Gründungsoffensive von KFW und Bund

Gründungsoffensive: KfW und Bund starten Venture Debt-Finanzierung für innovative Unternehmen in der Wachstumsphase.

  • Neues Kreditprogramm zur Fremdfinanzierung von jungen technologieorientierten Wachstumsunternehmen
  • KfW stellt jährlich insgesamt 50 Mio. EUR für gemeinsame Finanzierungen mit privaten Kreditgebern bereit
  • Der Bund übernimmt in den ersten fünf Jahren eine 95%ige Absicherung der hieraus resultierenden Risiken

Die KfW und der Bund erweitern im Rahmen der „Tech Growth Fund-Initiative“ das Angebot von Wachstumsfinanzierung in Deutschland mit einem neuen Finanzierungs-instrument: Das KfW-Programm Venture Tech Growth Financing bietet nun technologisch innovativen und schnell wachsenden Unternehmen, die über ein belastbares und aussichtsreiches Geschäftsmodell verfügen, Kredite zur Finanzierung des weiteren Wachstums an. In dem auf mindestens fünf Jahre angelegten Programm stellt die KfW jährlich insgesamt 50 Mio. EUR bereit. In den ersten fünf Jahren werden 95% der hieraus resultierenden Risiken durch den Bundeshaushalt abgesichert. Als fester Bestandteil der Gründungsoffensive, ergänzt das neue Kreditprogramm das auf Fonds-Investments ausgerichtete Eigenkapitalgeschäft der im Herbst 2018 gegründeten Tochtergesellschaft KfW Capital.

Dr. Ulrich Nussbaum, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: „Innovative Wachstumsunternehmen machen mit ihren Produkten und Dienstleistungen den Wirtschaftsstandort Deutschland stark und die Soziale Marktwirtschaft zukunftsfähig. Als ein Bestandteil der Gründungsoffensive hat Bundesminister Altmaier angekündigt, mehr Wagniskapital für Start-ups bereitzustellen. Das passiert nun mit dem Start des KfW-Programms „Venture Tech Growth Financing“. Wir erhoffen uns davon einen wichtigen Impuls für die Belebung des in Deutschland noch sehr schwach entwickelten Venture-Debt-Marktes. Dieses Marktsegment stellt einen wichtigen Baustein eines funktionierenden Wagniskapitalmarktes dar und gewährleistet, dass in allen Phasen der Unternehmensentwicklung innovativer Unternehmen ausreichend Finanzierungsmittel zur Verfügung stehen.“

Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen: Junge innovative Unternehmen, die erfolgreich wachsen können, tragen zum Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit und zur Sicherung hochqualitativer Arbeitsplätze in Deutschland bei. Unser Ziel ist es, dass ihnen in allen Phasen ihrer Entwicklung ausreichend Kapital zur Verfügung steht. Die Bundesregierung hat bereits durch zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung des Wagniskapitalmarktes beigetragen. Es fehlt jedoch in Deutschland noch an ausreichendem Finanzierungskapital vor allem in der Wachstumsphase. Hierzu zählt auch Venture Debt – einem Bindeglied zwischen Wagniskapitalfinanzierung und klassischer Bankenfinanzierung, das an Bedeutung gewinnt. Mit dem neuen Venture Tech Growth Financing Programm werden wir zusammen mit privaten Investoren diesen erfolgversprechenden Nischenmarkt in Deutschland weiter entwickeln.

Ingrid Hengster, die für das inländische Fördergeschäft der KfW verantwortliche Vorständin der KfW sagt: „Innovative, wachstumsstarke Technologieunternehmen finden in Deutschland immer noch ein zu geringes Angebot an Wachstumskapital. Das gilt nicht nur für Beteiligungskapital, sondern auch für ein spezifisches Kreditangebot, mit dem Unternehmen die letzte Stufe ihres Wachstums vor Break Even zünden können und das wir jetzt mit dem neuen Programm stärken wollen. Wir freuen uns darauf, den Bund mit unserem Finanzierungs-Know-how dabei zu unterstützen, die Finanzierungspalette für Wachstumsfinanzierung in Deutschland zu komplettieren. Mit unserem neuen Programm setzen wir auch ein Signal an private Kapitalgeber, um gemeinsam den Venture Debt-Markt in Deutschland mit Direktinvestitionen in die Unternehmen zu entwickeln.“

Voraussetzung für eine Finanzierung aus dem KfW-Programm Venture Tech Growth Financing ist die Einbindung eines privaten Kreditgebers als Finanzierungspartner mit einem Finanzierungsanteil von in der Regel 50 % zu gleichen Bedingungen („pari passu“). Zudem müssen bereits private Risikokapitalgeber (Venture Capital) am Unternehmen beteiligt sein. Die Mittel werden zu Marktkonditionen direkt dem Unternehmen bereitgestellt. In Abgrenzung zu dem neuen KfW-Kreditprogramm fokussiert sich die Tochtergesellschaft KfW Capital auf die Eigenkapitalbeteiligung in Venture Capital- und Venture Debt-Fonds.

Startschuss für Unternehmerhelden

Mit dem Unternehmerhelden Award 2018 wird dieses Jahr zum zweiten Mal infolge ein Award speziell für Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen vergeben.

Der Unternehmerhelden Award ist der einzige Preis in Deutschland, der die Leistungen Solo-Selbstständiger und kleiner Unternehmen auszeichnet. Nach dem erfolgreichen Auftakt im Vorjahr, verleiht das Berliner Unternehmen Debitoor auch 2018 wieder Preise an herausragende kleine Unternehmer. Rund 90%, also 3,1 Mio. aller Unternehmen in Deutschland sind Klein-, und Kleinstunternehmen – medial werden sie jedoch kaum beachtet. Der Unternehmerhelden Award würdigt diese große Zielgruppe und zeichnet ihre Leistungen aus. Veranstalter des Unternehmerhelden-Award ist ​Debitoor​, ein Rechnungsprogramm für Gründer, Kleinunternehmer und Freelancer. Damit führt Debitoor auch 2018 ein wichtiges Anliegen weiter: Die Auszeichnung und Prämierung engagierter EinzelunternehmerInnen. „Im vergangenen Jahr hatten wir mit über 200 Bewerbungen und mehr als 10.000 Online-Votings einen hervorragenden Auftakt. Wir haben uns riesig über die positive Resonanz gefreut und möchten daran in diesem Jahr anknüpfen,” ​erklärt Hannah Lindstedt, Country Manager DACH von Debitoor​. „Der große Zuspruch beweist, dass wir einen Nerv getroffen haben.

Ein Award, der die vielen Solo-Selbstständigen und kleinen Unternehmen in den Fokus stellt, die vieles alleine schaffen müssen und keine große Lobby haben, wär längst überfällig. In diesem Jahr wollen wir den Award größer und bekannter machen, um noch mehr Reichweite für die involvierten Unternehmen zu erzeugen”. Die Bewerbungsphase startet am ​01. August 2018​. Erstmals werden die Gewinner am 30. November 2018 bei einer feierlichen Preisverleihung ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 1. Deutschen Selbständigentages des offiziellen Partners Freeliance im Unicorn (Brunnenviertel) in Berlin, statt.

Wie im letzten Jahr werden im Rahmen des Unternehmenhelden-Award zwei Unternehmen ausgezeichnet. Der Publikumspreis wird über ein Onlinevoting ermittelt. Der Jurypreis wird von der fünfköpfigen Jury, bestehend aus renommierten Gründerexperten und Journalisten vergeben – mit dabei sind: ​Tijen Onara, Gründerin von startup affairs, Thomas Jajeh, CEO und Gründer von twago, Max Hilgarth, ​Geschäftsführer vom VGSD​, ​Marc-Alexander Christ, ​Mitgründer von SumUp ​und Brigitte Conta Gromberg, Gründerin u.a. von​ ​Smart Business Concepts.

Den GewinnerInnen von Jury-Award und Publikums-Award winken attraktive Preise: Neben Geldbeträgen von je 5.000€ ​erhalten sie ein Sachpreis-Package für ihr erfolgreiches Selbstmarketing. Unter allen Bewerbern werden zudem 2×2 ​Gastkarten für die deGut im Oktober, sowie zehn Stände auf dem ​1. Deutschen Selbständigentag​ ​von Freeliance am 30. November verlost.

Der Award wird von starken Partnern aus Wirtschaft und Gründerszene unterstützt, wie SumUp, clockodo, deGut, Marketing Café, Erklärhelden.de, sowie Kontist und Freeliance, auf deren​1. Deutschen Selbständigentag am 30. November der Award in Berlin offiziell überreicht wird.

KfW: Weniger Gründer, aber mehr Qualität

Die Zahl der Gründungen in Deutschland ist auch im Jahr 2017 rückläufig: Lediglich 557.000 Personen (-17 Prozent ggü. 2016) machten sich im vergangenen Jahr selbstständig – zu gut war die Möglichkeit für viele, eine abhängige Beschäftigung zu finden. Erfreulich ist, dass die Entwicklung bei volkswirtschaftlich besonders bedeutsamen Gründungen gegenläufig ist: der Anteil der Chancengründer stieg um 8 %, der Anteil der innovativen Gründer um 31 %. Auch der Anteil der digitalen Gründer stieg von 21 % auf 26 %. „Die strukturelle Qualität der Gründungstätigkeit wird besser.

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Wir müssen alles dafür tun, die innovativen und wachstumsorientierten Gründer weiter zu bestärken. Für unsere Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren wird es ganz entscheidend sein, dass wir eine beachtliche Anzahl von innovativen Unternehmen haben, denn sie sind ein wesentlicher Jobmotor der Zukunft“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe anlässlich der heutigen Vorstellung des KfW-Gründungsmonitors 2018, der jährlichen, repräsentativen Analyse zum Gründergeschehen in Deutschland, in der KfW-Zentrale in Frankfurt. Hinderlich für diese zukunftsträchtige Gruppe könnte jedoch ein weiteres Ergebnis der Analyse sein: Neugründer, die anders als Übernahme- oder Beteiligungsgründer neue Unternehmen aufbauen, schufen 170.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze, 52 % davon hatten jedoch Probleme dabei, diese Stellen zu besetzen.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW Gründungsmonitors:

  • In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern liegt Berlin um eine Nasenlänge vor Hamburg und erobert somit seinen Platz an der Spitze zurück. Von der Dynamik in Berlin profitierte Brandenburg. Als einziges Bundesland hinsichtlich der Gründungstätigkeit legte Brandenburg zu und kletterte auf den siebten Rang.
  • Der Anteil von Frauen an der Gründungstätigkeit ist 2017 nochmals um 3 Prozentpunkte auf insgesamt 37 % gesunken. Der Rückgang war auf den Vollerwerb beschränkt und ist das Ergebnis einer stärkeren Gründungstätigkeit von Männern im Vollerwerb.
  • Die Mehrheit der Gründer ist bei ihrem Start in die Selbstständigkeit auf Finanzmittel angewiesen (60 %). Dabei greifen 39 % der Gründer ausschließlich auf eigene Mittel zurück, 8 % mobilisieren dagegen Summen über 25.000 EUR von externen Kapitalgebern. Sie setzten im vergangenen Jahr wieder mehr externe Mittel ein, im Durchschnitt gut 120 000 EUR, so viel wie seit 2012 nicht.
  • Im vergangenen Jahr hatten 14 % der Gründer Probleme bei der Finanzierung. Meist, weil die Gründer gerne mehr Eigenmittel eingesetzt hätten, als ihnen zur Verfügung standen (10 %). Der Anteil von Gründern, die von einer Kreditablehnung betroffen waren, lag bei 4 %.
  • Der KfW-Gründungsmonitor zeigt, dass Gründer die für sie angekündigten Vorhaben der aktuellen Koalition (wie eine Befreiung von der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung) insgesamt befürworten und Experten die gründungsspezifischen Rahmenbedingungen besser als vor zwei Jahren bewerten. Dennoch sind Impulse, um die Gründungstätigkeit im Jahr 2018 wieder in Fahrt zu bringen, derzeit nicht in Sicht. Die Anzahl der Gründungsplanungen stagniert und der Absorptionseffekt des Arbeitsmarkts dürfte auch im aktuellen Jahr stark bleiben.

Start-ups sind der neue Mittelstand

„Start-ups sind der neue Mittelstand“, so eine Studie des VDI/VDE, „sie sind die Geschäftsideen von morgen.“ Bereits heute beschäftigen sie durchschnittlich 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das sind fünf Beschäftigte mehr als noch im Jahr 2015, wie eine Bitkom-Befragung unter 250 Jungunternehmen zeigt.

„Das Gründerklischee vom eigenbrötlerischen Garagen-Tüftler ist längst überholt. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: So erkennen wir bei unseren Preisträgerteams einen ausgeprägten Unternehmergeist und ein starkes Wir-Gefühl. Und das, obwohl sie noch ganz am Anfang ihrer Gründung stehen“, bemerkt Wolfram Groß, Projektleiter des Gründerwettbewerbs bei der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH. „Zudem stecken die Start-ups voller Motivation. Sie verfolgen ihre Geschäftsidee mit viel Herzblut, haben zukunftsweisende Visionen und pflegen offene Strukturen. All das macht die Gründerinnen und Gründer zu attraktiven Arbeitgebern und zu guten Unternehmern, die unsere Wirtschaft vorantreiben.“

In Zukunft wird die Bedeutung der Start-ups für den Arbeitsmarkt noch weiter steigen: 77 Prozent der befragten Gründerinnen und Gründer gehen davon aus, dass sie im Jahr 2018 weiter Personal einstellen und damit den Erfolgskurs fortführen.

Der „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“

Der „Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen“ ist ein Ideenwettbewerb ausgerichtet vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Jährlich finden zwei Wettbewerbsrunden statt. Bei den beiden Preisverleihungen werden jeweils bis zu sechs Gründungsideen mit Hauptpreisen von je 32.000 Euro ausgezeichnet. Darüber hinaus erhalten bis zu fünfzehn weitere Gründungsideen je 7.000 Euro. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine schriftliche Einschätzung ihrer Gründungsidee zu Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Bewerbungen für die Runde 1/2018 können noch bis zum 3. April eingereicht werden.

KFC-Franchise schreit 500

Burger, gebratene Hähnchen und Nuggets liegen bei deutschen Gaumen im Trend. Davon profitiert auch Kentucky Fried Chicken KFC-Franchise. Die Fast-Food-Kette will sich auf dem umkämpften Markt weiter profilieren – und treibt ihre Expansion voran. Die Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) will die Zahl ihrer Restaurants in Deutschland verdreifachen. Derzeit sind es 163 Filialen, in fünf bis sieben Jahren sollen es 500 sein, wie die Firma in Düsseldorf laut spiegel-onlene mitteilte. Die Nachfrage nach gebratenen Hähnchen zog 2017 an – der Umsatz von KFC Deutschland stieg den Angaben zufolge um zehn Prozent auf 243,7 Millionen Euro.

Der Zuwachs geht nicht nur auf Restaurants zurück, die vergangenes Jahr neu eröffnet wurden, sondern auch auf bessere Geschäfte auf bestehender Fläche. Angaben zum Gewinn wurden nicht gemacht. Durch den Restaurantnetz-Ausbau soll eine Milliarde Euro Umsatz gemacht werden.

Die Fast-Food-Branche ist umkämpft. Anbieter stehen nicht nur untereinander im Wettbewerb, sondern auch mit anderen Snackanbietern – vom Backshop bis zum Pizzastand.

Dennoch setzen auch direkte KFC-Konkurrenten auf Expansion: Burger King will bis Ende 2023 in Deutschland von derzeit etwa 700 Restaurants auf 1000 zulegen. Mit großem Abstand Marktführer ist McDonald’s, die Firma hat hierzulande fast 1500 Restaurants.KFC gehört zum amerikanischen Systemgastronomie-Konzern “Yum! Brands”. Dessen Sitz ist im US-Bundesstaat Kentucky. Zu ihm gehört auch die Kette Pizza Hut. In Großbritannien hatte die Kette zuletzt mit Lieferproblemen zu kämpfen. Hunderte Filialen mussten vorübergehend schließen.

Weniger junge Unternehmen pleite

Die Veränderungen in der deutschen Unternehmensstruktur spiegeln sich in den Insolvenzen wider. Das schwache Gründungsgeschehen in den letzten Jahren führt dazu, dass der Anteil älterer Unternehmen zunimmt. Aktuell machen Unternehmen im Alter von über zehn Jahren 44,2 Prozent aller Insolvenzen aus (Vorjahr: 41,3 Prozent). Einen Anstieg der Fälle gab es vor allem bei 13 bis 14 Jahre alten Unternehmen sowie bei über 20 Jahre alten Betrieben. Die Insolvenzen von jungen Unternehmen nahmen dagegen ab.

In  Deutschland geht die Zahl der Insolvenzen weiter zurück. Im Jahr 2017 wurden von Creditreform insgesamt 116.000 Insolvenzfälle registriert (2016: 122.590). Die Zahl der Insolvenzen verringerte sich das siebte Jahr in Folge und erreichte den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2003. Rückgänge gab es sowohl bei den Unternehmensinsolvenzen (minus 6,3 Prozent) als auch bei den Verbraucherinsolvenzen (minus 6,7 Prozent). So hatten im Jahresverlauf insgesamt 72.100 Verbraucher Insolvenz angemeldet (2016: 77.260). Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging von 21.560 auf 20.200 zurück. Eine geringere Zahl an Unternehmensinsolvenzen wurde zuletzt im Jahr 1994 registriert (18.820) – damals noch unter der alten Konkursordnung. Im Vergleich zum bisherigen Höchststand der Unternehmensinsolvenzen (2003: 39.470) haben sich die Fallzahlen aktuell fast halbiert.

Fast 1 Mio. Euro Schaden je Insolvenzfall

Der Grund für die rückläufige Entwicklung der Insolvenzzahlen waren die günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Verbraucher und für Unternehmen. Die Arbeitslosenzahl ging zurück und die Einkommen stiegen tendenziell. Zudem waren die finanziellen Belastungen für Kreditnehmer durch preiswerte Finanzierungen und Umschuldungen geringer als in den Vorjahren. Die Unternehmen profitieren von allem von der kräftigen Binnennachfrage und melden in der Breite guten Wirtschaftsdaten.

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Die Insolvenzschäden bei Unternehmensinsolvenzen lagen mit geschätzt 26,6 Mrd. Euro knapp unter dem Vorjahreswert (27,5 Mrd. Euro). Auf fast 1 Mio. Euro beläuft sich die mittlere Schadenssumme je Insolvenzfall allein für die privaten Insolvenzgläubiger. In den insolventen Unternehmen sind rund 198.000 Arbeitsplätze weggefallen bzw. bedroht (Vorjahr: 221.000).

Rückgänge auch im Mittelstand

Im Jahr 2017 bestätigte sich der Trend hin zu immer kleineren Insolvenzen – auch wenn die mediale Aufmerksamkeit den Großinsolvenzen gehört, wie in diesem Jahr Air Berlin, SolarWorld oder ALNO Küchen. Erneut fiel wieder das Gros der Insolvenzen in die kleinste Größenklasse: 82,7 Prozent der insolventen Unternehmen hatten maximal fünf Beschäftigte (Vorjahr: 81,9 Prozent). Unterteilt nach dem Jahresumsatz finden sich Rückgänge vor allem im Mittelstand (Umsatzgrößenklassen 5,0 bis 25,0 Mio. Euro und 25,0 bis 50,0 Mio. Euro), während es bei Großunternehmen mit mehr als 50,0 Mio. Euro Jahresumsatz mehr Insolvenzen gab.

Handel und Dienstleister dominieren das Insolvenzgeschehen

Überdurchschnittlich ausgeprägt war der Rückgang der Insolvenzen im Verarbeitenden Gewerbe (minus 13,9 Prozent; 1.490 Fälle) und im Bausektor (minus 11,7 Prozent; 3.010 Fälle). Mittlerweile stammen 77,8 Prozent und damit der überwiegende Anteil aller Insolvenzen aus dem Handel oder dem Dienstleitungsgewerbe (Vorjahr: 76,1 Prozent). Aber auch im Handel (minus 4,7 Prozent) und im Dienstleistungsgewerbe (minus 4,3 Prozent) gingen die Insolvenzzahlen absolut gesehen aber zurück. Gesamtwirtschaftlich kommen auf 10.000 Bestandsunternehmen 62 Insolvenzen (Insolvenzquote). Am geringsten ist die Insolvenzquote im Verarbeitenden Gewerbe (2017: 35), am höchsten im Baugewerbe (2017: 83).

Zu ähnlichen Einschätzungen kommt auch der BVR:

Zahl der Unternehmensinsolvenzen sinkt weiter Berlin, 22.03.2018 – Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) dürfte sich der langjährige Abwärtstrend in den amtlichen Insolvenzdaten in Deutschland im Jahr 2018 fortsetzen. Der aktuellen Insolvenzprognose des BVR zufolge wird die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr nochmals um knapp 7 Prozent zurückgehen. Die Firmenpleiten waren bereits 2017 um 6,6 Prozent auf 20.093 gesunken. „Die Unternehmensinsolvenzen dürften vor dem Hintergrund des anhaltend günstigen konjunkturellen Umfelds 2018 mit etwa 18.700 Fällen einen neuen Tiefstand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 erreichen“, erklärt BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin. Die Insolvenzprognose beruhe auf der Annahme, dass das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 Prozent steigen wird. Derzeit befindet sich das Insolvenzgeschehen auf einem historisch niedrigen Niveau. Dies dürfte gemäß der aktuellen Prognose auch in naher Zukunft so bleiben. Nur bei einer schweren Rezession mit einem Rückgang des BIP um 3,5 Prozent im Jahresendquartal wäre – Szenario-Rechnungen des BVR zufolge – mit einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen zu rechnen. Das Eintreten dieses Szenarios ist gleichwohl angesichts der momentan nach wie vor günstigen Wirtschaftsperspektiven sehr unwahrscheinlich.

KfW-ifo-Mittelstandsbarometer am Rekordwert

Der deutsche Mittelstand startet nach dem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer 2018 in allerbester Laune in das Jahr 2018: Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen erhöht sich im Januar um 0,3 Zähler auf 30,9 Saldenpunkte. Damit kommt es seinem Rekordstand aus dem vergangenen November (31,2 Saldenpunkte) wieder sehr nahe. Ausschlaggebend für die aktuelle Stimmungsverbesserung ist allein die Bewertung der aktuellen Geschäftslage: Die Mittelständler beurteilen diese zu Jahresbeginn so positiv wie nie seit Beginn der gesamtdeutschen Befragungen im Jahr 1991 (+2,4 Zähler auf 46,3 Saldenpunkte). Die Erwartungen an die künftigen Geschäfte fallen hingegen etwas zurück (-1,5 Zähler auf 16,0 Saldenpunkte). Gleichwohl geht noch immer eine deutliche Mehrheit der Firmen von einer weiteren Verbesserung der Geschäfte bis mindestens zum Sommer aus.

Mittelstand und KfW-ifo-Mittelstandsbarometer

Den Großunternehmen zieht der Mittelstand Anfang des Jahres stimmungsmäßig ein wenig davon. Deren Geschäftsklima fällt um 1,7 Zähler, bleibt aber trotz des Rückgangs auf jetzt 29,1 Saldenpunkte nach wie vor sehr gut. Während die großem Firmen ihre aktuellen Geschäfte zu Beginn des neuen Jahres praktisch genauso gut bewerten wie zum Ende des alten (-0,2 Zähler auf 46,1 Saldenpunkte), revidieren sie ihre Erwartungen etwas deutlicher nach unten (-3,0 Zähler auf 12,9 Saldenpunkte).

Abgesehen von der Verschlechterung bei den großen Einzelhändlern zum Ende der Weihnachtssaison sind es vor allem die international stark verflochtenen Wirtschaftsbereiche – der Großhandel und die Industrie –, die hinter der leichten Abkühlung bei den großen Unternehmen stehen. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass die Exporteure vor allem die jüngsten Aufwertungstendenzen des Euro mit einer gewissen Skepsis sehen, schmälert ein teurerer Euro doch ihre Preisspielräume in Fremdwährung. Hierzu passt der relativ deutliche Rückgang der Absatzpreiserwartungen im Januar.

„Dem deutschen Mittelstand gelingt ein ausgezeichneter Start ins Jahr 2018“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. „Die Konjunkturdynamik wird nicht nur über den Winter verlässlich hoch bleiben, auch die Aussichten für den weiteren Verlauf des neuen Jahres sind alles in allem sehr gut. Das Realwachstum dürfte 2018 ähnlich kräftig ausfallen wie im vergangenen Jahr.“ Für eine künftige Regierung könne der Rückenwind kaum günstiger sein, um Deutschland und – zusammen mit Frankreich und den anderen europäischen Partnern – auch die EU langfristig auf ein stabiles Fundamt zu stellen.