Kreditstau bei Banken

Datev-Vorstand Schwarzer rügt Banken
Datev-Vorstand Schwarzer rügt Banken

Eckard Schwarzer, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung und stell­ver­tre­ten­der Vor­stands­vor­sit­zen­der der DATEV eG, redet Tacheles: Nach Verabschiedung des Milliarden-Hilfspakets der Bundesregierung befürchtet der Steuerexperte dramatische Verzögerungen bei der Ausreichung der Kredite und Hilfsmittel: “Das Hausbankprinzip behindert massiv die Bearbeitung der dringend benötigten Mittel für den Mittelstand”, so aktuell der Experte im Morgenmagazin des ZDF. Trotz Bürgschaft der Bürgschaftsbanken und der KfW bis zu 90 Prozent steht die Bearbeitungszeit und die Beurteilung der Bonität durch die Kreditsachbearbeiter der Banken einer rechtzeitigen Ausreichung massiv im Weg. Noch schlimmer: Die Kreditanstalt für Wideraufbau hat angekündigt, erst ab 14. April mit der Bearbeitung der Anträge zu beginnen. Von da an rechnet Schwarzer noch mit bis zu zwei Monaten, bevor das Geld bei den Unternehmen ankommt. Dann ist es für die meisten betroffenen Mittelständler längst zu spät. Schwarzer fordert daher, die Prüfung bereits von den jeweiligen Steuerberatern durch ein Testat massiv zu beschleunigen.

Danach stehen die Unternehmen noch vor der großen Problematik der Tilgung der Kredite. Wer im Handel bereits Ware bestellt hat muss diese auch bezahlen, verfügt jedoch über keinerlei Einnahmen, um die Disposition zu abzuwickeln. Experte Franz Josef Tenhagen von “Finanztipp” fordert daher, “noch zusätzlich die Tilgung der Kredite vorläufig auszusetzen”. Eckhard Schwarzer verweist angesichts der zu erwartenden Misere auf das unkomplizierte Verfahren in der Schweiz, wo Unternehmen ohne große Hürden Kredit bis zu 20 Millionen Euro bekommen können.

Firmen, die wegen der Corona-Krise “wirtschaftlich erheblich beeinträchtigt sind” können Überbrückungskredite im Umfang von maximal 10 Prozent ihres Jahresumsatzes bei ihrer Hausbank beantragen. Das Formular ist auf der Website www.covid19.easygov.swiss verfügbar. Bis zu 500.000 Franken bürgt der Bund voll, er trägt also das ganze Ausfallrisiko. Der Zinssatz beträgt null Prozent.

Davon sind wir hierzulande leider monatelang entfernt, hunderttausende von Anträgen werden erwartet. Eckhard Schwarzer befürchtet das Schlimmste: “In drei Monaten ist für viele Mittelständler und Kleinstunternehmen längst Schluss.”

GründerMagazin​

Newsletter Abonnieren​

Franchise Expo 2020

Kostenlos zur Franchise Expo?

Code eingeben und Eintrittskarte sichern
GründerMagazin Franchise Expo Promo-Code

Folgen Sie uns

10 Punkte für eine sichere Existenzgründung!

KOSTENLOS

Ihr Weg zur eigenen Geschäftsidee

Download