Verena Pausder, Chefin des Start-up-Verbandes, kritisiert in einem aktuellen Interview mit dem Handelsblatt die Bundesregierung für die unzureichende Unterstützung von jungen Firmen: „Viele der in den letzten Monaten verabschiedeten Maßnahmen stammen noch von der Vorgängerregierung.“ Eigene Ambitionen der Bundesregierung seien kaum erkennbar. „Bisher ist in dieser Legislaturperiode für Start-ups und Scale-ups noch zu wenig passiert. Deswegen ist noch sehr viel Luft nach oben“, sagt Pausder. In den Jahren zuvor habe es für „Start-ups mehr Wumms gegeben“, so das Handelsblatt.
Die Zahl der Unternehmensgründungen und Start-ups in Deutschland wächst hingegen nach Berechnungen des Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn weiter: Rund 277.000 aller im Jahr 2025 neu gegründeten Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftssektor und 110.000 auf die freien Berufe. Insgesamt setzt sich der Strukturwandel zugunsten der freien Berufe fort.
Die Zahl der Unternehmensgründungen steigt erneut im Wirtschaftssektor, in den freien Berufen und in der Land- und Forstwirtschaft (dem nicht-kommerziellen Sektor): Im Jahr 2025 wurden insgesamt rund 395.000 hauptberufliche Selbstständige gegründet.
Gründungen erneut gestiegen
Entwicklung im Detail: Rund 277.000 aller Unternehmensgründungen entfallen auf den Wirtschaftssektor. Da die Gewerbeanmeldungsstatistik für das erste Halbjahr 2025 die Zahl der Vollzeit- und Kleinunternehmensgründungen in einigen kleineren Bundesländern zu hoch, die der Teilzeitgründungen hingegen zu niedrig erfasst hat, dürfte die tatsächliche Zahl etwas niedriger ausfallen als angegeben. Insgesamt ist die Zahl der Unternehmensgründungen in den letzten zwei Jahren erneut gestiegen.
Rund 110.000 Gründungen wurden 2025 im Bereich der freien Berufe registriert. Obwohl diese Zahl aufgrund von Änderungen in den Bewertungsmethoden von 13 Finanzbehörden wahrscheinlich etwas zu hoch angesetzt ist, übertraf die Zahl der Neugründungen dennoch die der Vorjahre. Im Vergleich zu 2024 stieg auch die Zahl der Gründungen in der Land- und Forstwirtschaft. Insgesamt hat die Gründungsaktivität in allen drei Sektoren zugenommen, und der Strukturwandel hin zu den freien Berufen setzt sich fort.
Berlin und Hamburg liegen bei Start-ups vorne
Die Gründungsdichte ist in Berlin und Hamburg am höchsten. Berlin und Hamburg verzeichnen die höchste Anzahl an Unternehmensgründungen pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter, gefolgt von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Im Vergleich zu 2015 ist die Gründungsdichte bis 2025 sowohl in den beiden ostdeutschen Bundesländern als auch in Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und dem Saarland gestiegen.
Die Forschenden des IfM Bonn erstellen regelmäßig Statistiken zu Unternehmensgründungen und -schließungen in Deutschland. Diese basieren auf Daten zur Unternehmensregistrierung und -abmeldung des Statistischen Bundesamtes sowie auf Analysen der Finanzbehörden der Bundesländer. Aus den Daten werden alle meldepflichtigen Ereignisse ausgeschlossen, die nicht mit Gründungen oder Schließungen in Zusammenhang stehen, wie beispielsweise Änderungen der Rechtsform.