Europa im Blick

Steuern, Produktsicherheit, Marktüberwachung sind die Herausforderungen für den europäischen Warenhandel. Ein Bericht aus der europäischen Zentrale in Brüssel.

Über digitale Vertriebswege können Hersteller und Händler aus Drittstaaten Waren direkt an Endkunden in der EU verkaufen. Verkaufsplattformen oder eigene Websites machen es möglich. Waren mit geringem Wert versendet der Hersteller direkt. Dabei werden häufig weder Zoll-Abgaben noch Einfuhrumsatzsteuer fällig, da der angegebene Warenwert unter der Zoll-Freigrenze von 150 Euro beziehungsweise unter der Einfuhrumsatzsteuergrenze von 22 Euro liegt. Der zweite Weg führt über Fulfillment-Center in Deutschland oder einem anderen EU-Mitgliedstaat. Diese Logistikzentren lagern, verpacken und versenden die Ware. Ein Kunde, der online bestellt, merkt dabei oft nicht, dass er einen Vertrag mit einem Unternehmen außerhalb der EU geschlossen hat.

Neue Handelswege bringen ungleiche Wettbewerbsbedingungen

Bei der Einfuhr in den EU-Binnenmarkt entrichtet der Importeur in der Regel zwar die Einfuhrumsatzsteuer auf den Zollwert, aber in immer mehr Fällen wird die Mehrwertsteuer auf den Verkaufspreis nicht an das Finanzamt abgeführt. Zum Teil wird auch der Zollwert zu niedrig angesetzt. Hinzu kommt, dass Produkte aus Drittländern zunehmend die Produktsicherheitsvorschriften – die zum Beispiel für Bauprodukte, Schutzausrüstung und Spielzeug gelten – nicht einhalten. Die Marktüberwachungsbehörden haben kaum Möglichkeiten, die Einhaltung der Anforderungen im Fulfillment-Center zu überprüfen. Im Einzelhandel, ob off- oder online, können die Behörden dagegen Produkte prüfen, und die Betriebe müssen Pflichten im Hinblick auf die Produktsicherheit erfüllen. Damit kommt es zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen.

EU-Vorschläge gegen Wettbewerbsverzerrung

Die EU hat Vorschläge für den Übergang zu einem „endgültigen Mehrwertsteuersystem in der EU“ vorgelegt, die unter anderem die Abschaffung der 22-Euro-Grenze vorsehen. Unrealistische Wertangaben ergeben so zumindest keine vollständige Steuerfreiheit mehr. Die Wettbewerbsverzerrung infolge nicht entrichteter Steuern sollten Zoll- und Finanzämter allerdings noch näher unter die Lupe nehmen. Außerdem will die EU die Überwachung und Durchsetzung der Produktsicherheitsregeln verbessern, also den Nachweis, dass ein Produkt die von der EU festgelegten Anforderungen, etwa zur CE-Kennzeichnung, erfüllt. Die Befugnisse der Marktüberwachungsbehörden sollen nach den Plänen der EU erweitert, der Austausch innerhalb der EU gestärkt und eine bessere Kooperation mit dem Zoll erreicht werden. Darüber hinaus wäre aus DIHK-Sicht die frühzeitige Aufklärung der Importeure über produktbezogene Vorschriften wichtig, ferner sollte auch die Zusammenarbeit mit der Marktüberwachung in Drittländern forciert werden. Stärkere Durchsetzungsbefugnisse sollten auf die Erkennung und Sanktionierung vorsätzlicher Verstöße abzielen.

Fairen Wettbewerb sichern!

Ziel der europäischen Initiativen muss ein fairer Wettbewerb zwischen europäischen Unternehmen und solchen aus Drittstaaten sein. Die Behörden sollten gewährleisten, dass Waren, die in den Binnenmarkt eingeführt werden, den EU-Produktsicherheitsvorschriften entsprechen und dass die Umsatzsteuer für diese Waren entrichtet wird. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine bessere Aufklärung der Marktteilnehmer über die zu erfüllenden Rechtsvorschriften.

Der Preis für gute Ideen

Seit 1998 zeichnet die KfW Bankengruppe Unternehmen in den ersten fünf Jahren ihrer Geschäftstätigkeit mit dem Titel „GründerChampion“ aus. Für den renommierten Preis konnten sich im letzten Jahr Start-ups aller Branchen ab Gründungsjahr 2011 bewerben. Vergeben wurde der Award im Rahmen der deGUT, der Berliner Gründermesse. Alle 16 Landessieger konkurrierten um den Bundessieg. Der Sieger: Die Brandenburger Havelländische Zink-Druckguss GmbH & Co. KG.   Der Sonderpreis „Nachfolge“ ging an die Özcan Getränke GmbH aus Berlin. Die Gäste der Preisverleihung wählten dann noch die Tandemploy GmbH aus Berlin für den Publikumssieg aus. Alle Champions freuten sich über insgesamt 35.000 Euro Preisgeld.

Als Bundessieger ausgezeichnet wurde ein Unternehmen, das im Rahmen einer externen Nachfolge gegründet wurde. Chef der Havelländische Zink-Druckguss GmbH & Co. KG  (HZD) aus Premnitz Petar Marovic erklärt: „Das „Unternehmen, die Menschen und die Region haben mir einfach zugesagt. Michael Schönberg und ich haben sofort gemerkt, dass wir einander verstehen und uns beiden der weitere Erfolg der HZD am Herzen liegt.“

Förderangebot für junge Unternehmen

Der Titel „GründerChampion“ ist eine Qualitätsauszeichnung für junge Unternehmen. Die GründerChampions 2016 wurden von einer Jury mit erfahrenen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Landesförderinstituten sowie Industrie- und Handelskammern ausgewählt. Bewertet wurden die Geschäftsideen nach ihrem Innovationsgrad, ihrer Kreativität und der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Maßgeblich für die Auszeichnung war auch, wie umweltbewusst die Umsetzung erfolgte und ob Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen oder erhalten wurden. Unternehmen aller Branchen ab dem Gründungsjahr 2011 konnten sich bewerben.   Mit der Vergabe des Awards möchte die KfW sowohl die erfolgreichen Gründerinnen und Gründer auszeichnen, als auch dazu beitragen, dass der Schritt in die Selbstständigkeit mehr öffentliche Anerkennung erfährt. Die KfW Bankengruppe unterstützt die deutsche Wirtschaft mit einem breiten Förderangebot. Beispielsweise bietet sie für Gründer u. a. den ERP Gründerkredit StartGeld für Darlehenssummen bis zu 100.000 Euro und den ERP Gründerkredit Universell für größere Volumina an.

Die Märkte änderten sich

Ins Leben gerufen hat die HZD Michael Schönberg im Jahr 1992, damals standen alle Zeichen auf Wachstum. In den folgenden 20 Jahren erfuhr das Unternehmen eine gesunde Entwicklung und zeigt sich als einer der in Deutschland führenden Anbieter für Zink-Druckgusserzeugnisse. Von Baubeschlag bis hin zu anspruchsvollen Oberflächenteilen steht HZD seit jeher für Erzeugnisse von höchster Gießpräzision.

Doch Märkte ändern sich. Die Ansprüche an ein produzierendes Unternehmen verschärften sich zunehmend. Die letzten Jahre waren zudem von finanzieller Schwäche im Lichte der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt und wirkten so auch auf die HZD belastend. Schönberg erkannte, dass die Führung des Familienunternehmens durch einen externen Branchenexperten unterstützt werden sollte. So wurde Petar Marovic zu Beginn des Jahres 2015 in die Geschäftsführung der HZD berufen und leitete fortan den strukturierten Auf- und Umbau der Vertriebsaktivitäten. Herr Marovic blickt zurück auf über 20 Jahre Erfahrung in der AutomotiveIndustrie und war u. a. Werkleiter eines US-amerikanischen Standorts eines großen Automobilzulieferers. Doch dabei sollte es nicht bleiben. „Erfahrung und Zahlen sind zwar wichtig, aber beim Thema Nachfolge geht es nicht nur um Kopf-, sondern auch um Bauchentscheidungen. Im Idealfall sollte man sich auf Anhieb mit dem Nachfolger verstehen und einfach spüren, dass er zum Unternehmen passt.“, so beschrieb Schönberg den kurz darauf beginnenden Prozess der Unternehmensnachfolge. Die Übernahme erfolgte harmonisch und voller gegenseitiger Wertschätzung im Jahr 2016.

Die Firma war am natürlichen Wendepunkt eines gewachsenen Familienunternehmens. Die seit letztem Jahr eingeführten Optimierungsmaßnahmen tragen bereits Früchte und wir konnten den Mitarbeiterstamm nahezu erhalten. Mit der Auszeichnung möchte ich meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der HZD meine Anerkennung zollen und ihnen für das Durchhaltevermögen in schwierigen Zeiten danken.“

Den Kunden das Beste geben

Schwaben-Sieger Rainer Brang: „Ein GründerChampion zu sein ist für mich ganz persönlich eine Bestätigung, die ersten Weichen richtig gestellt zu haben.  Jetzt wollen wir zusammen unser Unternehmen nach unseren Werten so gestalten, dass es für das weitere Wachstum gerüstet ist. Dann können wir unseren Kunden weiterhin das Beste geben, das wir haben: Echte Freude an unseren Produkten.“

Die Winzki GmbH & Co. KG aus Frickenhausen ist Landessieger Baden-Württemberg. Ursprünglich wollte Rainer Brang, Gründer von Winzki, nur einen kindertauglichen MP3-Player für seine Söhne bauen. Er zimmerte eine Holzbox, fräste Löcher für Lautsprecher, Knöpfe sowie elf Tasten hinein und schraubte das Ganze mit einem Griff und einer eigens entwickelten Elektronik zusammen. Fertig war der erste Player namens „Hörbert“. 2011 rief Brang aufgrund der wachsenden Nachfrage aus dem privaten Umfeld das Unternehmen Winzki ins Leben und produzierte den Musikspieler in Serie. Seitdem haben die Schwaben über 7.500 Hörberts verkauft, bei knapper Verdoppelung der Verkäufe pro Jahr. Der Player steht dabei für einen Wertewandel: Statt schnellem Konsum für kleines Geld, sind Hörbert-Käufer an Langlebigkeit und Umweltschutz interessiert. So gehört ebenfalls zum Konzept, dass alle Komponenten nachbestellt oder auf Wunsch vom Hersteller einzeln getauscht werden können. Inzwischen arbeitet ein Team aus elf Personen an dem Produkt, das in Deutschland, der Schweiz und dem angrenzenden europäischen Ausland immer mehr Kunden findet.

Schnellst wachsendes Technologieunternehmen im Land

Ursprünglich aus universitärer Technologieforschung an der Technischen Universität München (TUM) entstanden, wurde Celonis 2011 gegründet und hat sich in kürzester Zeit zum führenden Anbieter für Process Mining entwickelt. Diese intelligente Big Data Technologie fügt die in verschiedenen ITSystemen gespeicherten, einzelnen Prozessschritte wieder zusammen und analysiert IST-Prozesse in Unternehmen automatisch, End-to-End und in Echtzeit. Dabei bietet sie einen umfassenden Einblick in tatsächliche Abläufe, versteckte Schwachstellen und Optimierungspotenziale. Das Ergebnis: mehr Transparenz, mehr Effizienz, mehr Compliance. Mittlerweile macht Celonis mehr als 10 Millionen Euro Umsatz pro Jahr und ist damit das am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen Deutschlands (lt. Deloitte). Im Jahr 2015 gelang Celonis, was bisher noch kein Start-up geschafft hat: SAP nahm die Process Mining Technologie auf die eigene Preisliste und vertreibt das Produkt als SAP Process Mining by Celonis weltweit. Ein weiterer Meilenstein folgte im Juni dieses Jahres: Die renommierten Facebook-Investoren Accel Partners und 83North (ehem. Greylock IL) haben insgesamt 27,5 Millionen US-Dollar in Celonis investiert.

Mitgründer und Geschäftsführer Bastian Nominacher: „Celonis Process Mining lässt sich auf alle Branchen, Unternehmensbereiche und jeden digitalen Prozess anwenden. Unser Ziel ist es, die Prozesse von heute zu analysieren, damit die Welt von morgen effizienter ist. Dieser Vision widmen wir uns jeden Tag mit viel Leidenschaft und Zielstrebigkeit. Der KfW Award GründerChampions zeigt, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind. Wir sind sehr stolz auf das Engagement des gesamten Celonis-Teams.“

Top-Jobsharing-Plattform

Die Tandemploy gewinnt im KfW Award GründerChampions 2016 für Berlin.  Anna Kaiser und Jana Tepe gründeten Tandemploy im Jahr 2013, nachdem sie als Kolleginnen in einer Personalberatung gemeinsam auf die Idee gestoßen waren. Eine Tandembewerbung auf eine Führungsposition, die Jana Tepe damals für einen Kunden besetzen sollte, brachte den Stein ins Rollen und Tepe und Kaiser dazu, smarte HR-Technologien zu entwickeln, die Firmen und Menschen beim Zustandekommen flexibler Arbeitsmodelle wie dem Jobsharing auf die Sprünge helfen. Die Jobsharing-Plattform Tandemploy.com war der Anfang: Hier trafen und treffen an Jobsharing interessierte Menschen durch ein Matching auf passende Tandempartner und finden Firmen, die diesem Arbeitsmodell offen gegenüber stehen. Mittlerweile flexibilisieren sie mit ihrer Lösung flex:workz (einer Software as a Service) auch größere Unternehmen von innen. Hier können Mitarbeiter einer Firma im geschlossenen und geschützten Raum selbstständig Tandempartner, aber auch Kollegen für Jobrotations oder ein Mentoring im eigenen Unternehmen finden. Damit haben die beiden und ihr mittlerweile 10-köpfiges Team die weltweit erste HR-Software auf den Markt gebracht, die nicht von HR, sondern von den eigenen Mitarbeitern gesteuert wird.

Arbeit muss ins Leben passen

Bei Tandemploy leben die beiden Gründerinnen vor, wie es gehen kann: Sie selbst teilen sich die Geschäftsleitung im Jobsharing, alle Mitarbeiter arbeiten in flexiblen Modellen und legen ihre Stundenzahl individuell fest. Zuletzt haben sie die starre 40-Stunden-Stelle abgeschafft und fragen jeden Mitarbeiter nach seiner individuellen Wunscharbeitszeit.  Anna Kaiser: „Niemand kann genau sagen, wie sich die Arbeitswelt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verändern wird. Was wir aber sicher wissen, ist, dass wir agilere Systeme brauchen, um auf den Wandel reagieren zu können.“ Und Jana Tepe ergänzt: „Die Zeiten von starren Strukturen und Hierarchien sind vorbei. Wenn Organisationen reaktionsfähig bleiben wollen, müssen sie einfach flexiblere Systeme schaffen. Wir selber z. B. halten schon länger nicht mehr an der 40-StundenWoche fest, denn es ist schlicht und einfach ein Irrglaube, dass jeder am besten in 40 Stunden passt. Außerdem sollte die Arbeit ins Leben passen, nicht andersherum.“

Die vier Gründer von gastronovi, GmbH & Co. KG Andreas und Karl Jonderko, Christian Jaentsch und Bartek Kaznowski, sowie fast alle der 37 Mitarbeiter des Software-Unternehmens kennen die Sorgen der Gastronomen nur allzu gut. Schließlich haben sie alle selbst in der Gastronomie gearbeitet. Als Hotelier, als Koch, als Bedienung, als Küchenhilfe. Das gastronovi-Team weiß daher genau, wo es schmerzt. Und setzt genau da an: Mit einer Komplett-Software-Lösung für die Gastronomie, die die Abläufe optimiert und vereinfacht und die durch ihre Flexibilität und ihre Effektivität bei einfacher Anwendung begeistert. Egal ob Kassensystem, Tischreservierung, Warenwirtschaft, Marketing oder Bestellsystem für Gäste – aus elf Modulen kann sich jeder Gastronomiebetrieb eine maßgeschneiderte Lösung zusammenstellen. gastronovi Office optimiert die Abläufe und vereint alle Prozesse in einem System mit Schnittstellen zu z.B. Lieferanten-Einkaufssystemen oder vielen Hotel-Software-Lösungen. Andreas Jonderko, Geschäftsführer von gastronovi, freut sich: „Unser Ziel war immer, eine Lösung zu finden, mit der jeder Gastronom die Chance bekommt, sich perfekt zu optimieren und die Abläufe im Betrieb weiter zu vereinfachen.“

Ist das noch zeitgemäß?

herr holgersson. lesen & leben ist GründerChampions 2016 für Rheinland-Pfalz. In einer Zeit, in der die Buchbranche häufig als „schwächelnd“ aufgefasst wird, haben die Gründerinnen Elisabeth Windfelder und Jasmin Marschall eine inhaltlich und optisch moderne, wirtschaftlich erfolgreiche und damit zukunftsweisende Buchhandlung aufgebaut. Sie ist gleichfalls Begegnungsstätte und kultureller Ort. Denn die Unternehmerinnen sind überzeugt, dass Buchhandlungen mehr sein müssen als ein reiner Präsenz- und Bestellort für Bücher: Leser und Konsumenten sollen sich in ansprechender Umgebung begegnen können, eine an ihren individuellen Bedürfnissen ausgerichtete Beratung erhalten und dazu authentische kulturelle und soziale Erlebnisse.

An diese Kundenbedürfnisse angelehnt wurde ein einzigartiges Raumkonzept entwickelt. Der Verkaufsraum ist wie eine Wohnung eingerichtet. Es gibt ein Wohnzimmer mit Sofa und Klavier, Romanen, Krimis, Hörbüchern und DVDs, eine Küchenzeile mit Koch- und Backbüchern, einen Essbereich mit Kreativ- und Gartenbüchern. Im Arbeitsbereich mit Schreibtisch sind Sachbücher sowie E-Reader und im Kinderzimmer mit Kinderbett und Spielecke kann in Kinder- und Jugend(hör)büchern und kombinierten Medien gestöbert werden. Elisabeth Windfelder und Jasmin Marschall: „Es freut uns riesig, dass wir so schnell im Ort und der Region angenommen worden sind. Immer wieder haben wir in Gründungszeiten und darüber hinaus Sätze wie ‚ist das denn überhaupt noch zeitgemäß?’ oder ‚eine Buchhandlung zu eröffnen ist ein bisschen wie ein Kutschunternehmen zu gründen’ gehört.“

Erfolg mit Tradition

Baumkuchen hat in Wernigerode eine lange Tradition. Seit über 250 Jahren ist die besondere und aufwendig herzustellende Spezialität in der Region bekannt. Dies möchte Gründer Christian Feuerstack erhalten und weiter ausbauen. Der Konditormeister hat nicht lange gezögert, als ihm 2014 vom früheren Inhaber die Übernahme des Unternehmens angeboten wurde – schließlich hat er schon länger über eine selbstständige Tätigkeit nachgedacht. Neben der Herstellung des Baumkuchens ist er auch für das angeschlossene Baumkuchenhaus verantwortlich. Einheimische wie Touristen genießen hier das vor Ort hergestellte Gebäck sowie Eis- Kaffee- und Kuchenspezialitäten. Besucher können auch beim Schaubacken dabei sein. Der Gründer bezieht die Zutaten aus der Region, verzichtet auf Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe. Ein großer Teil des Energiebedarfs in der Backstube wird durch Solarstrom erzeugt.  Champion Christian Feuerstack: „Ich finde es toll, dass auch kleinere und eher traditionelle Unternehmen ausgezeichnet werden und dass unsere Ideen und die Art, das Unternehmen zu führen, Anerkennung findet.“

Biometrie für Jedermann   

„Die Auszeichnung als GründerChampion Thüringen bestätigt einmal mehr, dass wir mit unserer Gründung alles richtig gemacht haben. Unser Team, die Investoren aber vor allem der Wille, etwas Neues zu schaffen und ein wenig zu einer sicheren Welt beitragen zu können, hat über die letzten zwei Jahre zum Erfolg unseres Unternehmens und Produkte beigetragen,“ weiß Chef Dirk Morgeneier. Die JENETRIC GmbH wurde 2014 am Optikstandort Jena von Dirk Morgeneier und Roberto Wolfer, Ingenieuren mit langjähriger Erfahrung in der Fingerabdruckaufnahme, gegründet. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von biometrischen Aufnahmesystemen spezialisiert. Erstmals ist es gelungen, optische TFT Technologie, wie man Sie etwa von Flachbildschirmen, kennt für die Fingerabdruckaufnahme zu nutzen. Damit kann die Fingerabdruckaufnahme so einfach gestaltet werden, dass jeder Mensch in der Lage ist, diese Geräte ohne fremde Hilfe zu bedienen. Möglich macht das ein neuartiger, transparenter Fingerabdrucksensor, der mit einem Display kombiniert wird.  Somit werden dem Nutzer Hinweise zur Bedienung anzeigt und Rückmeldungen gegeben, die er unabhängig von Sprache, Kultur oder Vorwissen versteht. Das macht das Gerät ideal für den Einsatz an Grenzen oder Flughäfen, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft sich per Fingerabdruck identifizieren müssen. Mit ihrem ersten Produkt, den von der amerikanischen Bundespolizei FBI zertifizierten, LIVETOUCH quattro, kommt die JENETRIC ihrem Ziel, biometrische Anwendungen für jedermann nutzbar zu machen, eine großen Schritt näher.

Sonderpreis Unternehmensnachfolge

Özcan Getränke GmbH gewinnt Sonderpreis „Nachfolge“  Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1989 von Mehmet Özcan. Er hat das traditionelle türkische Joghurt-Getränk Ayran nach Deutschland gebracht und den hiesigen Markt erobert. Für seine Tochter Dilek war er als Unternehmer ein großes Vorbild. Den Wunsch, einmal in seine Fußstapfen zu treten, hegte sie schon seit längerer Zeit. 2011 war es dann soweit und Dilek Özcan übernahm die Özcan Getränke GmbH im Rahmen der Nachfolge. Für ihren Vater war die Übergabe, die viel loslassen bedeutete, nicht immer einfach. Doch auch die Nachfolgerin brauchte sehr viel Stärke. Dilek Özcan: „Es war nicht leicht, als Frau plötzlich ein Unternehmen zu führen, in dem mehr als 80 Prozent der Mitarbeiter männlich waren. Mein Vater hat mir durch seine große Erfahrung geholfen, aber durchbeißen musste ich mich allein.“

Bewerbungen für 2017 sind vom 1. Mai bis 1. August möglich für Unternehmen ab Gründungsjahr 2012. Schon jetzt können Sie ein Unternehmen (auch Ihr eigenes) vorschlagen, Sie erhalten Nachricht zum Wettbewerbsstart.
Über die deGUT: Die deGUT ist die größte Messe rund um Existenzgründung und Unternehmertum in Deutschland. Sie findet am 13. und 14. Oktober 2017 in der ARENA Berlin in Treptow statt. Veranstaltet wird die deGUT von der Investitionsbank Berlin (IBB) und der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Förderer der deGUT sind die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung in Berlin und das Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg.

„Die sehr gute Situation am Arbeitsmarkt hemmt die Gründungstätigkeit. Positiv dabei ist, dass es zuvor noch nie so wenige Notgründer gab.“
Dr. Jörg Zeuner, KfW-Chefvolkswirt

Die anhaltende Stärke des Arbeitsmarktes hat die Gründungstätigkeit in Deutschland im Jahr 2015 deutlich gebremst: Die Anzahl von Gründern ist im Vergleich zum Vorjahr um 152.000 oder 17 % auf 763.000 Personen gesunken. Die Erwerbslosenquote fiel um weitere 0,4 Prozentpunkte, so dass insbesondere „Notgründungen aus Mangel an besseren Alternativen“ überproportional weniger wurden (-28 % auf 207.000). „Die sehr gute Situation am Arbeitsmarkt hemmt die Gründungstätigkeit. Positiv dabei ist, dass es zuvor noch nie so wenige Notgründer gab. Wir sehen auch weitere positive Aspekte“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW anlässlich der Vorstellung des KfW-Gründungsmonitors 2016, der repräsentativen Befragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Die Zahl der innovativen Gründer steigt beispielsweise um 6 % auf 95.000 leicht an. „Innovative Gründungen sind wegen ihrer Investitionen in Forschung und Entwicklung und ihrer höheren Bestandsfestigkeit von großer Bedeutung für unsere Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Dr. Zeuner: „Das Gründungsgeschehen hat an Quantität verloren, aber strukturell an Qualität gewonnen“.

Mit dem KfW-Gründungsmonitor 2016 kann erstmals beleuchtet werden, welche Bedeutung digitale Technologien für Gründer haben. Das Ergebnis: Gründer, die mit digitalen Technologien neue Märkte kreieren oder etablierte Märkte erobern, machen inzwischen einen substanziellen Teil des Gründungsgeschehens aus. Jeder fünfte Gründer (21 %) ist ein „digitaler“ Gründer, das heißt, sein Angebot ist ausschließlich durch digitale Technologien nutzbar. Die Geschäftsmodelle sind vielfältig: Als digitale Gründer sind App-Anbieter, Betreiber von Webportalen, Onlinehändler, Softwareentwickler oder auch Webdesigner zu verstehen. Der Vorteil der Digitalisierung zeigt sich im Marktzugang: Während die Gründer insgesamt überwiegend regional ausgerichtet sind (40 % überregional), zielen 70 % der „digitalen“ Gründer direkt auf den nationalen oder internationalen Markt.

Insgesamt setzen Gründer mit 65 % 2015 etwas häufiger Finanzmittel ein (2014: 62 %), 23 % greifen hierbei auf externe Quellen zu wie Kreditinstitute, Privatinvestoren oder Familie und Freunde zurück (2014: 21 %). Das externe Kapital bewegt sich dabei meist im Mikrofinanzbereich bis zu 25.000 EUR (15 % der Gründer). Allerdings ist der Anteil von Gründern mit höherem Einsatz externen Kapitals in den letzten Jahren gestiegen, 2015 auf einen bisherigen Höchstwert von 8 %.

Erfreulich ist, dass 2015 ein Viertel weniger Gründer Finanzierungsschwierigkeiten hatten (von 20 % auf 15 %). „Gründer werden immer stärker von Finanzierungsschwierigkeiten betroffen sein als etablierte Unternehmer, da sie meist keine Unternehmerhistorie haben und häufig keine Sicherheiten stellen können“, sagt Dr. Zeuner. „Wir haben aber ein hohes volkswirtschaftliches Interesse daran, dass erfolgversprechende Ideen nicht an der Finanzierung scheitern. Daher ist es nicht zuletzt die Aufgabe von Förderbanken, die Gründungsfinanzierung zu unterstützen.“
Gründerinnen auf Rekordjagd:

  • Die Beteiligung von Frauen an der Gründungstätigkeit (43 %) bleibt das 3. Jahr in Folge auf Rekordniveau.
  • Weiterhin startet die Mehrheit aller Gründer im Dienstleistungssektor, gefolgt vom Produzierenden Gewerbe und dem Handel.
  • Gründer haben für sich selbst und für angestellte Mitarbeiter 2015 rund 610.000 vollzeitäquivalente Stellen geschaffen.

Der KfW-Gründungsmonitor basiert auf den Angaben einer jährlichen Zufallsauswahl von 50.000 Personen, die im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung telefonisch interviewt werden. Mit voll- und nebenerwerblichen, freiberuflichen wie gewerblichen Existenzgründungen wird ein umfassender Gründungsbegriff zugrunde gelegt. Der KfW-Gründungsmonitor 2016 ist die 16. Befragung.
Informationen zu den Förderprogrammen der KfW finden Interessierte unter www.kfw.de/gruenden.

Chancenkapital für innovative Unternehmen

Im Rheinland erhalten zukunftsorientierte Technologien neuen Schub: Engagierten
Gründerteams stellt ein neuer Seed Fonds Eigenkapital in einer Gesamthöhe von bis zu insgesamt zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Seed Fonds unterstützen junge, technologieorientierte Unternehmen in der Gründungsphase, indem sie ihnen notwendiges Eigenkapital zur Verfügung stellen und so die Finanzierung des Unternehmens sichern.

Eine der ersten drei Beteiligungen ist die NonWoTecc Medical GmbH. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von kleinlumigen Gefäßprothesen basierend auf einem innovativen Herstellungsverfahren. Diese Gefässe können als Ersatz körpereigener Gefäße und erstmalig auch als künstliche Überbrückungen verschlossener Gefäße in Herznähe (z. B. als Bypässe) eingesetzt werden.
Denn, in ca. 15 % aller medizinisch notwendigen Bypassoperationen (weltweit ca. 225.000) stehen dem Operateur zurzeit keine geeigneten körpereigenen Gefäße zur Verfügung. Alleine in Deutschland handelt es sich immerhin um ca. 90.000 Betroffene!

NonWoTecc Medical wurde vom High-Tech-Gründerfonds und der RVC in der ersten Runde finanziert. Des Weiteren wird die IVC Management GmbH aus Aachen das Unternehmen bei aktuellen Fragen der Geschäftsentwicklung als Coach begleiten. Der Rheinland Venture Capital Fonds ist unter anderem Teildes Fondkonzeptes der NRW.BANK, die über ihren 30 Millionen Euro starken NRW.BANK.Seed Fonds investiert hat. Dieser im Dezember 2005 aufgelegte Fonds der Förderbank Nordrhein-Westfalens beteiligt sich bis zu 50 Prozent an regionalen Seed Fonds. Diese entstehen in Regionen, die technologisch ausgewiesen sind, und die die Unternehmen betriebswirtschaftlich begleiten. Bezogen auf Nordrhein-Westfalen können durch den NRW.BANK.Seed Fonds deutlich über 100 technologieorientierte Unternehmensgründungen finanziert werden. Pilotregion war Dortmund, nun wird mit dem Rheinland Venture Capital Fonds der zweite regionale Fonds aufgelegt. Weitere regionale Seed-Fonds werden derzeit umgesetzt beziehungsweise sind in Planung. Dr. Ulrich Schröder, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK: „Mit ihrer Seed-Fonds Initiative trägt die NRW.BANK deutlich dazu bei, den Markt für Frühphasenfinanzierungen in Nordrhein-Westfalen zu beleben.“

L-Bank: Über drei Milliarden für den Mittelstand

Im vergangenen Jahr förderte die L-Bank Baden-Württembergs Unternehmen mit rund 3,2 Mrd. Euro und hält damit das hohe Niveau der Vorjahre (2015: 3,5 Mrd. Euro). „Auch 2016 haben wir gemeinsam mit den Hausbanken eine starke Förderleistung für die baden-württembergische Wirtschaft gestemmt“, betonte Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, bei der Vorstellung der Wirtschaftsförderbilanz 2016. „Dabei prägen zukunftsorientierte Investitionen die Fördernachfrage, und zwar sowohl bei etablierten Unternehmen wie bei jungen Start-ups. Das ist ein wichtiger Förderhebel, denn so haben wir den Mittelstand von heute und den Mittelstand von morgen gleichermaßen im Blick.“

Stark nachgefragt vom Mittelstand wurde mit 670 Mio. Euro vor allem das Förderprogramm ‚Ressourceneffizienzfinanzierung‘ – bei einem Anstieg um 35 Prozent im Vorjahresvergleich (496 Mio. Euro). Mit der ‚Ressourceneffizienzfinanzierung‘ werden Investitionen gefördert, die zu einer effizienteren Nutzung von Energie und Materialien in der Wertschöpfung von Unternehmen führen. „Die natürlichen Ressourcen sind endlich. Daher gilt es Wege zu finden, diese optimal zu nutzen. Die Entwicklung der ‚Ressourceneffizienzfinanzierung‘ zeigt, dass die baden-württembergischen Unternehmen dies nicht nur erkannt haben, sondern auch aktiv werden, indem sie in eine effiziente Energie- und Ressourcennutzung investieren“, erläuterte Nawrath.

Bei der Nutzung der Ressourceneffizienzfinanzierungen standen zum Programmstart 2015 Finanzierungen von neuen Maschinen und Optimierungen der Produktionsprozesse im Vordergrund. Mittlerweile rücken mehr und mehr die Betriebsgebäude in den Fokus des Mittelstandes. „Dort schlummert ein gewaltiges Potential, das wir mit unserem Programm passgenau bedienen. Gerade bei Betriebsgebäuden lassen sich Ökonomie und Ökologie hervorragend verbinden. Bei einem Gewerbegebäude, das dem ökologisch vorteilhaften Niedrigenergiehaus-Standard entspricht, sinken die Betriebskosten gegenüber der herkömmlichen Bauweise um bis zu 50 Prozent“, verdeutlichte Nawrath.

Mit diesen zukunftsorientierten Investitionen werden erhebliche Kosteneinsparpotenziale erschlossen – gerade in Baden-Württemberg als dem Bundesland mit der höchsten Industriedichte ist die Optimierung der Ressourceneffizienz auf allen Ebenen ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition.

Über alle Programme der Mittelstandsförderung hinweg wurden zinsgünstige Kredite mit einem Gesamtvolumen von 2,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,5 Mrd. Euro) an mehr als 4.250 Betriebe ausgereicht. Die Schaffung von ca. 7.700 neuen Arbeitsplätzen konnte so unterstützt, fast 260.000 Arbeitsplätze konnten nachhaltig gesichert werden.

Die gute Konjunktur, eine geringe Arbeitslosigkeit und ein hohes Lohnniveau bremsen gemeinhin die Neigung, mit Neugründungen oder Unternehmensnachfolgen den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Umso wichtiger ist eine starke Gründungsförderung: Sie motiviert, gibt einen Anreiz den Schritt zum Unternehmer doch zu wagen. „Unsere Gründungsförderung wirkt an der richtigen Stelle“, so Nawrath. „Vielerorts werden Gründungen aus Mangel an Alternativen durchgeführt. Dies ist in Baden-Württemberg nicht der Fall. Unsere Gründer sind von ihrer Idee überzeugt und machen bewusst den Schritt in die Selbstständigkeit. Das macht die hervorragenden Zahlen in der Gründungsförderung besonders bemerkenswert.“

Sowohl in der ‚Gründungsfinanzierung‘ als auch in der gemeinsam mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg angebotenen ‚Startfinanzierung 80‘ wurde das Niveau des Förderrekordjahres 2015 fast erreicht. „Der hohe Bürgschaftsanteil, der bei der ‚Startfinanzierung 80‘ an unsere Förderdarlehen gekoppelt ist, wirkt im kleinvolumigen Finanzierungsbereich wie ein ‚Venture Credit‘. Die öffentliche Hand trägt hier in erheblichem Maße Gründungsrisiken. Auch 2016 hat gezeigt, dass die Nachfrage hiernach mit 50 Mio. Euro für fast 900 Start-ups auf sehr gutem Niveau ist. Für uns eine spannende Entwicklung, zeigt sie doch, dass der kleinvolumige Finanzierungsbedarf nicht aus den Augen verloren werden darf“, erläuterte Nawrath. Die Gründungsförderung der L-Bank insgesamt erreicht ein Volumen von 599 Mio. Euro (Vorjahr: 609 Mio. Euro). Von der Förderung profitierten mehr als 2.700 Neugründungen und Unternehmensnachfolgen.
„Nach den zurückliegenden Förderrekordjahren rechnen wir auch für das neue Jahr mit einer Fortsetzung der leichten Konsolidierung in der Nachfrage nach unserer Wirtschaftsförderung, die wir bereits im zweiten Halbjahr 2016 beobachten konnten“, blickte Nawrath auf das Förderjahr 2017 voraus. „Gemeinsam mit der Landesregierung versuchen wir daher eine gute Hand voll neuer Impulse ganz gezielt zu setzen, um unsere starken und effektiven Förderprogramme punktuell weiterzuentwickeln. Auch hier werden wir sowohl im Gründungsbereich als auch Mittelstandssegment ansetzen. Bereits im ersten Quartal wird beispielsweise ein Förderprogramm für kleine Start-ups an den Start gehen, das ein Mikrodarlehen mit der Crowdfunding-Idee kombiniert.“

Gastro-Gründerpreis 2016

Eine renommierte 14-köpfige Jury hat in den vergangenen Wochen unter mehr als 500 Bewerbern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die sechs überzeugendsten Konzepte ausgewählt. Cynthia Barcomi, Christian Rach & Co. beeindruckten vor allem Gastro-Konzepte, die eine besonders gelungene Mischung aus unternehmerischem Denken, Kreativität und Nachhaltigkeit bewiesen. Ein Blick auf die diesjährigen Gewinnerkonzepte zeigt, dass die Qualität der Zutaten und die Lust an der Kreativität bei allen sechs eine entscheidende Rolle spielen. So verführen die Gewinner mit Craft-Beer-Cocktails, Fusion-Hummus-Kreationen, Kraftbrühe-to-go oder außergewöhnlichen “Salapes” gekonnt zu neuen Kulinarik-Abenteuern:

Zum Starken August:  Das Berliner Nachtleben gleicht schon mal einer durchgeknallten Zirkusvorstellung. Sebastian Kulka und Marcel Jahn treiben das bunte Spektakel auf die Spitze – frei nach dem Motto “Menschen, Biere, Sensationen”. In ihrer Eventgastronomie Zum Starken August paart sich schlüpfriges Entertainment mit Craft-Beer: So dürfen sich Gäste als Porno-Synchronsprecher versuchen, Wild Bingo mit einer Drag-Queen spielen und dabei ausgefallene Craft-Beer-Cocktails schlürfen. Richtig gehört: Wem Craft-Beer allein zu langweilig ist, der kann sich daraus ausgefallene Cocktails mixen lassen. Ein kreatives Konzept, das auch die Stimmung unter den Jurymitgliedern des Gastro-Gründerpreis anheizte.

MS Günther:“Moin moin und Ahoi” heißt es auf der MS Günther! Hier erleben Landratten kulinarische Genüsse mal ganz anders: Bei schmackhaften Events wie “Beef Cruises” oder “Wein auf Wasser” schippern Gäste auf dem 106 Jahre alten Schiff durch Münster. Seinen Plan für das schwimmende Gastronomiekonzept gab Gründer Leon Windscheid bereits als Teilnehmer bei der Sendung “Wer wird Millionär” bekannt. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Oliver Trepper gewann er damit nicht nur Günther Jauch für sich, sondern auch die Jury des Gastro-Gründerpreis.

Bad Ape: Alles andere als Affentheater in Köln! Dass im Bad Ape Profis am Werk sind, sieht und schmeckt man sofort. Für die besonderen Feel Good Kreationen von Eileen Lehr und Moritz Ochsenbauer muss die Petersilie schon mal frittiert, der Tonkabohnen-Pudding mit Johannisbeeren garniert, die Ochsenbrust 36h lang geschmort oder der Rucola getrüffelt werden. Wer in dem kleinen Café keinen Platz mehr findet, um die bunten Köstlichkeiten zu genießen, muss nicht verzagen: Die außergewöhnlichen Sandwiches, Salate, Suppen und Desserts gibt’s auch zum Mitnehmen und schon bald sogar zum Vorbestellen über die Bad Ape-App. Klar, dass das Konzept “Gehobene Küche für jedermann” mit dem Gastro-Gründerpreis belohnt wird.

Bone Brox : Coffee to go war gestern: Der Kosmopolit von heute schlürft in Berlin Knochenbrühe! Richtig gehört: Omas Knochenbrühe feiert das Food-Comeback des Jahres – und das im To-Go-Cup. Schließlich schwörte schon Oma auf Slow Food – lange vor dem Hype! Hinter der Idee stecken Konrad Kaspar Knops und Jin-Woo Bae von Bone Brox. Über 18 Stunden köcheln die beiden Knochen von Weiderindern mit Gemüse und Kräutern in Quellwasser auf. Doch die Jury des Gastro-Gründerpreis überzeugte nicht nur die Idee zur Brühe, sondern auch die Vertriebswege, die sich Knops und Bae überlegt haben. Für Trendsetter bietet das Gründer-Team die Brühe in Pop-up Stores an, für Online-Shopper auf ihrer Website und für Hobbyköche demnächst auch im Einzelhandel.

Mashery – Hummus Kitchen: Wer Tel-Aviv gepaart mit internationalen Einflüssen in Köln erleben möchte, kommt um den köstlichen Hummus von Julian Wirtler, Rhaya Ayoub und Vera Prinz nicht herum. Mit ihren Hummus-Kreationen möchten die drei Studienfreunde Kölner Herzen für vegetarische, nahöstliche Küche erobern. Aus Rhayas arabisch-israelischer Herkunft, Veras Leidenschaft für vegetarische Küche und Julians Streetfood-Erfahrungen aus Mexiko entstand die Idee zu einem einzigartigen Gastro-Konzept: Mashery – Hummus Kitchen. Die Fusion-Hummus-Gerichte haben ihre Raffinesse und Köstlichkeit auf diversen Streetfood-Festivals bewiesen. Gekürt wird ihre Erfolgsgeschichte mit dem Gastro-Gründerpreis 2016. Dem ersten Hummus-Lokal Kölns steht damit nichts mehr im Wege.

RESTLOS GLÜCKLICH: Eine krumme Möhre? Bananen mit braunen Stellen? Im Geschmack einwandfrei! Dennoch verkauft sich verformtes Gemüse und Obst nicht gut im Supermarkt und wird ausrangiert. Hinzu kommen Fehlplanungen bei der Großbestellung sowie falsche Lieferungen und fertig ist ein ganzer Berg an genießbaren Lebensmitteln, die im Müll landen. Das muss nicht sein, denkt sich der Verein für Wertschätzung von Lebensmitteln und zeigt wie’s geht. In ihrem Berliner Restaurant RESTLOS GLÜCKLICH kochen sie anspruchsvolle Menüs, die zu 95% aus aussortierten Lebensmitteln bestehen. Und die Gäste merken: Schönheitsmankos schmecken köstlich. Ein cleveres Konzept gegen Lebensmittelverschwendung, für das die Jury des Gastro-Gründerpreis prompt den “Social Award” als sechste Auszeichnung schuf.

Findet auch mal ein Korn

Ein vierschichtiges Düngekorn, das die Nährstoffe genau im richtigen Moment an den Ackerboden abgibt: Mit dieser Idee gewannen Martin Grafen, Jeremias Wagner, Jessica Kommer und Peter Pütz in diesem Jahr den Deutschen Gründerpreis für Schüler. Sie hatten sich mit ihrem herausragenden Geschäftskonzept bei Deutschlands größtem Existenzgründer-Planspiel gegen 4.500 Schülerinnen und Schüler durchgesetzt.

Doch damit nicht genug: Jetzt wollen die vier Schüler des Heilig-Geist-Gymnasiums Würselen wissen, was ihre Idee wirklich wert und ob sie überhaupt realisierbar ist. Darüber haben sie mit Experten des Düngemittelherstellers K+S diskutiert. Bei dem Treffen am Firmensitz in Kassel erhielten die Nachwuchsgründer die Möglichkeit, tiefe Einblicke rund um Markt, Patent- und Markenanmeldung sowie zur Entwicklung des Produkts und Geschäftsmodells zu gewinnen.

Prof. Andreas Gransee, Leiter Research & Advisory K+S: „Wir waren einfach begeistert, dass sich die Schüler mit dem Thema Düngung beschäftigt haben. Ein sehr wichtiges und spannendes Thema, gerade in Hinblick auf eine wachsende Weltbevölkerung, das aber nicht unbedingt im öffentlichen Fokus steht. Zudem ist die Idee der Schüler gut durchdacht, da sie das Thema Mehrwert für den Landwirt, aber auch die optimierte Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen beinhaltet.“

Für die Schüler war das Treffen ein großartiges Erlebnis. „Wir haben viele wertvolle Tipps erhalten. Wir können jetzt viel besser einschätzen, ob und in welcher Form sich unsere Geschäftsidee auch im wahren Leben umsetzen ließe“, sagt Martin Grafen. Der Geistesblitz zu dem mehrschichtigen Düngekorn kam ihm bei einem Besuch seines Onkels, der Landwirt ist. Dort war ihm aufgefallen, dass die einzelnen Düngefahrten sehr aufwendig sind. Das würde der Gründerpreissieger gerne in Zukunft ändern und so Landwirten viel Geld und Zeit ersparen.

Den Termin haben Wilhelm Grafen und Peter Havers von der Handwerkskammer Aachen begleitet. Sie standen dem Team auch schon während des Deutschen Gründerpreises für Schüler als Unternehmerpate mit Rat und Tat zur Seite.

Rekordfinanzierung BayStartUP 2016

Das Finanzierungsnetzwerk von BayStartUP vermittelte 2016 die Rekordsumme von 68,2 Millionen Euro Seed- und Wachstumskapital an Startups. Seit der Gründung des bayernweiten Netzwerks durch BayStartUP im Jahr 2014 steigen die Investitionssummen stetig: von rund 25 Mio. Euro (2014) über rund 38 Mio. Euro (2015) auf zuletzt 68,2 Mio. Euro (2016). Allein im vergangenen Jahr hat sich das Volumen damit beinahe verdoppelt. Das Finanzierungsnetzwerk von BayStartUP bündelt über 250 gelistete Business Angels und über 100 institutionelle Investoren und ist damit eines der größten in Europa.

Positiv wirkt sich für die Startup-Finanzierung aus, dass sich neben den institutionellen auch private Investoren – also Business Angels und Family Offices – immer stärker engagieren. Dr. Carsten Rudolph, Geschäftsführer von BayStartUP, zeigt sich zufrieden: „Wir haben 2016 endgültig die in der Startup-Szene verbreitete Annahme widerlegt, dass Business Angels sich ausschließlich mit niedrigen Summen beteiligen.“
Im vergangenen Jahr kamen über 45 % des vermittelten Volumens (31,1 Mio. Euro) aus dem privaten Bereich. Die restlichen 37,1 Mio. Euro verteilen sich auf institutionelle, staatliche und strategische Startup-Investoren. Und bei sechs von zehn Finanzierungsrunden waren Business Angels oder Family Offices beteiligt. Damit setzt sich der Trend von 2015 und 2014 fort. Im Geschäftsjahr 2015 wurden mit 12,3 Mio. Euro circa ein Drittel der insgesamt vermittelten 37,8 Mio. Euro von Privatinvestoren gestellt. Das durchschnittliche Volumen einer Finanzierungsrunde lag bei 1,26 Mio. Euro.

Mehr Mut zum Erfolg in der Cloud

Der Top Entwicklungsschritt für kleine und mittlere Unternehmen liegt in der Cloud. Wie die Experten der Boston Consulting Group unter anderem erforschten, nutzen Technologieführer alle IT-Technologien für ihren wirtschaftlichen Erfolg und schaffen damit mehr Arbeitsplätze. Wie das im Einzelnen funktioniert, erklärt GründerMagazin exklusiv anhand der vorliegenden Ergebnisse.

Die Erfolgsgeschichte des deutschen Indie-Studios MobileBits geht weiter. Zum Start von Windows 8.1 erreicht das actiongeladene Fantasy-Rollenspiel SoulCraft die eine Millionen Downloadmarke auf den Microsoft Plattformen Windows 8 und Windows Phone 8. Bereits früh hatte sich MobileBits bei der Weiterentwicklung seines Shooting Stars für das Microsoft Betriebssystem entschieden. Mit Erfolg, heute liegt die Runrate bei etwa 15.000 Downloads am Tag und zeigt, dass sich Windows als dritte Kraft im Markt für Mobile-Gaming etabliert haben. „Die eine Millionen Downloads von SoulCraft sind für uns ein schöner Beweis für die Nachhaltigkeit unserer gemeinsamen Arbeit mit MobileBits”, so Stephan Harms,  Senior Partner Business Evangelist, Microsoft Deutschland. „Durch die enge Zusammenarbeit bekamen Karsten Wysk und sein Team früh überzeugende Einblicke in unsere Windows-Strategie und konnten sie für den Erfolg ihres Projektes nutzen.”  Und kein geringerer als Microsoft-Chef Dr. Christian Illek beschwört zum neuen Jahr die kleinen und mittleren Unternehmen zu mehr Mut zu neuen Informationstechnologien. Denn laut  der amerikanischen  Analyseschmiede IDC  ist der Bereich des Cloud-Computing der Top-Entwicklungsschritt in den nächsten drei Jahren.

Neue Technologien beschleunigen das Wachstum

In die gleiche Kerbe hauen auch die Auguren der Boston Consulting Group, die in einer umfassenden Studie den Einfluss  neuer Technologien auf den Unternehmenserfolg erforschten.  Die Kernaussage :   KMU’s, die auf moderne Technologien setzen, wachsen deutlich schneller und schaffen mehr Arbeitsplätze  als diejenigen, die sich noch zögerlich zurückhalten.  Binsenweisheiten, möchte man meinen. Aber weit gefehlt: Die Ergebnisse von BCG vermelden riesige unausgeschöpfte  Potentiale für kleine Unternehmen.

Auch interessant: Land und EU stellen 104 Millionen Euro für Innovationen in Kultur, Medien, Kreativwirtschaft und Informationstechnologien bereit

Dank der Einführung der Cloud können KMU’s auf viele derselben Systeme und Technologien zugreifen, die auch große, multinationale Unternehmen nutzen. Dabei zeigt die Erfahrung  von Technologieführern eine starke Korrelation zwischen dem Einsatz moderner Informationstechnologien und dem Wachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Auch das Erstlingswerk vom Hamburger Indie-Entwickler Hexagon Game Labs „SteamPower1830”verwendet unter anderem den leistungsfähige Windows Azure Server von Microsoft. Das Aufbaustrategiespiel im Eisenbahn-Look verfügt damit über eine Geräte- und Plattformübergreifendes Spielerlebnis. Der Trick: Während einer Spielsession kann jederzeit zwischen allen unterstützen Plattformen wie beispielsweise PC, Microsoft Surface und Windows Phone gewechselt werden. Spieler des Free-to-Play-Onlinespiels SteamPower1830 können ihr eigenes Eisenbahnimperium durch das Speichern des Spielfortschritts in der Cloud von jedem Endgerät weiter ausbauen.

Mobile Gaming liegt klar vorne

Die heutige Vielfalt an Devices und Spielplattformen ist es auch, die vor allem kleinere Entwicklerstudios vor neue Herausforderungen stellt. Das zeigen auch die aktuellen BITKOM Zahlen zum Gaming-Markt. Neben dem klassischen Desktop-PC, an dem nach wie vor drei Viertel der Gamer (76 Prozent) hierzulande spielen, sind es vor allem mobile Endgeräte wie Smartphones (44 Prozent), Laptops (40 Prozent) und Tablets (10 Prozent), die sich in der Gaming-Landschaft etabliert haben und ein neues Spieleerlebnis kreieren.

Für ein plattformübergreifendes Gaming-Abenteuer um das Schicksal der Erde auf Windows 8, Windows Phone 8, iOS, Android und Kindle sorgt MobileBits auf Basis der Microsoft Cloud-Plattform Windows Azure.

Die Experten der Boston Consulting Group beobachteten die Geschäftsentwicklung der Unternehmen im Laufe von drei Jahren. Die Technologieführersetzen dabei eine Vielzahl von unterschiedlichen Technologien ein, um ihr Unternehmen voranzutreiben.  Hierzu nutzen sie eine wirkungsvolle Kombination aus Cloud-basierten Dienstleistungen, online, sozialen und mobilen Funktionen, Internet-Telefonie, Messenger-Tools  und Hard- und Software zur Produktivitätssteigerung.

Top-five der Erfolgsfaktoren

Technologiemitläufer nutzen hingegen bewährte IT-Tools sehr intensiv. 60 Prozent  betreiben eine Website, 30 Prozent nutzen VOip-Tools, und einige verwenden mobile Geräte und Social Media und Cloud-basierte Plattformen. Damit liegen sie jedoch hinter den Technologieführern. Die Nachzügler hingegen nutzen IT-Tools nur wenig zur Verbesserung ihrer Produktivität. Das Ergebnis:  Eine erfolgreiche  Geschäftsentwicklung bei KMU’s  hängt klar zusammen mit der intensiven Nutzung neuer Technologien.  Die fünf goldenen Regeln der BCG-Forscher:

  1. Technologieführer streben in neuie Märkte und arbeiten sehr eng mit ihren Kunden und Angestellten zusammen.
  2. Sie profitieren von der Skalierbarkeit und der Flexibilität von Cloud-Technologien.
  3. Sie setzen Technologien kreativ ein, um ihre Effizienz zu steigern.
  4. Sie experimentieren mit Neuerungen und lassen sich auf technologiebasierte Geschäftsmodelle ein.
  5. Sie sind schlauer bei der Nutzung neuer Technologien und bekommen mehr für ihr Geld.

Top-Act für Gamer

Das Action-RPG SoulCraft mit seinen epischen Schlachten zwischen Engeln, Dämonen und Menschheit um das Schicksal der Erde ist der Shooting Star der Spieleschmiede MobileBits. Seinen Erfolg setzt das Entwicklerstudio aus Hannover jetzt auf den Microsoft Plattformen Windows 8 und Windows Phone 8 weiter fort. Mehr als eine Millionen User haben das Indie-Game seit der Verfügbarkeit von Windows 8.1 herunterladen. Und täglich werden es mehr Dämonenjäger. „Wir haben für uns sehr früh das Potenzial und die Vielfältigkeit der Microsoft Plattform erkannt und unsere Entwicklung auf Windows 8 und Windows Phone 8 fokussiert”, erklärt MobileBits-Geschäftsführer Karsten Wysk, der bereits seit 1994 Spiele gestaltet. „Mit großem Erfolg blicken wir heute auf eine Runrate von 15.000 Downloads am Tag. Sicher auch ein Beleg dafür, dass Microsoft neben iOS und Android als die dritte Kraft im Mobile-Gaming Markt angekommen ist.” Belohnt werden MobileBits-Mitgründer Karsten Wysk und sein Team für ihr frühes Vertrauen in die Microsoft Plattformen. „Eine durchschnittliche Downloadrate dieser Größenordnung ohne Zuhilfenahme großer Marketingbudgets macht uns besonders stolz”, erklärt Stephan Harms, Senior Partner Business Evangelist, Microsoft Deutschland. „Der Erfolg ist besonders im Rückblick auf den Start unseres neuen Betriebssystems mit eigenem App-Store und der durchaus kritischen Bewertung der hiesigen Gaming-Industrie zu Beginn sehr hoch einzuordnen.”

Flexibel in der Cloud

Windows Azure schafft so gerade für Tech-Startups wie MobileBits viel Gestaltungspielraum: Ohne hohe Investitionskosten in Hardware, Server und Administration erhalten sie mehr Freiraum für die Entwicklung plattform-übergreifender Games und passen diese in der Cloud flexibel dem Bedarf und den verschiedenen Marktplatzarchitekturen an.
Noch lange bevor MobileBits ihr Spiel SoulCraft auf den Markt gebracht haben, profitierten die Jungunternehmer hier von der Startup-Förderung von Microsoft. Durch die Teilnahme an dem Startup-Förderprogramm BizSpark, das heute Teil der weltweiten Initiative Microsoft Ventures ist, erhielten die Gründer einen einfachen und kostenlosen Zugang zu Entwicklungswerkzeugen, Software und Cloud Services wie Visual Studio und Windows Azure. Und auch die Markteroberung gelang mit dem kleinen Marketingbudget eines Startups. Eigene Kommunikationsmaßnahmen unterstützt durch die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit dem Microsoft Gaming-Team in Deutschland brachten SoulCraft prominent in den Windows Store Himmel.

Mit dem High-Tech Gründerfonds und Seedcamp unterstützen ab sofort zwei der bedeutendsten Frühphaseninvestoren den neuen Microsoft Ventures Accelerator in Berlin. Mit ihrer Fachkompetenz werden beide Organisatoren bei der Auswahl der am Accelerator-Programm teilnehmenden Startups behilflich sein. So entsteht „Unter den Linden” – bei Microsoft Berlin – eine neue Heimat für Startups, in der sie für ihre erfolgreiche Entwicklung optimale Arbeitsbedingungen vorfinden. Und auch der High-Tech Gründerfonds sowie Seedcamp ziehen in die Gründeretage des Microsoft Berlin Office ein. Während der High-Tech Gründerfonds die Räumlichkeiten nutzen wird, um vor Ort interessante Startups zu treffen, werden den von Seedcamp geförderten Startups kostenlose Coworking Spaces zur Verfügung stehen. Ebenso wie das Flagship-Event, die Seedcamp Week, die im November bei Microsoft Einzug hält und mehrere hundert der international erfolgreichsten Gründer, Investoren, Technologie-, Marketing- und Wirtschaftsexperten in die Bundeshauptstadt lockt.

High-Tech Gründerfonds nutzt Büro bei Microsoft in Berlin

Der Startschuss zum Microsoft Ventures Accelerator ist für den High-Tech Gründerfonds gleichbedeutend mit der Eröffnung seiner eigenen Anlaufstelle für Gründer und Netzwerkpartner in den Räumlichkeiten von Microsoft Berlin. „Mit dem Standort Berlin trifft Microsoft den Zahn der Zeit. Hier begegnet sich das ‘Who is Who‘ der Startup-Szene”, beschreibt Dr. Alex von Frankenberg, Geschäftsführer der High-Tech Gründerfonds Management GmbH, die Bedeutung der Hauptstadt als Zentrum der deutschen IT-Gründer. „Ein Teil dieser Förderung zu sein, mit talentierten und erfolgreichen Gründern zusammenzuarbeiten und dieses repräsentative Büro im Herzen Berlins nutzen zu können, ist für uns von großer Bedeutung.” Entscheidend für die Kooperation und die enge Partnerschaft mit Microsoft in Deutschland ist für den High-Tech Gründerfonds zudem der weltweite Erfolg des Accelerator-Programms. Von Frankenberg: „Über 119 Unternehmen haben weltweit bereits an dem Microsoft Ventures Programm teilgenommen – 85 Prozent von Ihnen haben allein in Israel, China und Indien eine Anschlussfinanzierung erhalten. Eine wahre Erfolgsgeschichte.”

LfA Förderbank Bayern gibt 1.900 Handwerksbetrieben 400 Millionen Euro

Bayerische Handwerker bauen auf Förderkredite

Die LfA Förderbank Bayern hat Handwerksbetrieben im vergangenen Jahr rund 400 Millionen Euro an zinsgünstigen Krediten zugesagt. Die Mittel gingen an rund 1.900 kleine und mittlere Unternehmen in Bayern, die damit Investitionen in Höhe von 560 Millionen Euro verwirklichen konnten. Auf der gestern eröffneten Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München berät die LfA interessierte Handwerker noch bis 18. März über Fördermöglichkeiten.

„Handwerk hat goldenen Boden und eine glänzende Zukunft! Bei der Finanzierung ihrer Pläne bauen bayerische Handwerker verstärkt auf die Förderkredite der LfA. Mit den Finanzierungshilfen der Förderbank konnten die Betriebe allein in 2013 über eine halbe Milliarde Euro an Investitionen verwirklichen. Damit wurden rund 35.000 Arbeitsplätze gesichert und 1.400 neue Arbeitsplätze geschaffen“, so Bayerns Wirtschaftsministerin und LfA-Verwaltungsratsvorsitzende Ilse Aigner anlässlich der IHM-Eröffnung.

„Die Finanzierungsnachfrage aus dem Handwerk ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent gestiegen – ein deutliches Zeichen für die große Zuversicht der Branche in die Fortsetzung der wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung“, erklärte LfA-Vorstandschef Dr. Otto Beierl.

HWK-Präsident Traublinger sagte: „Die starke Fördernachfrage zeigt: das Handwerk setzt bei der Finanzierung von Investitionen auf Kredite mit günstigen Zinssätzen und langen Laufzeiten.

Auch Daniel Callejo-Crespo (Generaldirektor in der Europäischen Kommission und KMU-Beauftragter), Iris Gleicke (Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie) und ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer besuchten den Stand der LfA auf der Messe.

Die LfA ist die staatliche Spezialbank zur Förderung des Mittelstands in Bayern. Die Förderkredite werden bei den Hausbanken der Unternehmen beantragt und über diese ausgereicht.

10 Jahre Erfolgsmodell bga

2004 ist die bundesweite gründerinnenagentur (bga) an den Start gegangen. Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens wird am 10.10.2014 ein internationaler Fachkongress „10 Jahre Europäisches Erfolgsmodell bga – Potenziale, Best Practice und Perspektiven der Gründerinnenförderung und Gründerinnenforschung in Deutschland und der EU“ in Berlin stattfinden.

In einem länderübergreifenden Diskurs soll mit ausgewiesenen Fachleuten aus Deutschland und der EU die Gründerinnenförderung und –forschung, der fachliche Austausch von Wissenschaft und Praxis sowie der nationale und internationale Transfer im Verbund mit den 16 bga-Regionalverantwortlichen aus den
Bundesländern in den Blick genommen und aktuelle Ergebnisse zum Thema „Female Entrepreneurship“ präsentiert werden. In einer Gesamtschau wird, bezogen auf die Ausgangsbedingungen vor 10 Jahren, der derzeitige Status Quo bilanziert, Erfolgsfaktoren und Best Practice einer nachhaltigen Gründerinnenförderung im In- und Ausland aufgezeigt und anhand der jüngsten Entwicklungen
perspektivisch innovative Ansätze für die zukünftige Ausgestaltung weiblichen Gründungsgeschehens im Hinblick auf Forschung, Bildung und Förderung identifiziert.

Auch interessant: Wie SOLUTE recruiting den Personalberatungsmarkt revolutioniert

Die bundesweite gründerinnenagentur (bga) ist ein deutschlandweites Kompetenz- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbständigkeit von Frauen mit branchenübergreifenden Angeboten zu Existenzgründung, Festigung und Unternehmensnachfolge. Die bga ist Ansprechpartnerin für Wirtschaft,
Wissenschaft, Politik, Medien sowie für Gründerinnen und Übernehmerinnen. Die bga bündelt Kontakte und Informationen zu Expertinnen und Experten, Studien, Beratungseinrichtungen und Netzwerken in ganz Deutschland und wurde von der Europäischen Kommission als europäisches Erfolgsmodell ausgezeichnet. Die bga wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

Weitere Infos unter: https://www.existenzgruenderinnen.de

Big-Data-Startup G|Predictive erhält Seed-Finanzierung

Prof. Dr. Thorsten Grenz wird Chairman bei dem auf vollautomatisierte Vertriebssteuerung

spezialisierten Software-as-a-Service-Anbieter G|Predictive.Der Top-Manager ist vom Geschäftsmodell von G|Predictive überzeugt, investiertin das Unternehmen und will als Chairman dazu beitragen, das Wachstumstempo zuerhöhen.

Kundenwert maximieren –Vertriebskosten senken

Grenz sieht ein immenses Potential für eine intelligente, automatisierte Unterstützung der Vertriebssteuerung in Echtzeit: „Aus dem Megatrend „Big Data“ hat G|Predictive ein attraktives Geschäftsmodell entwickelt, das den Kunden bei der Steuerung ihres Vertriebs einen echten Mehrwert bietet: G|Predictive hat ein Produktportfolio etabliert, mit dem zahlreiche Unternehmen bereits heute
ihre Vertriebskosten durch präzise Steuerung von Marketing- und Vertriebsmaßnahmen senken und den Kundenwert maximieren. Die Steuerung erfolgt über „Machine-Learning-Verfahren“ – automatisiert und in Echtzeit, die die individuellen Besonderheiten der Branche und der Kundenstruktur berücksichtigen. Bislang den großen Konzernen vorbehalten, kann jetzt jeder von Big Data Analytics profitieren. Die Verwendung der Ergebnisse führt zu nachweisbar höherer Vertriebseffizienz und niedrigeren Kundengewinnungskosten – ob im Onlineshop, bei Buchungssystemen oder im klassischen stationären Handel. Ein erheblicher Werthebel für die Kunden von G|Predictive.“

Prof. Dr. Thorsten Grenz (55) ist ein langjährig erfahrener Manager, der mehrfach wertorientierte Strategien erfolgreich umgesetzt hat. Grenz lehrt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und ist Wirtschaftsbeirat am Institut für Weltwirtschaft. Seine berufliche Karriere startete Grenz bei McKinsey, er war Geschäftsführer bei Hapag Lloyd, CEO der mobilcom AG; CFO bei Hero; Operating Partner beim Private-Equity-Investor 3i. Grenz hat bis 2012 als CEO Veolia Umweltservice geführt und betreute als Deutschland-Delegierter des Veolia-Konzerns (Chairman) die Sparten Umweltservice, Wasser und Energie.
Darüber hinaus ist Grenz auch als Aufsichtsrat aktiv – zum Beispiel als Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Drägerwerk AG & Co. KGaA.

CEO Björn Goerke will Wachstumstempo weiter steigern

„Wir werden die Managementexpertise von Prof. Dr. Grenz sowie seine Erfahrung in der Unternehmensfinanzierung und im Aufbau von erfolgreichen Unternehmensstrukturen nutzen, um noch deutlich schneller zu wachsen als bisher“, so CEO und Mitgründer Björn Goerke. In den vergangenen Monaten hat G|Predictive nicht nur mehrere Neukunden gewonnen, sondern auch die erste App
für Salesforce.com veröffentlicht, einem Pionier für Cloud Computing im Bereich Geschäftsanwendungen. Salesforce.com stellt online zum Beispiel Unternehmenslösungen für Kundenbeziehungsmanagement (CRM) bereit.

Weniger Hightech-Gründungen in Deutschland

Die historisch hohe Zahl Erwerbstätiger in Deutschland hat auch eine Schattenseite: Immer weniger Menschen machen sich selbstständig. Und zwar auch im Hightech-Sektor, in dem jungen Unternehmen als Wegbereiter für technologische Innovationen der Zukunft gelten, so eine neue Studie.

In Deutschland wagen immer weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Vor allem durch die gute Lage am Arbeitsmarkt sinke die Neigung, ein Unternehmen zu gründen, sagte Georg Licht vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Frankfurt. Es spreche alles dafür, dass die Zahl der Neugründungen in diesem und im kommenden Jahr weiter sinken werde.

2012 gründeten nach früheren Angaben der Förderbank KfW nur 775 000 Menschen in Deutschland eine Firma im Voll- oder Nebenerwerb – so wenige wie nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000.  Wie aus dem am Dienstag vorgelegten KfW-ZEW-Gründungspanel hervorgeht, trifft diese Entwicklung auch die besonders innovative High-Tech-Branche: Seit 2000 sei die Zahl der Neugründungen um 40 % gesunken, sagte Licht. Dabei gingen von jungen Hightech-Unternehmen besonders viele volkswirtschaftlich bedeutsame Impulse aus –  und bei vielen der Firmen geht es bergauf.


Auch interessant:


Etwa zwei Drittel der jungen Unternehmen erwarten nach der Analyse 2013 höhere Umsätze als im Vorjahr. Jedes vierte Unternehmen (23 %) geht davon aus, das Umsatzniveau von 2012 zu halten.  Gerade die Industrieunternehmen etwa aus den Bereichen Nanotechnologie, Pharma oder optische Technologie seien beschäftigungsstark, innovativ und investitionsfreudig: „Die jungen Unternehmen der Hightech-Industrie geben mit durchschnittlich 97 000 Euro mehr als doppelt so viel für Forschung und Entwicklung aus als der Durchschnitt der jungen Unternehmen mit 40 000 Euro“, betonte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Auch die Hightech-Dienstleister und Softwareunternehmen seien mit 59 000 Euro ausgabefreudiger. 

Zudem schaffen die High-Tech-Firmen schon im ersten Jahr ihres Bestehens mehr Arbeitsplätze als junge Unternehmen insgesamt. So hatten die 2012 gegründeten Unternehmen der Hightech-Industrie zum Start umgerechnet 3,3 Vollzeit-Beschäftigte und damit deutlich mehr als der Durchschnitt der jungen Unternehmen mit 2,5. „Junge Unternehmen der Hightech-Industrie leisten einen überproportionalen Beschäftigungsbeitrag“, sagte Licht. 

Nach den Angaben erzielten die jungen Unternehmen der Hightech-Industrie 2012 im Mittel Umsätze von 180 000 Euro – so viel wie keine andere Branche und deutlich mehr als die 104 000 Euro im Gesamtdurchschnitt. Dabei trügen Produktinnovationen bei ihnen mit 27 % substanziell zum Umsatz bei – gegenüber 11 % im Gesamtschnitt. (vdi)

Die Studie „KfW/ZEW-Gründungspanel 2013 – Junge Hightech-Unternehmen trumpfen auf“ steht im Netz unter: www.gruendungspanel.de

netzwerk nordbayern startet 15. Hochschul-Gründer-Preis

Businessplan-Wettbewerb Nordbayern macht aus Forschern die Unternehmer von morgen

Gründungsinteressierte Studenten, Wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren an nordbayerischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben ab sofort wieder die Möglichkeit, am Hochschul-Gründer-Preis des netzwerk nordbayern teilzunehmen. Bis zum 17. März können sie einen Grob-Businessplan zu ihren innovativen Entwicklungen einreichen und erhalten wertvolles Feedback und hilfreiche Tipps von erfahrenen Unternehmern und Kapitalgebern. Außerdem warten Preisgelder in Höhe von insgesamt 3.500 Euro auf die Teilnehmerteams.

Viele Fragen vorab geklärt

Um sich zu qualifizieren, müssen die Start-ups aus dem Hochschulumfeld einen Grob-Businessplan von rund 20 Seiten erstellen. Darin soll neben der Geschäftsidee eine ausgearbeitete Marktanalyse sowie eine schlüssige Marketing- und Vertriebsstrategie enthalten sein. „Selbstverständlich ist die Vertraulichkeit gewährleistet“, verspricht Dr. Benedikte Hatz, Geschäftsführerin des netzwerk nordbayern. Abgabeschluss ist der 17. März. Bis dahin können sich die Gründer umfassend durch das netzwerk nordbayern auf den Wettbewerb vorbereiten lassen: In Einzel-Coachings durch die Experten der Gründer- und Unternehmerinitiative werden beispielsweise individuelle Fragen geklärt. Zudem finden ganzjährig Weiterbildungen in Form von Seminaren, Vorträgen oder Workshops statt, die alle relevanten Themen zu Gründung und Unternehmensführung behandeln. Für eine gute Vorbereitung sorgt außerdem das Handbuch zur Businessplan-Erstellung, das kostenfrei auf www.netzwerk-nordbayern.de zum Download bereitsteht. Und wer für sein Gründungsteam beispielsweise noch einen Vertriebsspezialisten braucht, kann dank der

Co-Founder-Vermittlung durch die „Unternehmermacher“ von netzwerk nordbayern eine passende Ergänzung finden. „Wir freuen uns, dass wir jedem Teilnehmer professionelle und maßgeschneiderte Unterstützung bieten können“, so die Geschäftsführerin der Gründer- und Unternehmerinitiative. „Es ist immer wieder schön, den Erfolg eines Unternehmens mitzuerleben, dessen Karriere mit einer Teilnahme an unserem Wettbewerb ihren Anfang nahm.“

Mehr Chancen, mehr Wissen

Alle Teilnehmer des Hochschul-Gründer-Preis qualifizieren sich zugleich für die Phase 2 des Businessplan-Wettbewerb Nordbayern (BPWN) und erhalten so die Chance auf einen zusätzlichen Gewinn von 1.000 Euro. Die Prämierung der besten Geschäftskonzepte findet am 6. Mai in Neumarkt statt. Mit der Teilnahme am gesamten dreistufigen Wettbewerb können Gründer und Unternehmer strukturiert und unterstützt einen umfassenden Businessplan entwickeln, der neben der eigenen Planungssicherheit auch die Anforderungen von potenzielle Investoren und Partner erfüllt. Der Einstieg ist in jeder Phase möglich. Weitere Informationen auf www.netzwerk-nordbayern.de oder telefonisch unter 0911/5 97 24-80 00.

L-Bank-Gründerpreis: Leistung, Soziales und Ökonomie

BW-Land und L-Bank vergeben 100.000 Euro mit dem Landespreis für junge Unternehmen 2012. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, beglückwünschten die Sieger bei der feierlichen Preisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart.

„Baden-Württemberg steckt voller kreativer Menschen mit innovativen Ideen und lebendigem Unternehmergeist. Die Anzahl und Qualität der eingereichten Bewerbungen sind dafür ein hervorragender Beweis“, freute sich Kretschmann, der Schirmherr des Wettbewerbs ist. Kinder in Bewegung bringen: das ist das Ziel der KuKuk GmbH aus Stuttgart. Die Gründer Bernhard Hanel, Robin Wagner und Bernwart Engelen planen und realisieren einzigartige Erfahrungs- und Spielräume für Kinder, zum Beispiel in Kindergärten, auf Spielplätzen oder in Kliniken.

Für ihre Leistungen als Unternehmer, aber auch für ihr soziales und ökologisches Engagement wurden die beiden Künstler Hanel und Wagner und der Volkswirt Engelen jetzt mit dem Landespreis für junge Unternehmen 2012 ausgezeichnet:

Den zweiten und dritten Platz belegten die internetstores GmbH aus Esslingen und die SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen. Die lemonfish GmbH aus Plüderhausen bei Schorndorf erhielt den in diesem Jahr zum ersten Mal vergebenen Zusatzpreis für Kleinstunternehmen. Der Landespreis für junge Unternehmen wurde bereits zum 9. Mal vom Land und von der L-Bank vergeben. Die Auszeichnung rückt die Leistungsstärke und Kreativität junger baden-württembergischer Unternehmer, aber auch deren soziales und ökologisches Engagement in den Mittelpunkt. Teilnehmen konnten Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2001 gegründet wurden.

Mit den ausgelobten Geldpreisen in Höhe von insgesamt 100.000 Euro gehört der Landespreis zu einem der am höchsten dotierten Wettbewerbe für junge Unternehmen in Deutschland. Die Unternehmer auf den ersten drei Plätzen sowie der Preisträger für das beste Kleinstunternehmen bekamen Geldpreise. Die sechs weiteren Top-10-Unternehmen erhielten Sachpreise und Urkunden.

Die Spielplatzkünstler: KuKuk GmbH aus Stuttgart

Der Firmenname steht für Kunst, Kultur und Konzeption und beschreibt damit treffend die Leistungen des KuKuk-Teams: Das 2004 gegründete Stuttgarter Unternehmen entwickelt, plant und baut europaweit einzigartige Erfahrungs- und Spielräume für Kinder und Jugendliche. Die Gründer Bernhard Hanel, Robin Wagner und Bernwart Engelen motivieren dabei die jungen Menschen mit künstlerischen Elementen zu mehr Bewegung. Damit sich später nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen wohlfühlen, beziehen die Mitarbeiter von KuKuk alle Beteiligten bereits in der Planungsphase mit ein.

Der Erfolg stellte sich nach der Gründung schnell ein. Jeder realisierte Raum war eine Empfehlung an die Entscheider in Kommunen, Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen und Kliniken. Auch therapeutische Einrichtungen und Kindergärten für körperbehinderte Kinder wurden auf das Unternehmen aufmerksam. Heute ist das Team aus 20 Künstlern, Architekten, Landschaftsarchitekten, Schreinern, Pädagogen und Betriebswirten mit über 70 laufenden Projekten voll ausgelastet.

Ihr soziales Engagement leben Hanel und Wagner auch im KuKukKultur e.V., zu dessen Gründungsmitgliedern sie zählen. Dieser Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Spielräume in Krisengebieten zu schaffen. Jedes Jahr organisieren die Mitglieder eine Reise in ein Land wie Nepal, Bosnien und Herzegowina oder Rumänien und bringen – in enger Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen – Farbe in das sonst oft triste Leben der dortigen Kinder. Alle Beteiligten spenden dafür ihre Arbeitszeit. (www.zumkukuk.de)

Auf Wachstumskurs: internetstores GmbH aus Esslingen

Bereits 2003 gründete René Marius Köhler im Alter von nur 20 Jahren die Firma internetstores und baute sie innerhalb weniger Jahre zu einem millionenschweren E-Commerce-Unternehmen aus. „Dabei profitierte ich sehr von meinem Vater, der mir zum Einschlafen keine Geschichten vorlas, sondern lieber mit mir über Geschäftsideen diskutierte“, blickt der Gründer schmunzelnd zurück. Über Online-Shops verkauft die Firma in Deutschland und einigen europäischen Ländern Fahrräder, Fitnessgeräte, Outdoor-Equipment und Möbel. Dabei werden nicht einfach nur Produkte verkauft. „Wir sind die moderne Interpretation des Fachmarkts“, erläutert Köhler das Geschäftsmodell seines Unternehmens, „und betreiben zum Beispiel eine umfangreiche eigene Lagerhaltung, was für ein Online-Unternehmen nicht selbstverständlich ist.“

Mehr als 250 Mitarbeiter mit einem Altersdurchschnitt von 27 Jahren sind mittlerweile im Unternehmen tätig. Köhler möchte jedem ermöglichen, sich mit seinen Aufgaben weiterzuentwickeln. „internetstores ist ein Unternehmen, in dem sich junge Menschen zusammengefunden haben, die etwas erreichen wollen“, fasst Köhler den Spirit der Mitarbeiter zusammen.

Vom Erfolg des Unternehmens profitiert auch die Region: Um die Expansionspläne realisieren zu können, hat der schwäbische Gründer bereits fünf Millionen Euro in den Standort Esslingen investiert. Zudem setzt er sich für soziale Belange ein. So startete er den Spendenaufruf ReCycle. Damit sammelte er mehr als 1.000 nicht mehr benötigte Räder, ließ sie auf eigene Kosten instand setzen und verschenkte sie schließlich an südafrikanische SOS-Kinderdörfer. Mit seinen Mitarbeitern rüstete er vor Ort auch eine Werkstatt aus und veranstaltete Reparaturkurse, um die Nachhaltigkeit seines Engagements zu sichern. (www.internetstores.de)

Die Öl-Verbesserer: SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen

„Eine erfolgreiche Innovation für eine konservative Zielgruppe“ nennt Andreas Schmidt stolz seinen neuartigen Frittierölfilter, mit dem er 2001 die SYS Systemfiltration GmbH gegründet hat. In Gaststätten, Kantinen, Hotels und an allen anderen Orten, an denen Lebensmittel frittiert werden, kommt der Filter zum Einsatz. Er reinigt Öle und Fette von Mikropartikeln, Schweb- und Bitterstoffen, verbessert damit die Güte und verlängert deren Verwendbarkeit. Ein zusätzliches Messgerät zeigt den optimalen Zeitpunkt zum Wechsel des Öls an. Die Kunden optimieren mit diesen Produkten den Geschmack und die Qualität ihrer Lebensmittel, sie sparen Rohstoffe und verringern ihre Kosten um bis zu 50 Prozent. Für seine Innovation erhielt das Unternehmen zahlreiche Auszeichnungen, wie zum Beispiel 2011 den renommierten Euro-Toques Technik Award.

Die ersten Geräte montierte Schmidt noch selbst. „Heute beschäftigen wir über 30 Mitarbeiter und vertreiben unsere Filter über Partnerunternehmen in mehr als 100 Ländern.“ (systemfiltration.de)

466 Start-up-Teilnehmer

466 baden-württembergische junge Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen hatten sich an dem mit 100.000 Euro dotierten Wettbewerb, der alle zwei Jahre vom Land und von der L-Bank ausgeschrieben wird, beteiligt. Die Top-10-Unternehmen setzten sich mit hervorragenden Bewerbungen und professionellen Präsentationen an die Spitze eines spannenden Teilnehmerfeldes. „Diese jungen Firmen zeichnen sich nicht nur durch ihren wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch durch eine hohe soziale Kompetenz aus“, erklärte Brand. So reisen KuKuk-Mitarbeiter jedes Jahr in ein Krisengebiet, gestalten dort Plätze für Kinder und verschönern ihnen den häufig schwierigen und tristen Alltag. Auch die anderen Preisträger engagieren sich in ähnlichen Projekten: internetstores mobilisiert Kinder in Afrika mit gebrauchten Fahrrädern; lemonfish setzt sich für die Resozialisierung strafgefangener Frauen ein. „Dies sind nur drei von vielen Beispielen sozialer Verantwortung, die baden-württembergische Unternehmen weit über den Tellerrand ihres Unternehmens hinaus übernehmen“, ist Brand stolz.

Beeindruckt waren Jury und Schirmherr von den zahlreichen ökologischen Initiativen der jungen Unternehmen. Exemplarisch dafür steht das Unternehmen VAUDE, das sich die nachhaltige und ressourcenschonende Produktion auf die Fahnen geschrieben hat. „Die Bewerberinnen und Bewerber zeigen, dass ihnen der Umweltschutz wichtig ist – etwa durch die Verwendung regionaler Produkte, nachwachsender Rohstoffe und den sparsamen Umgang mit Energie“, sagte Ministerpräsident Kretschmann und fasste seine Eindrücke vom Landespreis 2012 zusammen: „Es imponiert mir, mit welchem Herzblut, aber auch mit welcher großen Verantwortungsbereitschaft die jungen Gründerinnen und Gründer ihre Unternehmen aufgebaut haben.“

Die Top-10-Unternehmen im Überblick

Landespreisträger 1 bis 3:

Erster Landespreisträger

  • Die Spielplatzkünstler: KuKuk GmbH aus Stuttgart

Zweiter Landespreisträger

  • Auf Wachstumskurs:      internetstores GmbH aus Esslingen

Dritter Landespreisträger

  • Die Ölverbesserer: SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen

Zusatzpreis für Kleinstunternehmen

  • Nachhaltig kultig: lemonfish GmbH aus Plüderhausen bei Schorndorf

Die weiteren Top-10-Unternehmen in alphabetischer Reihenfolge

  • Die Betonschützer: IONYS AG aus Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe
    (www.ionys.de)
  • Aufgespannt: Magic Sky Schirmsysteme GmbH aus Esslingen
    (www.magic-sky.eu)
  • Dornröschenschlaf beendet: Ölmühle Illingen (Enzkreis)
    (www.oelmuehle-illingen.de)
  • Die Vorbereiter: plasma technology GmbH aus Herrenberg
    (www.plasmatechnology.de)
  • Green Outdoor: VAUDE Sport GmbH & Co. KG aus Tettnang
    (www.vaude.com)
  • Die Klassenbesten: Yaez Verlag      GmbH in Stuttgart
    (www.yaez-verlag.de)

Die Mitglieder der Endjury

  • Dr. Dr. Saskia Biskup, Geschäftsführerin CeGaT GmbH
  • Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank
  • Daniela Eberspächer-Roth, Geschäftsführerin Profilmetall GmbH und 1. Landespreisträgerin 2010
  • Gisela Erler, Staatsrätin im Staatsministerium Baden-Württemberg
  • Ingrid Felgenträger, Landessenderdirektorin SWR Baden-Württemberg
  • Prof. Dr. Rolf Güdemann, Leiter des Steinbeis-Transferzentrums für Unternehmensentwicklung an der      Hochschule Pforzheim
  • Peter Hofelich, Beauftragter für Mittelstand und Handwerk beim Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg
  • Martin Hubschneider, Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG
  • Dr. Peter Kulitz, Präsident Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag
  • Alfred Theodor Ritter, Vorsitzender der Geschäftsführung und Miteigentümer der Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • Walter Tschischka, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

Schirmherr des Landespreises für junge Unternehmen ist Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

Selbständige prägen Berliner Selbstverständnis

15.10.13 – Weltoffen, international und kreativ, so beschreiben die Berliner ihre Stadt und bescheinigen der deutschen Metropole damit ein gutes Umfeld für Existenzgründer und Selbständige. Das ergab eine aktuelle Innofact-Umfrage im Auftrag von Amway unter 1.072 Berlinerinnen und Berlinern ab 14 Jahren. Anlass der Befragung war die Eröffnung des ersten Amway Business Centers in Deutschland. Am Neuen Kranzler Eck können ab sofort Amway Produkte getestet und erworben werden. Den Amway Vertriebspartnern stehen dort Konferenzräume für Kundentermine oder Schulungen zur Verfügung.

Die Ergebnisse des Amway Gründermonitor Berlin 2013 belegen: Berlin ist der richtige Standort für das erste deutsche Amway Business Center. 58 Prozent der Befragten stufen Berlin als gründerfreundlich ein. Dieses positive Bild besteht über alle Altersklassen hinweg. Mit 67 Prozent geben die 20- bis 29-Jährigen die beste Bewertung ab. Westberliner halten mit 60 Prozent die Hauptstadt etwas häufiger für gründerfreundlich als Ostberliner (56 Prozent).

Die Gründerfreundlichkeit der Bundeshauptstadt kommt nicht von ungefähr. Die Berliner wissen: Unsere Stadt bietet Selbständigen und denen, die es werden wollen, ein gutes Umfeld (73 Prozent) für ihr Vorhaben. Auch bei den Gründen sind sie sich einig: „Internationalität und Weltoffenheit“ (45 Prozent), eine „gut ausgebaute Infrastruktur“ (41 Prozent) und ein „kreatives Umfeld“ (40 Prozent) befördern das gute Gründerklima. „Wir untersuchen schon seit 2008 das Interesse der Deutschen an einer beruflichen Selbständigkeit im Vergleich zu anderen Ländern. Mit der aktuellen Umfrage haben wir erstmals eine Metropole in den Fokus genommen. Für uns ist die lebendige, junge und multikulturelle Gründerszene in Berlin der entscheidende Grund für die Standortwahl des ersten Amway Business Centers“, so Julia Lutter-Müller Pressesprecherin von Amway. „Die positiven Ergebnisse der Umfrage bestätigen unsere Wahl für Berlin.“

Mit dem neuen Amway Business Center fördert das Unternehmen seine selbständigen Vertriebspartner und setzt sich auch auf politischer Ebene für die Belange der Selbständigen ein. Für 91 Prozent aller befragten Berliner spielen Selbständige eine wichtige Rolle in der Bundeshauptstadt. Sie prägen einige typische Eigenschaften der Stadt. Die Berliner beschreiben ihre Gründerszene mit Begriffen wie „Multikulti“ (43 Prozent), „junge Talente“ (41 Prozent) und „Weltoffenheit und Toleranz“ (40 Prozent). Vor allem bei Schülern und Studenten steht die Berliner Gründerszene für „Kreativität“ (64 Prozent) und „junge Talente“ (52 Prozent).

Gründerpreis: Start-ups, Aufsteiger und ein Lebenswerk

Einmal im Jahr kommt der Gründer ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit: Nämlich dann, wenn er von der Jury des Deutschen Gründerpreises ausgewählt und ausgezeichnet wird. GründerMagazin blickte den Initiatoren über die Schulter und präsentiert die Gewinner.

Erhebliche Effizienzsteigerung bei der Entwicklung von technischen Komponenten umzusetzen, sind das Spezial-Know-how der Bremerhafener Innoven GmbH. Wenn bei Windkraftanlagen oder in der Schifffahrt schlüsselfertige Innovationen gefragt sind, dann tritt das norddeutsche Unternehmerteam auf den Plan. Vom ersten Entwurf bis zum produktionsreifen Prototypen – dieses in beiden Branchen einmalige Komplettpaket bieten nur die Bremerhavener Ingenieure an.

 

Ganz anders, aber ebenfalls super erfolgreich ist die die Mymuesli GmbH. Das Unternehmen aus Passau bietet seinen Kunden die Möglichkeit, sich per Mausklick einen persönlichen Lieblingsmix aus 80 verschiedenen Arten von Flocken, Früchten, Nüssen & Co. zusammenzustellen. Der Postbote bringt dann alles ins Haus. Wer lieber shoppen geht, wird in einem der vier Läden von Mymuesli fündig.

 

Innovative Ideen, außerordentlicher Einsatz, eine positive Unternehmenskultur aber auch soziales Engagement sind Kriterien, die alljährlich bei der Vergabe des Deutschen Gründerpreisespreises in den Kategorien StartUp, Aufsteiger und Lebenswerk und beim Sonderpreis eine Rolle spielen.

Die Jury des zum zwölften Mal vergebenen Deutschen Gründerpreises ehrte 2013 die Innoven GmbH in der Kategorie StartUp. Die Jury zeichnet das Unternehmen aus, „weil es die Gründer mit ihrem innovativen Geschäftsmodell schaffen,. Sie sind durch ihre langjährigen Erfahrungen bestens vernetzt und wissen, welche zukünftigen Anforderungen die Branchen Windenergie und Schifffahrt bewegen werden. Die Ausgezeichneten füllen mit ihren Persönlichkeiten den Unternehmergeist wirklich mit Leben aus und sind damit hervorragende Vorbilder für angehende Gründer.“
Die Auszeichnung in der Kategorie Aufsteiger geht an die Mymüsli GmbH, „weil es sich in einer schwierigen, konservativen Branche durchgesetzt hat und sowohl online als auch offline sehr erfolgreich ist. Die zielgerichtete Interaktion mit den Kunden ist außergewöhnlich und ein hervorragendes Beispiel für eine erfolgreiche Markenbildung. Dies zeigt eindrucksvoll, wie professionell das junge Gründerteam arbeitet und welche Chancen noch in dem Unternehmen stecken.“

Start-ups im Fokus

In der Kategorie Aufsteiger waren außerdem die Averbis GmbH aus Freiburg und die Fiagon GmbH aus Hennigsdorf nominiert. Die Averbis GmbH hat eine neuartige Suchmaschine entwickelt, die die Bedeutung von Wörtern erkennt. Dadurch findet man mehr und vor allem passgenauere Dokumente zum gesuchten Thema. Ein Navi für Operationen im Kopfraum stellt das Unternehmen Fiagon her. Mit diesem innovativen System wird die aktuelle Position der Instrumente per Bildschirm an den Operateur übermittelt.

Zu den drei Finalisten in der Kategorie StartUp gehörten außerdem die EICS Group GmbH Engineering Solutions aus München und die Serva Transport Systems GmbH aus Bernau am Chiemsee. EICS entwickelt und produziert Bauteile sowie komplette Kleinserien aus einer Hand für die Automobilbranche. Das Parkplatzproblem der Zukunft löst die Serva Transport Systems mit ihren voll automatisierten, fahrerlosen Parkrobotern für Pkw. Die Roboter parken Fahrzeuge bis zu 60 Prozent platzsparender ein als Menschen.

Initialzündung am Badesee

 

Bei Mymuesli findet jeder Müslifan das Passende: Per Mausklick kann man sich seinen Lieblingsmix aus Flocken, Früchten, Nüssen & Co. zusammen-stellen, der Postbote bringt alles ins Haus. Wer lieber shoppen geht, wird in den Müsliläden fündig.

Als Studenten fuhren die drei Freunde zum Badesee, als Unternehmer kamen sie zurück: „Durch einen Werbespot im Autoradio kam das Gespräch auf Müsli und daraus entstand unsere Geschäftsidee“, erzählt Max Wittrock, 30, einer der Gründer von Mymuesli. Ein Online-Shop für individuell gemixtes Bio-Müsli mit freier Auswahl aus über 75 verschiedenen Zutaten? „Die Idee war damals neu und kam auch gut an, aber kaum jemand hat an unseren Erfolg geglaubt“, sagt der 32-jährige Hubertus Bessau. Die Freunde standen am Ende ihres Studiums, hatten keine Verpflichtungen, wohnten billig in WGs. „Es passte, und deshalb wollten wir es einfach ausprobieren“, erklärt Philipp Kraiss, 32, der Dritte im Bunde. Die Passauer stürzten sich in die Arbeit, tüftelten nächtelang. „Wir brauchten kaum Kapital, weil wir fast alles selbst gemacht haben.“

Zuerst machte Mymuesli über Blogs im Internet auf sich aufmerksam, dann bissen auch Medienvertreter an. „Beides hat sich gegenseitig befruchtet“, erklärt der ausgebildete Jurist Max Wittrock, der für Rechtliches und die PR zuständig ist. Das Ergebnis: „Zwei Wochen nach dem Start waren wir ausverkauft.“ Immer neue Berichte über das Start-up erschienen. Die Bestellungen türmten sich, doch Mymuesli konnte wegen Problemen mit der Verpackung nicht liefern. „Die Kunden hatten sehr viel Verständnis.“ Nach diesen Anlaufschwierigkeiten ging es stetig aufwärts, schnell zog das Unternehmen in größere Produktionsräume, nach acht Monaten konnten die Gründer sich das erste Gehalt auszahlen und Mitarbeiter einstellen, vier Jahre nach dem Start ging die weltweit erste vollautomatische Müsli-Mix-Maschine in Betrieb.

Das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens? „Damals steckte das Online-Shopping noch in den Kinderschuhen, soziale Netzwerke waren ganz neu. Das Timing passte, zehn Jahre früher oder später hätte es vielleicht nicht funktioniert“, sagt Max Wittrock. „Als Team ergänzen wir uns optimal, und wir haben sehr viel Support von unseren Mitarbeitern und Kunden bekommen“, erklärt Betriebswirt Philipp Kraiss, der bei Mymuesli die Finanzen im Blick hat. „Wir wussten, was wir wollten und sind auch gegen den Rat von Experten ins Risiko gegangen“, ergänzt der für das Marketing zuständige Hubertus Bessau, ebenfalls ausgebildeter Betriebswirt. Und genau das machen die drei auch heute noch. Obwohl Branchenkenner abgeraten hatten, eröffneten die Freunde im Jahr 2009 den ersten Müsli-Laden in ihrer Heimatstadt Passau. Der Erfolg gibt ih-nen Recht: Im Juli startet der fünfte Shop in Düsseldorf, weitere werden in den nächsten Monaten folgen. Aktuell setzen die Unternehmer verstärkt auf Fertig-mischungen. „Aufgrund der Bestelldaten wissen wir ja, was den Kunden schmeckt.“ Außerdem betreiben sie die Online-Shops Green Cup Coffee mit fair gehandeltem Bio-Kaffee und Oh!Saft, ein Saftorangen-Abo.

Für diese Leistung wurde Mymuesli in der Kategorie Aufsteiger des Deutschen Gründerpreises nominiert. „Es ist eine tolle Anerkennung, dass eine unabhängige Jury unser Geschäftsmodell auszeichnungswürdig findet“, freuen sich die Unternehmer. „Derzeit stehen wegen des Wachstums viele Veränderungen an. Hier können wir noch viel lernen und freuen uns auf Porsche Consulting.“

„Das Unternehmen hat sich in einer schwierigen, konservativen Branche durchgesetzt und ist sowohl online als auch offline sehr erfolgreich“, lobten die namhaften Experten der Auswahljury des Deutschen Gründerpreises. Sie zeichnet die Passauer Mymuesli GmbH in der Kategorie Aufsteiger aus. „Das originelle Geschäftsmodell wurde oft kopiert, aber der Erfolg von Mymuesli nie erreicht. Dies zeigt eindrucksvoll, wie professionell das junge Gründungsteam arbeitet.“

 Vom Entwurf bis zum produktionsreifen Prototypen

„Am Rechner sehen viele Produktentwicklungen gut aus, bei der technischen Umsetzung treten dann die Probleme auf“, weiß Innoven-Gründer Rolf Rohden aus mehr als zwanzig Jahren Berufspraxis. Seine Kunden dagegen können sich entspannt zurücklehnen: Innoven entwickelt nicht nur innovative Rotorblätter, Steuerungstechnik, Propeller, Segelsysteme und andere technische Komponenten für die Windenergiebranche und die Schifffahrt. Das Bremerhavener Ingenieurbüro liefert auch fertig zertifizierte Prototypen, die direkt in die Serienproduktion gehen können. „Durch unseren engen Kontakt zu den Fertigungsbetrieben können wir die Konstruktion von Anfang an so gestalten, dass sich das Bauteil später besonders wirtschaftlich produzieren lässt“, erklärt der Ingenieur das in der Branche einzigartige Konzept. Die sonst üblichen, zeit- und kostenintensiven Abstimmungsrunden zwischen Ingenieurbüro und Fertigungsbetrieb entfallen, der Kunde hat nur einen Ansprechpartner für das gesamte Projekt.

Dank jahrzehntelanger Erfahrung in leitenden Positionen bei einem namhaften Windenergie-Unternehmen sind der 52-jährige Schiffsbetriebsingenieur und seine Partnerin Martina Kuhlmann bestens verdrahtet. „Wir kennen die Branche und haben die nötigen Referenzen“, sagt die 44-jährige Physikerin. Beide wissen genau, worauf es bei anspruchsvollen Projekten ankommt. „Uns kann nichts mehr überraschen. Wir bleiben ruhig, wo andere nervös werden.“ Der Gedanke an die Selbstständigkeit trieb die Gründer schon lange um, es lockten kreative Freiheit und Selbstbestimmung. „In unserem Alter muss man sich irgendwann entscheiden“, sagt Rolf Rohden. Der Zeitpunkt passte, als beide wichtige Projekte abschließen konnten. Private Rücklagen deckten die Lebenshaltungskosten, ein Kredit finanzierte nötige Investitionen. Die Gründung sprach sich rasch in der Branche herum. Wenige Wochen nach dem Start erhielt Innoven ohne jede Akquise die ersten Aufträge, kurz darauf wurde der erste Mitarbeiter eingestellt, schon jetzt arbeitet das junge Unternehmen profitabel. „Es lief viel besser als geplant.“

Der Erfolg hat die Gründer aber nicht wirklich überrascht. „Wir wissen genau, was wir wollen, können und brauchen“, sagt Rolf Rohden. Innoven setzt auf Qualität und Nachhaltigkeit. Das spürt man schon beim Betreten des Firmengebäudes, einer alten Industriehalle, die das Power-Paar mit viel Liebe zum Detail umgebaut hat. Ihr Ziel ist ein kleines, aber feines Ingenieurbüro, das auch eigene Produkte entwickelt und zu den besten der Branche gehört. „Bei maximal 99 Mitarbeitern ist Schluss, sonst leidet die Innovationskraft.“ Gewundert haben sich beide aber über die Reaktionen auf ihre Gründungspläne. „In Deutschland überwiegen die Bedenken-träger“, meint Martina Kuhlmann. „Es wurde fast nur über Risiken gesprochen, nie über Chancen. Der Deutsche Gründerpreis gehört zu den wenigen, die uns Mut gemacht haben.“

Ganz besonders ermutigend finden die beiden jetzt die Nominierung von Innoven in der Kategorie StartUp des Deutschen Gründerpreises. „Das ist eine große Ehrung“, sagen die Unternehmer. „Wir erhoffen uns vor allem Input bei unternehmerischen Fragen durch die Gründungsexperten, denn wir sind ja sehr technisch orientiert. Außerdem freuen wir uns auf Kontakte in andere Branchen, die uns einen Blick über den Tellerrand erlauben.“

„Das innovative Geschäftsmodell erlaubt eine erhebliche Effizienzsteigerung bei der Entwicklung von technischen Komponenten“, so begründete die Jury des Deutschen Gründerpreises die Auszeichnung des Ingenieurbüros in der Kategorie StartUp. Besonders lobten die Experten die hervorragenden Marktkenntnisse und die Branchenkontakte der erfahrenen Gründer, die „Unternehmergeist wirklich leben“.

„Vater“ der deutschen Skateboardszene

Mit der Vergabe des Sonderpreises wurde der Unternehmer Titus Dittmann aus Münster geehrt. Der Preisträger ist Gründer von rund 100 Unternehmen, einer humanitären Stiftung sowie „Vater“ der deutschen Skateboardszene.

Titus Dittmann hat bislang fast 100 Unternehmen ins Leben gerufen – darunter die dittmann GmbH und die titus GmbH, die heute europäischer Marktführer beim Handel mit Skateboards und Zubehör ist. Die Auswahljury verlieh Titus Dittmann den Sonderpreis des Deutschen Gründerpreises, weil „der Seriengründer selbst bei schwersten Krisen niemals aufgegeben hat und ein Vorbild für alle Gründer ist“. Sie lobten „den Unternehmergeist, die authentische Persönlichkeit und das Engagement“ des 64-Jährigen, der die Jugendkultur seit den 1980er-Jahren mitgeprägt hat. Er organisiert Sportevents, unterstützt Jugendliche in Krisengebieten und macht Mut, als Unternehmer seinen eigenen Weg zu gehen.

 

Ein Brett mit vier Rollen ist schuld daran, dass der Sport- und Geografielehrer Titus Dittmann zum Unternehmer wurde. „Skateboards sind ein super Werkzeug zur Persönlichkeitsentwicklung, weil Jugendliche immer besser skaten als Erwachsene“, findet der Pädagoge. Zunächst baute er das Ende der 1970er-Jahre noch völlig neue Trendsportgerät aus den USA in den Unterricht ein, doch sein Engagement und die engen Fesseln des Beamtenrechts passten auf Dauer nicht zusammen. „Als Lehrer wäre entweder ich kaputtgegangen oder die Schule.“ 1984 gab der Studienrat seine sichere Beamtenlaufbahn auf, um sich mit einem Skateboardhandel selbstständig zu machen. Sohn Julius war gerade geboren, Freunde und Kollegen entsetzt über die „Verantwortungslosigkeit“, nur Ehefrau Brigitta sagte: „Wir machen, wofür unser Herz brennt.“

 

Das Ehepaar importierte Originalmaterial aus den USA und betrieb einen der ersten Shops Deutschlands. „Zeitweise gingen bis zu 95 Prozent des Marktes durch unsere Hände.“ Parallel förderte der Unternehmer den Sport: Er eröffnete einen der ersten deutschen Skateboard-Parks, finanziert bis heute Profi-Teams und initiierte 1982 die Münster Monster Mastership, die später zur offiziellen Skateboard-Weltmeisterschaft wurde. „Als aktiver Skater war ich aber grottenschlecht“, grinst der 64-Jährige, der Extremsportarten wie Drachenfliegen, Skyskaten oder Autorennen liebt. „Das ist wie im Business: Man muss die Risiken kennen, um richtig zu entscheiden.“ Außerdem gründete Dittmann zahlreiche andere Firmen, unter anderem eine Oldtimer-Vermietung, eine Kfz-Werkstatt, eine Werbeagentur und einen Verlag. „Die Medien nennen mich Skateboard-Papst, aber ich habe fast 100 Unternehmen gegründet.“ Dittmann hat ständig neue Ideen, doch ohne Brigitta läuft seit fast 40 Jahren nichts: „Ich brauche die Diskussion mit ihr, um mich zu entscheiden.“

 

Über den Deutschen Gründerpreis:

Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer in Deutschland. Ziel der Initiative ist es, ein positives Gründungsklima in Deutschland zu fördern und Mut zur Selbstständigkeit zu machen. Der Preis wird jährlich in den Kategorien Schüler, StartUp, Aufsteiger und Lebenswerk verliehen. Ausgelobt wird der Deutsche Gründerpreis von den Partnern stern, Sparkassen, ZDF und Porsche, die sich bereits seit 1997 für die Förderung des Unternehmertums und der Gründungskultur engagieren. Der Deutsche Gründerpreis wird durch ein hochkarätiges Kuratorium unterstützt, das Patenschaften für die Nominierten und Preisträger übernimmt. Förderer des Deutschen Gründerpreises sind die Bertelsmann AG, die Gruner + Jahr AG, die Süddeutsche Zeitung und die Versicherungen der Sparkassen. Kooperationspartner ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

 

 Die Idee Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Aus-zeichnung für   herausragende Unternehmer in Deutsch-land. Ziel der Initiative ist es, ein   positives Gründungs-klima in Deutschland zu fördern und Mut zur   Selbst-ständigkeit zu machen.
Die   Initiatoren Der Deutsche Gründerpreis wird von stern, Sparkassen, ZDF und Porsche   ausgelobt. Die Partner setzen sich bereits seit 1997 für die Förderung der   Gründungskul-tur und des Unternehmertums ein. Seit 2007 unter-stützt Porsche   den Deutschen Gründerpreis.
Die   Kategorien Schüler

StartUp   (Unternehmen 1 bis 3 Jahre alt)

Aufsteiger   (Unternehmen 4 bis 9 Jahre alt)

Lebenswerk

sowie Sonderpreis (für außergewöhnliche Unterneh-merleistungen)

Die   Erfolge Kategorie Schüler:

bislang   haben über 55.000 Schüler teilgenommen

Kategorie StartUp:

Begleitung   von knapp 10.000 Gründungsteams seit 1997

Die   Kooperationspartner Bundesministerium   für Wirtschaft und Technologie
Die   Förderer Bertelsmann   AG, Dr. Thomas Rabe

Süddeutsche   Zeitung, Stefan Rohr

Versicherungen   der Sparkassen, Gerhard Müller

Gruner   + Jahr AG & Co KG

 

 

 

„Wie denkt Deutschland über Existenzgründungen?“

DFV startet Online-Umfrage, um die gesellschaftliche Haltung zu Existenzgründungsvorhaben in Erfahrung zu bringen sowie die Unterstützung durch Institutionen und im sozialen Umfeld.

In Deutschland sinkt die Zahl der Existenzgründungen jährlich. Aktuelle Schätzungen für das Jahr 2012 bestätigen dies. Als Begründung wird oft erklärt, dass es an der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt liegt, bei der sichere Angestelltenverhältnisse einer vermeintlich „unsicheren“ Selbstständigkeit vorgezogen werden. Doch ist das der einzige Grund? Der Deutsche Franchise-Verband will es genauer wissen und geht dieser Frage in einer Online-Umfrage unter www.franchiseverband.com/umfrage nach: „Wie ist es um die Gründerkultur in Deutschland bestellt?“ will die grundsätzliche Haltung zu Existenz-gründungsvorhaben in Erfahrung bringen. Dabei wird nach unterschiedlichen Einrichtungen bzw. Umfeldern differenziert: Wie stehen Industrie- und Handelskammern oder die Arbeitsagenturen oder das private Umfeld zu dem Thema? Auch will die Befragung klären, ob es eine ausreichende Unterstützung in den Bereichen Finanzierung und Beratung gibt. Insgesamt geht es um ein Gesamtbild zur gesellschaftlichen Haltung bei diesem Thema, daher ist jeder eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen.

Torben L. Brodersen, Geschäftsführer des DFV zum Hintergrund: „Existenzgründungen sind wichtig für den Standort Deutschland: Sie stärken die mittelständische Wirtschaft und schaffen neue Arbeitsplätze. Ohne Existenzgründer kann diese Rechnung aber langfristig nicht aufgehen.“ Von den Umfrage-Ergebnissen erhofft sich der Verband wichtige Erkenntnisse, um hilfreiche Handlungsempfehlungen zu formulieren. Brodersen hierzu: „Wir wollen wissen, was unternommen werden müsste, um Gründungsinteressenten in ihrem Vorhaben zu bestätigen und zu unterstützen – unabhängig davon, ob es sich um einen ‚klassischen‘ Gründer handelt oder um einen Franchisenehmer.“

Die Umfrage erfolgt vollkommen anonym und ist in den kommenden Wochen unter dem Ziellink oder auf der DFV-Startseite www.franchiseverband.com zu finden.

KONTAKTbörse für Sachsen-Anhalt

Kontaktbörse
Kontaktbörse

Das Gründernetzwerk ego.-BUSINESS veranstaltet am Dienstag, den 15. November, im Halber 85 in Magdeburg, ab 12 Uhr die erste ego.-KONTAKTbörse für Sachsen-Anhalt im Rahmen der bundesweiten Gründerwoche 2011. Gesucht werden Jungunternehmer aus allen Branchen, aber auch die Unentschlossenen, die eine Gründungsidee haben aus dem gesamten Bundesland. Die Kontaktbörse ist eine gute Gelegenheit einfach und schnell an kompetente Informationen zum Thema Existenzgründung zu gelangen. Vor Ort trifft man auf Experten von Gründungsnetzwerken, der Investitionsbank als Träger der ego.-Initiative und auf erfahrene Unternehmer (Business Angels) Sachsen-Anhalts, die Interessierten für sämtliche Fragen im Bereich Existenzgründung Rede und Antwort stehen. Fragen zur Veranstaltung und zur Teilnahme an ego.business@ib-lsa.de oder unter 0391/5898395.

START-Messe in Essen: Unternehmen aus Wuppertal und Münster gewinnen den START- AWARD 2011 für Existenzgründer

Gründungsboom
Gründungsboom

Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger hat am Freitag (23.September) die START-Messe in Essen eröffnet. In seiner Eröffnungsrede ermutigte der Minister potenzielle Unternehmensgründer, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Rund 90.000 Existenzgründungen in NRW in 2010 seien ein gutes Zeichen, das Gründungspotenzial in Nordrhein-Westfalen damit aber noch nicht optimal ausgeschöpft. „Mit den 83 STARTERCENTERn NRW hat das Land eine in Deutschland beispiellose Infrastruktur für die Beratung und Begleitung von Gründerinnen und Gründern geschaffen. Aber wir wollen die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen noch weiter verbessern“, sagte Voigtsberger.

Gemeinsam mit den Vorständen der NRW.BANK und der KfW Bankengruppe zeichnete Voigtsberger besonders innovative sowie sozial und ökologisch engagierte Jungunternehmen aus. Die NRW.BANK, die KfW Bankengruppe, das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium sowie der Veranstalter der START-Messe, die asfc GmbH, verleihen jedes Jahr den START-AWARD NRW in zwei Kategorien. Die Preisgelder in Höhe von insgesamt 16.000 Euro wurden durch die beiden Förderbanken gestiftet.

In der Kategorie „Innovatives Jungunternehmen“ wurden folgende Platzierungen vergeben:
1. Wave Scape Technologies GmbH, Dr. Carsten Winkler, Arndt Niepenberg, Wuppertal (5.000,- Euro)
2. bordbar GmbH, Stephan Boltz, Valentin Hartmann, Köln (2.000,- Euro)
3. TerraTransfer GmbH, Marcel Delker, Sven Schulz, Bochum (1.000,- Euro)

Die Preisgelder in der Kategorie: „Jungunternehmen übernehmen Verantwortung“ gingen an:
1. gruene wiese GbR, Simone Pleus, Lars Wittenbrink,
Münster (5.000,- Euro)
2. Hausarztzentrum Königberger Platz, Dr. med. Ursula Psyk,
Ulrich Schoene, Dr. med. Ralf Wiertelarz, Leverkusen (2.000,- Euro)
3. Steuerberatung Helgard Groß, Borchen (1.000,- Euro)

Den Sonderpreis für das beste Bewerbervideo zum START-AWARD 2011 erhielt die Gelsenkirchener NONOMO Koszewa & Koszewa GbR für ihren kreativ gestalteten Unternehmensfilm.

Voigtsberger schaltete zudem die neue STARTERCENTER NRW-App frei. Die neue App mit praktischen und schnellen Informationen für Unternehmensgründer kann seit heute kostenlos im App Store heruntergeladen werden. Damit erweitern die STARTERCENTER NRW ihre Beratungsleistungen um ein mobiles Informationsangebot.

Weitere Informationen zur START-Messe und zu den Gewinnern des START-AWARD NRW unter www.startercenter.nrw.de

Zehn Jahre Deutscher Gründerpreis

Sechs herausragende Unternehmen sind auch in diesem Jahr in den Kategorien StartUp und Aufsteiger für den Deutschen
Gründerpreis nominiert. Die in diesem Jahr für die hohe Auszeichnung nominierten Unternehmen repräsentieren eine enorme Bandbreite: sie reicht von Innovationen im medizinischen Bereich durch die Kombination unterschiedlicher wissenschaftlicher Fachrichtungen bis hin zur Entwicklung völlig neuer Werkzeuge und Produkte durch die konsequente Optimierung bestehender Technologien und Prozesse.

Mit dem Preis zeichnen die Partner stern, die Sparkassen, ZDF und Porsche jährlich Unternehmen in den unterschiedlichen Phasen ihres erfolgreichen Bestehens aus – vom Schüler bis zum Lebenswerk. Die Verleihung wird moderiert von Marietta Slomka. Die Preise werden
u. a. durch Thomas Osterkorn (stern), Heinrich Haasis (Deutscher Sparkassen- und Giroverband), Matthias Müller (Porsche) und Markus
Schächter (ZDF) überreicht.

In der Kategorie StartUp sind für ihre sehr erfolgreiche Umsetzung des
Geschäftsplans und die Etablierung am Markt nominiert:
• Cegat GmbH aus Tübingen, die die genetischen Ursachen von
Krankheiten untersucht, um Verdachtsdiagnosen des Arztes zu sichern,
individuelle Therapien entwickeln und bei Angehörigen des Betroffenen
präventiv tätig sein zu können. Die Jury begründet die Nominierung: „Das
Unternehmen bündelt das Know-How von Medizinern, Naturwissenschaftlern
und Bioinformatikern und erreicht so eine neue Qualität in der
Analyse von Genomen. Die Dauer einer umfassenden Genuntersuchung
konnte von bis zu zwei Jahren auf vier Wochen reduziert werden und die
zusätzliche Entwicklung von Diagnostik-Panels erlauben es, sämtliche für
eine Krankheit in Betracht kommenden Gene gleichzeitig aufzuschlüsseln.“
• Terratransfer GmbH aus Bochum, die vollautomatische Messnetze
entwickelt hat. Diese ermöglichen es, schnell und unkompliziert Umweltdaten
wie Wasserstände zu messen und auszuwerten. „Es ist dem Unternehmen
gelungen, durch eine neuartige Kombination bereits bestehender
Hardware-Komponenten mit intelligenter Software das aufwändige und
nur in großen Zeitabständen mögliche manuelle Messen der Daten zu
ersetzen und dadurch eine neue Qualität der Datenanalyse zuzulassen“,
begründet die Jury die Auswahl.
• Webo Werkzeugbau Oberschwaben GmbH aus Amtzell (Baden-
Württemberg), die neuartige Umformwerkzeuge für die Fertigung von
komplizierten Bauteilen im Getriebebereich entwickelt. „Das Unternehmen
macht durch neue technische Lösungen eine schnellere und exaktere
Herstellung von Bauteilen möglich. Webo konnte bereits namhafte Kunden
aus der Automobilbranche überzeugen und schafft so mit starkem Wachstum
neue Arbeitsplätze“, so die Jury.
In der Kategorie Aufsteiger sind für ihr außerordentliches Wachstum nominiert:
• 4Jet Sales+Service GmbH aus Alsdorf (Nordrhein-Westfalen), die die
Lasertechnologie zur Bearbeitung unterschiedlichster Oberflächen mit
besonders hoher Qualität nutzt. Die Jury begründet die Nominierung: „Das
Unternehmen kombiniert auf innovative Weise Lasertechnik, Optikdesign,
Konstruktion und Software zu Systemlösungen aus einem Guss und beweist
dabei ein sehr gutes Gespür für wachsende Märkte. 4Jet nimmt eine
Vorreiterrolle im Wettbewerb ein und hat das Potenzial, weiterhin ein
enormes Umsatzwachstum zu erreichen.“
Seite 3
Deutscher Gründerpreis 2011 –
Die Finalisten
• Inventux Technologies AG aus Berlin entwickelt, produziert und
vertreibt besonders leistungsfähige Dünnschicht-Solarmodule. „Das
Unternehmen hat Solarmodule entwickelt, die eine bessere Ausnutzung
der Sonnenenergie ermöglichen und bei der Produktion weniger
Rohstoffe und Primärenergie verbrauchen. Inventux hat den
Herstellungsprozess von Photovoltaik-Modulen radikal vereinfacht und
ist damit in der Lage, die Produktionskosten der Module sowie die Kosten
für die Erzeugung von Solarstrom nachhaltig zu senken“, begründet die
Jury ihre Entscheidung.
• Orwo Net AG aus Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt), die hochwertige
Bilder, Fotobücher und Funartikel sowie weitere Fotofinishing-Produkte
zu einem besonders günstigen Preis produziert. Seit 2004 konnte die
Orwo Net AG ihre Umsätze kontinuierlich steigern und die Marktposition
erfolgreich ausbauen. Orwo hat es geschafft, aus einem insolventen
Unternehmen in nur sechs Jahren eines der führenden Fotogroßlabore
der Bundesrepublik aufzubauen und auf einem teilweise schrumpfenden
Markt den Turnaround zu erreichen“, so die Jury.