3,2 Millionen Euro Seed-Finanzierung für nuwacoms Enterprise-Plattform

Das Koblenzer KI-Startup nuwacom hat eine Seed-Runde in Höhe von 3,2 Millionen Euro abgeschlossen. Lead-Investor ist der niederländische VC Newion, begleitet von erfahrenen Business Angels aus dem europäischen Technologiesektor. Das Kapital fließt in den Ausbau des Teams, die Markterschließung und die Weiterentwicklung der Plattform. Unternehmen wie die Lufthansa Group, Vodafone, Union Investment und BLG Logistics setzen bereits auf nuwacom, um die Zusammenarbeit mit KI-Agenten unternehmensweit zu etablieren.

„Unzugängliches internes Wissen und der ständige Wechsel zwischen Tools erschweren den Arbeitsalltag, bremsen Effizienz und kosten Unternehmen täglich wertvolle Zeit. Mit nuwacom schaffen wir einen geschützten KI-Arbeitsraum, in dem Dokumente, Teams und Agenten nahtlos zusammenwirken – markenkonform, skalierbar und unter voller Kontrolle über ihre Daten,“ sagt Co-Founder Sascha Böhr.

nuwacom wurde 2024 von Sascha Böhr, Christophe Folschette und Alexander Kleinen gegründet. Die drei Unternehmer haben aus vorherigen Erfolgsgründungen Erfahrungen in der Skalierung erfolgreicher SaaS-Lösungen. Mit nuwacom verfolgen sie die Mission, für Unternehmen und deren reale Arbeitsprozesse eine Plattform zu bieten, auf der Menschen und KI abteilungsübergreifend sicher und effizient zusammenarbeiten.

„nuwacom bringt genau das mit, was ein führendes KI-Startup in Europa braucht: ein erfahrenes Gründerteam mit Skalierungserfahrung und eine Plattform, die reale Probleme löst. Die Vision eines intelligenten Workspaces, der Kollaboration, Wissen und Sicherheit verbindet, ist genau das, was moderne Unternehmen jetzt brauchen,“ sagt Mathijs de Wit, Partner bei Newion.

KI wird zum Teammitglied

Im Mittelpunkt der Plattform stehen intelligente KI-Agenten, die nicht isoliert agieren, sondern direkt in die Arbeitsabläufe bei der Recherche, Texterstellung, Kommunikation oder Freigabeprozessen integriert sind. Das Ergebnis: spürbar schnellere Prozesse, bessere Ergebnisse und eine neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine.

„Wir entwickeln keine weitere Einzellösung, sondern die Infrastruktur für die produktive Zusammenarbeit mit KI. Unsere Plattform ersetzt fragmentierte Tools und verknüpft Wissen, Prozesse und Teams in einem zentralen, KI-gestützten Workspace – voll integriert in die interne Arbeit und die täglichen Tools,“ sagt Co-Founder Christophe Folschette.

Quantum Systems zum Einhorn gekürt

Die Quantum-Systems GmbH ist Hersteller von zivilen und militärischen Überwachungsdrohnen aus Gilching bei München und wurde 2015 gegründet. Der Drohnenhersteller hat bei Investoren aktuell 160 Millionen Euro eingesammelt und steigt damit zum Einhorn 2025 auf. Mit der neuen Finanzierung wird das Start-up mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet. Damit ist Quantum Systems gemeinsam mit dem aktuellen GründerMagazin Titelhelden Helsing das zweite Verteidigungs-Start-up aus Deutschland, das nun zu den Unicorns gehört. Helsing hat sich auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) spezialisiert und ist auch in die Drohnenproduktion eingestiegen.

Drohne Scorpion Vector Quantum Systems
Drohne Scorpion Vector Quantum Systems

Quantum Systems aus Gilching bei München gilt mit derzeit 550 Mitarbeitern als führender Hersteller von kompakten Drohnen für eine sensorgestützte Datenerfassung. In den vergangenen Jahren habe sich der Umsatz jedes Jahr verdoppelt, so Firmeninformationen auf handelsblatt.com und munich-startup.de. Die aktuelle Finanzierungsrunde mit Balderton Capital versammelt neue Investoren wie Hensoldt, Airbus Defence and Space, Bullhound Capital und LP&E AG. Auch die bisherigen Geldgeber HV Capital, Project A, Peter Thiel, DTCP, Omnes Capital, Notion und Porsche SE sind wieder mit im Boot.

CEO und Gründer von Quantum-Systems GmbH. Florian Seibel ist Visionär, Impulsgeber und CEO von Quantum-Systems, früher Pilot bei der Bundeswehr und Luftfahrtingenieur erklärt: „Der Bedarf nach souveräner, luftgestützter Aufklärung war noch nie so groß wie heute. Unsere Systeme – eine leistungsstarke Kombination aus Hardware und Software – sind auf die Realität moderner Verteidigungs- und Sicherheitsanforderungen ausgelegt: autonom, interoperabel und unter extremen Bedingungen erprobt. Mit der Unterstützung unserer neuen und bestehenden Investoren sind wir bereit, der europäische Marktführer für robotisierte und KI-gestützte Luftaufklärungslösungen zu werden. Wir stellen öffentlichen und privaten Kunden die hochauflösenden und genauen Daten zur Verfügung, auf die sie für ihre täglichen Entscheidungen angewiesen sind.“

Die modularen Drohnensysteme des Startups sind senkrechtstartende elektrische Starrflügler mit kippbaren Propellern, die mittels KI autonom navigieren. Die Produkte kommen sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich zum Einsatz – unter anderem in der öffentlichen Sicherheit, im Tagebau, in der Landwirtschaft und bei Infrastrukturprojekten.

Zepta sichert sich Millionen-Investment

Zepta, ein Startup für digitale Schädlingsbekämpfung mit Niederlassungen in Sachsen und Thüringen, hat seine erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und sich einen siebenstelligen Betrag gesichert. Investoren sind der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, GIMIC Ventures, die bm-t aus Thüringen und der Chemovator, das Inkubator-Programm von BASF. Mit dem frischen Kapital will Zepta sein Wachstum beschleunigen, Kunden gewinnen und Branchenführer in der digitalen Schädlingsbekämpfung werden.

„Das Interesse an Schädlingsbekämpfung hat mich schon früh gepackt, da mein Vater in der selben Branche war. Jetzt sind wir mit einem Produkt an den Markt gegangen, das Ratten nur bei wirklichem Befall bekämpft und Wirkstoffe nicht präventiv nutzt. Das ist supereffizient und somit gut für Mensch und Tier – nur eben nicht für Ratten und andere unerwünschte Nager, “ so Lukas Deuscher, Mitgründer und CSO. Der Klimawandel und die daraus resultierenden steigenden Temperaturen lassen die Population von Ratten und anderen Schädlingen exponentiell ansteigen – sie verbreiten auch heute noch Krankheiten, zerstören Infrastruktur und gefährden Ernten in der Landwirtschaft. Gleichzeitig werden toxikologische Köder immer strenger reguliert. Unternehmen brauchen dringend umweltfreundliche Alternativen – und genau hier setzt Zepta an. Der Markt steht vor einer massiven Transformation und wird in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen. Experten schätzen, dass der weltweite Umsatz bis 2028 auf rund 30 Milliarden Euro anwachsen wird.

Zepta bietet eine IoT-basierte, datengetriebene Lösung, die traditionelle und umweltschädliche Methoden ersetzt. Anstatt Köder regelmäßig manuell zu überprüfen, ermöglicht Zepta eine 24/7-Überwachung in Echtzeit. Durch das smarte Monitoring-System werden die wirkstoffhaltigen Köder nur bei Bedarf eingesetzt. Auch bereits vorhandene Fallen lassen sich mit der Lösung nachrüsten. Das reduziert die Zahl unnötiger Einsätze um bis zu 90 Prozent, spart Unternehmen hohe Kosten und minimiert den ökologischen Fußabdruck der Branche. Zepta unterstützt Unternehmen mit verschiedenen B2B-Kooperationsmöglichkeiten, je nach Größe des Betriebs und Anzahl der benötigten Sensoren.

Über Zepta Technologies:

Zepta Technologies ist ein Startup mit Sitz in Dresden und einer Niederlassung in Thüringen, das 2024 von Martin Cirillo-Schmidt, Lukas Deuscher und Nick Leiding gegründet wurde. Es ist spezialisiert auf digitale Lösungen und Nachhaltigkeit in der Schädlingsbekämpfung. Durch Echtzeitüberwachung reduziert Zepta manuelle Prozesse, minimiert Umweltbelastungen und macht den Markt effizienter. Das Unternehmen beschäftigt aktuell acht Mitarbeiter. Investoren sind der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, GIMIC Ventures, bm-t und Chemovator, das Inkubator-Programm von BASF. https://www.zepta.io/

“ KI-Unicorn Helsing ist fünf Millarden Dollar wert“

Das deutsche KI-Start-up Helsing hat bei Investoren frisches Kapital in Höhe von 450 Millionen Euro eingesammelt. Das Unternehmen unter Co-CEO Gundbert Scherf arbeitet an KI-Entwicklungen für das Militär. Die aktuelle Bewertung am Finanzmarkt liegt bei rund fünf Milliarden Dollar.

„Unser Ansatz ist Software-first. Wir arbeiten mit der Industrie und Regierungen zusammen, um bestehende und neue Hardware-Plattformen mit fortschrittlicher KI zu verbinden“, vereinfacht CEO Gundbert Scherf. Helsing aus München hat sich in kürzester Zeit als führender Akteur für KI-gestützte Verteidigung etabliert. Die treibenden Faktoren: Millionen-Investments geopolitische Unsicherheiten – und drei Gründer aus Gaming, Militär und Deep Tech.

Helsing ist eines der am schnellsten wachsenden Verteidigungstechnologie-Unternehmen Europas. Das 2021 in München gegründete Start-up entwickelt KI-gestützte Lösungen für Streitkräfte, mit dem Ziel, militärische Entscheidungsprozesse zu beschleunigen und die Einsatzfähigkeit zu verbessern. Mit einer Bewertung von 4,9 Milliarden Euro, zahlreichen Regierungsaufträgen und der Mission “Künstliche Intelligenz zum Schutz unserer Demokratien” hat sich das Unternehmen in nur vier Jahren als strategischer Partner für Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine etabliert.

Neben dem Luft- und Bodenbetrieb weitet Helsing seine Aktivitäten auf den Weltraum aus. Im Februar 2025 kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit Loft Orbital an, um Europas erste KI-basierte Satellitenkonstellation für Regierungs-, Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen zu entwickeln: “Die Fähigkeit, KI direkt im Orbit auszuführen.“

Gleichzeitig baut Helsing seine Produktionskapazitäten auf mehr als 1000 Drohnen pro Monat aus. Diese softwaredefinierten Drohnen sind nicht nur autonom, sondern auch resistent gegen feindliche Störmaßnahmen – ein klarer Vorteil auf dem modernen Gefechtsfeld. Bis 2024 wird das Unternehmen rund 400 Mitarbeitende beschäftigen und plant, diese Zahl bis Ende 2025 auf über 500 zu erhöhen, insbesondere in den Bereichen KI-Entwicklung, Luft- und Raumfahrttechnologie und strategische Partnerschaften. Gundbert Scherf zur militärischen Verwendung seiner Drohnen-Technologie: „Es ist ein bisschen paradox, aber gerade autonome Systeme sind für Demokratien gemacht.“

Geschäftsklima für Wagniskapitalgeber in Deutschland verbessert sich

Die Stimmung unter deutschen Venture-Capital-Investoren zeigt sich im dritten Quartal 2024 erstmals seit über zwei Jahren wieder positiver. Das Geschäftsklima im VC-Segment erreicht den langjährigen Durchschnitt, was eine deutliche Erholung signalisiert. Besonders die aktuelle Geschäftslage wird von den Wagniskapitalgebern weitaus besser bewertet als zuvor. Während die Geschäftserwartungen im Vergleich zum Vorquartal stabil blieben, zeigt sich die Fundraisinglage weiter im Aufwärtstrend. Herausforderungen bleiben jedoch bei den Exitmöglichkeiten bestehen, wie das von KfW Research, dem Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) und dem Deutsche Börse Venture Network erstellte German-Venture-Capital-Barometer zeigt.

Verbesserungen bei Fundraising – Exitklima bleibt angespannt

Nach einer längeren Durststrecke gelingt es Venture-Capital-Investoren wieder leichter, Kapital einzuwerben. Die Fundraisinglage zeigt dank der Zinssenkungen durch die EZB und die Fed erste Zeichen der Erholung. Dennoch bleibt das Fundraising-Klima im langfristigen Vergleich weiterhin unterdurchschnittlich. Dr. Georg Metzger, Senior Economist bei KfW Research, betont jedoch die anhaltende Schwierigkeit des Exitmarktes: „Das Exitklima ist noch frostig. Zufriedenstellende Exiterlöse sind für den VC-Finanzierungskreislauf aber wichtig. Es wäre wünschenswert, dass sich die positiven Erwartungen schnell realisieren.“


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Staatliche Unterstützungsangebote stärken das VC-Ökosystem

Die durch die KfW koordinierte WIN-Initiative (Wagniskapital-Initiative) zeigt Wirkung: Während die Einschätzung der aktuellen Lage stabil blieb, stieg die Erwartungshaltung im dritten Quartal deutlich an. Mitte September wurde eine gemeinsame Absichtserklärung zwischen Politik, Verbänden und Unternehmen unterzeichnet, um steuerliche, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen für Wagniskapital zu verbessern. Diese Initiative trägt dazu bei, das Venture-Capital-Ökosystem in Deutschland nachhaltig zu stärken.

Positive Stimmung mit leichten Herausforderungen

Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BVK, zieht ein gemischtes Fazit: „Obwohl das Geschäftsklima auf dem Venture-Capital-Markt in diesem Quartal ein leichtes Minus verzeichnet, befinden wir uns dennoch weiterhin auf einem guten Weg. Vor allem die Indikatoren Dealflow und Einstiegsbewertungen lassen auf eine positive Stimmung schließen. Allerdings bleiben die Exitmöglichkeiten weiterhin auf niedrigem Niveau.“

Daten und Analysen im Überblick

Das German-Venture-Capital-Barometer wird vierteljährlich von KfW Research, dem Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) und dem Deutsche Börse Venture Network exklusiv für das Handelsblatt erstellt. Detaillierte Analysen sowie Datentabellen und Grafiken zur Entwicklung des Venture-Capital- und Private-Equity-Segments sind auf der KfW-Website unter www.kfw.de/gpeb abrufbar.

Frisches Kapital für weniger Lebensmittelabfälle – Bayern Kapital investiert erneut in KI- und FoodTech-Start-up Delicious Data

Landshut / München – Mit einer Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 2,5 Mio. Euro läutet Delicious Data die nächste Wachstumsphase ein. Neben Bayern Kapital und zwei anderen bestehenden Investoren haben sich mit den beiden Lead-Investoren Basinghall Partners sowie seed + speed Ventures (Maschmeyer Group), zwei Business Angels und einem weiteren Privatinvestor auch neue Kapitalgeber engagiert.

Bayern Kapital, die Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern, hatte bereits 2019 im Rahmen einer Seed-Runde in das Münchner Unternehmen investiert.

Bayern Kapital - Delicious Data

Lebensmittelverschwendung und die damit einhergehende Vergeudung von Ressourcen ist ein globales Problem, das zu steigenden CO₂-Emissionen beiträgt. Häufige Ursache von Lebensmittelabfällen sind Unsicherheiten bei der Planung des Bedarfs von frischen Lebensmitteln. Diese Aufgabe löst Delicious Data seit 2017 mit seiner Software erfolgreich und ist damit Vorreiter im Bereich der intelligenten Planungsoptimierung durch Machine-Learning-Algorithmen für Unternehmen im Lebensmittelsektor. Mit dem zusätzlichen Kapital will das Unternehmen die nächste Wachstumsphase finanzieren, die technologische Entwicklung vorantreiben, neue Märkte erschließen und die Internationalisierung anstoßen. Dazu soll das Team von derzeit 15 auf 50 Mitarbeiter wachsen. Die Mission: mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) die Nachhaltigkeit und Effizienz im Food-Sektor steigern sowie die CO₂-Emissionen reduzieren.

Zu den Kunden von Delicious Data zählen in erster Linie Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung und Bäckereien mit ihren Filialen. Im Fokus der Entwicklungsarbeit steht die Weiterentwicklung des Intelligenten Tagesplaners zur Optimierung der untertägigen Produktionsplanung. Dies macht das System gerade auch für Convenience-, Snack- und Backshops im Lebensmitteleinzelhandel interessant. Durch die gegenwärtige Lage mit steigenden Preisen für Lebensmittel, Rohstoffe und Energie hat der Druck zu einem möglichst sparsamen Wareneinsatz und nachhaltigem Wirtschaften erheblich zugenommen. Hier bringt das breite Produktangebot von Delicious Data den Kunden spürbare Vorteile und deckt zugleich die immer strengeren gesetzlichen und unternehmensinternen Auflagen hinsichtlich transparenter Prozesse und der Digitalisierung ab.

Fast ein Drittel weniger Food Waste

Valentin Belser, einer der Gründer von Delicious Data, erklärt den Vorteil der KI so: „Unsere Prognosen basieren auf einem Deep-Learning-Algorithmus, der jeden Tag eine Vielzahl von Daten aus der Kundenhistorie sowie externe Faktoren, wie Feiertage und Wetter, auswertet und daraus dann Entscheidungen über die optimalen Bestell- und Produktionsmengen trifft. Ergänzend liefern die Erfassung des Food Wastes und die anschaulichen Analysen im Dashboard den Kunden einen 360°-Blick, der Potenziale für weitere nachhaltige Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit sichtbar macht.” Die Zahlen geben ihm recht: Bei den bereits über 1.000 Standorten, an denen das System im Einsatz ist, konnten die Lebensmittelabfälle um rund 30 Prozent verringert werden. „Wir sind stolz und freuen uns über das Vertrauen der Investoren in unsere Lösung“, ergänzt Belser. „Damit fühlen wir uns bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Gemeinsam mit unseren Partnern konnten wir bereits 820.000 Mahlzeiten retten, was rund 1.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten entspricht. Diesen Trend wollen wir jetzt im ganzen DACH-Raum und darüber hinaus noch verstärken.“

„Wir arbeiten bereits seit drei Jahren mit Delicious Data zusammen und sind von dem System und dem Team überzeugt“, so Dr. Georg Ried, Geschäftsführer von Bayern Kapital. „Wir freuen uns sehr, dass weitere namhafte Investoren für dieses High-Tech-Start-up mit seiner wichtigen Mission gewonnen werden konnten. Dass es funktioniert, ist längst erwiesen – praktisch angewandte KI verschafft den Kunden handfeste Planungs- und Kostenvorteile im Markt und trägt zugleich zur Senkung der CO₂-Emissionen sowie zur Schonung der Ressourcen bei. Auch international sehen wir erhebliches Potenzial.“

Über Delicious Data

Delicious Data wurde von Valentin Belser und Jakob Breuninger gegründet und ist Vorreiter im Bereich der intelligenten Planungsoptimierung für Unternehmen im Lebensmittelsektor. Mithilfe der KI von Delicious Data können Kunden vermeidbare Lebensmittelverluste reduzieren und die operative Effizienz steigern. Bis Juli 2022 konnten bereits rund 820.000 Essen gerettet werden, was einer Einsparung von mehr als 1.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten entspricht. Weitere Informationen finden Sie unter: www.delicious-data.com

Über Bayern Kapital

Die Bayern Kapital GmbH mit Sitz in Landshut wurde auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung 1995 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der LfA Förderbank Bayern gegründet. Bayern Kapital stellt als Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern den Gründern innovativer High-Tech-Unternehmen und innovativen Technologieunternehmen in Bayern Beteiligungskapital zur Verfügung. Bayern Kapital verwaltet spezialisierte Beteiligungs-fonds mit einem Beteiligungsvolumen von rund 700 Millionen Euro. Bislang hat Bayern Kapital rund 370 Millionen Euro Beteiligungskapital in rund 300 innovative technologie-orientierte Unternehmen aus verschiedensten Branchen investiert, darunter Life Sciences, Software & IT, Werkstoffe & Neue Materialien, Nanotechnologie sowie Umwelttechnologie. Bayern Kapital hat die zum Teil börsennotierten und in ihren Branchen heute als Marktführer geltenden Unternehmen EOS Electro Optical Systems, congatec, MorphoSys, voxeljet, parcelLab, SimScale, proglove, Sirion Biotech und viele weitere bereits früh bei der Realisierung ihrer Projekte und auch großvolumiger Finanzierungsrunden unterstützt. So sind in Bayern über 8.000 Arbeitsplätze dauerhaft in zukunftsfähigen Unternehmen entstanden. www.bayernkapital.de

Invest-Impuls investiert in coapp

Mit dem Abschluss der Seed-Runde steigt die Finanzierung des Software-Startups auf rund eine Million Euro.

Die Netzwerkplattform vom hannoverschen Startup coapp ist in wenigen Minuten eingerichtet. Sie bringt Menschen und Ressourcen in Communities zusammen und kümmert sich um alle sozialen und finanziellen Transaktionen – ein Betriebssystem für hybrides Arbeiten und B2B-Share-Economy. Invest-Impuls von der hannoverimpuls GmbH hat gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft Plimo Ventures in das Startup investiert.

Netzwerke, Coworking-Spaces, Vereine oder größere Unternehmen – sie alle brauchen passgenaue Tools für die Zusammenarbeit. Mit coapp hat das hannoversche Startup coapp GmbH eine Plattform geschaffen, die intuitiv genutzt und an den individuellen Bedarf angepasst werden kann sowie eine Suchfunktion beinhaltet: Eine digitale Community-Plattform und Workspace-Management-Software in einem. Die White Label Software as a Service lässt sich nach eigenen Vorstellungen anpassen und kann auch für finanzielle Transaktionen wie die Abwicklung von Mitgliedsbeiträgen genutzt werden.

In einer Seed-Finanzierung haben sich Invest-Impuls von hannoverimpuls und die Beteiligungsgesellschaft Plimo Ventures jetzt an coapp beteiligt. Die neuen Investoren schließen sich dem Gründungsinvestor Hafven an und bilden zusammen eine starke Allianz aus dem Startup-Ökosystem der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Invest-Impuls Wirtschaftsfoerderung-hannover

„Mit dem frischen Kapital bekommen wir die zusätzliche Power, um mehr Community-Builder*innen zu helfen, die Menschen auf ihren Plattformen besser zusammenzubringen. Wir freuen uns, mit Invest-Impuls, Plimo Ventures und Hafven drei lokale Investoren an Bord zu haben, mit denen uns bereits viele Jahre gute Beziehungen und Zusammenarbeit verbinden und die in der Vergangenheit bereits ein gutes Händchen für innovative Startups bewiesen haben”, freut sich Jonas Lindemann, Mitgründer und CEO der coapp GmbH über die erfolgreiche Seed-Runde.

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„Mit Hardy Seiler, Magomed Arsaev und Jonas Lindemann setzen wir auf ein starkes Gründerteam. Sie bringen gute Voraussetzungen dafür mit, ihre Vision für den Wachstumsmarkt der B2B-Sharing-Economies in den nächsten Jahren Wirklichkeit werden zu lassen”, begründet Reinhard Hinrichs, Geschäftsführer der Hannover Beteiligungsfonds GmbH, das Investment.

Die Community Plattform von coapp wird neben dem hannoverschen Coworking-Space Hafven bereits von diversen weiteren Unternehmen mit tausenden Nutzer*innen vor allem in Deutschland eingesetzt. Mithilfe der neuen Finanzierungsrunde soll der weitere Ausbau der Plattform und das Wachstum im DACH-Raum vorangetrieben und coapp zum Betriebssystem für das Zeitalter des hybriden Arbeitens und der B2B-Sharing Economy werden. Mit dem Abschluss der Runde steigt die Finanzierung von coapp auf rund eine Million Euro.

Invest-Impuls und Hannover Beteiligungsfonds (HBF)

Der Hannover Beteiligungsfonds (HBF) ist ein regionaler Risikokapitalfonds der hannoverimpuls GmbH, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft von Stadt und Region Hannover. hannoverimpuls investiert mit dem HBF unter der Dachmarke Invest-Impuls in innovative technologieorientierte Startups in der Region Hannover. Fondsmanager ist die in frühen Phasen der Unternehmensfinanzierung spezialisierte EnjoyVenture Management GmbH.

coapp GmbH

Die Gründer Hardy Seiler und Jonas Lindemann, beide Mitbegründer der Hafven Innovation Community, fanden es unbefriedigend, dass es keine Community-Plattform gab, die Austausch und Wertschöpfung in einem einzigen Portal verband – deshalb holten sie Jonas Magomed Arsaev an Bord und begannen, coapp zu entwickeln.

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E-Mobility-Start-up DeepDrive sammelt vier Millionen ein

„Der Umstieg auf E-Mobilitätskonzepte ist einer der wichtigsten Trends unserer Zeit. Wir sind überzeugt, mit unserem Antriebssystem einige der grundsätzlichen Probleme großer Hersteller lösen zu können. Jetzt gilt es, die zahlreichen Interessenten abzuholen und unsere Technologie auf dem Markt zu etablieren“, sagt Stefan Ender, Co-Gründer und Co-Geschäftsführer von DeepDrive.

Bayern Kapital, die Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats, investiert mit dem Wachstumsfonds Bayern in DeepDrive. Das Münchener E-Mobility-Start-up entwickelt einen getriebelosen Radnabenantrieb, der auf die Lösung einiger der grundsätzlichen Probleme heutiger E-Fahrzeugkonzepte abzielt. Neben Bayern Kapital beteiligen sich zudem UVC Partners sowie die erfahrenen Business Angels Jonas Rieke (COO von Personio) und Peter Mertens (ehem. Entwicklungsvorstand von Audi und Volvo) an der Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 4,3 Mio. EUR.  

Getriebelosen Radnabenantrieb

Die DeepDrive GmbH mit Sitz in München wurde 2021 gegründet. Das E-Mobility-Start-up entwickelt einen neuartigen, getriebelosen und hocheffizienten elektrischen Radnabenantrieb, der durch seine kompakte, leichte Bauweise die Integration des Antriebs ins Rad erlaubt. Die innovative Konstruktion ist mit seinem kosteneffizienten, skalierbaren Design robust, leise und sowohl reichweiten- als auch drehmomentstark. DeepDrive ermöglicht durch seine Technologie neue Fahrzeugarchitekturen, die bislang in E-Fahrzeugkonzepten nicht zureichend darstellbar sind, und schafft Automobilherstellern neue Freiheiten in Aufbau und Design.

DeepDrive-Motor
DeepDrive-Motor

Das DeepDrive-Team lernte sich vor etwa zehn Jahren bei TUfast kennen, dem studentischen Motorsportteam der Technischen Universität München. Das Unternehmen hat sein innovatives Antriebskonzept seit seiner Gründung im vergangenen Jahr stark weiterentwickelt, Patente angemeldet, erste Prototypen des Antriebs gebaut und deren Funktion am Fraunhofer Institut validiert. Seit der Präsentation des elektrischen Radnabenantrieb auf der IAA in München im Herbst 2021 besteht immenses Interesse an der DeepDrive-Technologie, sowohl seitens Automobil- und Micro-Mobility-Fahrzeug-Herstellern als auch potentieller Fertigungspartner.
„Wir haben ein ambitioniertes Team und arbeiten bereits mit wichtigen strategischen Partnern und potentiellen Kunden zusammen. Dank der Unterstützung unserer Investoren haben wir die erforderliche finanzielle Rückendeckung, um das günstige Momentum voll auszuschöpfen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, ergänzt Felix Pörnbacher, ebenfalls Co-Gründer und Co-Geschäftsführer von DeepDrive.

Vision: Vollständige Plug-&-Play-Fahrzeugplattform

Die Mittel der Finanzierungsrunde plant das Unternehmen in die Optimierung ihrer Technologie, den Ausbau des Teams und die Bedienung der im Markt immens hohen Nachfrage nach Prototypen zu investieren. Perspektivisch plant das Unternehmen, vollständige Plug-&-Play-Fahrzeugplattformen anzubieten, die den Einsatz des innovativen Antriebs in modular aufbaubaren, flexibel skalierbaren Systemen ermöglicht. Dadurch sollen Fahrzeughersteller Entwicklungskosten und -zeit einsparen können, indem sie eigene Modelle direkt auf der DeepDrive-Plattform entwickeln.

„DeepDrive bewegt sich mit seiner innovativen E-Antriebstechnologie in einem der Kernfelder der Elektromobilität – Effizienz, die Schaffung von Reichweiten- und Kostenvorteilen sowie eine kompakte Fahrzeugintegration werden von DeepDrive in hohem Maße adressiert“, so Roman Huber, Geschäftsführer bei Bayern Kapital. „Wir sehen bei DeepDrive hohes Potenzial in einem schnell wachsenden Zukunftsmarkt.“

Über Bayern Kapital:

Die Bayern Kapital GmbH mit Sitz in Landshut wurde auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung 1995 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der LfA Förderbank Bayern gegründet. Bayern Kapital stellt als Venture-/Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern den Gründern innovativer High-Tech-Unternehmen und innovativen Technologieunternehmen in Bayern Beteiligungskapital zur Verfügung. Bayern Kapital verwaltet spezialisierte Beteiligungsfonds mit einem Beteiligungsvolumen von rund 700 Millionen Euro. Bislang hat Bayern Kapital rund 370 Millionen Euro Beteiligungskapital in rund 300 innovative technologie-orientierte Unternehmen aus verschiedensten Branchen investiert. www.bayernkapital.de

Zwei Millionen Finanzspritze für Iotis-Chip

Ein Fußball, der einen Iotis-Chip trägt und damit Dinge wie Kontakte, Richtung, Höhe und Geschwindigkeit misst und über eine App Live-Feedback liefert zur Leistungsverbesserung und vor allem fürs Teilen der Ergebnisse mit Freunden: Das ist die Vision des neuen „Smartballs“ des hannoverschen Sport-Startups iotis GmbH, das jetzt eine Seed-Finanzierung von 2,15 Millionen Euro einfahren konnte, um den Ballsport zu digitalisieren. Einer der Investoren: Hannover Beteiligungsfonds GmbH von Hannovers Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls.

Das Sport-Startup iotis wurde mit Angel-Investor und Ex-Fußballnationalspieler Fabian Ernst – Meister, Pokalsieger und ehemaliger Nationalspieler – gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, den Ballsport nachhaltig zu digitalisieren und an die Bedürfnisse der nachwachsenden Generationen anzupassen. Das erste Produkt ist ein smarter Fußball, der die Brücke von der analogen in die digitale Welt schlagen soll. Andere Ballsportarten wie Golf oder Tischtennis sind bereits in Planung.

Das Konzept des Smartballs, der an eine App gekoppelt ist, die Live-Feedback liefert, hat überzeugt und konnte jetzt 2,15 Millionen Euro Finanzierung einfahren. Die Investoren: IT-Konzern adesso und Sporttechnologiefirma Riedel Communications sowie starke niedersächsische Partner, die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Niedersachsen (MBG) und der Hannover Beteiligungsfonds (HBF) von hannoverimpuls: „Wir freuen uns sehr, mit hannoverimpuls auch einen starken Partner am Standort Hannover an Bord bekommen zu haben. Mit den neuen finanziellen und strategischen Möglichkeiten können wir unsere Vision von smarten Sportbällen nun noch mehr vorantreiben“, freut sich Lennardt Hachmeister, CEO und Founder von iotis.

Iotis – Technologie und Leisung

iotis setzt auf Sensortechnologie und komplexe Algorithmen, welche die Basis für die Trainingsplattform bilden. Nutzer*innen können so den digitalen Fußball mit einer Trainings-App verbinden und in Echtzeit Daten einsehen. Neben der reinen Leistungsverbesserung liegt ein großer Fokus auf dem Teilen der Ergebnisse mit Freunden. Spielerische Elemente runden das Trainingsangebot in der App ab.

„Uns freut es, dass immer häufiger auch größere Frühphasenfinanzierungen hier in Hannover stattfinden. Die iotis GmbH hat sich bewusst für den Standort entschieden und bekommt gerade durch die starken Netzwerkeffekte im lokalen Ökosystem großen Rückenwind was etwa Mitarbeitende oder Investor*innen angeht“, bilanziert Reinhard Hinrichs, Geschäftsführer des Hannover Beteiligungsfonds.

Neben den finanziellen Möglichkeiten, weiter in die Produktentwicklung und das Team zu investieren, öffnen sich für iotis durch die neuen Finanzmittel ein großer fachlicher Erfahrungsschatz und internationale Sportnetzwerke. Zusätzlich wurde das ursprüngliche Gründerteam um Lennardt Hachmeister und Christian Veit Sist durch Marcel Isakowitz (Ex Asian Football Confederation und Entrepreneur First) und den technischen Leiter Dr. Peter Blank (Ex Universität Erlangen und Portabiles) erweitert.

Web: iotis.tech

20 Millionen Euro für Proptech-Scale-up casavi

Das Scale-up casavi hat eine Series-B-Finanzierungsrunde im Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Das Münchener Software-as-a-Service-Unternehmen (SaaS) zählt mit seiner gleichnamigen Online-Lösung für die digital gebündelte Immobilien­bewirtschaftung und -verwaltung zu den reichweitenstärksten Proptech-Plattformen im europäischen Markt. Lead-Investoren der Runde sind digital+ Partners, der von Bayern Kapital verwaltete Wachstumsfonds Bayern und der High-Tech Gründerfonds (HTGF), zudem unterstützen auch die bestehenden Investoren Dquadrat und WENVEST das Münchner Unternehmen bei seiner künftigen Entwicklung. 

Eine effiziente und nutzerorientierte Bewirtschaftung von Gebäuden erfordert die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Verwaltern, Eigentümern, Mietern und Dienstleistern. Auf innovative Weise wird diese Zusammenarbeit ermöglicht durch casavi. Die casavi GbmH wurde 2015 in München von Peter Schindlmeier, Oliver Stamm und David Klötzer gegründet und beschäftigt derzeit 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Standorten in München, Frankfurt und Berlin.

Die gleichnamige Online-Plattform dient als digitales Bindeglied zwischen all diesen in der Immobilienwirtschaft aktiven Parteien. Mit der cloudbasierten Software-as-a-Service-Lösung von casavi können Wohnungsunternehmen und Gebäudeverwaltungen effizienter und kostengünstiger mit der Bewohnerschaft in Kontakt treten und dabei stärker auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen.

Kernfunktionen sind etwa ein Online-Vorgangsmanagement, Service-Apps für Mieter und Eigentümer sowie die digitale Dienstleister-Plattform Relay (Dienstleistersteuerung und Vernetzung des gesamten Gebäude-Ökosystems). Auf diese Weise werden aktuelle Informationen, Serviceangebote oder wichtige Dokumente transparent und jederzeit abrufbar für die Mieter und Wohnungseigentümer bereitgestellt. So können alle in der Immobiliennutzung involvierten Parteien schneller und kundenfreundlicher kooperieren.

Schon heute setzen rund 1.000 Immobilienverwalter und Wohnungsunternehmen auf die Cloud-Lösung von casavi, die Plattform wird für das Management von mehr als 1,6 Millionen Wohneinheiten und 70.000 Gebäuden in Deutschland, Österreich und der Schweiz genutzt.

„Mit casavi haben wir eine auf die spezifischen Anforderungen der Immobilienwirtschaft ausgerichtete Plattform etabliert und ermöglichen damit die digitale Vernetzung ihrer Beteiligten erstmals auf skalierbare Art und Weise“, erklärt casavi-Geschäftsführer Peter Schindlmeier. „Ohne die Unterstützung erfahrener, kapitalstarker Investoren wäre diese sehr erfolgreiche Entwicklung nicht möglich gewesen. Dank der aktuellen Finanzierungsrunde sind wir nun in der Lage, unsere bereits starke Marktposition weiter auszubauen.“

Nach bereits ersten erfolgreichen Projekten mit internationalen Kunden sollen die neuen finanziellen Mittel in die Erschließung weiterer Absatzmärkte in Europa fließen. Auch ist geplant, die Plattform um neue Features zu erweitern, zum Beispiel um Funktionen für hybride Eigentümerversammlungen (ETV) und ein Modul zur Abbildung der EU-weit gültigen EED-Verordnung. Zudem soll das Team an allen Standorten im kommenden Jahr um insgesamt mehr als 50 weitere Stellen ausgebaut werden.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Innovative Hightech-Gründungen sind auf signifikante Wagniskapitalbeteiligungen angewiesen, um die eigene Marktposition international zu halten und auszubauen. Mit dem von Bayern Kapital verwalteten Wachstumsfonds Bayern unterstützen wir innovative Technologieführer wie casavi seit vielen Jahren beim erfolgreichen Abschluss dieser großen Finanzierungsrunden. So tragen wir zur Schaffung zukunftsfähiger, attraktiver Arbeitsplätze bei und bringen den Spitzenstandort Bayern nachhaltig voran.“

Gemeinsam mit dem HTGF hatte sich Bayern Kapital erstmals 2016 mit dem Seedfonds Bayern an casavi beteiligt und zur Festigung der Technologieführerschaft beigetragen. „Wir sehen nach wie vor enormes Digitalisierungs- und Automatisierungspotential in der Immobilienwirtschaft. casavi ist auf dem besten Weg, dieses Potential in den kommenden Jahren auch international zu schließen“, sagt Roman Huber, Geschäftsführer von Bayern Kapital.

„Die Erfolgsgschichte des Unternehmens verkörpert, wofür der Hightech-Standort Bayern steht: Ein ambitioniertes Team, das mit Unternehmergeist und technologischem Know-how eine innovative Technologie zu einem skalierbarem Geschäftsmodell mit attraktiver Perspektive vorantreibt. Deshalb unterstützen wir casavi gern bei seinen kommenden Wachstumsplänen.“

Über casavi:

casavi, eine der reichweitenstärksten Proptech-Plattformen in Europa, führt die wichtigsten Beteiligten in der Bewirtschaftung von Immobilien – vom Verwalter, Eigentümer und Mieter über die unterschiedlichsten Immobiliendienstleister – auf einer Plattform zusammen und stellt so die effiziente und nutzerorientierte Bewirtschaftung von Gebäuden sicher. Die casavi-Kernfunktionen Vorgangsmanagement, Service-App und Dienstleister-Portal werden derzeit von ca. 1.000 Kunden für das Management von mehr als 1,6 Millionen Wohneinheiten und 70.000 Gebäuden in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt. Das 2015 gegründete Unternehmen beschäftigt an den Standorten München, Frankfurt/Main und Berlin derzeit 75 Mitarbeiter.

Über Bayern Kapital:

Die Bayern Kapital GmbH mit Sitz in Landshut wurde auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung 1995 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der LfA Förderbank Bayern gegründet. Bayern Kapital stellt als Venture-/Growth-Capital Gesellschaft des Freistaats Bayern den Gründern innovativer High-Tech-Unternehmen und innovativen Technologieunternehmen in Bayern Beteiligungskapital zur Verfügung.

Bayern Kapital verwaltet spezialisierte Beteiligungsfonds mit einem Beteiligungsvolumen von rund 700 Millionen Euro. Bislang hat Bayern Kapital über 350 Millionen Euro Beteiligungskapital in rund 300 innovative, technologie-orientierte Unternehmen aus verschiedensten Branchen investiert, darunter Life Sciences, Software & IT, Werkstoffe & Neue Materialien, Nanotechnologie sowie Umwelttechnologie. Bayern Kapital hat die zum Teil börsennotierten und in ihren Branchen heute als Marktführer geltenden Unternehmen EOS Electro Optical Systems, congatec, MorphoSys, voxeljet, parcelLab, SimScale und viele weitere bereits früh bei der Realisierung ihrer Projekte und auch großvolumiger Finanzierungsrunden unterstützt. So sind in Bayern über 8.000 Arbeitsplätze dauerhaft in zukunftsfähigen Unternehmen entstanden. www.bayernkapital.de

Startup PLAN3T sammelt 750.000 € ein

Das Hamburger Startup PLAN3T verkündet, dass es in seiner Pre-Seed Finanzierungsrunde 750.000 Euro von namhaften Investoren eingesammelt hat. PLAN3T ist das erste Belohnungssystem für nachhaltigen Konsum. Mit der kostenlosen App können umweltbewusste Konsument:innen ihren ökologischen Fußabdruck erfassen, auf einfache Art reduzieren und werden von über 50 nachhaltigen Partnermarken mit exklusiven Vergünstigungen belohnt. Die App wird in den kommenden Monaten durch eine Banking-Integration erweitert, wodurch sich das Startup im Fintech-Bereich etablieren möchte.

PLAN3T belohnt Nachhaltigkeit im Alltag

Aktuelle Marktforschungsergebnisse zeigen, dass über 60% der europäischen Konsument:innen nachhaltige Produkte kaufen wollen, aber lediglich 26% dieser Intention im Alltag tatsächlich folgen. Ein Hauptgrund hierfür besteht darin, dass umweltfreundliche Alternativen zumeist teurer als herkömmlich Produkte sind, wodurch viele Käuferschichten bei der Auswahl benachteiligt sind. PLAN3T ist die erste App weltweit, die umweltbewusste Konsument:innen für nachhaltige Kaufentscheidungen belohnt. Mit ihrer Lösung will das Startup nachhaltigen Konsum einfach und zugänglich für alle Käuferschichten machen.

Mithilfe der kostenlosen App können die User:innen ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck nachvollziehen und erhalten durch personalisierte Nachhaltigkeitstipps, erfolgreich abgeschlossene Challenges und die CO2 Kompensationen sogenannte Planet Coins. Die Planet Coins können bei über 50 nachhaltigen Partnerunternehmen eingelöst oder für Klimaschutzprojekte gespendet werden. Das Partnernetzwerk weitete das Startup in den letzten Monaten rasant aus – mittlerweile zählen bekannte Marken wie Enpal, tibber, SodaStream, refurbed, planted, WeShare und TIER dazu.

Das 8-köpfige Team rund um die drei Gründer Lukas Wehrhahn, Kaspar Wehrhahn und Christian Gärtner brachte im Frühjahr diesen Jahres ihre Betaversion in die deutschen App Stores. Die 6000 registrierten User:innen vermieden und kompensierten dabei bereits über 250 Tonnen CO2.

750.000 € für das Impact Startup aus Hamburg

An der Pre-Seed Finanzierungsrunde beteiligten sich unter anderem der renommierte Berliner Frühphaseninvestor APX, die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) sowie bekannte Business Angels aus der deutschen Digital- und Werbebranche, darunter Marc Sasserath, Guido Syré und die Mutabor Gründer Heinrich Paravicini und Johannes Plass.

APX Geschäftsführer Jörg Rheinboldt: “Wir haben als einer der ersten Investoren an PLAN3Ts Idee geglaubt – denn der Klimawandel kann nur entschleunigt werden, wenn jeder auch etwas dafür tut. PLAN3T schafft die perfekte Digitallösung, mit der nachhaltiges Engagement gewürdigt wird.”

Mit dem Investment planen die Gründer ihre App in den kommenden Monaten mithilfe einer Open-Banking- Integration (auf dem PSD-2 Standard) schrittweise zu automatisieren. Hierfür kann man sich bereits in der App anmelden.

Dazu sagt Gründer und CEO Lukas Wehrhahn: „Über die Verknüpfung des persönlichen Bankkontos lässt sich jede Transaktion mit einem CO2 Äquivalent versehen. Auf dieser Basis können wir unseren Nutzer:innen umweltfreundliche Alternativen vorschlagen und sie für Käufe bei unseren Partnerunternehmen automatisch mit Cashback belohnen.”

Derzeit ist die App ausschließlich in Deutschland verfügbar. Im kommenden Jahr plant das Startup in weitere europäische Länder zu expandieren.

Web: plan3t.one

Frisches Kapital für Start-Up Tidely

Liquiditätsplanung für KMU:

Anbieter von Liquiditätsplanungssoftware mit Künstlicher Intelligenz will europäischer Marktführer werden. Neue Finanzierungsrunde für Ausbau von Vertrieb und Entwicklung.

Die Tidely GmbH, Anbieter von KI-basierter Software für Liquiditätsplanung, hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Mit 1,2 Millionen Euro Seed-Kapital von bestehenden und neuen Investoren will das in diesem Jahr gegründete Start-Up das dynamische Wachstum finanzieren und seine Software-as-a-Service-Lösung weiterentwickeln.

Tidely ist eine intuitiv bedienbare Software für die ganzheitliche Planung von Einnahmen und Ausgaben. Damit ist professionelles Liquiditätsmanagement auch kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Gründern zugänglich. Anwenderinnen und Anwender können den Finanzstatus auf übersichtlichen Dashboards überblicken und auch ohne Spezialkenntnisse in Finanzfragen anspruchsvolle Analysen durchführen. Mit Tidely verfolgen sie die Entwicklung ihrer Geldbestände in Echtzeit und sehen im Cash-Flow-Forecast schon heute, wie viel Geld sie morgen, in einer Woche oder einem Jahr zur Verfügung haben. In Szenario-Analysen können sie die Auswirkungen von Geschäftsentscheidungen auf die Liquidität durchspielen. Auch offenen Rechnungen lassen sich damit ganz einfach verwalten. Der aufwändige und fehleranfällige Umgang mit Excel entfällt. Die Tidely-Software kommt als flexibler Abo-Service aus der Cloud.

Tidely – eine Erfolgsgeschichte

Liquiditätsmanagement ist in unsicheren und volatilen Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Laufen etwa Zahlungen von Kunden außer Plan, kann das schnell zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Lösungen für die Vorausschau und die Prüfung des Rechnungseingang sind entsprechend stark gefragt. In nur acht Monaten seit der Gründung konnte Tidely bereits mehr als 500 Unternehmen für seine Lösung begeistern. Das inzwischen über 20-köpfige Team arbeitet intensiv an der Weiterentwicklung hin zur umfassenden Finanzmanagement-Plattform.

An der aktuellen Finanzierung beteiligten sich alle Teilnehmer der ersten Runde – die Gründer, Business Angels und institutionelle Investoren wie Cannonball.

Neu hinzu kam als weiterer Lead Investor Harald Popp. Er sagte: „Als CFO eines börsennotierten Unternehmens bin ich täglich mit den besonderen Herausforderungen des Liquiditätsmanagements konfrontiert. Seit der Geburtsstunde habe ich als Advisor die Entwicklung von Tidely begleitet. Ich freue mich, nun auch als Investor den weiteren strategischen Ausbau mitzugehen. Das wird eine integrierte Plattform zur aktiven Steuerung der Finanzen für KMU.“

„Wir wollen europäischer Marktführer für Liquiditätsmanagementsoftware werden. Tidely wird mit dem Kapital aus der neuen Finanzierungsrunde das Team erweitern, den Vertrieb stärken und die Software weiterentwickeln. Durch unser intelligentes und kosteneffizientes Liquiditätsmanagement-Tool erhalten kleine und mittlere Unternehmen einen sofortigen Überblick. So können Sie präziser planen und verschiedene Szenarien entwickeln. So können sie Liquiditätskrisen vermeiden, was unter anderem wegen der Pandemie-bedingten Unsicherheiten besonders wichtig ist“, so Niclas Storz, Gründer und einer der Geschäftsführer der Tidely GmbH.

Über den weiteren Weg, Dr. Jörg Haller, Mitgründer und Geschäftsführer: „Unser Ziel ist es, Tidely zur Schaltzentrale der Finanzen für Start-Ups und KMUs zu entwickeln. Ausgehend von der Planung und dem Monitoring der Liquidität, über die aktive Steuerung und Verwaltung der Cashflows, bis hin zur Optimierung der eigenen Finanzsituation werden Unternehmer und Finanzverantwortliche die Unternehmensfinanzen mit dem intelligenten und intuitiven Tool Tidely steuern können.“

Über die Tidely GmbH

Tidely wurde im Januar 2021 von Niclas Storz, Dr. Jörg Haller, Dr. Stefan Tuschen und Archibald Sheran in München gegründet. Die gleichnamige Software für das Liquiditätsmanagement von KMU schafft dank Künstlicher Intelligenz volle Transparenz über die finanzielle Situation in Echtzeit und ermöglicht die Optimierung zukünftiger Cashflows. Entscheidungsträger erfassen die finanzielle Situation auf einen Blick, vermeiden Liquiditätsengpässe und können zudem offene Rechnungen effizient verwalten. Sie können fundierte Entscheidungen treffen, wenn sie mit liquiditätsbezogenen Unsicherheiten konfrontiert werden. Die Software kommt als flexibler Abo-Service aus der Cloud. Mehr unter tidely.com

Decacorn Celonis knackt die Marke

Deutschland hat erstmals ein Decacorn. So werden Start-ups genannt, die mit mindestens zehn Milliarden Dollar bewertet werden. Der Softwareanbieter Celonis ist das erste Unternehmen, das diese Marke geknackt hat.

In einer neuen Finanzierungsrunde beteiligen sich Investoren mit weiteren 820 Millionen Euro, umgerechnet einer Milliarde Dollar. Unter Berücksichtigung dieses Kapitals steigt die Bewertung des Münchener Start-ups auf 9,1 Milliarden Euro, also 11,1 Milliarden Dollar. Der Softwareanbieter ist damit nach Handelsblatt-Informationen das zweitwertvollste Start-up Europas.

Celonis und ein Verprechen

Bastian Nominacher, Alexander Rinke und Martin Klenk haben sich bei einer studentischen Unternehmensberatung in München kennen gelernt und 2011 das Unternehmen gegründet. Die drei Münchener Gründer versprechen, mit ihrer Software die Prozesse in Unternehmen effizienter zu machen. Investoren geben ihnen jetzt eine Milliarde Dollar für eine neue Maschine. Die soll das Management noch weiter automatisieren.

Wieder verkündet ein deutsches Startup eine Mega-Finanzierung. Diesmal nimmt Der Softwareanbieter eine Milliarde Dollar von Investoren ein, um seine rasante Expansion voranzutreiben. Viele Konzerne lassen bereits ihre Abläufe von Celonis durchleuchten und effizienter gestalten. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer in diesem Bereich. Zu den Kunden des Startups gehören zahlreiche Großkonzerne wie die Deutsche Telekom, Siemens und die Deutsche Bank, die laut Celonis durch die Verbesserung von Prozessen etwa in der Buchhaltung hohe Summen einsparen konnten. Bei der Lufthansa konnte Celonis demzufolge die Pünktlichkeit der Flüge erhöhen.

Zukunftsfonds zur Start-up-Finanzierung

Die Bundesregierung stellt zusätzliche 10 Mrd. Euro für einen Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien als Zukunftsfonds bereit. Profitieren werden davon insbesondere Start-ups in der Wachstumsphase mit einem hohen Kapitalbedarf. Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier beauftragte die KfW mit der Umsetzung und Verwaltung des Zukunftsfonds.

„Allein der Bund wird für den Zukunftsfonds 10 Mrd. Euro in die Hand nehmen. Gemeinsam mit weiteren privaten und öffentlichen Partnern werden wir damit mindestens 30 Mrd. Euro an Wagniskapital für Start-ups in Deutschland mobilisieren. Mit unseren bestehenden Finanzierungsinstrumenten stellen wir so in den nächsten Jahren zusammen mit privaten Kapitalgebern über 50 Mrd. Euro an Wagniskapital für Start-ups bereit. Das sucht seinesgleichen in Europa und ist auch im internationalen Vergleich ein bedeutender Beitrag.“

Unter dem Zukunftsfonds sollen verschiedene Maßnahmen („Bausteine“) zur Förderung von Zukunftstechnologien gebündelt werden. Die ersten Bausteine können Mitte April starten. Innerhalb des KfW-Konzerns ist KfW Capital mit der Koordination des Zukunftsfonds betraut.
Dazu KfW-Vorstandsvorsitzender Dr. Günther Bräunig: „Innovative Technologieunternehmen werden durch den Zukunftsfonds besseren Zugang zu Kapital erhalten, insbesondere für Wachstumsfinanzierungen. Wir engagieren uns mit eigenen Mitteln in Höhe von über 2 Mrd. Euro, und unsere Beteiligungstochter KfW Capital wird die einzelnen Produktbausteine für den Bund koordinieren.“

Ausbau KfW Capital

KfW Capital erhöht mit Unterstützung des ERP-Sondervermögens und des Zukunftsfonds das Zusagevolumen für Venture Capital-Fonds, Growth-Fonds und Venture Debt-Fonds in den nächsten zehn Jahren um rd. 2,5 Mrd. Euro. KfW Capital wird dadurch insbesondere ihren Investitionsfokus auf Wachstumsfinanzierungen von Start-ups ausweiten. Die Beteiligungen von KfW Capital erfolgen weiterhin grundsätzlich zu den gleichen Bedingungen wie die Investition privatwirtschaftlicher Mitinvestoren (pari passu).

Zukunftsfonds

EIF-Wachstumsfazilität

In Anlehnung an die vorhandene ERP/EIF-Wachstumsfazilität wird eine bis zu 3,5 Mrd. Euro große Wachstumsfazilität geschaffen, welche in Wachstumsfonds und in Wachstumsfinanzierungsrunden von Start-ups investiert. Die Beteiligung erfolgt grundsätzlich zu den gleichen Bedingungen wie die Investition privatwirtschaftlicher Mitinvestoren (pari passu).

DeepTech Zukunftsfonds

Der bis zu 1 Mrd. Euro anwachsende DeepTech Future Fonds beteiligt sich zu Pari-passu-Bedingungen mit einer längerfristigen Investitionsperspektive direkt an DeepTech-Unternehmen. DeepTech-Unternehmen entwickeln tiefgreifende Innovationen mit erheblichem gesamtwirtschaftlichen Wirkungspotenzial. Die Entwicklung bis zur Markreife ist sehr zeit- und kapitalintensiv. Mit dem neuen DeepTech Future Fonds sollen solche Technologien in Deutschland zur Marktreife gebracht werden.

KfW Capital 2020: verlässlicher Partner

Trotz Pandemie: planmäßige Erhöhung der ERP-VC-Fondsinvestments auf 184 Mio. EUR. Wichtiger Stabilisator: Konstruktion und Durchführung der 1. Säule der Start-up-Hilfen des Bundes

KfW Capital konnte im herausfordernden Jahr 2020 seine Rolle als verlässlicher Partner für den VC-Markt weiter ausbauen: Die Zusagen des Geschäftsfeldes beliefen sich insgesamt auf 871 Mio. EUR (inkl. Zusagen des Europäische Investitionsfonds (EIF) im Rahmen des Corona-Maßnahmenpakets des Bundes für Start-ups).

Das Zusagevolumen im Programm „ERP-Venture Capital-Fondsinvestments“, das KfW Capital mit Unterstützung des ERP-Sondervermögens durchführt, konnte dabei planmäßig von rd. 155 Mio. EUR um rd. 19 % auf 184 Mio. EUR gesteigert werden. Insgesamt erhielten im vergangenen Jahr weitere zwölf, in Deutschland investierende VC-Fonds Investmentzusagen. Damit bewegt sich KfW Capital auf dem angestrebten Ausbaupfad. „Zusätzlich zu den Corona-Maßnahmen haben wir über das gesamte Jahr wie geplant investiert. Erfreulicherweise haben wir viele, sehr professionelle VC-Fonds gesehen, die Start-ups und innovative Wachstumsunternehmen in Deutschland schätzen“, sagt Dr. Jörg Goschin, der gemeinsam mit Alexander Thees KfW Capital als Geschäftsführer leitet.

KfW Capital strukturierte außerdem gemeinsam mit der KfW und in Abstimmung mit dem Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium ab Anfang April die

  1. Säule der Start-up-Hilfen des Bundes, zu der u.a. die Corona Matching Fazilität gehört, und führte das Hilfsprogramm ab Mitte Mai gemeinsam mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) durch. „Die Säule 1 der Start-up-Hilfen des Bundes ist gut angenommen worden und war im Jahr 2020 ein wichtiger Stabilisator für den insbesondere in den ersten Monaten der Pandemie verunsicherten VC-Markt“, sagt Alexander Thees, Geschäftsführer von KfW Capital.

Per 31.12.2020 wurden bei KfW Capital und dem EIF rd. 685 Mio. EUR (inkl. High-Tech Gründerfonds, exklusive ERP-Startfonds) vertraglich zugesagt; inkl. des ERP-Startfonds lag das Volumen zum Jahressende bei 714 Mio. EUR. Die VC-Fonds wollen die Corona-Hilfen zusammen mit weiterem Kapital in rund 300 Start-ups und innovative Wachstumsunternehmen in Deutschland investieren.

Das gesamte Portfolio der VC-Fondsinvestments bestand zum Jahresende 2020 aus 46 Fonds. Bei 781 Mio. EUR zugesagtem Kapital beläuft sich das kumulierte Volumen dieser in Deutschland investierenden VC-Fonds auf mehr als 10 Mrd. EUR. Insgesamt haben die VC-Fonds damit bereits mehr als 1100 Start-ups und junge Technologieunternehmen finanziert. Unter den Fonds sind sowohl etablierte Folgefonds als auch First-Time-Fonds. Rund 70 % des Fondsvolumens von KfW Capital haben ihren Fokus auf ICT, Life Science, Industrial Tech; etwa 30 % investieren branchenübergreifend.

Mehr über KfW Capital

erfahren Sie auf der offiziellen Webseite.

Neue Female Start-ups

Frauen sind in der Startup-Szene noch immer eher die Ausnahme. hannoverimpuls will das ändern und lenkt den Blick auf die Rolle von Wagniskapital-Geberinnen. In einer Online-Veranstaltung konnten sich interessierte Frauen Einblick verschaffen, welche Chancen und Effekte – neben der möglichen Rendite – ihr mögliches Invest als Business Angel in Female Start-ups für die gesamte Wirtschaft bereithält.

Männer investieren immer noch eher in männliche Gründungsteams, die Ursachen sind divers, aber wirtschaftliche Gründe lassen sich für die Bevorzugung nicht festmachen. Sollten Gründerinnen also einfach auf weibliche Angel Investments setzen, um an die nach der Gründung besonders wichtige Finanzierungsquelle für ihr Unternehmen zu kommen? Da können die Teams bisher lange suchen. Es gibt in Deutschland kaum Frauen, die privates Kapital in Startups investieren. Der Anteil von Partnerinnen in deutschen Wagniskapital-Firmen (VC) liegt bei nur vier Prozent, wie etwa die Boston Consulting Group (BCG) ermittelt hat. Auch die Studie #femalestartupsnds von Gründerinnen-Consult, die vom Niedersächsischen Sozialministerium, vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium und mit EU-Mitteln finanziert wurde, kam nach der Befragung von 30 Startup-Unternehmerinnen aus Niedersachsen zu einem Ungleichgewicht der Geschlechter bei Finanzierungen.

Female Start-ups

„Wer das Startup-Ökosystem diverser und gerechter gestalten will, muss Investorinnen fördern. Denn sie sind der entscheidende Schlüssel, um Gründerinnen zu mehr Kapital zu verhelfen und ihre Anzahl zu erhöhen“, sagt Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls. Deshalb hat hannoverimpuls erstmals eine Veranstaltung für Investorinnen mit Expert*innen auf die Beine gestellt.

Female Start-ups

„Es gibt sie, die weiblichen Business Angels, die innovativen Female Startups mit Kapital und unternehmerischem Know-how unter die Arme greifen“, erläutert Dr. Ute Günther, Vorstand Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND), „aber sie sind viel zu wenige.“

Angel Investments in Startups

Frauen sind in der Startup-Szene noch immer eher die Ausnahme. hannoverimpuls will das ändern und lenkt den Blick auf die Rolle von Wagniskapital-Geberinnen. In einer Online-Veranstaltung konnten sich interessierte Frauen Einblick verschaffen, welche Chancen und Effekte – neben der möglichen Rendite – ihr mögliches Invest als Business Angel in Female Startups für die gesamte Wirtschaft bereithält.

Männer investieren immer noch eher in männliche Gründungsteams, die Ursachen sind divers, aber wirtschaftliche Gründe lassen sich für die Bevorzugung nicht festmachen. Sollten Gründerinnen also einfach auf weibliche Angel Investments setzen, um an die nach der Gründung besonders wichtige Finanzierungsquelle für ihr Unternehmen zu kommen? Da können die Teams bisher lange suchen. Es gibt in Deutschland kaum Frauen, die privates Kapital in Startups investieren. Der Anteil von Partnerinnen in deutschen Wagniskapital-Firmen (VC) liegt bei nur vier Prozent, wie etwa die Boston Consulting Group (BCG) ermittelt hat. Auch die Studie #femalestartupsnds von Gründerinnen-Consult, die vom Niedersächsischen Sozialministerium, vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium und mit EU-Mitteln finanziert wurde, kam nach der Befragung von 30 Startup-Unternehmerinnen aus Niedersachsen zu einem Ungleichgewicht der Geschlechter bei Finanzierungen.

„Wer das Startup-Ökosystem diverser und gerechter gestalten will, muss Investorinnen fördern. Denn sie sind der entscheidende Schlüssel, um Gründerinnen zu mehr Kapital zu verhelfen und ihre Anzahl zu erhöhen“, sagt Doris Petersen, Geschäftsführerin von hannoverimpuls. Deshalb hat hannoverimpuls erstmals eine Veranstaltung für Investorinnen mit Expert*innen auf die Beine gestellt.

„Es gibt sie, die weiblichen Business Angels, die innovativen Startups mit Kapital und unternehmerischem Know-how unter die Arme greifen“, erläutert Dr. Ute Günther, Vorstand Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND), „aber sie sind viel zu wenige.“ BAND sieht den Anteil bei etwa sieben Prozent der rund 10.000 deutschen Geschäftsengel. Um das zu durchbrechen, sprach sie auf Einladung von hannoverimpuls in einer Online-Veranstaltung darüber, was Investitionen in Startups ausmacht und welche Chancen und Risiken es gibt – und wie man aussichtsreiche Startups auswählt. Denn, so ihre Analyse: „Aufgrund des skizzierten ,Gender Bias‘ gibt es aktuell noch ein enormes Potenzial an guten Geschäftsideen und ambitionierten Gründerinnen!“

So ist es beispielsweise bezeichnend, dass innovative Gründungsprojekte von Frauen, zu denen auch Femtech-Dienste gehören wie Apps zur Schwangerschaftsbegleitung oder Zykluskontrolle, die für die Hälfte der Weltbevölkerung relevant wären, nur aus zwei Prozent des Kapitals gespeist werden sollen. Das ist der geschätzte Anteil an globalem VC-Volumen, der an Gründerinnen geht. Mit Blick auf technische Innovationen profitiert auch der Gesundheitssektor von gut ausgebildeten Gründerinnen mit entsprechendem Know-how. Das Potenzial will hannoverimpuls mit seinem kürzlich gestarteten Projekt „Female Health Incubator“ steigern. Hier werden Frauen-Gründungen dabei unterstützt, Geschäftsmodelle zu realisieren, die die weibliche Gesundheit im Fokus haben. Der Schwerpunkt liegt auf „Femtech“ und „Digital Health“.

Daten belegen, es lohnt sich, in weibliche Gründungsteams zu investieren. Sie erreichen bessere Umsätze und sind im Schnitt erfolgreicher als rein männliche Teams: Für jeden in sie investierten VC-Dollar erwirtschaften Female Founders 78 Cent Umsatz, Männer dagegen nur 31 Cent – so das Ergebnis einer Studie der Boston Consulting Group. „Frauen verbinden mit ihrer Geschäftsidee häufig ein höheres Ziel, indem sie ein medizinisches, gesellschaftliches, soziales oder ökologisches Problem lösen oder zumindest minimieren wollen. Hier spielt nicht nur der wirtschaftliche Erfolg eine Rolle, sondern das Engagement für eine bessere Zukunft“, beschreibt es Viktoria Vorwachs, die die hannoversche Studie #femalestartupsnds bei Gründerinnen-Consult betreut hat.

Nach praktischen Einblicken in die Investments von Angel-Investorin Juliane Schiefer und Vorstellung von Netzwerken und Institutionen, die Zugang zu Startups ermöglichen und Investments begleiten, hatten die angehenden Investorinnen noch viel Gelegenheit zu individuellen Gesprächen mit den Expert*innen. Eine rundum gelungene Auftaktveranstaltung, die unbedingt Wiederholung finden soll: „Wird Female Entrepreneurship gefördert, profitieren nicht nur die Frauen selbst, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft“, bringt Veranstalterin Doris Petersen das Fazit anschaulich auf den Punkt.

Gründerinnen-Consult

Angesiedelt bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls, unterstützt und berät das EU-geförderte Projekt Frauen im Gründungsprozess. Ein Fokus liegt dabei auf Startup-Gründerinnen. Um im niedersächsischen Startup-Ökosystem ein besseres Gründungsklima zu schaffen, hat Gründerinnen-Consult unter anderem die Studie #femalestart-upsnds durchgeführt und Handlungsempfehlungen zur Unterstützung weiblicher Innovationsgründungen entwickelt. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des F.I.F.A.-Landesprogrammes des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung.

Neuer Gründer-Fonds für Start-ups

Engagement für einen neuen Gründer-Fonds nahm die Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner der Technischen Universität München (TUM) wörtlich, nachdem sie zu Jahresanfang in den Aufsichtsrat des mit der TU liierten Gründerzentrums „UnternehmerTUM“ einzog: Achleitner, die auch bei der Risikokapitalfirma Eventures dabei ist, steckte einiges Geld in den dritten Fonds des von dort gemanagten unabhängigen Ablegers UVC Partners, so das Handelsblatt.

Ein neuer Gründer-Fonds stellt 150 Millionen Euro Kapital bereit. Mit dabei ist neben namhaften Family Offices auch Wirtschaftsprofessorin Ann-Kristin Achleitner und BMW-Erbin Susanne Klatten.

Gründer-Fonds mit Promis

„Ich sah es als selbstverständlich an, hier zu investieren“, sagt die Wissenschaftlerin und Multi-Aufsichtsrätin. Die Vorläuferfonds UVC I (2011) und UVC II (2017) werden jetzt schon weit in den Schatten gestellt. Sie hatten insgesamt 30 Investments getätigt. Das Geld soll in Objekte im Geschäft für Business-to-Business („B2B“) fließen, und zwar für Industrie 4.0 (Internet of Things), Software und Mobilität. Das Vorzeige-Erfolgsunternehmen der eigenen Aktivitäten ist Flixbus, das zu den deutschen „Unicorns“ mit Milliardenbewertung zählt, aber auch Konux, Twaice oder Fazua sind bekannte Investments.

UVC-Investorin Susanne Klatten ist eine „wichtige Persönlichkeit“, sagt UVC-Manager von Borries: „Ihr finanzielles Engagement bei UVC überzeugt viele Familien-unternehmen. Gerade die Erbengeneration investiert vermehrt in Start-ups – und legt Wert auf den Heimatfaktor.“ Zu den institutionellen Investoren gehören KfW Capital und der Europäische Investitionsfonds (EIF). Die Mischung aus Kapital, Großkunden, Forschung und Talent sind die „perfekte Kombination, um B2B-Unicorns aufzubauen“.

BMW-Erbin Susanne Klatten

Fonds-Investorin: BMW-Erbin Susanne Klatten

Digitalisierung werde in Zukunft vor allem in der Beziehung zwischen Unternehmen ablaufen. Insgesamt sehen die Macher von UVC aber noch einen Riesennachholbedarf bei Venture Capital in Deutschland. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt der Anteil mit 0,13 Prozent auf Niedrigst-Niveau, verglichen mit den USA (0,64 Prozent) und Großbritannien (0,3 Prozent).

Nach einer Studie der Unternehmensberatung Opitz-Müller & Partner liegen die Münchner in einem Qualitätsindex als Zweiter hinter der Berliner Gruppierung Project A Ventures – vor Global Founders Capital der Samwer-Brüder und dem russischen Spezialisten Target Global. Stolz ist man in Garching darauf, dass beispielsweise die Gründer der Eigenschöpfung Flixbus wie André Schwämmlein selbst in die Generation neuer Start-ups investieren.

Goodbye Startups, hello Private-Equity

Die von Politikern in Sonntagsreden stets hochgelobte Startup-Szene erweist sich bei genauerer Betrachtung oftmals als große Blase, aufgebläht von Sprüche klopfenden Youngsters, den die Strategen in den Family-Offices der Milliardärs-Klasse lieb gern ihr Geld anvertraut, das bei den Hoffnungsträgern der zukünftigen Wirtschaft – vor wie in der Corona-Krise – in beste Hände zu liegen scheint. Doch nun verkündet ein Insider und eifriger Akteur der deutschen Startup-Szene seinen Ausstieg: Christoph Gerlinger. Seine „German Startups Group“ wechselt vom börsennotierten Wagniskapitalgeber zu einem Private-Equity-Investor. Fortan spielt der Ex-Gründer in der Champions Liga der Investment-Branche mit, deren Namen die Schlagzeilen in der internationalen Finanzpresse zieren: KKR, Blackstone, Permira oder EQT zählen unter vielen anderen dazu. Von EQT ist der Deal mit Enchilada oder BackWerk noch in bester Erinnerung der Franchise-Szene. Auch künftige dürften die Scouts etwa der Partners Group in der Schweiz den Büros den Analysten weitere zur Beteiligung reifen Franchise-Systemen sowie den übrigen Hidden Champions im Mittelstand geben, wie es unlängst mit KAMPS oder Nordsee passierte.

Berlin, Singapur, Frankfurt

Auf solche Deals will sich nunmehr auch Christoph Gerlinger kaprizieren. Die 2012 gegründete German Startups Group (GSG), bislang ein führender Venture Capital-Investor in Deutschland, fusioniert vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Hauptversammlung am 7. August 2020 mit SGT Capital Pte. Ltd., einem globalen Alternative Investment- und Private Equity-Asset Manager mit Hauptsitz in Singapur und Ländergesellschaft in Frankfurt am Main. Mit Abschluss der Fusion wird das zusammengeführte Unternehmen in SGT German Private Equity GmbH & Co. KGaA umfirmieren und ihren Sitz nach Frankfurt am Main verlegen Das benötigte Spielgeld im Firmen-Monopoly sollen Anleger aufbringen, die ihr Erspartes einem neu aufgelegten Fond anvertrauen. Dabei greift Gerlinger noch nicht mal in die Vollen – 1 bis 3,5 Milliarden Euro sollen in der ersten Runden zusammenkommen. Zum Vergleich: EQT verwaltet ein Vermögen von 44 Milliarden Dollar. Im Fokus künftiger Beteiligungen liegen Technik und Gesundheit.

GSG, Wiwo, CDU

Christoph Gerlinger, Jahrgang 1967, zeichnete die Wirtschaftswoche 20o6 als profilierten deutschen Risikokapitalgeber und Internetunternehmer aus und im Experten-Beirat der CDU für Digitalisierung bringt er sein Wissen ein. Gerlinger, der mit dem Börsengang seiner German Startups Group (GSG) vor zwei Dekaden zum Star der Berliner Start-up-Szene avancierte, zieht nun eine ernüchternde Bilanz. Sein Geschäftsmodell habe letztlich nur Verlust gemacht, vertraute er der FAZ an. „Der Börsenwert habe nie den Wert der Beteiligungen etwa der Essensplattform Delivery Hero, den Online-Händler Mr. Spex mit Brillen und Chrono24 für Luxusuhren widergespiegelt.“ Diese Beteiligungen sollen nach und nach abgestoßen werden. Zur Disposition stehen auch das Online-Auktionshaus AutionTech, die Digitalagentur Exozet oder German Crypto Tech, dem ersten auf real existierenden Werten basierenden deutschen Token im weltweit boomenden Blockchain-Business.

Back to Roots

Mit der Sitzverlegung von der Spree an den Main kehrt Christoph Gerlinger an seine alte Wirkstätte zurück. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität zu Frankfurt am Main gründete er die Gerlinger & Partner GmbH, ein bis heute existentes Consulting-Büro. 1999 stieg der Betriebswirt und „qualifizierter Banker“ als Finanzvorstand bei der CDV Software Entertainment AG in Karlsruhe. Parallel zum Job wagte er eine weitere Gründung mit der Frogster Interactive Pictures AG, die 2006 an die Börse ging und vier Jahre darauf von einem Wettbewerber übernommen wurde. Nach einem zwölfmonatigen Intermezzo als General Manager von Atari Deutschland startete er im Mai 2012 mit der GSG, die ihren Sitz in Berlin hatte, falls die Aktionäre dazu erwartungsgemäß nicken.

Für Gerlinger und seine Kompagnons ist die Sache freilich jetzt schon klar: „Für den Sitz der Holding wurde in Anbetracht eines angestrebten Investmentschwerpunkts in Europa, des Brexits und des Standorts der GSG in Deutschland Frankfurt am Main gewählt, wo bereits seit Mai 2020 eine Niederlassung unterhalten wird.“ Finanziell herrscht trotz Startups-Debakel klar Schiff: „Die German Startups Group hat zur Vorbereitung auf die Transaktion noch im ersten Halbjahr 2020 ihre sämtlichen Minderheitsbeteiligungen in ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft German Startups Group VC GmbH ausgegliedert und ihre gesamte ausstehende Wandelanleihe in Höhe eines Nominalwerts von 3 Millionen Euro zurückerworben und damit ihre sämtlichen verbliebenen Finanzschulden getilgt.“

INFO

Start-up City Berlin

Der 2012 gegründete Bundesverband Deutsche Startups schätzt die Zahl der Start-ups auf rund 9.000. Nicht jede Existenzgründung ist ein Start-up. Für den Verband zählen Firmen als Start-up, wenn sie jünger als zehn Jahre sind, ihre Geschäftsidee innovativ und skalierbar ist, also Wachstumspotenzial hat.

Die Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern führt Berlin an. In der Kapitale haben im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 198 Personen eine selbstständige Tätigkeit begonnen. Brandenburg tauscht mit Hamburg den Platz und liegt erstmals an zweiter Stelle (155 Existenzgründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen). Es ist zu vermuten, dass die überdurchschnittliche Gründungstätigkeit in Berlin in dessen Peripherie ausstrahlt, weil Gründerinnen und Gründer ihre Stand- oder Wohnorte beispielsweise kostenbedingt in den „Speckgürtel“ verlagern. Davon profitiert Brandenburg direkt. Hamburg kann mit 122 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige knapp Platz 3 vor Bayern mit 121 Gründungen behaupten.

Unabhängig vom Ranking tobt in der Startup-Szene ein Richtungskampf – Geschäftsideen mit App-Gimmicks im B-to-C-Business oder ein Schwerpunkt auf HighTech. Im Gründerzentrum Berlin Adlersdorf stellt sich diese Alternative nicht, hier werden technologische Neuerungen für den B-to-B-Geschäft präferiert. „Wir wollen Wissenschaft, Unternehmen und Start-ups vernetzen“, sagt Wista-Geschäftsführer Roland Sillmann im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung (SZ), in unserem Gründungszentrum sind mehr als 90 Unternehmen ansässig“. Sein Credo: „Wir machen hier Hightech. Wir haben wenig gemein mit den Cappuccino-Trinkern aus Mitte. Wir wollen, dass Berlin wieder ein Industriestandort wird.“ – Mit Christoph Gerlinger verabschiedet sich nun ein Mann aus Mitte.

Ökosystem Start-up

„Chance nutzen, um gestärkt in die Zukunft zu gehen“

Das Deutsche Börse Venture Network wurde 2015 gegründet, um Start-ups besser mit Wachstumskapital zu versorgen. Es erleichtert Unternehmen von der frühen bis zur späten Wachstumsphase Zugang zu Kapital und bietet dazu maßgeschneiderte Services. Im Interview erklärt Peter Fricke, der das Deutsche Börse Venture Network leitet, wie sich das Ökosystem entwickelt hat, wo Start-ups weiterhin Unterstützung brauchen und welche Auswirkungen die Corona-Pandemie hat.

Herr Fricke, das Deutsche Börse Venture Network wurde 2015 in enger Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium gestartet, um die Finanzierung von Wachstumsunternehmen in Deutschland zu stärken. Was hat sich seitdem getan?
Als wir 2015 angetreten sind, eine vorbörsliche Plattform für Wachstumsfinanzierung aufzubauen, war der Standort vor allem durch e-Commerce Unternehmen und erhebliche Finanzierungslücken geprägt. Seitdem hat sich im Ökosystem eine ganze Menge getan. Die Business-Modelle sind komplexer geworden und vor allem in den Bereichen Software/Analytics, Fintech und Mobilität genießt Deutschland internationale Aufmerksamkeit. Auch Kapital ist zunehmend vorhanden, die Venture Capital (VC) Finanzierungen in Deutschland haben sich in den letzten fünf Jahren mit rund 6 Mrd. Euro mehr als verdoppelt, jedoch nicht zuletzt durch ausländische Kapitalgeber. Zudem gab es viele positive Impulse, sowohl von Seiten der Wirtschaft als auch durch die Politik, etwa über die dritte Fondsgeneration des High-Tech Gründerfonds oder die Neugründung der KfW Capital. Insgesamt zeigt sich, dass die Aufmerksamkeit der Politik für die Gründerszene in Deutschland sehr stark gestiegen ist. Schließlich hat das nun viele Jahre andauernde positive Geschäftsklima auch zu vermehrten Exits bei Start-ups geführt. Viele dieser ehemaligen Gründer sind heute wieder als Business Angel oder VC-Investor aktiv – so wird das Geld wieder zurück in den Kreislauf gegeben. Gerade für Gründer in frühen Finanzierungsphasen ist also viel erreicht worden.

Welche Bilanz ziehen Sie nach fünf Jahren Venture Network?

Wir sind 2015 mit knapp 70 Mitgliedern gestartet und seitdem sehr rasant gewachsen. Heute umfasst das Deutsche Börse Venture Network über 200 Start-ups und 400 Investoren, insgesamt also über 600 Mitglieder. Als Plattform für Wachstumsfinanzierung begleiten wir die Unternehmen in unserem Netzwerk während der gesamten Reise ihres Wachstumspfades. Die 200 Wachstumsunternehmen aus unserem Netzwerk sind mittlerweile in über 30 Ländern aktiv und beschäftigen dabei über 25.000 Mitarbeiter. Seit 2015 haben die Unternehmen über 3,6 Mrd. Euro an Kapital aufgenommen. Auf Seite der Investoren ist es uns gelungen, die gesamte Bandbreite der relevanten Investorenklassen abzubilden. So umfasst unser Netzwerk Zugang zu über 400 Investoren aus den Bereichen Venture Capital, Private Equity, Venture Debt, Family Offices und Corporates. Und was mich besonders freut ist, dass bereits sieben Unternehmen aus unserem Venture Network an die Frankfurter Börse gegangen sind und ihren Wachstumspfad über den Kapitalmarkt weiter ausbauen konnten. Mit weiteren sehr vielversprechenden Börsen-Kandidaten sind wir in engem Kontakt. Ein weiterer Meilenstein war, dass wir unser Netzwerk, das ursprünglich auf spätphasige Unternehmen ausgerichtet war, seit 2017 auch für frühphasige Wachstumsunternehmen, ab einem Jahresumsatz von mehr als einer Million Euro, geöffnet haben. Das starke Interesse spiegelt sich dabei auch in unseren Investoren-Roadshows wider, über die wir in den vergangenen Jahren unsere Start-ups mit Investoren zusammengebracht haben – übrigens nicht nur in Europa, sondern auch in den USA und in China.

Was hat sich auf der Investorenseite verändert?

Grundsätzlich kann man sagen, dass gerade die größeren Finanzierungsrunden in Deutschland fast ausschließlich von Investoren aus den USA oder dem asiatischen Raum gestemmt werden, wenngleich auch in Deutschland zunehmend Kapital vorhanden ist. Gerade in den letzten Jahren sind in Deutschland viele neue VC-Fonds hinzugekommen, die primär auf frühphasige Start-ups spezialisiert sind. Auch Co-Investments nehmen zu, d. h. Kapitalsammelstellen, Versicherungen und Family Offices sind verstärkt an direkten Beteiligungen an jungen Technologieunternehmen interessiert, wir merken allerdings, dass im Vergleich zu anderen Investorengruppen hier noch mehr Expertise aufgebaut werden muss. Weiter beobachten wir eine größere Bereitschaft der Investoren, digitale Formate einzusetzen, um neue potenzielle Beteiligungen zu identifizieren, bis hin zur Nutzung von Plattformen für Sekundärtransaktionen, gerade in den USA. Ich gehe davon aus, dass sich diese Tendenzen durch die Corona-Pandemie weiter verstärken werden. Dies sind beides Entwicklungen, die wir als Venture Network eng begleiten.

Stichwort Corona-Pandemie: Welchen Einfluss hat die auf die Wachstumsfinanzierung?

Corona trifft das Start-up-Ökosystem sehr stark. Besonders hart ist die aktuelle Situation natürlich für Start-ups in den Bereichen Travel, Real Estate und Sports/Wellness. Für Unternehmen dieser Branchen ist es besonders schwierig, gerade wenn sie die für 2020 geplante Finanzierungsrunde nicht zurückstellen oder etwa durch eine kleinere interne Runde mit Bestandsinvestoren ersetzen können. Entscheidend sind hier jetzt die nächsten Monate, in denen wir hoffentlich keinen Ausfall von kleinen oder großen Hoffnungsträgern zu beklagen haben. Hier kann die Corona-Matching-Fazilität von KfW Capital und dem europäischen Investitionsfonds EIF einen wichtigen Beitrag leisten. Was wir außerdem sehen: Die Wagniskapitalgeber unterstützen aktuell noch intensiver ihre Portfoliounternehmen und sind in noch engerem Kontakt mit ihren eigenen Geldgebern. Investments in neue Beteiligungen verzögern sich dadurch erheblich oder werden im schlimmsten Fall komplett ausgesetzt. Viele Investoren erwarten daher, dass sich die Zahl neuer Investments im zweiten Quartal um fast die Hälfte reduzieren wird. Dies war eines der zentralen Ergebnisse unserer kürzlich veröffentlichten Befragung, dem VC Investoren-Sentiment. Neue Finanzierungsrunden sind also nicht unmöglich, aktuell aber deutlich härter.

Was raten Sie Start-ups in der aktuellen Situation?

Wichtig ist vor allem, dass die Fundraising-Strategie und der Zeitplan an die aktuelle Situation angepasst werden. Für Gründer ist es essenziell, dass sie die Tragweite der Situation verstehen. Hierzu sollten sie die Auswirkungen auf das eigene Venture, auf VC-Investoren, aber auch auf die Gesellschaft und Wirtschaft reflektieren. Dafür ist der persönliche Kontakt zu Investoren und Multiplikatoren entscheidend. Sie müssen ihre Anpassungen am Business-Plan erklären, das zeigt Investoren, dass sie die Situation verstanden haben und reagieren. Zudem finden Investoren-Pitches zurzeit fast ausschließlich virtuell statt. Dazu haben wir im Venture Network verschiedene Online-Formate gestartet, bei denen es auch darum geht, Start-ups bestmöglich auf diese veränderte Situation vorzubereiten. Außerdem beobachten wir eine erhöhte Nachfrage nach individueller Beratung bei uns im Netzwerk.

Rächt es sich jetzt, dass wir in Deutschland vor lauter Risikoaversion keine ausgeprägte Gründerkultur haben?

Beim Thema Gründerkultur besteht hierzulande definitiv noch Luft nach oben. Das fängt in den Schulen und Universitäten an. Wichtig ist, dass wir heute bereits bei jungen Leuten die richtigen Impulse setzen, damit sie sich mit wichtigen Themen wie Unternehmensgründung und auch der Funktion des Kapitalmarkts auseinandersetzen. Aber wenn es um Risikoaversion geht, sind nicht nur die Gründer wichtig – es braucht selbstverständlich auch mutige und gut ausgebildete Mitarbeiter, die bereit sind, an einer zukunftsweisenden Technologie mitzuarbeiten und auf lukrative und vermeintlich sichere Jobangebote aus dem Banken-, Automobil- und Beratungsbereich zu verzichten. Hier müssen mehr Anreize für junge Leute geschaffen werden, damit sie sich für einen Start bei jungen Technologieunternehmen entscheiden, zum Beispiel über attraktive Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. Sie müssen noch stärker an der Entwicklung und am Erfolg teilhaben. Die Vorhaben zur Verbesserung dieser Rahmenbedingungen im jüngst verabschiedeten Konjunktur- und Investitionsprogramm der Bundesregierung ist daher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Hier kommt es jetzt auf eine wirkungsvolle Ausgestaltung und Umsetzung an.

Damit lässt sich an der aktuellen Krise doch gut ablesen, wie stabil unser Ökosystem wirklich ist.

Nein, das sehe ich nicht so. Die Corona Krise ist so umfassend, wie keine Krise vorher. Selbst sehr gut etablierte Start-ups kommen zum Teil an die Grenzen – da geht es diesem Bereich der Wirtschaft nicht anders als anderen Playern in Industrie und Mittelstand. Das, was in den letzten Jahren geschaffen wurde, ist es aber definitiv wert, erhalten zu bleiben. Wir sollten nicht den gleichen Fehler machen, den wir in und nach der Dotcom-Krise begangen haben. Denn da haben wir es verpasst, in Deutschland einen Nährboden für innovative Technologieunternehmen zu schaffen. Nun sind einzelne amerikanische Tech-Giganten mehr wert als der gesamte DAX und US-Start-ups fliegen Nasa-Astronauten ins All. Das sind die Dimensionen, in denen wir denken müssen. Wir müssen das vorhandene Potential jetzt nutzen und fördern – the sky is no longer the limit!

Mit dem Deutsche Börse Venture Network leistet die Deutsche Börse einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Ökosystems für Wachstum in Deutschland. Mit einem speziell entwickelten und auf Gründer und Investoren abgestimmten Angebot aus Investorenveranstaltungen, Trainings und Networking-Events möchte das Wachstumsnetzwerk einen spürbaren Unterschied für die Finanzierungs-situation von jungen, aufstrebenden Unternehmen in Deutschland und Europa erreichen. Mehr Informationen finden sie hier.