihrer Präferenz für oder gegen eine Selbstständigkeit können es sich viele Menschen grundsätzlich nicht vorstellen zu gründen. Das liegt vor allem am Dreiklang Sicherheitsbedürfnisse, Bürokratie und Kapitalmangel. So sind die Top-5-Vorbehalte gegen eine Selbstständigkeit Bedenken wegen zu großer finanzieller Risiken (73 %), zu großer bürokratischer Hürden (69 %), zu geringer Einkommenssicherheit (64 %), zu geringer sozialer Sicherheit (62 %) und Finanzierungsproblemen (60 %). Diese Bedenken gilt es zu adressieren, wenn die Selbstständigkeit für mehr Menschen eine echte Erwerbsalternative sein soll.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors im Überblick:

  • Die meisten Gründungen gibt es wie gehabt mit knapp 70 % im Dienstleistungssektor, gefolgt vom Handel (22 %) und vom Produzierenden Gewerbe (9 %).
  • Digitale und zugleich internetbasierte Gründungen spielen mit etwa einem Fünftel aller Gründungen (22 %) weiter eine große Rolle im Gründungsgeschehen.
  • Sieben von zehn Existenzgründungen kommen nur mit eigenem Finanzmitteleinsatz der Gründerin oder des Gründers zustande. Auf externes Kapital Dritter greifen 21 % zurück. Der Kapitaleinsatz steigt dabei weiter: 38 % der Gründerinnen und Gründer setzen mehr als 10.000 EUR ein (Vorjahr: 31 %). Gründungen, die nur mit Sachmitteln umgesetzt werden, sind mit einem Anteil von nur 10 % so selten wie noch nie.
  • Für die Bestandsfestigkeit von Existenzgründungen leitet sich an den Daten des KfW-Gründungsmonitors die Faustregel ab, dass innerhalb von drei Geschäftsjahren etwa ein Drittel der Gründerinnen und Gründer ihre Existenzgründung wieder beendet haben. Nach 60 Monaten sind noch etwa 60 % der Existenzgründungen aktiv. Die Abbruchgründe sind vielfältig. Der weitaus größte Teil der Gründerinnen und Gründer bricht in den ersten fünf Jahren aus persönlichen Gründen ab, ohne unmittelbaren wirtschaftlichen Zwang. Beispiele hierfür sind familiäre Belastung, Stress, Krankheit, Unzufriedenheit mit dem erzielten Einkommen oder weil sich eine bessere Jobalternative ergab.

Der KfW-Gründungsmonitor ist abrufbar unter www.kfw.de/gruendungsmonitor

Zum Datenhintergrund:

Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative, seit dem Jahr 2000 jährlich von August bis Dezember durchgeführte telefonische Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Er basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Gründerinnen und Gründer werden dabei breit erfasst: ob im Voll- oder Nebenerwerb, ob freiberuflich oder gewerbetreibend, ob Neugründung oder Übernahme. Der KfW-Gründungsmonitor liefert damit ein umfassendes Bild der Gründungstätigkeit in Deutschland.

Die wichtigsten Fördermittel für Deine Existenzgründung

Hier findest Du eine strukturierte Übersicht der wichtigsten Fördermittel in Deutschland für Existenzgründer (Stand: 2025). Diese Förderprogramme decken verschiedene Phasen der Gründung ab – von der Vorbereitung über die Finanzierung bis hin zur Wachstumsphase:


🏦 1. Finanzielle Förderprogramme (Darlehen, Zuschüsse, Beteiligungen)

ERP-Gründerkredit – StartGeld (KfW)

  • Für wen: Gründer, Freiberufler und kleine Unternehmen (bis 5 Jahre alt)
  • Förderung: Bis zu 125.000 € Kredit (mit bis zu 100 % Haftungsfreistellung)
  • Vorteil: Zinsgünstig, auch ohne große Sicherheiten
  • Mehr Info: www.kfw.de

Gründungszuschuss (Agentur für Arbeit)

  • Für wen: Arbeitslose, die eine hauptberufliche Selbstständigkeit aufnehmen
  • Förderung: 6 Monate á 300 € + ALG I als Zuschuss, danach evtl. Verlängerung
  • Voraussetzung: Tragfähiger Businessplan + vorherige Beratung

EXIST-Gründerstipendium (BMWK/BMBF)

  • Für wen: Hochschulabsolventen, Forschende, Studierende mit innovativer Gründungsidee (v.a. technologieorientiert)
  • Förderung: Lebensunterhalt (bis 3.000 €/Monat), Sachmittel + Coachings (für 1 Jahr)
  • Träger: Hochschulen & Forschungseinrichtungen
  • Mehr Info: www.exist.de

INVEST – Zuschuss für Wagniskapital

  • Für wen: Business Angels, die in innovative Start-ups investieren
  • Förderung: 20 % Zuschuss auf Beteiligung (max. 100.000 € p.a.), Exitbonus
  • Indirekt für Gründer wichtig, da Anreize für Investoren geschaffen werden
  • Mehr Info: www.bmwk.de

Mikromezzaninfonds Deutschland

  • Für wen: Kleine Unternehmen, Solo-Selbstständige, Gründende mit wenig Eigenkapital
  • Förderung: Bis zu 50.000 € Beteiligungskapital (stille Beteiligung)
  • Vorteil: Eigenkapitalähnlich – verbessert Bankrating

💼 2. Beratungs- & Coachingförderung

Förderung unternehmerischen Know-hows (BAFA)

  • Für wen: Junge Unternehmen (< 2 Jahre) und bestehende KMU
  • Förderung: Bis zu 80 % Zuschuss zu Coachingkosten (bis 4.000–6.000 €)
  • Inhalte: Wirtschaftliche, finanzielle, organisatorische oder technische Themen
  • Mehr Info: www.bafa.de

Gründercoaching Deutschland (nicht mehr bundesweit über KfW verfügbar)

→ Alternativ: Regionale Programme der IHKs, Handwerkskammern oder Landesbanken


🌍 3. Regionale Förderprogramme (Auswahl)

Je nach Bundesland gibt es zusätzliche Programme, z. B.:

  • Berlin Startup Stipendium
  • Bayern: Start?Zuschuss!
  • NRW: NRW.BANK.Gründungskredit / Gründerstipendium NRW
  • Hamburg: InnoFounder / IFB Förderprogramme
  • Baden-Württemberg: Start-up BW Pre-Seed

👉 Empfehlung: Besuch der Website der Landesförderbank oder IHK-Gründungsberatung im jeweiligen Bundesland.


🧭 Tipp zur Orientierung & Antragstellung

  • Erste Anlaufstellen:
    • Industrie- und Handelskammer (IHK)
    • Handwerkskammer (HWK)
    • Gründungszentren / Wirtschaftsförderungen
    • Förderdatenbank des Bundes: www.foerderdatenbank.de

Gründerpreis NRW 2024: „Starke Idee, starke Leistung.“

Das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium und die NRW.BANK zeichnen in Düsseldorf drei innovative Gründungsteams aus Nordrhein-Westfalen mit „MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW 2024“ aus. Der erste Platz geht an die Ideenschmiede Incoretex GmbH aus Aachen, die über eine Plattform hilft, Produkte intelligenter zu machen. Platz zwei belegt die Greis Beschichtungstechnik GmbH aus Olpe für innovative Oberflächenbeschichtungen. Den dritten Platz sichert sich die SO DONE GmbH aus Rheine für eine KI-basierte Lösung, die Hassmeldungen im Internet aufspürt. Die Preisgelder belaufen sich auf insgesamt 60.000 Euro.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur:„Starke Ideen, starke Leistung – starke Preisträgerinnen und Preisträger! Die Gründerinnen und Gründer treiben die digitale und nachhaltige Transformation voran und bauen damit nicht nur an ihrem eigenen wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch an der Zukunft unseres Landes. Menschen wie sie machen Nordrhein-Westfalen zu einem attraktiven Standort, auch für Investitionen aus dem Ausland. Mit Ihrem Engagement und ihrem Erfolg machen sie vielen anderen Gründerinnen und Gründern Mut, neue Wege einzuschlagen. Respekt!“

Gabriela Pantring, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK: „Die technologischen Innovationen und das unternehmerische Engagement der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind wichtige Bausteine für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Mit MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW unterstützen wir die Strahlkraft ihrer visionären Geschäftsideen über die Landesgrenzen hinaus – damit sie auch viele weitere Gründungsinteressierte dazu inspirieren, an ihre Ideen zu glauben.“

Über den ersten Platz und ein Preisgeld von 30.000 Euro kann sich die Incoretex GmbH aus Aachen freuen. Das 2019 von Dr. Martin Riebe gegründete Unternehmenentwickelt intelligente Produktlösungen, die hochauflösende Sensorik, Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) nahtlos miteinander verbindet. Mit einer innovativen Plattform verwandelt Incoretex Produkte wie Trainingsgeräte und Matratzen in intelligente, interaktive Systeme, die flexibel auf die Anforderungen der Kundinnen und Kunden reagieren. Die Technologie wird bereits in verschiedenen Branchen eingesetzt – vom Echtzeit-Monitoring in der Mobilitätsindustrie bis zu automatisierten Vermessungen im Schuheinzelhandel. Dank intelligenter Technik werden Füße hochpräzise und digital vermessen, Matratzen passen sich dank Sensoren an die Anatomie an und Fitnessgeräte analysieren Trainingsaktivitäten präzise.

Platz zwei und ein Preisgeld von 20.000 Euro sichert sich die Greis Beschichtungstechnik GmbH aus Olpe, die mit umweltfreundlichen Beschichtungsverfahren überzeugte. Unter der Leitung von Nicolas Greis hat sich das Unternehmen in kürzester Zeit zu einem Vorreiter in der Oberflächenbeschichtung entwickelt, der innovative Lösungen für Korrosions- und Brandschutz und andere anspruchsvolle Beschichtungsverfahren liefert. Durch ein hochmodernes Teleskop-Trocknungssystem werden die Durchlaufzeiten der Beschichtungsprozesse um bis zu 50 Prozent verkürzt, was die Umweltbelastung deutlich reduziert. Zudem arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an der Verbesserung der ökologischen Standards durch den Einsatz lösemittelarmer und umweltfreundlicher Materialien.

Platz drei geht an die SO DONE GmbH aus Rheine. Das Gründungsteam um Franziska Brandmann, Marcel Schliebs und Alexander Brockmeier hat eine KI-basierte Software entwickelt, die Menschen vor Anfeindungen und Drohungen im Netz schützen soll. Das Tool erkennt strafrechtlich relevante Kommentare und unterstützt Betroffene dabei, diese zu löschen und rechtliche Schritte einzuleiten. Das Angebot ist für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos. Mit diesem innovativen Ansatz verteidigt SO DONE die Rechte der Betroffenen und stärkt die Meinungsfreiheit und die Demokratie im digitalen Raum. Dafür erhält das Unternehmen ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Über den Wettbewerb

MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW zählt mit 60.000 Euro Preisgeld zu den bundesweit höchstdotierten Wettbewerben seiner Art. Im Jahr 2023 gingen die Auszeichnungen für die ersten drei Plätze an die cleansort GmbH aus Rösrath, die Düsseldorfer LEROMA GmbH und Kikis Kitchen GmbH aus Bochum. Die Jury von MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Christine K. Volkmann besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der NRW.BANK sowie Existenzgründungs- und Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus Nordrhein-Westfalen. Weitere Informationen zu MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW, Steckbriefe und Fotos der zehn Nominierten sowie die Aufzeichnung der Preisverleihung finden Sie unter www.gründungspreis.nrw.

Plug and Play gründet Startup für Wasserstoff

Plug and Play Tech Center hat mit dem H2 StartUp Accelerator Program eine neue Initiative angekündigt, die ganz auf Wasserstoff ausgerichtet ist. Es handelt sich dabei um eines der weltweit ersten wasserstoffzentrierten Startup-Accelerator-Programme, das nun mit Unterstützung des Fraunhofer ISE und des Fraunhofer FOKUS vom Standort Hamburg aus gestartet wird.
 
Die Entwicklung der neuen Wasserstoffwirtschaft nimmt weltweit Fahrt auf. Immer mehr Länder entwickeln nationale Wasserstoffstrategien und gründen Partnerschaften, um bei Wasserstoff-bezogenen Projekten zusammenzuarbeiten. Diese Kooperationen sind dabei der Schlüssel für die Ausschöpfung des Potenzials der Wasserstoffwende. Denn der Aufbau und die Skalierung der Wertschöpfungskette erfordern die Koordinierung zwischen politischen Entscheidungsträgern, Unternehmern, Unternehmen und Investoren.


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Plug and Play Vernetzung

Plug and Play ist eine führende Innovationsplattform, die Startups, Unternehmen, Venture- Capital-Firmen, Universitäten und Regierungsbehörden miteinander vernetzt. Das Unternehmen hat seine Zentrale im Silicon Valley in den USA, ist aber an mehr als 35 Standorten auf fünf Kontinenten präsent. https://www.plugandplaytechcenter.com/

Plug and Play

Das H2 StartUp Accelerator Program fördert den erforderlichen Dialog und die Zusammenarbeit, um die Entwicklung eines Wasserstoffökosystems in Europa und anderen Regionen zu beschleunigen.
 

BMWK-Gründungswettbewerb: 300.000 Euro für innovative Start-ups

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) prämierte gestern 21 Preisträgerteams des „Gründungswettbewerb – Digitale Innovationen“, BMWK-Gründungswettbewerbs mit insgesamt über 300.000 Euro Preisgeld. Dr. Anna Christmann, Beauftragte des BMWK für die Digitale Wirtschaft und Start-ups: „Die ausgezeichneten Gründerinnen und Gründer stellen eindrucksvoll unter Beweis, wie Start-ups unsere Zukunft aktiv gestalten, sie innovativer, nachhaltiger un in Beruf und Alltag lebenswerter machen. Junge Digitalunternehmen sind entscheidend für die Entwicklung und den Erfolg des Technologiestandorts Deutschlands. Mit dem Gründungswettbewerb unterstützen wir Start-ups mit mehr als 300.000 Euro an Startkapital und versorgen sie mit Gründungswissen und Vernetzungsangeboten.“

Sechs Gründungsteams erhielten für ihre besonders herausragende Idee jeweils einen Gründungspreis+ und 32.000 Euro – darunter auch der Gewinner des Sonderpreises „Digitale Nachhaltigkeit“. Fünfzehn der eingereichten Geschäftsideen wurden mit einem Gründungspreis ausgezeichnet, der mit 7.000 Euro Preisgeld dotiert ist. Die Gewinnerteams profitieren neben den Preisgeldern von individuellem Coaching, Seminaren und Vernetzungsangeboten. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gründungswettbewerbs erhalten zudem eine schriftliche Einschätzung ihrer Gründungsidee.

Sonderpreis „Digitale Nachhaltigkeit“:

Stadtbäume spielen nicht nur eine wichtige Rolle für das Gesamtbild einer Stadt, sondern machen Städte auch lebenswerter, indem sie die Temperatur niedrig und die Luftqualität hochhalten. Das Münchner Start-up Treesense hat einen Sensor entwickelt, der den Wasserhaushalt von Bäumen analysieren kann. Mithilfe von Messungen des elektrischen Impulswiderstands in den Xylem-Kanälen, welche Wasser und Nährstoffe in Pflanzen transportieren, werden Daten über die Aktivität lebender Bäume sammelt. Sie bilden die Grundlage für ein Predictive-Maintenance-Tool, durch welches die Bewässerungsteams ihre Arbeitstage effizienter gestalten und so mehr Bäume mit weniger Aufwand pflegen können.

Die fünf weiteren Gewinner des Gründungspreis+:

AeonRobotics - BMWK-Gründungswettbewerb
AeonRobotics

Das Braunschweiger Start-up Aeon Robotics ermöglicht es Robotern, erstmals Greifbewegungen direkt vom Menschen zu erlernen. Das DROID-Robotersystem verfügt über eine Roboterhand nach dem menschlichen Vorbild und kann Greifkräfte über einen eingebauten Kraftsinn erfassen und mittels Künstlicher Intelligenz nachahmen. Dabei werden die Greifbewegungen vom Menschen durch einmaliges Vorführen beigebracht. Der Roboter soll unter anderem in der Nahrungsindustrie zum Einsatz kommen, um Lebensmittel zu sortieren und zu verpacken. Das Konzept unterstützt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei eintönigen und sich wiederholenden Arbeitsschritten.


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Das Team hinter CobotHub aus Baden-Württemberg baut eine herstellerunabhängige Online-Plattform für Open-Source-basierte künstliche Intelligenz auf. So können industrielle Cobots – kollaborative Roboter – autonom Aufgaben übernehmen. Damit bewegt sich CobotHub an der Schnittstelle von kollaborativen Robotern, künstlicher Intelligenz und Open Source, mit dem Ziel, deutlich günstiger, schneller und transparenter zu sein als bislang existierende Ansätze.

Hoscom
Hoscom

Das Münchner Jungunternehmen HOSCOM – Hospitality Communication – schafft eine cloudbasierte interne Informations- und Kommunikationsplattform für Mitarbeitende in Hotels. Das Ziel dieser Plattform ist, die Informationslücke zwischen Abteilungen, Mitarbeitenden und Gästen zu schließen, benötigte Tools zu integrieren und die vorhandene Systemlandschaft flexibel zu verknüpfen. Dadurch wird der tägliche Arbeitsalltag für die Hotelmitarbeitenden erleichtert und die Qualität des Hotels sowie das Gasterlebnis gesteigert.

Pelte Sieger
Pelta Team

Pellta aus Berlin entwickelt mit Pellta One eine technische Aufbewahrungsbox, die alle hineingelegten Telefone aktiv davor schützt, abgehört zu werden, ohne diese vom Mobilfunknetz zu trennen. Die Smartphones bleiben in Griffweite und werden bei Anrufen gehört. Derzeit gibt es auf dem Markt keine Produkte, die einen vergleichbaren Grad an Abhörsicherheit bei Mobiltelefonen ermöglichen und gleichzeitig die Erreichbarkeit dieser Geräte zulassen.

WeSortAI
WeSortAI

Das Würzburger Start-up WeSort.AI arbeitet an einer KI-basierten Müllanalyse- und Sortiermaschine, die große Müllmengen signifikant kostengünstiger und wesentlich reiner sortiert. Das Analysemodul erfasst mittels Kamerasystem und KI die Eigenschaften von Müllobjekten auf einem Förderband. Anschließend steuert in einer mit Luftdruckdüsen bestücken Sortierkammer ein Deep-Learning-Algorithmus die Düsen, um das Müllstück in den richtigen Stoffkanal zu blasen. Die Kontrollkameras in den Stoffkanälen senden zur selbstlernenden Optimierung des Algorithmus ein Feedbacksignal.

Detaillierte Informationen zu allen Preisträgerteams finden Sie auf www.gw.digital.

Über den „BMWK-Gründungswettbewerb – Digitale Innovationen“

Der „Gründungswettbewerb – Digitale Innovationen“ ist ein Ideenwettbewerb, ausgerichtet vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Jährlich werden bis zu 44 Gründungsprojekte in einer Sommer- und Winterrunde prämiert. Eine Jury mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden wählt jeweils bis zu sechs Gründungsideen aus, die den mit 32.000 Euro dotierten Gründungspreis+ erhalten. Darüber hinaus werden bis zu fünfzehn weitere Gründungsideen mit einem Gründungspreis zu je 7.000 Euro prämiert. Der thematisch wechselnde Sonderpreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine schriftliche Einschätzung ihrer Gründungsidee. Die Preisträgerinnen und Preisträger profitieren zusätzlich von Coaching, Mentoring und Seminar angeboten sowie von einer großen Öffentlichkeit und Zugang zu einem umfangreichen Netzwerk.