Test für Franchise-Systeme

Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, Partner eines Franchise-Systems zu werden, kann in der Vielzahl der angebotenen Systeme schnell den Überblick verlieren. Rund 1.000 Franchise-Systeme bieten nach Angaben des DFV ihr jeweiliges Konzept in Deutschland an und der Markt wächst kontinuierlich. Wie überall lauern auch in der Franchise-Wirtschaft schwarze Schafe, die sich vor allem mit Franchisegebühren bereichern wollen. Um sich vor diesen zu schützen, sollten vor dem endgültigen Entschluss für ein System einige Qualitätsfaktoren im Franchise-Test überprüft werden, mit denen sich leicht die Spreu vom Weizen trennen lässt. Das weiß auch Benjamin Dawo und ist Teil einer erfolgreichen Nachfolgegeschichte bei Town & Country Franchise.

Wer sich mit einer Franchise-Partnerschaft selbständig machen möchte, der muss sich zu Beginn ausführlich über potentielle Franchise-Geber und die verschiedenen Systeme informieren. Dabei ist es hilfreich, wenn man direkt am Anfang entscheidet, welche Branchen für den Sprung in die Selbständigkeit infrage kommen und die Auswahl einschränkt. Im weiteren Verlauf gilt es einige Punkte zu überprüfen, an denen sich die Seriosität der Franchise-Geber und der Erfolg von Systemen ablesen lassen.

Das Geschäftskonzept durchleuchten

Im Internet lässt sich schon einiges über die verschiedenen Franchise-Konzepte herausfinden. Um einen wirklich detaillierten und fundierten Eindruck zu erhalten, sollte man jedoch einen Blick in die Firmenunterlagen werfen. Erfolgreiche Systeme haben in der Regel kein Problem damit, sich gegenüber potenziellen Franchise-Nehmern transparent zu zeigen und über die Unternehmensentwicklung und Strategie zu informieren. Verhält sich ein Franchise-Geber hier ausweichend, ist das durchaus ein erster Grund zur Skepsis. „Uns ist es wichtig, dass potenzielle Franchise-Nehmer das Unternehmen gleich richtig kennenlernen. Darum laden wir sie sehr schnell zu einer zweitägigen Informationsveranstaltung zu uns nach Behringen ein, wo wir persönlich über das Konzept und die Entwicklungen von Town & Country Haus informieren“, erklärt Benjamin Dawo, Prokurist bei Town & Country Haus. www.franchising-network.de mehr

Investitionen in deutsche Startups sind in der zweiten Jahreshälfte stark zurückgegangen

  • Die Höhe des Investitionsvolumens und die Zahl der Startup-Finanzierungsrunden sind im Vergleich zum Vorjahr um -46 % bzw. -29 % zurückgegangen 
  • Am stärksten war der Rückgang bei Investitionen über 250 Millionen Dollar: die Zahl der Finanzierungsdeals ist hier von 14 auf 6 gesunken 
  • Während die Finanzierungssummen und -runden in der Seed-Phase, Series A und Series B von 2020 zu 2021 noch sehr stark gestiegen waren, sind sie in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben
  • Zahl der Venture-Capital-Fonds über die letzten Jahre gestiegen: weiterhin Marktkapital (“Dry Powder”) für deutsche Startups vorhanden

Berlin, 20. Dezember 2022: Nach einem Boom-Jahr in 2021, hat sich der Venture-Capital-Markt in der zweiten Jahreshälfte 2022 stark abgekühlt. Dies belegt eine Auswertung des technologie- und datengetriebenen Venture-Capital-Unternehmens Morphais VC – basierend auf den Daten von Dealroom. Hierbei zeigt die Auswertung der Daten vom 1. Januar bis 30. November 2022, dass der Gesamtwert der Investitionen in deutsche Startups im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um -46 % auf 11,9 Milliarden Dollar gefallen ist, die Zahl der Finanzierungsdeals um -29 % auf 1.137 Deals. Der große Einbruch am VC Markt geschah hierbei vor allem in der zweiten Jahreshälfte: 

„Geopolitische Spannungen, Inflation, Zinserhöhungen sowie die Angst vor einer Rezession haben insbesondere in der zweiten Jahreshälfte für ein sehr zögerliches Investmentverhalten gesorgt,” resümiert Eva-Valérie Gfrerer, CEO & General Partner von Morphais VC. 

Stärkster Rückgang in der Later-Stage-Phase

Am stärksten war der Rückgang bei Finanzierungsrunden über 250 Millionen Dollar. Hier sind die Finanzierungssummen und -runden am deutlichsten zurückgegangen. Während es im vergangenen Jahr noch 14 Finanzierungsdeals mit einem Volumen von über 250 Millionen Dollar gab, waren es in diesem Jahr gerade einmal 6 Unternehmen, die eine solch hohe Summe einsammelten. Damit ist die Zahl der Top-Deals um mehr als 50% gefallen. 

Bildcredits_Morphais VC_Grafik2

Die Gesamtinvestitionssumme ist zudem bei den Top-Finanzierungsrunden von knapp 10 Milliarden Dollar auf 2,2 Milliarden Dollar gesunken (-78 %). Während 2021 noch 8 Unternehmen mehr als 500 Millionen Dollar einsammeln konnten, wurde dies in 2022 von keinem Startup erreicht. 

Die Daten zeigen außerdem, dass 2021 einige Startups schon in einer recht frühen Phase hohe Summen zu sehr hohen Bewertungen eingenommen haben. Beispielsweise erhielten junge Lieferplattformen bereits in der Series B und Series C Investmentsummen von jeweils mehr als 500 Millionen Dollar. Hingegen zeigte sich in diesem Jahr, dass einige dieser Startups ihre Bewertung in sogenannten “Downrounds” nach unten korrigieren mussten. 

Auch bei Finanzierungsrunden, mit einem Volumen von 100 bis 250 Millionen Dollar, wurde ein Rücklauf verzeichnet. Hier ist die Investitionssumme zwischen Januar und November auf 2,9 Millionen Dollar gefallen. Dies sind 38 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Gezählt wurden zudem nur 19 Finanzierungsdeals zwischen Januar und November 2022. Im Vorjahreszeitraum 2021 waren es hingegen noch 33. 

Rückgang des Finanzierungsvolumens auch in der Pre-Seed-Phase

Zwischen Januar und November dieses Jahres wurde in der Pre-Seed-Phase mit 51 Millionen Dollar deutlich weniger investiert als im Vorjahreszeitraum (-37 %). Die Zahl der Finanzierungsrunden hat sich nach aktueller Datenlage sogar um -48 % reduziert: Während zwischen Januar und November 2021 noch 953 Finanzierungsrunden im Pre-Seed-Bereich gezählt wurden, waren es in diesem Jahr gerade einmal 498 Finanzierungsrunden*.

Bildcredits_Morphais VC_Grafik2 Startups

Etwas besser sah es hingegen in der Seed-Phase, Series A und Series B aus. In der Seed-Phase ist das Investitionsvolumen deutscher Startups im Vergleich zum Vorjahreszeitraum marginal um -1 % gesunken, in der Series A und Series B ist das Finanzierungsvolumen sogar um 13 % bzw. 12 % gestiegen. Hierbei muss allerdings auch beachtet werden, dass die Finanzierungssummen und -runden in der Seed-Phase, Series A und Series B von 2020 zu 2021 noch sehr stark gestiegen waren, in diesem Jahr hingegen nur konstant geblieben sind. Darüber hinaus flossen noch im Dezember 2021 hohe Investitionsummen in der Series A und B, was dieses Jahr nicht mehr zu erwarten ist. 

„In den letzten Monaten hat sich der Markt für Risikokapital sehr verändert. VCs schauen nun genau hin, wo sie ihr Geld einsetzen. Gleichzeitig ist jetzt die perfekte Zeit, um frühzeitig in junge Unternehmen zu investieren. Der Markt bietet aktuell sehr attraktive Einstiegsbedingungen in vielversprechende Startups. Wer jetzt investiert, fördert nicht nur die talentiertesten Gründer*innen von Morgen, sondern profitiert auch von langfristig guten Renditen, sobald der makroökonomische Gegenwind nachgelassen hat,“ sagt Eva-Valérie Gfrerer, CEO & General Partner von Morphais VC. 

Weiterhin Kapital am Markt vorhanden, insbesondere in kleineren Fonds 

Obwohl VCs vor allem in der zweiten Jahreshälfte weniger investiert haben, verfügen sie noch immer über einen großen Pool an Kapital, denn die Zahl neu aufgelegter Fonds wie auch die Fondssummen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. In diesem Jahr wurden 58 neue Investmentfonds in Deutschland gezählt – und damit sogar noch ein Fonds mehr als im Boomjahr 2021. Im Vergleich zu 2020 ist die Zahl neu angelegter Fonds um 42 % gestiegen. Dabei haben viele der Fonds, die 2022 geschlossen wurden, noch vom Marktumfeld der Vorjahre profitiert. Die lockere Geldpolitik zur Abwendung einer wirtschaftlichen Krise während der Pandemie und negative Realzinsen führten zu niedrigen Kapitalkosten für LP’s, Startups und Investor*innen. 

Im Rückblick zeigt sich zudem, dass auch die Fondsvolumen seit 2020 weiter gestiegen sind. So lag die Gesamtsumme neu aufgelegter Fonds in 2019 bei 4,4 Milliarden Dollar, in 2020 bei 11 Milliarden Dollar, in 2021 bei 17,8 Milliarden Dollar. In diesem Jahr wurden zwischen Januar und November nochmals 14,7 Milliarden Dollar von VC Fonds eingesammelt. Dabei umfassen die VC Fonds sowohl Folgefonds bestehender VC Firmen, als auch Corporate VCs und First-Time-Fonds.

Auch interessant: Frisches Kapital für weniger Lebensmittelabfälle – Bayern Kapital investiert erneut in KI- und FoodTech-Start-up Delicious Data

Vor allem kleine Fonds mit einem Volumen von unter 50 Millionen Dollar sind zahlreicher und besser gefüllt als je zuvor. In diesem Jahr wurde bisher 16 % mehr in kleinere Fonds investiert als in 2021 (von 182 Millionen auf 211 Millionen Dollar). 

„Wir sehen, dass noch viel Kapital am Markt vorhanden ist. Dennoch sollten sich Gründerteams bewusst sein, dass Investor*innen zurückhaltender geworden sind und die Beschaffung von Startkapital im kommenden Jahr deutlich länger dauern kann. Während es in den Boom-Jahren 2020 und 2021 teilweise nur wenige Monate dauerte um eine Finanzierungsrunde zu schließen, sollten Gründer*innen jetzt ein halbes Jahr oder noch länger für den Fundraising-Prozess einplanen. Zudem sollte auch in 2023 der Fokus weiter auf Effizienz und Profitabilität liegen,“ so Eva-Valérie Gfrerer, CEO & General Partner von Morphais VC. 

Die Top-Startup-Deals in Deutschland 2022  

Die größten Deals mit 400 Millionen Dollar erhielten in diesem Jahr das Münchener Deep-Tech-Startup Celonis und das Berliner Insurtech-Startup WeFox. In die Liste mit den Top-Deals kommen außerdem die deutschen Startups Onefootball ($300 Mio.), Trade Republic ($250 Mio.) Forto ($250 Mio.), Taxfix ($220 Mio.), H2gen AG ($220 Mio.), 1Kommas ($220 Mio.), Personio ($200 Mio.) und Coachhub ($200 Mio.). 

*Fußnote: Gerade im Pre-Seed Bereich werden nicht alle Deals zeitnah veröffentlicht. Dadurch kann es zu einer Reporting-Verzögerung kommen, sodass die Lücke zum Vorjahr möglicherweise etwas kleiner ist, als momentan von Dealroom berichtet.

Über die Datenauswertung: 

Die vorliegende Analyse basiert auf den Daten von Dealroom. Die Vorjahresvergleiche beziehen sich auf den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. November 2022  – wenn nicht anders angegeben. Die Daten umfassen hierbei u.a. Investitionen von VCs, Business Angels, Corporate VCs und öffentlichen Fonds. 

VC Investitionen fließen überwiegend in Startups. Startups sind wachstumsorientierte Unternehmen, die jünger als 15 Jahre sind. In Einzelfällen fließen VC Investitionen auch in Unternehmen, die älter als 15 Jahre sind.

Über Morphais VC:  

Morphais VC ist ein Early-Stage Quant VC, der eine eigene KI-Technologie entwickelt hat, um europaweit in talentierte Tech-Gründer*innen zu investieren. Gegründet wurde Morphais VC von Eva-Valérie Gfrerer als Reaktion auf voreingenommene und ineffiziente Entscheidungsprozesse in der Venture-Capital-Branche. Aufgrund subjektiver Entscheidungen erhalten sehr talentierte Gründer*innen oft keinen Zugang zu Kapital. Mit einem daten- und technologiebasierten Investitionsansatz reduziert Morphais VC menschliche Fehler bei Investitionsentscheidungen und verteilt Risikokapital effizienter, genauer und vielfältiger. Das Team von Morphais VC beschäftigt Investmentmanager, Wissenschaftler, und Research-Experten. Im März 2022 launchte der Berliner Frühphaseninvestor seinen ersten Tech-Fond.

Cloudbrixx erhält siebenstelligen Betrag von Investoren

– Finanzierung der weiteren Unternehmens- und Produktentwicklung
– Kapitalgeber mit hoher Immobilien- und Branchenaffinität
– PropTech setzt Wachstumskurs fort

Frankfurt – Das Frankfurter PropTech Cloudbrixx hat eine weitere Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und sein Wachstumsziel für das Jahr 2022 bestätigt. Mehrere branchenerfahrene Privatinvestoren, ein Immobilienunternehmen sowie ein Family Office haben dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung gestellt.

„Im aktuellen Finanzierungsumfeld ist besonders bemerkenswert, dass wir auch neue hochkarätige Investoren von unserem Geschäftsansatz und seinen Ertragschancen überzeugen konnten“, sagt Marc Mockwitz, Geschäftsführender Gesellschafter Vertrieb von Cloudbrixx. Helge Winter, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter, ergänzt: „Wir sehen das Engagement unserer Partner als Vertrauensbeweis für unsere Wachstumsstory und freuen uns darauf, zusammen mit unseren Gesellschaftern und unserem stark wachsenden Kundenkreis die Digitalisierung der Immobilienbranche fortzusetzen.“

Foto Helge Winter (c) Cloudbrixx
Foto Helge Winter (c) Cloudbrixx Quelle: Cloudbrixx

Cloudbrixx wird das bereitgestellte Kapital ausschließlich zur Expansionsfinanzierung nutzen, um die stark steigende Nachfrage nach seinen cloudbasierten Modulen für Bau- und Immobilienmanagement zu bedienen. Den wachsenden Effizienzdruck bei Entwicklern und Bestandshaltern sieht Cloudbrixx als Innovationstreiber für die Digitalisierung in der Immobilienbranche.

Auch Interessant: Privates Geld vom Investor

Das Unternehmen arbeitet stetig daran, neue Module für das Bau- und Immobilienmanagement entlang des Lebenszyklus von Immobilien zu entwickeln und zu verbessern. Derzeit stehen 18 Module über die Cloudbrixx-Plattform zur Verfügung.

Mehr über Cloudbrixx

https://cloudbrixx.de

Land fördert Cybersicherheit in Unternehmen mit 4,2 Millionen Euro

Ministerin Neubaur: Kleine und mittlere Unternehmen wirksam vor Cyberangriffen schützen

Düsseldorf. Mit der zunehmenden Digitalisierung steigen für Betriebe auch die Anforderungen an die IT-Sicherheit, um sich vor Cyberangriffen zu schützen. Mit dem neuen Programmbaustein MID-Digitale Sicherheit unterstützt das Land ab sofort kleine und mittlere Unternehmen dabei, die eigenen Sicherheitsstandards zu verbessern, Sicherheitsprobleme zu beheben und sensible Daten zu schützen. MID-Digitale Sicherheit ist Teil des Förderprogramms Mittelstand Innovativ & Digital. Das Land stellt hierfür bis Ende des Jahres zunächst 4,2 Millionen Euro bereit. Im kommenden Jahr soll das Teilprogramm weitergeführt werden.

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Spätestens mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist auch die Bedrohung durch Cyberattacken im digitalen Raum für die Wirtschaft in den Fokus von Unternehmen gerückt. Zusätzlich stellen die gravierenden wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs den Mittelstand vor gewaltige Herausforderungen. Gerade jetzt sind sichere digitale Anwendungen und Dienstleistungen notwendig und helfen den Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben und sich zukunftsfest aufzustellen. Wir machen kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe in Nordrhein-Westfalen widerstandsfähiger gegen digitale Bedrohungen und unterstützen sie dabei, Sicherheitslücken zu schließen. Mit unserer gezielten Förderung stärken wir nachhaltig die IT-Sicherheit und erhöhen die Aufmerksamkeit und Kompetenz der Mitarbeitenden bei diesem wichtigen Thema.“

Cybersicherheit

Mit dem Programmbaustein MID-Digitale Sicherheit werden Beratungsleistungen, Schulungen und Fortbildungen zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden sowie Software für einen IT-Basisschutz gefördert. Die Förderquote für Kleinstunternehmen und kleine Unternehmen beträgt 80 Prozent, für mittlere Unternehmen 60 Prozent. Die Fördersumme liegt bei 4.000 bis 15.000 Euro. Maßnahmen aus den drei Schwerpunkten „Analyse des IST-Zustands in der Organisation“, „Faktor Mensch – nutzerorientierte Maßnahmen“ und „Software für den IT-Basisschutz“ lassen sich miteinander kombinieren. Bis Ende des Jahres werden pro Monat 100 Anträge für MID-Digitale Sicherheit angenommen. Unternehmen können ihre Anträge online über das Förderportal unter mittelstand-innovativ-digital.nrw stellen und sich vorab für Info-Webinare anmelden.

Auch interessant: IT-Sicherheit im Fokus

Das Wirtschaftsministerium unterstützt mit dem Förderprogramm Mittelstand Innovativ & Digital (MID) seit Mitte 2020 kleine und mittlere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen dabei, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und die Digitalisierung des Betriebs voranzutreiben. Gefördert werden externe Beratungs-, Analyse- und Umsetzungsdienstleistungen (MID-Gutscheine), die projektbezogene Beschäftigung von HochschulabsolventInnen (MID-Assistent/in), Investitionen in IKT-Hard- und Software (MID-Invest) und nun auch Maßnahmen zur Stärkung der Cybersicherheit (MID-Digitale Sicherheit).

Cybersicherheit

Die Top-Franchise-Trends

Interview mit Torben Leif Brodersen, dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer Deutscher Franchiseverband, zu aktuellen Franchise-Trends der letzten Jahre.

Franchising.mag: Herr Brodersen, wie hat sich die Franchisewirtschaft in den vergangenen Jahren verändert?

Brodersen: Sie hat dynamisch an Fahrt aufgenommen. Das zeigt die aktuelle Statistik deutlich. Lag die Anzahl der Franchisepartner vor zehn Jahren noch bei etwa 57.000 so hat sich dieser Wert im vergangenen Jahr mit 128.000 mehr als verdoppelt. Noch enormer fällt die Entwicklung bei den Umsatzzahlen auf. Waren es 2008 noch 47 Milliarden Euro Umsatz so sind es in 2018 knapp 123 Milliarden Euro. Das sind enorme Werte, die für eine außerordentliche Dynamik unseres Wirtschaftszweiges sprechen.

Das sind die Zahlen. Doch wohin treiben die Franchise-Trends?

Dahintreiben tut sie sicherlich nicht. Vielmehr hat sie das Ruder fest in der Hand und hat sich entschieden, die Expansionsrichtung selbst zu bestimmen. Würde sie sich nämlich mit den Rahmenbedingungen abgeben, so wäre ein solches Wachstum sicherlich nicht möglich. Ganz konkret: Der Arbeitsmarkt ist gesättigt. Die Vollbeschäftigung ist nicht mehr weit. Für Arbeitnehmer gibt es kaum eine Motivation, den sicheren Hafen des Angestelltendaseins zu verlassen. Dementsprechend gering ist deren Bereitschaft den mitunter risikobehafteten Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Die, die es dennoch tun, erfüllen sich ihren sehnlichen Wunsch nach Eigenständigkeit. Notgründungen sind also sehr selten geworden – eine gute, reinigende Entwicklung wie ich finde.

Ja, aber wie expandieren denn die Systeme dann?

Es gibt viele Formen des Wachstums. Multi-Unit ist bereits gut etabliert. Hier übernimmt ein Franchisepartner mehrerer Standorte. Auch Multi-Brand wird zunehmen wichtiger. Aber auch die Tatsache, dass Konzerne als Franchisenehmer agieren wird häufiger.

Haben Sie dafür Beispiele?

Sicher. Da ist beispielsweise die Deutsche Bahn, die Franchisenehmer vieler Gastronomiekonzepte am Berliner Hauptbahnhof ist. Oder auch Amrest oder die SSP Germany, die sich als führender Anbieter für Verkehrsgastronomie versteht und als Franchisenehmer bekannte Marken an u.a. Flughäfen und Bahnhöfen betreibt. Das kann sicherlich eine Lösung für den spürbaren Gründermangel sein.

Also ist die Gastronomie die führende Franchisebranche?

Nein, nicht ganz. Zwar gibt es aktuell viele spannende Konzepte in der Gastronomie – Burger bleiben, hinzukommen Süßspeisen wie Waffeln aber auch Healtyfood und Cross-over-Kitchen mit asiatischem Schwerpunkt – dennoch bleibt der Dienstleistungssektor vorn. Spannend ist im Übrigen die Entwicklung im Handwerk. Hier verzeichnen wir ein spürbares Wachstum auf 12 Prozent. Ich bin mir sicher, dass sich dies künftig noch weiter entwickeln wird, denn schließlich sind viele Handwerksunternehmen mit den bürokratischen Anforderungen überfordert. Da liegt die Lösung quasi auf der Hand, sich einem Franchisesystem anzuschließen und sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren.

Beobachten Sie sonst noch spannende Entwicklungen?

Das ist das Spannende an der Franchisewirtschaft – die Entwicklungen sind dynamisch und es kommen immer wieder neue Strömungen hinzu. Als besonders interessant empfinde ich derzeit die Entwicklung des Social Franchising. Es gib immer mehr Systeme aus dem sozialen Sektor, die die Skalierbarkeit im Franchise für die Multiplikation ihres Konzeptes nutzen. Und das in erster Linie um die gute Idee weiterzutragen. Ein Mitglied ist Rock Your Life, ein Mentorenprogramm, dass Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien auf ihrem schulischen und beruflichen Weg unterstützt. Oder CAP Lebensmittelmärkte, deren Mitarbeiter auf dem freien Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten. Das sind nur zwei Beispiele, doch ich bin mir sicher, dass viele weitere soziale Konzepte folgen. Darum erarbeiten wir aktuell in einer Fokusgruppe auch einen Leitfaden zum Aufbau eines Social Franchisesystems und diskutieren darüber wie Inklusion in Mitgliedsunternehmen gefördert werden kann. Eine sinnstiftende Diskussion, die zeigt, dass kommerzielles und soziales Franchising stark voneinander profitieren kann.

Wir danken für das Gespräch.

KfW Capital beteiligt sich an vierter Generation des High-Tech Gründerfonds

  • Bereits zum First Closing hat der HTGF IV Zusagen für mehr als 400 Mio.
  • Euro erhalten KfW Capital zweitgrößter Investor nach dem Bund
  • Hohes Interesse privater Investoren aus dem Mittelstand

KfW Capital setzt das Engagement in der Finanzierung von technologieorientierten Gründungen und Start-ups im Rahmen des High-Tech Gründerfonds fort und beteiligt sich mit bis zu 40 Mio. EUR an dessen vierter Generation. Mit einer im Kern unveränderten Investmentstrategie trägt der High-Tech Gründerfonds IV (HTGF IV) dazu bei, dass in Deutschland ansässige Start-ups über alle Branchen hinweg mit Kapital ausgestattet werden.

Der HTGF IV ist der vierte Fonds des High-Tech Gründerfonds, den das Bundeswirtschaftsministerium im Jahr 2005 erstmals gemeinsam mit der KfW und Partnern aus der Industrie aufgelegt hatte. Der Anteil privater Investoren ist seit der ersten Fondsgeneration kontinuierlich gestiegen.

Mehr als 400 Mio. Gründerfonds

Der HTGF IV hat bereits zum First Closing Zusagen für mehr als 400 Mio. Euro erhalten und wird damit voraussichtlich deutlich größer als sein Vorgängerfonds (HTGF III: 319,5 Mio. EUR). Hauptinvestor ist der Bund; KfW Capital wird wie bei den Vorgängerfonds zweitgrößter Investor sein. Darüber hinaus beteiligen sich Investoren aus Industrie und Wirtschaft, insbesondere auch aus dem Mittelstand, an dem Fonds.

KfW Logo Gründerfonds

„Der HTGF hat sich in den vergangenen Jahren auch durch erfolgreiche Exits weiter als starker und verlässlicher Partner für die Finanzierung von Start-ups in der Seed- und Start-up-Phase etabliert. Das große Interesse privater Investoren gerade aus dem Mittelstand zeigt zudem, dass der HTGF eine wichtige Rolle bei der Vernetzung innovativer Start-ups mit der Industrie spielt“, sagt Alexander Thees, Geschäftsführer von KfW Capital.