FT kürt Europas führende Startup-Hubs 2026

Die Financial Times hat zum dritten Mal ihr Ranking der führenden Startup-Hubs in Europa veröffentlicht. Die aktuelle Liste für 2026 umfasst 180 Innovations- und Gründerzentren aus 25 Ländern – bewertet nach Reputation, Erfolgsbilanz und Feedback aus der Startup-Szene.

UnternehmerTUM erneut auf Platz 1 – Bayern dominiert die Spitze

An der Spitze steht erneut UnternehmerTUM aus München. Bereits seit 2002 begleitet das Innovationszentrum Start-ups auf ihrem Weg von der Idee bis zur Skalierung – mit beeindruckender Bilanz: Mehr als 1.000 gegründete Unternehmen gingen bislang aus dem Ökosystem hervor.

Auch Platz 2 und 3 gehen nach Bayern: Die Start2 Group belegt Rang zwei, gefolgt von BayStartUP auf Platz drei.

Die Rangliste der Financial Times gilt als einer der relevantesten Gradmesser für die Leistungsfähigkeit europäischer Startup-Ökosysteme. Bewertet wurden:

  • Empfehlungen von Investoren
  • Rückmeldungen von Gründern
  • Alumni-Feedback
  • Erfolgskennzahlen geförderter Start-ups
  • Marktperformance und Skalierungserfolge

Teilnahmeberechtigt waren Organisationen mit Standort in Europa, die seit mindestens 2021 aktive Programme für Gründer anbieten. Damit ist das Ranking nicht nur ein Image-Ranking, sondern eine datenbasierte Analyse der tatsächlichen Wirkungskraft von Startup-Hubs.

UnternehmerTUM: Europas Benchmark für Innovationsförderung

Dass UnternehmerTUM erneut Platz 1 belegt, überrascht Branchenkenner kaum. Das Münchner Zentrum, eng verzahnt mit dem Innovationsumfeld der Technischen Universität München, bietet:

  • Inkubator- und Accelerator-Programme
  • Venture-Capital-Anbindung
  • Corporate-Partnerschaften
  • Prototyping-Infrastruktur
  • Coaching und Mentoring

Die Stärke liegt vor allem in der Verbindung von Technologie, Unternehmertum und Industrie. Zahlreiche erfolgreiche Deep-Tech- und Hightech-Start-ups sind hier entstanden. Für Gründer bedeutet das: Zugang zu Kapital, Know-how und starken Netzwerken – ein entscheidender Faktor für nachhaltiges Wachstum.

Bayern als Startup-Hotspot Europas

Bemerkenswert ist die Dominanz Bayerns im Ranking. Mit drei Hubs unter den Top 3 positioniert sich die Region als eines der stärksten Innovationszentren Europas. Die Start2 Group verfolgt einen stark international ausgerichteten Ansatz und unterstützt Start-ups bei globaler Expansion. BayStartUP wiederum fokussiert sich intensiv auf Finanzierung, Businessplan-Wettbewerbe und Investoren-Matching. Das Signal ist klar: Deutschland – und insbesondere Bayern – spielt im europäischen Startup-Ökosystem ganz vorne mit.

Für angehende Unternehmer stellt sich oft die Frage: Brauche ich einen Accelerator oder Startup-Hub?

Die Antwort hängt vom Geschäftsmodell ab. Doch Studien und Rankings wie das der Financial Times zeigen: Start-ups, die strukturiert begleitet werden, haben höhere Überlebens- und Skalierungsraten.

Startup-Hubs bieten unter anderem:

  • Zugang zu Investoren
  • Strukturierte Programme
  • Marktzugang
  • Netzwerk- und Mentoring-Strukturen
  • Internationale Sichtbarkeit

Gerade in frühen Phasen kann diese Unterstützung den Unterschied zwischen Stagnation und Wachstum bedeuten.

Europa baut sein Innovationsnetzwerk aus

Insgesamt listet das Ranking 180 Startup-Hubs aus 25 Ländern – ein Zeichen dafür, wie stark sich das europäische Innovationsökosystem in den letzten Jahren entwickelt hat. Von Skandinavien über das Baltikum bis Südeuropa entstehen immer mehr leistungsfähige Strukturen zur Förderung technologieorientierter Gründungen. Der Wettbewerb zwischen Regionen nimmt zu – und genau das stärkt langfristig die Innovationskraft Europas.

Qualität setzt sich durch

Das aktuelle FT-Ranking macht deutlich:

  • Professionelle Startup-Hubs sind zentrale Wachstumstreiber.
  • Bayern setzt europaweit Maßstäbe.
  • Netzwerke, Kapital und Infrastruktur sind entscheidend für Gründererfolg.

Für Gründer bedeutet das: Die Wahl des richtigen Umfelds kann strategisch wichtiger sein als die Geschäftsidee allein. Wer ambitioniert gründet, sollte daher nicht nur das eigene Produkt entwickeln – sondern auch prüfen, welcher Startup-Hub strategisch passt.

Wie macht man sich selbstständig?

Mut, Zweifel und der ersten echten Schritt? Der Moment kommt selten laut. Meist sitzt man am Küchentisch, spät abends, Laptop offen, Kopf voll. Der Gedanke ist schon länger da, aber heute fühlt er sich anders an: „Wie macht man sich selbstständig – und bin ich wirklich bereit dafür?“ So beginnt Selbstständigkeit oft nicht mit einer genialen Idee, sondern mit einer Entscheidung. Ein Motivationsleitfaden!

Die Idee ist da – aber reicht das schon?

Viele angehende Gründer glauben, sie bräuchten die eine perfekte Idee. In der Realität starten die meisten erfolgreichen Selbstständigen viel pragmatischer. Sie lösen ein konkretes Problem, das sie gut kennen. Nicht unbedingt neu, aber relevant. Wer sich selbstständig machen will, sollte sich deshalb weniger fragen: „Ist meine Idee revolutionär?“, sondern eher: „Wer hat dieses Problem – und zahlt dafür, dass ich es löse?“ Das ist der erste Perspektivwechsel vom Angestellten zum Unternehmer.

Vom Wunsch zur Entscheidung

Der größte Unterschied zwischen Menschen, die von Selbstständigkeit träumen, und denen, die sie umsetzen, ist nicht Talent. Es ist die Entscheidung. Aber mit der Entscheidung kommen auch Zweifel:

  • Reicht mein Know-how?
  • Was, wenn es nicht klappt?
  • Was passiert mit meiner Sicherheit?

Diese Fragen gehören dazu. Selbstständigkeit ist kein Sprung ins Ungewisse – sondern ein Prozess, in dem man lernt, mit Unsicherheiten umzugehen.

Planung – so viel wie nötig, nicht mehr

Wer sich selbstständig macht, muss nicht sofort einen 40-seitigen Businessplan schreiben. Aber ganz ohne Plan geht es auch nicht. Entscheidend sind drei Dinge:

  • Was biete ich konkret an?
  • Wie verdiene ich damit Geld?
  • Wie lange komme ich finanziell über die Runden?

Diese Klarheit ist oft wichtiger als perfekte Zahlen. Sie hilft, realistische Erwartungen zu entwickeln – und schlechte Entscheidungen zu vermeiden.

Die formalen Schritte – plötzlich wird es ernst

Spätestens mit der Gewerbeanmeldung oder der Anmeldung beim Finanzamt wird aus der Idee Realität. Für viele Gründer ist das der Moment, in dem sich alles verändert. Plötzlich ist man nicht mehr „jemand mit einem Plan“, sondern Unternehmer. Ob Einzelunternehmen, Kleingewerbe oder Freiberuf – der Einstieg ist in Deutschland vergleichsweise unkompliziert. Entscheidend ist weniger die perfekte Rechtsform als der Mut, überhaupt zu starten.

Die erste Rechnung – ein unterschätzter Meilenstein

Nichts fühlt sich so echt an wie die erste Rechnung. Sie ist mehr als ein Dokument. Sie ist der Beweis, dass jemand bereit ist, für deine Leistung Geld zu bezahlen. Ab diesem Moment verschiebt sich der Fokus:

  • Weg von der Idee
  • Hin zum Markt
  • Hin zu Kunden, Feedback und Anpassung

Selbstständigkeit ist kein gerader Weg. Sie ist ein ständiges Lernen.

Mentale Stärke wird wichtiger als Fachwissen

Was kaum jemand offen sagt: Selbstständig zu sein ist auch eine mentale Herausforderung. Entscheidungen treffen, Verantwortung tragen, mit Rückschlägen umgehen – oft allein.

Die erfolgreichsten Gründer sind nicht die Mutigsten oder Lautesten. Es sind die, die:

  • lernen können
  • sich anpassen
  • und weitermachen, wenn es unbequem wird

Ein gutes Netzwerk, ehrlicher Austausch und realistische Erwartungen sind dabei oft entscheidender als jedes Tool.

Wie macht man sich also selbstständig?

Man macht sich selbstständig, indem man:

  • eine bewusste Entscheidung trifft
  • Verantwortung übernimmt
  • ins Tun kommt, bevor alles perfekt ist

Selbstständigkeit beginnt nicht mit einem perfekten Plan, sondern mit dem ersten echten Schritt.

Die 10 jüngsten Milliardäre der Welt 2025 – nur einer hat es selbst geschafft

Das Forbes-Ranking 2025 zeigt: Nur wenige Milliardäre unter 30 Jahren haben ihr Vermögen selbst aufgebaut – doch einer von ihnen hat es geschafft. Wer die zehn jüngsten Milliardäre der Welt sind und was hinter ihrem Reichtum steckt.

Die 10 jüngsten Milliardäre der Welt 2025

Das US-Magazin Forbes aktualisiert jedes Jahr seine Liste der reichsten Menschen der Welt – und verrät dabei auch, wer die jüngsten Milliardäre sind. Die aktuellen Zahlen basieren auf den Vermögenswerten vom 15. Mai 2025.

Auffällig: Während viele junge Milliardäre ihr Vermögen geerbt haben, hat ein Gründer mit einer visionären Idee den Sprung aus eigener Kraft geschafft.

Platz 1: Johannes von Baumbach (19 Jahre, Deutschland)

Der jüngste Milliardär der Welt stammt aus Deutschland. Johannes von Baumbach gehört zur Erbenfamilie des Pharmaunternehmens Boehringer Ingelheim, das seit 1885 Medikamente gegen COPD, Diabetes und Blutgerinnungsstörungen entwickelt.
Sein geschätztes Vermögen: 5,5 Milliarden US-Dollar. Gemeinsam mit seinen Geschwistern Katharina, Maximilian und Franz hält er bedeutende Anteile am Konzern.

Platz 2: Franz von Baumbach (23 Jahre, Deutschland)

Auch Franz von Baumbach zählt zum Boehringer-Erbenkreis. Der Wirtschaftsstudent gilt als designierter Vertreter der nächsten Generation der Unternehmerfamilie.

Platz 3: Clemente Del Vecchio (19 Jahre, Italien)

Der Sohn des verstorbenen Luxottica-Gründers Leonardo Del Vecchio erbte Anteile am Brillenimperium hinter Marken wie Ray-Ban und Oakley.
Vermögen: rund 4,7 Milliarden US-Dollar.

Platz 4: Ryan Breslow (25 Jahre, USA)

Der Gründer von Bolt revolutionierte den Onlinehandel mit seiner „One-Click-Checkout“-Lösung. Trotz Rückschlägen bleibt er einer der wenigen Tech-Selfmades unter 30.
Vermögen: etwa 1,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5: Sherry Brydson (26 Jahre, Kanada)

Als Mitglied der kanadischen Thomson-Familie hält Brydson Anteile am Medienkonzern Thomson Reuters und investiert in nachhaltige Fonds.

Platz 6: Katharina von Baumbach (27 Jahre, Deutschland)

Die älteste der vier von Baumbach-Geschwister hat sich zusätzlich unternehmerisch etabliert:
Mit ihrer Marke KB Bags vertreibt sie exklusive Designer-Handtaschen aus Italien. Sie führt die KB Design GmbH in München und besitzt laut Forbes ein Vermögen von 5,5 Milliarden US-Dollar.

Platz 7: Shayne Coplan (27 Jahre, USA) – Der jüngste Selfmade-Milliardär der Welt

Er ist der Shootingstar der Tech-Szene: Shayne Coplan, Gründer des Blockchain-Unternehmens Polymarket.
Er startete 2020 mit 21 Jahren – mitten in der Pandemie – nahezu ohne Kapital. Heute zählt er laut Bloomberg zu den jüngsten Selfmade-Milliardären der Welt.

Polymarket ermöglicht Nutzern, auf reale Ereignisse zu wetten – eine „Börse für Zukunftsfragen“. Nach einer 2-Milliarden-Dollar-Investition der Intercontinental Exchange (ICE) wird das Unternehmen auf 9 Milliarden US-Dollar bewertet.

Platz 8: Alexandra Andresen (28 Jahre, Norwegen)

Die norwegische Unternehmerin erbte zusammen mit ihrer Schwester Anteile am Finanzkonzern Ferd. Ihr Vermögen: 1,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 9: Katharina Andresen (30 Jahre, Norwegen)

Auch sie ist Teil des Ferd-Erbes und engagiert sich zunehmend im Bereich Impact Investing und Start-up-Förderung in Skandinavien.
Vermögen: 1,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 10: Lucy Guo (30 Jahre, USA) – Die jüngste Selfmade-Milliardärin

Als Gründerin des KI-Unternehmens Scale AI hat Lucy Guo sich einen Platz unter den jüngsten Selfmade-Milliardärinnen der Welt gesichert. Heute investiert sie selbst in Deep-Tech-Start-ups im Silicon Valley.
Vermögen: rund 1 Milliarde US-Dollar.

Erben dominieren – Gründer inspirieren

Das Forbes-Ranking 2025 macht deutlich: Der Großteil der jungen Milliardäre stammt aus traditionsreichen Unternehmerfamilien. Doch Shayne Coplan und Lucy Guo beweisen, dass Mut, Vision und Technologie-Know-how auch heute noch den Weg zum Milliardenvermögen ebnen können.

Das Beste kommt erst noch

Coplan startete das Projekt 2020, während der Corona-Pandemie, damals mit 21 Jahren und praktisch ohne finanzielle Mittel. Coplan: „Kühne Ideen sind überall – verborgen in aller Öffentlichkeit. Es braucht nur jemanden, der verrückt genug ist, sein Leben dafür einzusetzen, sie Wirklichkeit werden zu lassen. Das ist Unternehmertum: Dinge ins Dasein zu zwingen.“ Er dürfe jetzt seinen „kühnsten Traum“ leben. Und endet seinen X-Post mit: „Das Beste kommt erst noch“.

Unternehmen gründen: Was bei der Unternehmensgründung wirklich zählt

Ein Unternehmen gründen gehört zu den wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen im Leben. Ob als Start-up, klassisches Gewerbe oder innovative Neugründung – eine erfolgreiche Unternehmensgründung beginnt lange vor der offiziellen Anmeldung. Wer gut vorbereitet ist, minimiert Risiken und schafft die Basis für nachhaltiges Wachstum.

Die Idee als Fundament der Unternehmensgründung

Am Anfang jeder Unternehmensgründung steht eine tragfähige Geschäftsidee. Entscheidend ist nicht nur Innovation, sondern vor allem Marktrelevanz. Wer ein Unternehmen gründen möchte, sollte sich früh mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • Welches Problem wird gelöst?
  • Für welche Zielgruppe?
  • Wie unterscheidet sich das Angebot vom Wettbewerb?

Eine realistische Marktanalyse ist ein zentraler Erfolgsfaktor für jede Unternehmensgründung.

Businessplan: Struktur für Gründerinnen und Gründer

Auch wenn viele Gründer den Businessplan unterschätzen: Beim Unternehmen gründen dient er als strategisches Werkzeug. Ein guter Businessplan beschreibt Geschäftsmodell, Finanzierung, Marketingstrategie und Umsatzpotenziale. Gerade bei der Beantragung von Fördermitteln oder Krediten ist er unverzichtbar.

Rechtsform und Anmeldung

Ein weiterer zentraler Schritt der Unternehmensgründung ist die Wahl der passenden Rechtsform. Einzelunternehmen, GmbH, UG oder Personengesellschaft – jede Form bringt unterschiedliche steuerliche, rechtliche und finanzielle Konsequenzen mit sich. Die Anmeldung beim Gewerbeamt oder Finanzamt ist anschließend der formale Startschuss, ein Unternehmen zu gründen.

Finanzierung und Förderung

Die Finanzierung ist für viele Gründer die größte Hürde. Neben Eigenkapital spielen Förderprogramme, Zuschüsse und Investoren eine wichtige Rolle. Wer ein Unternehmen gründen will, sollte sich frühzeitig über öffentliche Förderungen und Finanzierungsmöglichkeiten informieren.

Marketing und Kundengewinnung

Eine Unternehmensgründung ist nur dann erfolgreich, wenn auch Kunden erreicht werden. Ein klar positioniertes Angebot, eine professionelle Online-Präsenz und eine klare Kommunikationsstrategie sind heute unverzichtbar, um am Markt sichtbar zu werden.

Unternehmen gründen mit Plan und Perspektive

Eine erfolgreiche Unternehmensgründung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis guter Vorbereitung, klarer Entscheidungen und unternehmerischen Denkens. Wer sein Unternehmen mit realistischen Zielen, belastbaren Zahlen und einer klaren Strategie gründet, erhöht die Chancen auf langfristigen Erfolg deutlich.

Einzelunternehmen gründen: Gewerbeanmeldung und Kleingewerbe einfach erklärt!

Das Einzelunternehmen ist die mit Abstand häufigste Rechtsform in Deutschland. Wer sich selbstständig machen möchte, entscheidet sich oft für diesen Weg, da die Gründung unkompliziert, kostengünstig und schnell umsetzbar ist. Besonders in der Anfangsphase spielt die Gewerbeanmeldung eine zentrale Rolle – ebenso wie die Frage, ob ein Kleingewerbe sinnvoll ist.

Was ist ein Einzelunternehmen?

Ein Einzelunternehmen wird von einer natürlichen Person gegründet und geführt. Gründerinnen und Gründer handeln auf eigene Rechnung und tragen die volle Verantwortung. Für viele Selbstständige, Freelancer und kleine Betriebe ist das Einzelunternehmen der einfachste Einstieg in die unternehmerische Tätigkeit.

Vorteile des Einzelunternehmens:

  • keine Mindestkapitaleinlage
  • schnelle Gründung
  • einfache Buchhaltung
  • volle Entscheidungsfreiheit

Gewerbeanmeldung: Der formale Start

Wer ein Einzelunternehmen gründet und eine gewerbliche Tätigkeit ausübt, muss eine Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt vornehmen. Die Anmeldung erfolgt in der Regel persönlich, online oder schriftlich und kostet je nach Kommune zwischen 20 und 60 Euro.

Nach der Gewerbeanmeldung werden automatisch:

  • das Finanzamt
  • die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer
  • gegebenenfalls die Berufsgenossenschaft

informiert. Anschließend erhält der Gründer den steuerlichen Erfassungsbogen vom Finanzamt.

Kleingewerbe: Vereinfachter Einstieg für kleine Unternehmen

Der Begriff Kleingewerbe ist kein eigener Rechtsstatus, sondern beschreibt ein Einzelunternehmen mit geringem Umfang. Ein Kleingewerbe liegt vor, wenn kein kaufmännisch eingerichteter Geschäftsbetrieb erforderlich ist. Viele Gründer starten bewusst als Kleingewerbe, um Aufwand und Kosten niedrig zu halten.

Typisch für ein Kleingewerbe:

  • einfache Buchführung (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)
  • kein Eintrag ins Handelsregister erforderlich
  • reduzierte formale Pflichten

Einzelunternehmen und Kleinunternehmerregelung

Häufig wird das Kleingewerbe mit der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) verwechselt. Diese betrifft ausschließlich die Umsatzsteuer. Wer als Einzelunternehmen oder Kleingewerbe im Vorjahr unter 22.000 Euro Umsatz lag und im laufenden Jahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht überschreitet, kann von der Umsatzsteuer befreit werden.

Haftung und Risiken beim Einzelunternehmen

Ein wichtiger Punkt bei der Gründung eines Einzelunternehmens: Die persönliche Haftung. Unternehmer haften mit ihrem gesamten Privatvermögen. Gerade bei wachsendem Geschäftsvolumen oder erhöhtem Risiko sollte daher geprüft werden, ob später ein Rechtsformwechsel sinnvoll ist.

Einzelunternehmen, Gewerbeanmeldung und Kleingewerbe als Startmodell

Das Einzelunternehmen mit Gewerbeanmeldung ist für viele Gründer der schnellste Weg in die Selbstständigkeit. Als Kleingewerbe lassen sich erste Geschäftsideen testen, Kunden gewinnen und Umsätze aufbauen – mit überschaubarem Aufwand und klaren Strukturen. Wer von Beginn an sauber plant, schafft eine solide Basis für weiteres Wachstum.

Die besten Start-up-Ideen 2026: Chancen für Gründerinnen und Gründer


Die deutsche Gründerszene wächst dynamisch – besonders in innovativen Branchen. Wer selbstständig werden möchte, sucht nach zukunftsfähigen Start-up-Ideen. Technologie, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Trends sind die Treiber für erfolgreiche Gründungen 2026.


Top 10 Start-up-Ideen 2026

1. KI-gestützte Services und Tools

Künstliche Intelligenz eröffnet neue Geschäftsfelder für B2B und B2C. Start-ups können automatisierte Prozesse, Analysen oder persönliche KI-Assistenten anbieten.
Long-Tail-Keywords: KI Start-up Ideen 2025, KI Tools für Gründer

2. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen

Start-ups, die umweltfreundliche Produkte, Recycling-Services oder nachhaltige Verpackungen entwickeln, treffen auf wachsende Nachfrage.
Long-Tail: nachhaltige Start-up Ideen, grüne Geschäftsideen Deutschland

3. HealthTech und digitale Gesundheitslösungen

Telemedizin, Fitness-Apps und mentale Gesundheit sind stark wachsende Märkte. Gründer können Produkte entwickeln, die Gesundheitsprävention oder Therapiebegleitung digitalisieren.
Long-Tail: HealthTech Start-up 2025, digitale Gesundheitslösungen für Gründer

4. FoodTech und alternative Ernährung

Vegane, regionale oder proteinreiche Lebensmittel bieten Chancen für FoodTech-Start-ups.
Long-Tail: FoodTech Ideen für Gründer, Startup Ernährung 2025

5. EdTech – Bildung neu denken

Digitale Bildung wächst: Online-Kurse, Lernplattformen und KI-gestützte Lernsysteme sind gefragt.
Long-Tail: EdTech Start-up Ideen, digitale Bildung 2025

6. E-Mobilität und nachhaltige Mobilität

Ladeinfrastruktur, Sharing-Modelle und alternative Transportmittel sind Zukunftsmärkte.
Long-Tail: E-Mobilität Start-up Ideen, Mobilitäts-Startups Deutschland

7. Remote Work und digitale Zusammenarbeit

Tools für Kollaboration, virtuelle Events oder Projektmanagement sind stark nachgefragt.
Long-Tail: Remote Work Start-up Ideen, digitale Arbeitsplatzlösungen 2025

8. Smart Home und IoT-Anwendungen

Start-ups können Hausautomation, Sicherheit oder Energieeffizienz anbieten.
Long-Tail: IoT Start-up Ideen, Smart Home Startups Deutschland

9. FinTech und digitale Finanzlösungen

Digitale Finanzprodukte, Banking-Apps oder automatisierte Finanzplanung bieten Chancen.
Long-Tail: FinTech Start-up 2025, digitale Finanzlösungen für Gründer

10. Nischenmärkte mit klarer Zielgruppe

Spezialisierte Märkte, wie Seniorenprodukte oder Hobbybereiche, bieten hohes Wachstumspotenzial.
Long-Tail: Nischen Start-up Ideen, Startups für spezielle Zielgruppen

Erfolgsfaktoren für Gründerinnen und Gründer

  • Marktanalyse & Zielgruppenfokus: Prüfen Sie Bedarf und Wettbewerb
  • Skalierbares Geschäftsmodell: Einnahmen, Kosten & Wachstum planen
  • Team & Umsetzungskraft: Ideen alleine reichen nicht
  • Kontinuierliche Anpassung: Start-ups lernen durch Feedback & Marktbeobachtung

Link-Tipp: Businessplan erstellen: Schritt für Schritt

FAQ – Start-up Ideen 2026

Welche Start-up Ideen sind 2026 besonders zukunftsfähig?
Start-ups in den Bereichen KI, HealthTech, Nachhaltigkeit, FoodTech, EdTech, E-Mobilität, Remote Work, Smart Home, FinTech und Nischenmärkte gelten als besonders chancenreich.

Wie finde ich profitable Geschäftsideen für die Selbstständigkeit?
Analysieren Sie Markttrends, prüfen Sie Wettbewerber, identifizieren Sie Probleme Ihrer Zielgruppe und entwickeln Sie ein skalierbares Geschäftsmodell.

Welche Fehler sollte ich als Gründer vermeiden?
Unklare Zielgruppe, fehlender Businessplan, unzureichende Finanzierung und fehlende Marktvalidierung zählen zu den häufigsten Fehlern.

Wie gründe ich ein Start-up in Deutschland erfolgreich?
Mit einem klaren Konzept, sorgfältiger Planung, Finanzierung, einem guten Team und konsequenter Umsetzung steigen die Chancen auf nachhaltigen Erfolg.

Die besten Start-up-Ideen 2026 entstehen dort, wo Technologie, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Trends zusammentreffen. Wer sich selbstständig machen will, sollte Chancen erkennen, Ideen testen und konsequent umsetzen. Nur wer Markt, Team und Umsetzungskraft kombiniert, wird langfristig erfolgreich sein.

Link-Tipp: Tipps für Gründer: Vom Businessplan bis Marketing

Selbstständig machen 2026: Der Weg von der Idee zum eigenen Business

Mehr Freiheit, mehr Verantwortung, mehr Unsicherheit: Der Schritt zum Selbstständig machen gehört zu den größten beruflichen Entscheidungen. Wer gründet, braucht nicht nur eine gute Idee, sondern auch unternehmerisches Denken, realistische Planung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Worauf es wirklich ankommt

Der Wunsch, sich selbstständig zu machen, ist ungebrochen. Ob aus dem Angestelltenverhältnis heraus, als Neustart nach einer beruflichen Zäsur oder aus dem Wunsch nach mehr Gestaltungsspielraum – die Motive sind vielfältig. Gleichzeitig ist die Gründung eines eigenen Unternehmens kein Selbstläufer. Neben fachlicher Expertise sind Marktverständnis, finanzielle Planung und persönliche Belastbarkeit entscheidende Erfolgsfaktoren. Dieser Beitrag zeigt, worauf es beim Start in die Selbstständigkeit wirklich ankommt – und welche Fragen Gründerinnen und Gründer sich stellen sollten, bevor sie den Schritt wagen.

Denn der Wunsch nach mehr Freiheit, Selbstbestimmung und Sinn im Beruf bringt immer mehr Menschen dazu, über den Schritt in die Selbstständigkeit nachzudenken. Doch zwischen der ersten Idee und einem tragfähigen Unternehmen liegen wichtige Entscheidungen – und einige typische Stolpersteine.

1. Die Geschäftsidee realistisch prüfen

Am Anfang steht nicht nur Begeisterung, sondern vor allem eine Frage: Löst meine Idee ein echtes Problem? Erfolgreiche Gründer:innen analysieren ihren Markt, kennen ihre Zielgruppe und wissen, warum Kund:innen genau ihr Angebot brauchen. Ein einfacher Reality-Check: Würde jemand heute Geld dafür bezahlen?

2. Businessplan: Kein Papiermonster, sondern Werkzeug

Ein moderner Businessplan muss kein 40-seitiges Dokument sein. Wichtig ist, dass er Klarheit schafft:

  • Was biete ich an?
  • Wem biete ich es an?
  • Wie verdiene ich Geld?
  • Welche Kosten entstehen?

Gerade für Gespräche mit Banken, Förderstellen oder Investor:innen ist diese Struktur entscheidend.

3. Rechtliches & Finanzen nicht unterschätzen

Gewerbeanmeldung, Steuern, Versicherungen, Rechtsform – diese Themen wirken trocken, sind aber essenziell. Wer hier früh sauber arbeitet, spart später Zeit, Geld und Nerven. Unterstützung durch Steuerberater:innen oder Gründerberatungen zahlt sich oft schnell aus.

4. Starten, testen, anpassen

Perfektion ist kein Startsignal. Viele erfolgreiche Unternehmen sind mit einer ersten Version ihres Produkts oder Angebots gestartet und haben es anhand von Kundenfeedback weiterentwickelt. Machen schlägt Zögern.

5. Netzwerk aufbauen

Ob Mentoren, andere Gründer:innen oder Branchenkontakte – ein starkes Netzwerk hilft nicht nur fachlich, sondern auch mental. Austausch, Kooperationen und ehrliches Feedback sind gerade in der Anfangsphase Gold wert.

Sich selbstständig zu machen bedeutet Verantwortung – aber auch enorme Chancen. Wer gut vorbereitet ist, realistisch plant und den Mut hat, loszulegen, kann sich Schritt für Schritt ein eigenes, nachhaltiges Business aufbauen.

MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW 2025: Drei innovative Start-ups

Der MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW 2025 zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Gründerinnen und Gründer in Deutschland. In diesem Jahr überzeugten drei Start-ups aus Nordrhein-Westfalen die Jury: Glowkitchen Food aus Münster, Prinoa Dental aus Solingen und Schreinerwehr aus Hürth. Jedes Team erhält 20.000 Euro Preisgeld. Verliehen wurde der Preis in der NRW.BANK in Düsseldorf.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, Schirmfrau des Wettbewerbs, betont die Bedeutung der NRW-Gründungsszene für die wirtschaftliche Zukunft des Landes: „Die Gewinnerteams zeigen, was möglich ist, wenn man mutig ist und gute Ideen in die Tat umsetzt. Gründerinnen und Gründer in NRW machen unseren Alltag digitaler, nachhaltiger und besser.“

Die NRW.BANK fördert seit vielen Jahren Start-ups und begleitet den Transformationsprozess des Landes. Vorständin Johanna Antonie Tjaden-Schulte unterstreicht: „Ob nachhaltige Bauweisen, digitale Zahntechnik oder moderne Ernährungskonzepte – alle drei Unternehmen überzeugen mit Mut, Innovationsgeist und klarer Kundenorientierung.“

Die Preisträger des Gründungspreises NRW 2025 im Überblick:

1. Glowkitchen Food (Münster): Nachhaltige Snack- und Backwaren im Trend

Das Münsteraner Start-up Glowkitchen Food GmbH trifft den Nerv der Zeit: gesunde Ernährung ohne Verzicht auf Genuss. Statt Industriezucker, Palmfett oder Weißmehl setzt das Team auf:

  • echte Frucht
  • hochwertiges Rapsöl
  • Dinkelvollkornmehl
  • rein pflanzliche Zutaten

Ob Bananenbrot oder andere Snacks – Glowkitchen zeigt, wie moderne Ernährungskonzepte in NRW erfolgreich umgesetzt werden können.

2. Prinoa Dental (Solingen): Voll digitalisierte Zahntechnik mit 24-Stunden-Versand

Die Prinoa Dental GmbH revolutioniert die Zahntechnikbranche. Über ein digitales Online-Portal können Dentallabore rund um die Uhr Bestellungen aufgeben. Das Unternehmen fertigt:

  • Kronen
  • Brücken
  • Schienen

komplett digital mit innovativen Materialien. Highlight: Der Versand erfolgt innerhalb von 24 Stunden – ein echter USP.

3. Schreinerwehr (Hürth): Nachhaltige Fassadendämmung mit Holz, Bambus und Naturfasern

Die Schreinerwehr GmbH verbindet klimafreundliches Bauen mit handwerklicher Präzision. Das Start-up setzt auf ökologische Materialien wie:

  • Holz
  • Bambus
  • Holzfasern

Geeignet für Neubauten und energetische Sanierungen, liefert Schreinerwehr alles aus einer Hand – von der Beratung bis zur fertigen Dämmung.

SEO-Keywords: nachhaltiges Bauen NRW, ökologische Dämmung, Klima-Start-ups.

Warum der Gründungspreis NRW so wichtig ist

Mit insgesamt 60.000 Euro Preisgeld zählt der Wettbewerb zu den höchstdotierten Gründerpreisen Deutschlands. Er rückt erfolgreiche und nachhaltige Geschäftsmodelle in den Fokus und stärkt den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Christine K. Volkmann besteht aus Expertinnen und Experten der Gründungs- und Wirtschaftsszene sowie Vertreterinnen und Vertretern des Wirtschaftsministeriums und der NRW.BANK.

DER GRÜNDUNGSPREIS NRW 2025 zeigt, wie stark, vielfältig und zukunftsorientiert

Der MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW 2025 zeigt, wie stark, vielfältig und zukunftsorientiert die Gründungsszene in NRW ist. Wer gründet, gestaltet aktiv die Zukunft – und stärkt Nordrhein-Westfalen als attraktiven Wirtschaftsstandort.

Deutschlands Gründerzeit 2.0

GründerMagazin-Analyse: Warum die kaum bekannte Agentur SPRIN-D die Zukunft des Landes radikal neu denkt – und was das für Gründer bedeutet?

„Wir müssen wieder lernen, groß zu denken – und zu riskieren, grandios zu scheitern.“ So spricht ein Mann, den man kennen sollte, unter Menschen, die sich beruflich mit Innovation beschäftigen. Denn Rafael Laguna de la Vera ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Stimmen, wenn es um Deutschlands Zukunftsfähigkeit geht. Deshalb spricht er von nichts Geringerem als einer „Gründerzeit 2.0“.

Die Analyse: Er ist Direktor der Bundesagentur SPRIN-D, offiziell: Agentur für Sprunginnovationen der Bundesrepublik Deutschland. Sitz: Leipzig. Bekanntheitsgrad: viel zu niedrig. Relevanz: enorm. Während Ministerien über Strategiepapiere brüten und Konzerne ihre Effizienz trimmen, versucht Laguna de la Vera etwas, das in Deutschland fast schon revolutionär wirkt: echte, radikale Innovation ermöglichen. Technologie, die nicht nur verbessert, was es schon gibt – sondern etwas völlig Neues schafft. So, wie damals in der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts.

Die Idee: mehr Wahnsinn – und weniger Verwaltung

Laguna de la Vera ist einer, der Klartext spricht. Seine Botschaft: Deutschland hat sich zu bequem eingerichtet. Wir optimieren, statt zu erneuern. Wir verwalten, statt zu gestalten. Wir fördern Kleinkram, aber nicht die großen Visionen.

SPRIN-D soll das ändern. Die Agentur ist inspiriert vom US-Vorbild DARPA – jener Organisation, aus der das Internet, GPS, moderne Halbleitertechnologie und vieles mehr hervorgingen. DARPA finanziert Dinge, die so riskant sind, dass keine Firma und kein klassisches Förderprogramm sie anfassen würde. Mit der gleichen Logik will SPRIN-D arbeiten – nur eben made in Germany.

SPRIN-D sitzt nicht in Berlin, nicht in München, nicht in irgendeinem Berliner Industrie-Loft mit Designmobiliar. Sondern in Leipzig. In einem sanierten Backsteinbau. Bewusst abseits des Berliner Politbetriebs. Das ist kein Zufall. Denn laut Laguna de la Vera braucht Innovation Entkopplung: von Lobbydruck, von Tagespolitik, von Verwaltungslogik. Leipzig bietet Raum – mental und geografisch – für genau das.

SPRIN-D finanziert keine klassischen Start-ups. Keine Apps. Keine kopierten Geschäftsmodelle aus den USA. Sondern Sprunginnovationen – also Technologien, die: neue Märkte schaffen, alte Strukturen ersetzen, global relevant sind und potenziell extrem riskant sind. Das können sein:

  • neuartige Energiespeicher
  • medizinische Verfahren, die Krankheiten grundlegend anders behandeln
  • KI-Systeme, die Maschinen zu autonomen Problemlösern machen
  • Technologien, die Ressourcen anders denken
  • Radikale Ansätze für Mobilität

Kurz: Dinge, die so ambitioniert sind, dass man nicht weiß, ob sie funktionieren – aber wenn sie funktionieren, verändern sie alles. SPRIN-D arbeitet deshalb mit „Challenges“ und „X-Prizes“ – die besten Köpfe, Forscher, Entrepreneure konkurrieren um Lösungen. Für GründerMagazin-Leser heißt das: Hier entstehen die Märkte der Zukunft. Und SPRIN-D öffnet die Tür zu ihnen.

Neue Gründerzeit für Deep Tech

Laguna de la Veras Kernthese ist alarmierend klar: Deutschland droht, den Anschluss an die nächste Welle technologischer Revolution zu verlieren. Während die USA, China, UK und Südkorea Milliarden in Deep Tech, KI und Quantenforschung investieren, verliert Deutschland Zeit – in Debatten, Büros, Gremien.

Die Folge? Weniger Patente, weniger technologische Eigenständigkeit, weniger Wachstum und Weniger internationale Wettbewerbsfähigkeit. Mit anderen Worten: Ohne Sprunginnovationen kein nachhaltiger Wohlstand. Die historische Gründerzeit des 19. Jahrhunderts brachte Deutschland die Chemieindustrie, die Elektrotechnik, die Automobilindustrie und natürlich den den Maschinenbau.

Sie war der Motor der Industrialisierung. Laguna de la Vera fordert eine neue Ära – aber mit Deep Tech als Herzschlag:

  • KI
  • Quantencomputing
  • neue Materialien
  • radikale Energie- und Klimatechnologien
  • Biotechnologie
  • autonomes Systems Engineering

Deutschland muss wieder das Land werden, in dem man nicht fragt: „Darf man das?“
Sondern: „Wie bauen wir es?“

Wollen wir eine Gründerzeit 2.0?

Weil Deutschland historisch immer dann stark war, wenn es neue Technologien früh verstanden und gestaltet hat. Und immer dann schwach, wenn es sich zu sehr auf Bestehendes verlassen hat. Heute stehen wir wieder an so einem Wendepunkt. Die Frage ist nicht: Können wir eine Gründerzeit 2.0 schaffen? Die Frage ist: Wollen wir sie überhaupt?

SPRIN-D, DARPA-inspiriert, exzentrisch, mutig, unbequem – ist einer der wenigen Orte im Land, an dem diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantwortet wird. Und vielleicht ist es genau diese Art von Ja, die Deutschland jetzt braucht.

Was Gründer jetzt tun sollten

Die Gründerzeit 2.0 ist kein staatliches Projekt – sie lebt von denen, die heute gründen.

Drei Impulse aus Laguna de la Veras Denken:

1. Problembasiert gründen, nicht produktbasiert

Die nächste große Welle kommt nicht von Apps, Plattformen oder Convenience-Lösungen.
Sie kommt aus Physik, Materialwissenschaft, KI-Kerntechnologie, Biotech.

2. Radikal denken – und radikal validieren

„Moonshots“ funktionieren nicht, wenn sie zu PowerPoint verkommen.
Man muss sie bauen. Testen. Wieder bauen.

3. Finanzierung diversifizieren

SPRIN-D kann ein Türöffner sein – aber auch internationale Fonds, Stiftungen, Unternehmen.
Deep Tech ist internationaler Wettbewerb. Wer groß denkt, braucht globale Ressourcen.

Schnelles Geld im Start-up-Valley Berlin

Das Start-up-Valley Berlin bietet einen großen Fundus an interessanten Gründungen. Faircado ist ein beeindruckendes Förderbeispiel eines erfolgreichen Start-ups , das mit einem KI-basierten Tool fürs Second-Hand-Shoppingrund drei Millionen Euro an Pre-Seed-Finanzierung locker machte. Das GründerMagazin-Special beleuchtet exklusiv die Berliner Förder- Finanz- und Venture-Capital-Szene.

In Berlin, Europas Hauptstadt für kreative Gründungen, stellte ein junges Start-up die Art, wie wir shoppen, auf den Kopf gestellt: Faircado. Die Idee von den Gründern Ali Nezamolmaleki und Evoléna de Wilde d’Estmael klingt simpel – und ist doch revolutionär. Das Unternehmen hat ein KI-basiertes Browser-Plugin entwickelt, das beim Online-Shopping automatisch nachhaltige Second-Hand-Alternativen anzeigt. Wer also ein neues Smartphone, Buch oder Kleidungsstück kaufen möchte, bekommt direkt Vorschläge aus geprüften Second-Hand-Plattformen eingeblendet.

Die Idee für das Secondhand-Plugin hatten das Berliner Gründer-Duo im Jahr 2022. Die Gründer setzen damit auf einen klaren Trend: Nachhaltigkeit trifft digitale Bequemlichkeit. Und der Erfolg gibt ihnen recht. Erst 2024 konnte Faircado nach der Gründungsdförderung eine Pre-Seed-Finanzierung von rund drei Millionen Euro einsammeln – ein wichtiger Schritt, um die Technologie weiter auszubauen und international durchzustarten. Auch das Fin-Tech Forget Finance sammelte jetzt 3,5 Millionen Euro von mehreren Venture-Capital-Fonds aus der Finanz- und Tech-Szene ein (siehe Kasten).

Zwischen Keffeeküche und Pitch-Events

Berlin ist für seine lebendige Start-up-Szene bekannt. Zwischen Co-Working-Spaces, Pitch-Events und Kaffeeküchen entstehen hier Ideen, die internationale Märkte verändern. „Wir wollen den Second-Hand-Markt so einfach und attraktiv machen wie das Kaufen von Neuware“, erklärt Mitgründerin und CEO Evoléna de Wilde d’Estmael: „Dafür braucht es mehr als gute Absichten – es braucht Technologie.“

Faircado bündelt Angebote aus verschiedenen Second-Hand-Plattformen und Online-Shops. Die eigens entwickelte KI sortiert, filtert und empfiehlt Produkte, sodass Nutzer:innen schnell genau das finden, was sie suchen – sei es ein gebrauchtes Smartphone, ein Designerstück oder Möbel.

Besonders spannend: Berlin selbst bot dafür den perfekten Nährboden. Förderprogramme von der IBB Investitionsbank Berlin bis zur KfW und das dichte Netzwerk aus Impact-Investoren, Acceleratoren und Start-up-Hubs halfen dem jungen Team, von der ersten Idee zu einem skalierbaren Geschäftsmodell zu gelangen.

Ein GründungsBONUS in Berlin

So bietet beispielsweise die Investitionsbank Berlin (IBB) für Gründerinnen und Gründer in Berlin verschiedene Förderungen an, darunter zinsgünstige Darlehen und Bürgschaften über die Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg (BBB) sowie Zuschüsse, Wettbewerbe und Beratungsleistungen über ihre Tochtergesellschaft IBB Business Team GmbH. Wichtige Programme sind der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW), der GründungsBONUS und der Coaching BONUS. Dabei ist der GründungsBONUS ist eines der beliebtesten Förderprogramme für Start-ups in Berlin.

GründerMagazin hat exklusiv recherchiert, wie die Berliner Förderung funktioniert:

Wer kann gefördert werden?

  • Start-ups mit Firmensitz in Berlin
  • Jungunternehmen (in der Regel nicht älter als 12 Monate)
  • Innovative Geschäftsidee (z. B. digitale Technologien, nachhaltige Produkte, neue Geschäftsmodelle)
  • Gründer:innen müssen hauptberuflich tätig sein

Förderhöhe

  • bis zu 50.000 € Zuschuss (keine Rückzahlung nötig)
  • Förderquote: bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben
  • GründungsBONUS Plus: für besonders innovative Projekte oder soziale/ökologische Wirkung – hier sind höhere Summen möglich

förderfähige Kosten

  • Personalkosten (eigene Gehälter, Mitarbeiter:innen)
  • Sachkosten (z. B. Miete, Hardware, Software, Marketing, Prototypenbau)
  • Beratungskosten (Coaching, Rechtsberatung, Marketing, Patente usw.)

Der perfekte Nährboden für Gründer

Viele Berliner Start-ups liessen sich entweder über direkte regionale Zuschüsse, Hilfsprogramme wie GründungsBONUS oder EXIST, EFRE-Förderung oder mFUND-Anschub unterstützen. Diese Förderungen ermöglichten:

  • Entwicklung ihrer Produkte bis zur Marktreife
  • Professionalisierung (Marktzugang, Branding, Infrastruktur, Coaching)
  • Folgefinanzierungen (z. B. Seed-Runden, große öffentliche Investitionen)

Heute gilt Faircado als Finanzierungs-Paradebeispiel, wie Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Ein Berliner Start-up, das dank Finanzierung und Förderung nicht nur wachsen will, sondern auch die Konsumkultur in Richtung Kreislaufwirtschaft verändert. (Start-up-Valley Berlin Special im GründerMagazin 06.25)

Existenzgründer blicken positiver auf 2025

„Unabhängigkeit ist ein starkes Gründungsmotiv“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. „Verantwortlich für seine eigenen Geschicke zu sein, trägt zur Selbsterfüllung bei .“ Menschen, die erst vor kurzem ein Unternehmen gegründet haben oder ihre Selbstständigkeit derzeit planen, blicken deutlich optimistischer auf die eigene Zukunft als die deutsche Bevölkerung insgesamt. In einer Blitzumfrage unter Nutzerinnen und Nutzern der Gründerplattform stimmten 67 Prozent der Teilnehmenden der Aussage zu, dass 2025 für sie selbst und ihre Familie besser wird als 2024. In der Gesamtbevölkerung sagten das nur 56 Prozent. Zudem bejahten lediglich 38 Prozent der jungen und werdenden Selbstständigen die Aussage, dass 2024 ein schlechtes Jahr für sie und ihre Familie war. In der Gesamtbevölkerung waren das mit 47 Prozent deutlich mehr. Als Vergleich zu der Befragung auf der Gründerplattform wurden für die Gesamtbevölkerung Fragestellungen aus dem Ipsos Predictions Report 2025 herangezogen.

Gründungsstandort Deutschland Note 4.0

Obwohl die Gründerinnen und Gründer ihre persönliche Situation eher positiv einschätzten, bewerteten sie den Gründungsstandort Deutschland eher negativ. Im Durchschnitt verteilten sie in der Umfrage die Note 4.0 – das war die schlechteste Note der vergangenen zehn Jahre. Befragt danach, welche Verbesserungsmaßnahmen sie sich wünschen, nannten 45 Prozent Bürokratieabbau – etwa eine Vereinfachung von Steuergesetzen und ein schnelleres Bearbeiten von Anträgen. Ein Viertel der Befragten wünscht sich Maßnahmen, die zu finanziellen Entlastungen führen, wie einen niedrigeren Steuersatz für Gründende und eine Senkung der Mindestbeiträge zur Krankenversicherung. Info Fokus Volkswirtschaft | KfW

Zepta sichert sich Millionen-Investment

Zepta, ein Startup für digitale Schädlingsbekämpfung mit Niederlassungen in Sachsen und Thüringen, hat seine erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und sich einen siebenstelligen Betrag gesichert. Investoren sind der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, GIMIC Ventures, die bm-t aus Thüringen und der Chemovator, das Inkubator-Programm von BASF. Mit dem frischen Kapital will Zepta sein Wachstum beschleunigen, Kunden gewinnen und Branchenführer in der digitalen Schädlingsbekämpfung werden.

„Das Interesse an Schädlingsbekämpfung hat mich schon früh gepackt, da mein Vater in der selben Branche war. Jetzt sind wir mit einem Produkt an den Markt gegangen, das Ratten nur bei wirklichem Befall bekämpft und Wirkstoffe nicht präventiv nutzt. Das ist supereffizient und somit gut für Mensch und Tier – nur eben nicht für Ratten und andere unerwünschte Nager, “ so Lukas Deuscher, Mitgründer und CSO. Der Klimawandel und die daraus resultierenden steigenden Temperaturen lassen die Population von Ratten und anderen Schädlingen exponentiell ansteigen – sie verbreiten auch heute noch Krankheiten, zerstören Infrastruktur und gefährden Ernten in der Landwirtschaft. Gleichzeitig werden toxikologische Köder immer strenger reguliert. Unternehmen brauchen dringend umweltfreundliche Alternativen – und genau hier setzt Zepta an. Der Markt steht vor einer massiven Transformation und wird in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen. Experten schätzen, dass der weltweite Umsatz bis 2028 auf rund 30 Milliarden Euro anwachsen wird.

Zepta bietet eine IoT-basierte, datengetriebene Lösung, die traditionelle und umweltschädliche Methoden ersetzt. Anstatt Köder regelmäßig manuell zu überprüfen, ermöglicht Zepta eine 24/7-Überwachung in Echtzeit. Durch das smarte Monitoring-System werden die wirkstoffhaltigen Köder nur bei Bedarf eingesetzt. Auch bereits vorhandene Fallen lassen sich mit der Lösung nachrüsten. Das reduziert die Zahl unnötiger Einsätze um bis zu 90 Prozent, spart Unternehmen hohe Kosten und minimiert den ökologischen Fußabdruck der Branche. Zepta unterstützt Unternehmen mit verschiedenen B2B-Kooperationsmöglichkeiten, je nach Größe des Betriebs und Anzahl der benötigten Sensoren.

Über Zepta Technologies:

Zepta Technologies ist ein Startup mit Sitz in Dresden und einer Niederlassung in Thüringen, das 2024 von Martin Cirillo-Schmidt, Lukas Deuscher und Nick Leiding gegründet wurde. Es ist spezialisiert auf digitale Lösungen und Nachhaltigkeit in der Schädlingsbekämpfung. Durch Echtzeitüberwachung reduziert Zepta manuelle Prozesse, minimiert Umweltbelastungen und macht den Markt effizienter. Das Unternehmen beschäftigt aktuell acht Mitarbeiter. Investoren sind der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, GIMIC Ventures, bm-t und Chemovator, das Inkubator-Programm von BASF. https://www.zepta.io/

KfW-Gründungsmonitor 2024

Der Gründungstätigkeit fehlen die makroökonomischen Impulse –Selbstständige werden als Multiplikatoren wichtiger. Zahl der Existenzgründungen legt leicht auf 568.000 zu.

Nach dem deutlichen Rücksetzer im Vorjahr (- 9 %) ist die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland 2023 wieder angestiegen, allerdings nur leicht um 3 %: 568.000 Menschen gingen im vergangenen Jahr den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor von KfW Research zeigt. Die Entwicklungen bei Voll- und Nebenerwerbsgründungen verliefen unterschiedlich. Während im Vollerwerb die Zahl der Gründungen erneut zurückging auf 205.000 (- 8 %), legte sie bei Nebenerwerbsgründungen auf 363.000 zu (+ 11 %).

Die Planungsquote, also der Anteil derer an der Bevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren, die eine Gründung aktiv planen, ist von 4,5 % im Jahr 2022 auf zuletzt 3,6 % eingeknickt. Der gesamte Gründungsprozess von Idee bis Umsetzung dauert im Durchschnitt mehrere Monate, und es wird zudem nur ein Bruchteil der Gründungsplanungen realisiert. Die Quote der Gründungsplanungen, bei denen die Umsetzung in den nächsten zwölf Monaten wahrscheinlich ist, beträgt nur noch 2,2 % (Vorjahr: 2,5 %).

„Gesamtwirtschaftlich gab es 2023 kaum Impulse für Existenzgründungen. Sowohl Konjunktur als auch Arbeitsmarkt stagnierten und haben die Gründungstätigkeit weder besonders befördert noch belastet. Unterm Strich ergibt sich ein kleines Plus bei der Zahl der Gründungen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Weiter: „Für das laufende Jahr ist vom makroökonomischen Umfeld weiter wenig Rückenwind zu erwarten. Zusammen mit einer deutlich gesunkenen Zahl an Gründungsplanungen im vergangenen Jahr dürfte dies leider wieder für einen Rückgang der Gründungstätigkeit 2024 sorgen. Jährlich werden etwa doppelt so viele Gründungspläne abgebrochen, wie Gründungen realisiert werden. Wenn wir es schaffen, diese Abbruchquote zu reduzieren, wäre schon viel für die Gründungstätigkeit getan. Ein Schlüssel dafür ist Finanzwissen, mit dem viele Gründungshemmnisse seltener werden.“

Unabhängig von ihrer Präferenz für oder gegen eine Selbstständigkeit können es sich viele Menschen grundsätzlich nicht vorstellen zu gründen. Das liegt vor allem am Dreiklang Sicherheitsbedürfnisse, Bürokratie und Kapitalmangel. So sind die Top-5-Vorbehalte gegen eine Selbstständigkeit Bedenken wegen zu großer finanzieller Risiken (73 %), zu großer bürokratischer Hürden (69 %), zu geringer Einkommenssicherheit (64 %), zu geringer sozialer Sicherheit (62 %) und Finanzierungsproblemen (60 %). Diese Bedenken gilt es zu adressieren, wenn die Selbstständigkeit für mehr Menschen eine echte Erwerbsalternative sein soll.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors im Überblick:

  • Die meisten Gründungen gibt es wie gehabt mit knapp 70 % im Dienstleistungssektor, gefolgt vom Handel (22 %) und vom Produzierenden Gewerbe (9 %).
  • Digitale und zugleich internetbasierte Gründungen spielen mit etwa einem Fünftel aller Gründungen (22 %) weiter eine große Rolle im Gründungsgeschehen.
  • Sieben von zehn Existenzgründungen kommen nur mit eigenem Finanzmitteleinsatz der Gründerin oder des Gründers zustande. Auf externes Kapital Dritter greifen 21 % zurück. Der Kapitaleinsatz steigt dabei weiter: 38 % der Gründerinnen und Gründer setzen mehr als 10.000 EUR ein (Vorjahr: 31 %). Gründungen, die nur mit Sachmitteln umgesetzt werden, sind mit einem Anteil von nur 10 % so selten wie noch nie.
  • Für die Bestandsfestigkeit von Existenzgründungen leitet sich an den Daten des KfW-Gründungsmonitors die Faustregel ab, dass innerhalb von drei Geschäftsjahren etwa ein Drittel der Gründerinnen und Gründer ihre Existenzgründung wieder beendet haben. Nach 60 Monaten sind noch etwa 60 % der Existenzgründungen aktiv. Die Abbruchgründe sind vielfältig. Der weitaus größte Teil der Gründerinnen und Gründer bricht in den ersten fünf Jahren aus persönlichen Gründen ab, ohne unmittelbaren wirtschaftlichen Zwang. Beispiele hierfür sind familiäre Belastung, Stress, Krankheit, Unzufriedenheit mit dem erzielten Einkommen oder weil sich eine bessere Jobalternative ergab.

Der KfW-Gründungsmonitor ist abrufbar unter www.kfw.de/gruendungsmonitor

Zum Datenhintergrund:

Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative, seit dem Jahr 2000 jährlich von August bis Dezember durchgeführte telefonische Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Er basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Gründerinnen und Gründer werden dabei breit erfasst: ob im Voll- oder Nebenerwerb, ob freiberuflich oder gewerbetreibend, ob Neugründung oder Übernahme. Der KfW-Gründungsmonitor liefert damit ein umfassendes Bild der Gründungstätigkeit in Deutschland.

Gründerpreis NRW 2024: „Starke Idee, starke Leistung.“

Das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium und die NRW.BANK zeichnen in Düsseldorf drei innovative Gründungsteams aus Nordrhein-Westfalen mit „MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW 2024“ aus. Der erste Platz geht an die Ideenschmiede Incoretex GmbH aus Aachen, die über eine Plattform hilft, Produkte intelligenter zu machen. Platz zwei belegt die Greis Beschichtungstechnik GmbH aus Olpe für innovative Oberflächenbeschichtungen. Den dritten Platz sichert sich die SO DONE GmbH aus Rheine für eine KI-basierte Lösung, die Hassmeldungen im Internet aufspürt. Die Preisgelder belaufen sich auf insgesamt 60.000 Euro.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur:„Starke Ideen, starke Leistung – starke Preisträgerinnen und Preisträger! Die Gründerinnen und Gründer treiben die digitale und nachhaltige Transformation voran und bauen damit nicht nur an ihrem eigenen wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch an der Zukunft unseres Landes. Menschen wie sie machen Nordrhein-Westfalen zu einem attraktiven Standort, auch für Investitionen aus dem Ausland. Mit Ihrem Engagement und ihrem Erfolg machen sie vielen anderen Gründerinnen und Gründern Mut, neue Wege einzuschlagen. Respekt!“

Gabriela Pantring, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK: „Die technologischen Innovationen und das unternehmerische Engagement der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind wichtige Bausteine für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Mit MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW unterstützen wir die Strahlkraft ihrer visionären Geschäftsideen über die Landesgrenzen hinaus – damit sie auch viele weitere Gründungsinteressierte dazu inspirieren, an ihre Ideen zu glauben.“

Über den ersten Platz und ein Preisgeld von 30.000 Euro kann sich die Incoretex GmbH aus Aachen freuen. Das 2019 von Dr. Martin Riebe gegründete Unternehmenentwickelt intelligente Produktlösungen, die hochauflösende Sensorik, Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) nahtlos miteinander verbindet. Mit einer innovativen Plattform verwandelt Incoretex Produkte wie Trainingsgeräte und Matratzen in intelligente, interaktive Systeme, die flexibel auf die Anforderungen der Kundinnen und Kunden reagieren. Die Technologie wird bereits in verschiedenen Branchen eingesetzt – vom Echtzeit-Monitoring in der Mobilitätsindustrie bis zu automatisierten Vermessungen im Schuheinzelhandel. Dank intelligenter Technik werden Füße hochpräzise und digital vermessen, Matratzen passen sich dank Sensoren an die Anatomie an und Fitnessgeräte analysieren Trainingsaktivitäten präzise.

Platz zwei und ein Preisgeld von 20.000 Euro sichert sich die Greis Beschichtungstechnik GmbH aus Olpe, die mit umweltfreundlichen Beschichtungsverfahren überzeugte. Unter der Leitung von Nicolas Greis hat sich das Unternehmen in kürzester Zeit zu einem Vorreiter in der Oberflächenbeschichtung entwickelt, der innovative Lösungen für Korrosions- und Brandschutz und andere anspruchsvolle Beschichtungsverfahren liefert. Durch ein hochmodernes Teleskop-Trocknungssystem werden die Durchlaufzeiten der Beschichtungsprozesse um bis zu 50 Prozent verkürzt, was die Umweltbelastung deutlich reduziert. Zudem arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an der Verbesserung der ökologischen Standards durch den Einsatz lösemittelarmer und umweltfreundlicher Materialien.

Platz drei geht an die SO DONE GmbH aus Rheine. Das Gründungsteam um Franziska Brandmann, Marcel Schliebs und Alexander Brockmeier hat eine KI-basierte Software entwickelt, die Menschen vor Anfeindungen und Drohungen im Netz schützen soll. Das Tool erkennt strafrechtlich relevante Kommentare und unterstützt Betroffene dabei, diese zu löschen und rechtliche Schritte einzuleiten. Das Angebot ist für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos. Mit diesem innovativen Ansatz verteidigt SO DONE die Rechte der Betroffenen und stärkt die Meinungsfreiheit und die Demokratie im digitalen Raum. Dafür erhält das Unternehmen ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Über den Wettbewerb

MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW zählt mit 60.000 Euro Preisgeld zu den bundesweit höchstdotierten Wettbewerben seiner Art. Im Jahr 2023 gingen die Auszeichnungen für die ersten drei Plätze an die cleansort GmbH aus Rösrath, die Düsseldorfer LEROMA GmbH und Kikis Kitchen GmbH aus Bochum. Die Jury von MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Christine K. Volkmann besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der NRW.BANK sowie Existenzgründungs- und Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus Nordrhein-Westfalen. Weitere Informationen zu MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW, Steckbriefe und Fotos der zehn Nominierten sowie die Aufzeichnung der Preisverleihung finden Sie unter www.gründungspreis.nrw.

„Gründerpreis unterstreicht Bedeutung von Innovation und Wissenschaft“

Im Rahmen der diesjährigen Verleihung des Deutschen Gründerpreises 2021 führten die Mitgründer von BioNTech, Professor Dr. Uğur Şahin und Dr. Özlem Türeci, per Video-Zuschaltung ins ZDF-Hauptstadtstudio zur Preisannahme ein kurzes Interview. Zum ersten Mal in der 20-jährigen Geschichte des Deutschen Gründerpreises wurden in den beiden Kategorien „StartUp“ und „Aufsteiger“ Frauen ausgezeichnet.

Maria Birlem (39) und ihre Mitgründer Christian Bruderrek (43), Philipp Schulien (30) und Wirtschaftsingenieur Mark Kugel (30) ermöglichen Laborversuche in Mikro-Gravitation einfacher, schneller und kostengünstiger. Anna Yona (43) und ihr Ehemann Ran (44) haben mit Wildling Shoes ein erfolgreiches Unternehmen gegründet, das mit seinen Minimalschuhen Fans in aller Welt hat. Die Auszeichnung der Partner stern, Sparkassen, ZDF und Porsche wurde am14.09.2021 im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin verliehen.

Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland. Ziel ist es, erfolgreiche Gründerinnen und Gründer und ihre Unternehmen sichtbar und durch vielfältige Unterstützung noch erfolgreicher zu machen. Damit sollen der Unternehmergeist und die Innovationskraft in Deutschland gestärkt werden. Eine Frauenquote beispielsweise gibt es nicht. Dass in diesem Jahr zwei Mal Gründerinnen den Pokal entgegennehmen durften, war demnach auffällig, aber auch ein Hinweis auf Veränderungen in einer immer noch männerdominierten Gründungslandschaft.

„Dass ich den Deutschen Gründerpreis entgegennehmen durfte, ist etwas sehr Besonderes. Aber es ist auch zeitgemäß“, sagt Anna Yona, die Wildling Shoes mit ihrem Mann Ran von sechs Jahren ins Leben gerufen hat. Die beiden haben mit ihrem Unternehmen in Engelskirchen bei Gummersbach ihren innovativen Ansatz, Füßen möglichst viel Freiheit zu lassen, kompromisslos und erfolgreich umgesetzt.

Anna Yona hofft, dass die Auszeichnung für Wildling Shoes dazu beiträgt, „dass wir mehr weibliche Vorbilder schaffen, gerade in der Gründungsszene.“ Es gäbe noch immer zu wenige weibliche Gründungen. „Ich glaube, dass es enorm hilft, Menschen zu sehen, die diesen Weg schon einmal gegangen sind.“ Eine Gründung wie die von Wildling Shoes würde so als Orientierung sichtbar und Mut machen: „Deshalb war das ein sehr wichtiges Zeichen. Und deshalb hat uns das auch für alle Gründerinnen in spe sehr gefreut.“

Maria Birlem stellt Unterschiede im Umgang mit ihren männlichen Mitgründern unter anderem dann fest, „wenn es um Familie und Kinder geht. Bei Männern staunt keiner, wenn einer drei Kinder hat. Ansonsten ist das Geschlechterthema gerade unter jungen Menschen und in unserer Branche keines mehr.“ Das Kernprodukt der 2019 gegründeten yuri GmbH sind Mini-Labore, die etwa im Auftrag von Pharmaunternehmen und universitären Forschungseinrichtungen ins All geschickt werden.

Elf Mal schon absolvierte das Team aus Meckenbeuren erfolgreiche Missionen auf die Internationale Raumstation für ihre Kunden aus aller Welt. „Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik ist sehr männerlastig“, schildert Maria Birlem. „Auch die Professoren sind fast alle Männer und nicht alle legen ganz großen Wert auf Gleichberechtigung. Ich musste mich zwar nie wirklich verteidigen, habe aber früh gelernt, mit subtilen Äußerungen und Verhaltensweisen umzugehen. Umso wichtiger ist die Verleihung des Deutschen Gründerpreises an yuri – unter anderem als Zeichen an die Frauen und Mädchen da draußen, auch in die Naturwissenschaften und Technik zu gehen und dann eben auch zu gründen, wenn man eine tolle Idee hat.“

Das Auswahlverfahren des Deutschen Gründerpreises ist „geschlechtsneutral“, die 20-köpfige Jury fast paritätisch besetzt. Ein Leitmotiv, neben der Förderung des Gründungsgedankens, gibt es nicht. Die Initiatoren des Deutschen Gründerpreises – stern, Sparkassen, ZDF und Porsche – betreiben einen großen Aufwand, um sicherzustellen, dass es die „besten“ Gründungen ins Finale schaffen. Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit der jungen Unternehmen spielt etwa eine ebenso große Rolle wie der wirtschaftliche Erfolg von „Aufsteigern“, beziehungsweise die Erfolgsaussichten bei den noch sehr jungen Unternehmen der Kategorie „StartUp“. Schon überhaupt ins Finale zu kommen, zeichnet ob der strengen Auswahlkriterien alle sechs nominierten Unternehmen aus.

BioNTech Hahlweg - Gründerpreis
BioNTech Hahlweg

Die Finalisten in der Kategorie StartUp, ein- bis maximal dreijährige Unternehmen, die ihre Geschäftsidee besonders erfolgreich am Markt etabliert haben, waren 2021:

  • SoSafe GmbH, Köln: Mit ihrer Trainings- und Sensibilisierungsplattform hilft SoSafe Unternehmen, die Belegschaft als „menschliche Firewall“ zu aktivieren, denn neun von zehn Cyber-Angriffen starten mit dem Faktor Mensch. Größtes Einfallstor für Cyber-Attacken sind nach wie vor Phishing-Mails. Die EU-Agentur für Cybersicherheit spricht von einem coronabedingten Phishing-Mail-Anstieg auf das Siebenfache. Solche Mails zu simulieren ist essenzieller Bestandteil der SoSafe-Lösung.

  • Sympatient GmbH, Hamburg: Zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden an Angststörungen. Die Invirto-App von Sympatient könnte mehr als der Hälfte von ihnen helfen. Sie bringt den „Goldstandard der Angsttherapie“, die sogenannte Exposition, aufs Smartphone. Die App kombiniert klassische Therapie mit Virtual Reality und transferiert sie ins Digitale. Das vielversprechende, digitale Medizinprodukt des jungen Unternehmens wird von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

  • yuri GmbH, Meckenbeuren: Laborversuche in Schwerelosigkeit einfacher, schneller und kostengünstiger ermöglichen – auf Parabelflügen oder auf der Internationalen Raumstation ISS: Mit einem ausgeklügelten Baukastensystem aus Mini-Laboren hat yuri die „Demokratisierung der Schwerelosigkeit“ zum Geschäftsmodell erklärt. Versuche sind ab 10.000 Euro möglich, zur ISS gehts ab 95.000 Euro. Elf Mal schon absolvierte das Team erfolgreiche Missionen auf die Internationale Raumstation.

In der Kategorie Aufsteiger werden Unternehmen ausgezeichnet, die nicht älter als neun Jahre sind und bereits ein außerordentliches Wachstum erreicht haben. Nominiert waren in diesem Jahr:

  • Hydrogenious LOHC Technologies GmbH, Erlangen: Grüner Wasserstoff ist in vielen Industrien für die Transformation zur Klimaneutralität essenziell, von der Stahlerzeugung bis zur Glasherstellung. Mit Hilfe der von Hydrogenious entwickelten LOHC-Technologie kann grüner Wasserstoff gefahrlos und effizient gelagert und transportiert werden: Das leicht entzündliche Gas wird an ein Öl gebunden, später wird es wieder freigesetzt. Das Öl selbst wird wiederum für die nächste Ladung benutzt.

  • Nect GmbH, Hamburg: Über 3,5 Millionen Identitäten hat die Nect GmbH mit ihrer „Selfie-Ident“-App bereits verifiziert, täglich kommen bis zu 20.000 weitere dazu. Das innovative Verfahren kombiniert Selfie-Videos mit künstlicher Intelligenz, überprüft die Echtheit des Ausweisdokuments anhand der Sicherheitsmerkmale und die Lebendigkeit des Nutzers anhand der Muskelbewegungen im Gesicht. Der Gang zur Postfiliale oder lange Wartezeiten beim Videogespräch mit einem Agenten entfallen.
  • Wildling Shoes GmbH, Engelskirchen: Ein Großteil der Menschen ist wegen einengender Schuhe fußkrank. Wildling hat seinen innovativen Ansatz, Füßen möglichst viel Freiheit zu lassen, kompromisslos und erfolgreich umgesetzt, dafür Fans in aller Welt gewonnen. Der Schuh wurde völlig neu konstruiert, zu den verwendeten Materialen zählt sogar Papier. Mit einer Dicke ab 1,5 Millimeter ermöglicht die Wildling Sohle, den Untergrund wieder aktiv wahrzunehmen und trainiert zudem die Muskulatur.

Die sechs Finalisten erhalten eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung durch die Porsche Consulting. Zudem übernehmen Mitglieder des Kuratoriums des Deutschen Gründerpreises über einen Zeitraum von zwei Jahren Patenschaften für jeden Finalisten und stellen ihr Know-how und ihre Erfahrungen zur Verfügung. Die Unternehmen erhalten außerdem ein Medientraining beim ZDF sowie Zugang zum Netzwerk des Deutschen Gründerpreises.

Vorgeschlagen wurden die Unternehmen durch die rund 300 Experten des Deutschen Gründerpreises. Sie stammen aus renommierten Unternehmen, Technologiezentren, Ministerien, Gründungsinitiativen und der Sparkassen-Finanzgruppe. Die Experten verfügen über jahrelange Erfahrungen mit Unternehmensgründungen und sehr gute Branchenkenntnisse. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt den Deutschen Gründerpreis.

Ausführliche Unternehmensporträts der Finalisten und weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.deutscher-gruenderpreis.de.

Über den Deutschen Gründerpreis:

Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmer und einer der renommiertesten Wirtschaftspreise in Deutschland. Ziel der Initiative ist es, erfolgreiche Gründer und ihre Unternehmen sichtbar zu machen und durch die vielfältige Unterstützung noch erfolgreicher. Der Preis wird jährlich in den Kategorien Schüler, StartUp, Aufsteiger und Lebenswerk verliehen. Außergewöhnliche Unternehmerleistungen können mit einem Sonderpreis gewürdigt werden. Ausgelobt wird der Deutsche Gründerpreis von den Partnern stern, Sparkassen, ZDF und Porsche, die sich bereits seit 1997 für die Förderung des Unternehmertums und der Gründungskultur engagieren.

Der Deutsche Gründerpreis wird durch ein hochkarätiges Kuratorium unterstützt, das Patenschaften für die Finalisten und Preisträger übernimmt. Förderer des Deutschen Gründerpreises sind die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die Gruner + Jahr GmbH, die Süddeutsche Zeitung und die Versicherungen der Sparkassen. Kooperationspartner ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

KfW: Rückgang bei Existenzgründungen

Corona-Krise führt im Jahr 2020 zu Rückgang bei Existenzgründungen in Deutschland, Chancengründungen steigt auf 80 %.

Die Gründungstätigkeit in Deutschland ist im Corona-Jahr 2020 zurück gegangen, wie eine Vorabauswertung des KfW-Gründungsmonitors zeigt. Mit 537.000 Existenzgründungen haben sich 68.000 weniger Menschen selbstständig gemacht als 2019. Das entspricht einem Minus von gut 11 %. Deutliche Rückgänge gab es sowohl bei den Gründungen im Voll- als auch bei denen im Nebenerwerb. Die Zahl der Vollerwerbsgründungen sank um 12 % auf 201.000 (-27.000), die der Nebenerwerbsgründungen um 11 % auf 336.000 (-41.000).

Game-Changer Corona

Nach dem Anstieg der Gründungstätigkeit 2019 hatte sich für 2020 eigentlich ein weiteres Plus angekündigt: Die Quote der Gründungsplanungen, ein wichtiger Indikator für die Gründungstätigkeit im Folgejahr, hatte deutlich zugenommen. Auch die ursprünglich guten Prognosen für Konjunktur und Arbeitsmarkt ließen eigentlich auf eine stärkere Gründungstätigkeit 2020 hoffen. Der Ausbruch der Pandemie hat diese Hoffnung zunichte gemacht. „Der Ausbruch der Corona-Krise war für viele Existenzgründungen ein Game-Changer. Die Eindämmung der Pandemie verlangt harte, wenig planbare Maßnahmen und erzeugt eine hohe wirtschaftliche Unsicherheit. Viele Gründungsinteressierte haben in diesem Umfeld den Start in die Selbstständigkeit zunächst auf Eis gelegt. Die Gründungsquote ist 2020 auf 104 Gründungen je 10.000 Menschen im Alter von 18–64 Jahren gefallen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Die durch die Corona-Krise schlechtere Arbeitsmarktlage hat entgegen den Erwartungen nicht zu mehr „Notgründungen“ geführt. Im Gegenteil: Gründerinnen und Gründer machten sich häufiger selbstständig, um eine sich bietende Geschäftsgelegenheit wahrzunehmen, wie die Analyse von KfW Research zeigt. Der Anteil dieser „Chancengründungen“ stieg auf 80 % an (2019: 73 %). Zum einen hatten offenbar viele trotz Corona-Krise die Beharrlichkeit, ihre Gründungsidee zu verwirklichen. Zum anderen sind gerade jene Branchen besonders hart von den Anti-Corona-Maßnahmen betroffen, in denen typischerweise viele Notgründungen stattfinden, wie Gastronomie oder Einzelhandel – dies scheint im Corona-Jahr 2020 Notgründungen erschwert zu haben.

Der höhere Anteil an Chancengründungen macht sich auch bei der Gründungsgröße bemerkbar. Der Anteil von Sologründungen mit Beschäftigten hat sich auf 19 % (2019: 15 %) erhöht. Nach wie vor werden Übernahmen und tätige Beteiligungen relativ selten zum Schritt in die Selbstständigkeit genutzt: 8 von 10 Existenzgründungen sind Neugründungen.

Mehr zu KfW

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Von der Beraterin zur Chefin

deGUT-Repräsentantin Cordula Schmude, Geschäftsführerin der Störk GmbH aus Nauen, zeigt, wie eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge aussehen kann. 
Cordula Schmude wuchs mit Eltern auf, die einen eigenen Betrieb führten, das Nachfolgethema stand also schon früh im Raum. Doch so leicht wollte sie es sich nicht machen. Ihr war wichtig, erst einmal herauszufinden, was sie selbst will und sich unabhängig eine Existenz aufzubauen. Nach dem Abitur mit Berufsausbildung zur Walzwerktechnikerin führte ihr Weg sie zunächst zu einer DDR-Spezialschule in Wiesenburg, die Schülerinnen und Schüler für das Lehrerstudium im Fach Russisch vorbereitete. 

Dort arbeitete sie bald in der Verwaltung, Abteilung Finanzen, mit. Anschließend bekam sie den Job als Kämmerin für die Großgemeinde Wiesenburg angeboten. Eine Arbeit, die sie – insbesondere in politisch spannenden Jahren – sehr gern machte. Als ihr Vater erkrankte, gab sie ihre Tätigkeit jedoch auf und arbeitete in der Firma ihrer Eltern mit. Parallel absolvierte sie einen Verwaltungsangestelltenlehrgang. Kurz vor der Verbeamtung fragte sie sich: Will ich das wirklich? Sie entschied sich dagegen und nahm ein BWL-Studium in Potsdam auf. 

Noch als Studentin baute sie in Fläming ihre eigene Firma auf, die Rohstoffe und Produkte für den Garten- und Landschaftsbau vertrieb. Die Handelsgesellschaft Schmude mbH wuchs schnell. Bei einer Gartenbaufachmesse begegnete sie Paul Störk, der in dieser Branche für den Groß- und Einzelhandel produzierte. Es zeigte sich, dass die beiden professionell ein gutes Team bildeten, und so unterstützte sie sein Unternehmen bald per Beratervertrag, half neue Produktionsstätten aufzubauen, insbesondere für die Herstellung von Biofiltermaterialen. 

Als Paul Störk Mitte 2002 ankündigte, das Unternehmen nicht mehr weiterführen zu wollen, entschied sich Cordula Schmude nach reiflicher Überlegung, die Firma, die sie mit viel Engagement mit auf guten Kurs gebracht hatte, zu kaufen. Ein großer Schritt für die gesamte Familie – auch ihre zwei Söhne, kurz vor der Jungendweihe, mussten dafür Wohnort und Schule wechseln. Der Kauf wurde über die Hausbank des Unternehmens finanziert, mit der sie bereits während ihrer Beratertätigkeit vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte. 

Seither hat Cordula Schmude über Fördermittel und Kredite zwölf Millionen Euro in das Unternehmen investiert, das heute einer der größten und modernsten Hersteller von Rindenprodukten, Substraten und Biofiltern in der Region ist. Zu den bundesweiten Kunden zählen u.a. große Handelsketten wie Bauhaus oder Rewe, die hergestellten Biofiltermaterialien kommen weltweit zum Einsatz. Inzwischen beschäftigt die Störk GmbH 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter auch mehrere Auszubildende.

Nachhaltigkeit gehörte schon immer zur Firmenphilosophie, die Schmude seither konsequent in allen Bereichen weiterentwickelt. Früh hat sie zudem auf Digitalisierung gesetzt, um Arbeitsabläufe stetig zu optimieren. Zugleich kann sie damit auch der nachwachsenden Generation attraktive Arbeitsplätze bieten. Denn wie die meisten Arbeitgeber spürt auch sie den Fachkräftemangel – und die veränderten Ansprüche junger Menschen. Und daher verlangt sie von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur Engagement, sondern hat ihnen auch einiges dafür zu bieten. Sie legt außerdem großen Wert auf die richtige Zusammensetzung ihres Teams und eine Arbeitskultur, in der man Lösungen gemeinsam erarbeitet.

Und so konnte die Störk GmbH in den vergangenen Jahren bereits einige Herausforderungen erfolgreich meistern: Hochwasser, Bankenkrise, Kundenpleiten. Die Corona-Krise erfordert erneut einige Anpassungen im alltäglichen Arbeiten, aber die Firma selbst ist stabil. Was die eigene Nachfolge betrifft, so ist Cordula Schmude überzeugt: Die Übergabe eines Unternehmens benötigt Zeit, wenn man es richtig machen möchte.

Genug Neugründer für die Nachfolgerlücke?

Das Institut für Mittelstandsforschung IfM in Bonn befasste sich in einer Studie intensiv mit dem Thema Unternehmensnachfolge. Das Ergerbnis: Neugründung- und Übernahmeplaner unterscheiden sich vor allem in organisationalen Aspekten der Gründungspläne.

Das IfM konnte vier zentrale Merkmale identifiziert werden, die sich auf die Wahrscheinlichkeit, ein Unternehmen übernehmen statt eines neu gründen zu wollen, auswirken. Diese Faktoren liegen in den Bereichen Humankapital (Branchenerfahrung), soziodemografische Merkmale (Geschlecht) sowie organisationale Aspekte der Gründungspläne (Gründungsidee, Vollerwerbsgründung). Den stärksten positiven Einfluss auf den Plan, ein Unternehmen zu übernehmen, hat das Geschlecht des Gründungswilligen. So steigt die Wahrscheinlichkeit des Gründungsplans „Übernahme“ bei Männern im Vergleich um 5,3 Prozentpunkte. Im Merkmal Geschlecht spiegeln sich also wahrscheinlich stärker sozio-kulturell geprägte und tradierte Unterschiede wider denn biologische oder „natürliche“.

Den stärksten negativen Einfluss auf den Plan, ein Unternehmen zu übernehmen, hat die Existenz einer Gründungsidee. Gründungswillige, die bereits eine Geschäftsidee haben, streben mit einer um 6,2 Prozentpunkte geringeren Wahrscheinlichkeit eine Unternehmensübernahme anstelle einer Neugründung an. Dieser Einfluss ist insofern nicht überraschend, als bei einer Übernahme i.d.R. eine vorhandene Geschäftsidee gekauft wird, während bei einer Neugründung die Geschäftsidee eine notwendige Voraussetzung darstellt.

Unterschiede der Gründungspläne

Gründungswillige, die bei der Erstbefragung angegeben haben, eine Neugründung anzustreben, haben rund zehn Monate später ihre Gründungspläne signifikant häufiger realisiert als Gründungswillige, die ursprünglich eine Unternehmensübernahme planten (40,1 % vs. 24,2 %). Bei den Gründungsinteressierten, die eine Übernahme beabsichtigten, hat die Hälfte den Plan geändert und stattdessen ein Unternehmen gegründet. Der Wechsel der Gründungspläne liegt vermutlich in den unterschiedlichen Bedingungen und Anforderungen einer Übernahme und einer Neugründung begründet. Aus der Nachfolgeforschung vorliegende Befunde legen die Vermutung nahe, dass bei der Realisierung einer Übernahme größere Hürden zu überwinden sind als bei einer Neugründung, so dass sich einige Übernahmewillige vor die Alternativen gestellt sehen, die geplante Selbstständigkeit ganz aufzugeben, auf eine Neugründung auszuweichen oder noch mehr Zeit in die Vorbereitung der Übernahme zu investieren.

KfW-Gründungsmonitor: Gründung zieht erstmals wieder an

  • Zahl der Gründungen legt um 58.000 auf 605.000 zu
  • Jede dritte Gründung ist internetbasiert
  • Berlin in Rangliste der Bundesländer auf Platz 1

Die Gründungstätigkeit in Deutschland konnte 2019 erstmals seit 5 Jahren wieder anziehen, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor 2020 zeigt. Die Zahl der Existenzgründungen ist auf 605.000 gestiegen (+58.000). Auch die Gründungsplanungen wurden 2019 mehr. Doch ob sich diese Planungen tatsächlich 2020 in Gründungen niederschlagen, ist angesichts der Corona-Krise fraglich.

„Der Ausblick für das Gründungsjahr 2020 war positiv, doch die Corona-Pandemie belastet. Ich erwarte, dass Gründungspläne unter dem Eindruck der aktuell existenzbedrohenden Lage vieler Selbstständiger teilweise verschoben werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Jedoch werde die Krise auch einen die Gründungstätigkeit antreibenden Effekt haben. „Aufgrund von krisenbedingt zunehmender Erwerbslosigkeit dürfte die Zahl sogenannter Notgründungen – also Gründungen, die mangels besserer Erwerbsalternativen erfolgen – steigen.“ Welcher Effekt letztlich überwiegen werde, bleibe abzuwarten.

Für die steigende Zahl der Gründungen im Jahr 2019 ist ein deutliches Plus bei Nebenerwerbsgründungen ursächlich. Sie legten um 85.000 auf 377.000 zu. Bei den Vollerwerbsgründungen ging es dagegen weiter abwärts auf einen neuen Tiefpunkt von 228.000 (-27.000). Nach vier Jahren mit einer sinkenden Zahl von Existenzgründungen durch Männer ging es hier 2019 mit 390.000 (+59.000) wieder aufwärts. Die Zahl der Gründerinnen stagnierte dagegen und blieb mit 215.000 (-1.000) auf Vorjahresniveau. Der Anteil von Gründungen durch Frauen an allen Gründungen ging somit auf 36 % zurück (2018: 40 %).

Blickt man tiefer in die Struktur der Gründungstätigkeit, so zeigen sich positive Trends: Innovative Gründungen und Wachstumsgründungen legten geringfügig zu (von 11 % auf 13 % aller Gründungen und von 24 % auf 25 %). Eine deutliche Zunahme gibt es bei internetbasierten und digitalen Gründungen (von 25 % auf 32 % und von 22 % auf 28 %). „Der Trend zu mehr innovativen, digitalen und internetbasierten Gründungen ist positiv, denn sie kreieren neue Märkte, treiben den strukturellen Wandel voran und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib.

KfW-Gründungsmonitor 2020

In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern bleibt Berlin souverän an der Spitze. Dort haben im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 198 Personen eine selbstständige Tätigkeit begonnen. Brandenburg tauscht mit Hamburg den Platz und liegt erstmals an zweiter Stelle (155 Existenzgründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen). Es ist zu vermuten, dass die überdurchschnittliche Gründungstätigkeit in Berlin in dessen Peripherie ausstrahlt, weil Gründerinnen und Gründer ihre Stand- oder Wohnorte beispielsweise kostenbedingt in den „Speckgürtel“ verlagern. Davon profitiert Brandenburg direkt. Hamburg kann mit 122 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige knapp Platz 3 vor Bayern mit 121 Gründungen behaupten.

Der KfW-Gründungsmonitor ist abrufbar unter www.kfw.de/gruendungsmonitor

Zur Datengrundlage:
Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative, seit dem Jahr 2000 jährlich durchgeführte, telefonische Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Er basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Gründer werden dabei breit erfasst: ob im Voll- oder Nebenerwerb, ob Freiberufler oder Gewerbetreibender, ob Neugründung oder Übernahme. Der KfW-Gründungsmonitor liefert damit ein umfassendes Bild der Gründungstätigkeit in Deutschland.

Das Recht der Limited

Die britische Kapitalgesellschaft „Private Company Limited by Shares“, besser bekannt als Limited, war über viele Jahre hinweg eine beliebte Option für Gründer in Deutschland. Mit geringen Gründungskosten, schneller Registrierung und beschränkter Haftung versprach diese Rechtsform viele Vorteile. Doch seit dem Brexit hat sich das rechtliche Umfeld erheblich verändert. Welche Möglichkeiten bestehen noch, und welche Alternativen gibt es für deutsche Unternehmer?

Was ist eine Limited?

Die Limited ist eine Kapitalgesellschaft nach britischem Recht, die vergleichbare Eigenschaften mit einer deutschen GmbH teilt, sich aber durch einige wesentliche Merkmale abhebt:

  1. Niedrige Anforderungen an das Startkapital: Bereits ein britisches Pfund genügt, um eine Limited zu gründen.
  2. Beschränkte Haftung: Gesellschafter haften nur in Höhe ihrer Einlagen, was die persönliche Haftung reduziert.
  3. Einfache und schnelle Gründung: Der Eintrag ins britische Handelsregister erfolgt online und ohne Notartermine.
  4. Internationale Einsetzbarkeit: Die Rechtsform eignet sich besonders für Unternehmen mit grenzüberschreitendem Fokus.

Vor dem Brexit konnten deutsche Gründer diese Vorteile dank der EU-weiten Niederlassungsfreiheit auch in Deutschland voll nutzen.

Veränderungen durch den Brexit

Mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union haben sich die Rahmenbedingungen für britische Gesellschaften erheblich geändert.

1. Anerkennung eingeschränkt

Die Niederlassungsfreiheit, die Unternehmen erlaubte, britische Gesellschaften problemlos in Deutschland zu betreiben, ist entfallen. Für Limiteds bedeutet dies, dass sie nicht mehr automatisch als Kapitalgesellschaften anerkannt werden.

2. Haftungsfragen

In Deutschland ansässige Limiteds riskieren, als Personengesellschaften wie eine GbR oder OHG eingestuft zu werden. Dadurch können Gesellschafter persönlich mit ihrem Vermögen haften.

3. Doppelter Verwaltungsaufwand

Unternehmen, die als Limited agieren, müssen sowohl britische als auch deutsche Vorschriften einhalten. Dazu zählen die Einreichung von Jahresabschlüssen in Großbritannien und zusätzliche Anforderungen in Deutschland.

4. Umwandlungsbedarf

Viele Unternehmer haben ihre Gesellschaftsform geändert, um den rechtlichen Unsicherheiten zu entgehen. Die häufigsten Alternativen sind die Gründung einer GmbH oder UG.

Vorteile der Limited

Auch nach dem Brexit gibt es Szenarien, in denen die britische Gesellschaftsform sinnvoll sein kann:

  • Geringe Gründungskosten: Ideal für Start-ups mit kleinem Budget.
  • Flexibilität bei internationalen Geschäften: Besonders attraktiv für Unternehmen, die auch in Großbritannien oder global tätig sind.
  • Schnelligkeit: Die Registrierung erfolgt digital und spart Zeit im Vergleich zu deutschen Verfahren.

Nachteile und Herausforderungen

Für Unternehmen, die ausschließlich in Deutschland tätig sind, überwiegen jedoch die Nachteile:

  1. Rechtliche Unsicherheiten: Die Haftungsbeschränkung ist ohne Umwandlung nicht garantiert.
  2. Zusätzliche Bürokratie: Unternehmen müssen Anforderungen in zwei Ländern erfüllen, was Kosten und Aufwand erhöht.
  3. Eingeschränkte Reputation: In Deutschland wird die Limited oft als weniger seriös angesehen, was das Vertrauen von Banken und Geschäftspartnern beeinträchtigen kann.

Alternativen zur Limited

Deutsche Unternehmer haben zahlreiche Alternativen, die sicherer und einfacher zu handhaben sind:

1. UG (haftungsbeschränkt): Die Unternehmergesellschaft bietet ähnliche Vorteile wie die Limited, darunter ein geringes Mindestkapital ab einem Euro. Sie ist jedoch speziell auf deutsche Gegebenheiten ausgelegt.

2. GmbH: Die GmbH ist eine etablierte Gesellschaftsform in Deutschland und überzeugt durch ihre Seriosität. Trotz der höheren Kapitalanforderungen (25.000 Euro) bietet sie langfristig mehr Vertrauen und Stabilität.

3. Einzelunternehmen: Für kleinere Vorhaben ohne komplexe Geschäftsstrukturen kann ein Einzelunternehmen eine einfache und kostengünstige Wahl sein.

Umwandlung bestehender Limiteds

Für Unternehmer, die ihre britische Gesellschaft in Deutschland weiterführen möchten, ist die Umwandlung in eine deutsche Rechtsform der sicherste Weg. Der Prozess umfasst:

  1. Beratung durch Experten: Ein Anwalt oder Steuerberater kann den Wechsel reibungslos gestalten.
  2. Gründung einer neuen Gesellschaft: Meist erfolgt die Umwandlung in eine UG oder GmbH.
  3. Übertragung von Vermögen und Verbindlichkeiten: Alle rechtlichen und finanziellen Verpflichtungen der Limited gehen auf die neue Gesellschaft über.
  4. Abwicklung der ursprünglichen Limited: Sobald die Umwandlung abgeschlossen ist, wird die alte Gesellschaft formell liquidiert.

Schlussbetrachtung

Die britische Gesellschaftsform ist für deutsche Gründer nach dem Brexit weniger attraktiv geworden. Für Unternehmen mit lokalem Fokus bieten die UG oder GmbH rechtliche Sicherheit und mehr Vertrauen bei Geschäftspartnern. Internationale Geschäftsmodelle können jedoch weiterhin von der Flexibilität und den geringen Einstiegshürden der Limited profitieren.

Eine umfassende rechtliche Beratung ist in jedem Fall entscheidend, um die beste Entscheidung für Ihre Unternehmensziele zu treffen.

Die richtige Unternehmensform

Ein Überblick:

Die Wahl des Unternehmenstyps folgt verschiedenen Kriterien. Je nach Unternehmensgröße und Kapital kommt ein Einzelunternehmen, eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft in Betracht.

Die Unternehmensform ist abhängig vom Kapital. Für die Gründung einer GmbH, also einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, werden beispielsweise 25.000 € Stammkapital und für eine AG, also eine Aktiengesellschaft, sogar 50.000 € Kapital benötigt.

Ein Einzelunternehmen und Personengesellschaften hingegen braucht kein Startkapital nachweisen.

Zu den Personengesellschaften zählen die Personengesellschaften sowie die Personenhandelsgesellschaften:

  1. GbR – Gesellschaft bürgerlichen Rechts: Personengesellschaft, perfekt für Starter und Kleingewerbetreibende unter einem Jahresumsatz von 22.000 €.
  2. KG – Kommanditgesellschaft: Die KG ist wie die OHG eine Handelsgesellschaft – nur Gründerteams die ein Gewerbe betreiben, können daher eine KG gründen. Im Unterschied zur GbR ist die persönliche Haftung auf den Komplementär beschränkt, der Kommanditist haftet nur mit seiner Kapitaleinlage.
  3. OHG – Offene Handelsgesellschaft: Die OHG ist ebenfalls eine Handelsgesellschaft und muss sich daher ins Handelsregister eintragen lassen.
  4. Partnergesellschaft: Die Partnergesellschaft eignet sich als Zusammenschluss von Freiberuflern.

Die Kapitalgesellschaft

Der Vorteil einer Kapitalgesellschaft liegt darin, dass die Haftung auf das Firmenvermögen beschränkt ist. Kapitalgesellschaften zeichnen sich durch folgende Kriterien aus: Mindestkapitaleinlage für die Gründung erforderlich, Beschränkte Haftung auf das Firmenvermögen, Rechtliche Selbstständigkeit als juristische Person und Vertretung durch den Geschäftsführer / Vorstand.

Als Kapitalgesellschaft gelten folgende Unternehmensformen:

  1. UG – Unternehmergesellschaft: Prinzipiell ist eine UG eine Sonderform der GmbH. Mit dem Unterschied, dass zur Gründung nicht 25.000€, sondern nur 1€ nötig sind.
  2. GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Die GmbH gilt als klassische Kapitalgesellschaft mit einer Mindestkapitaleinlage von 25.000€.
  3. AG – Aktiengesellschaft: Die Aktiengesellschaft ist der geeignete Unternehmenstyp für börsennotierte Unternehmen. Das Mindestkapital beträgt 50.000€.

Top-Makler für den besten Nachfolger

Glaubt man den Aussagen der IHK und der HWK, nimmt die Zahl der Betriebsübergänge mit Nachfolger rapide zu. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft der Gründer, in ein bestehendes Unternehmen einzusteigen und es weiterzuführen. Selbst in Familienbetrieben ist eine geregelte Nachfolge alles andere als sicher und selbstverständlich. Unser Gründermagazin-Experte Emil Hofmann hat ein Paradebeispiel gefunden, bei dem man getrost sagen kann: Alles richtig gemacht.

GM: Herr Lederbauer, Sie haben im Jahr 1998 ein Maklerbüro für Finanzen und Versicherungen gegründet. Rückblickend: War es aus heutiger Sicht die richtige (Lebens-) Entscheidung?

Thomas Lederbauer: Das war die beste berufliche Entscheidung, die ich treffen konnte! Als freier Makler ist man unabhängig und kann seinen Mandanten die bestmöglichen Produkte anbieten. Aber eigentlich verkaufen wir keine Produkte, sondern bieten Lösungen für den Bedarf unserer Mandanten. Das ist ein wunderschönes Arbeiten. Und das Beste daran ist, dass mir auch der Kundenstamm wirklich gehört. Ich kann frei bestimmen, wie ich meine Nachfolge regele.

GM: Wann war einigermaßen klar, dass Ihr Sohn Thomas Martin in den elterlichen Betrieb einsteigen würde?

Thomas Lederbauer: Wenn man weit zurückblickt, hat er mit fünf Jahren schon davon gesprochen, einmal Versicherungsmakler zu werden. Das war damals sehr schmeichelhaft und schön zu hören, aber zu hundert Prozent darauf verlassen wollte ich mich da noch nicht darauf. Je näher aber das Ende seiner Schulzeit kam, desto konkreter wurde auch sein Berufsziel. Und schon bald war klar, dass Thomas eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherung und Finanzen machen möchte, danach evtl. noch studiert und anschließend zu uns in den Betrieb geht.

GM: Fragen wir doch gleich den Sohn. Gab es zu diesem Zeitpunkt nicht auch noch andere Berufswünsche? Es muss ja nicht der Lokführer sein.

Thomas Lederbauer: Ich hatte zum Abschluss des Abiturs ein Praktikum in der Gastronomie absolviert und mich über diverse Berufe informiert. Der einzige Effekt aus diesem Vorgehen war, dass ich mir immer sicherer wurde, es sei die richtige Entscheidung diesen Beruf zu erlernen und in den Betrieb einzusteigen. Um eine reflektierte Entscheidung zu treffen und sich wohlzufühlen lohnt sich immer ein Blick über den Tellerrand, egal ob bei Versicherungsfragen oder im Berufsleben.

GM: Nun sind Sie ja das, was man einen „echten Familienbetrieb“ nennt. Man sitzt jeden Tag zusammen im Büro. Kann man da am Abend abschalten, oder nimmt man die Fälle mit nach Hause?

Isolde Lederbauer: Beides ist der Fall. Da es im Büroalltag oft hektisch ist, macht es manchmal durchaus Sinn, Fälle in einer ruhigen Umgebung, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Abendessen zu besprechen. Ich denke, wir sehen das in der Familie nicht als Belastung, sondern eher als Bereicherung.

GM: Als Mutter waren Sie ja in die Entscheidung Ihres Sohnes eingebunden, in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Gab es da auch Vorbehalte oder Ängste? Sie kennen ja die Belastungen am besten, denen man als Unternehmer Tag für Tag ausgesetzt ist.

Isolde Lederbauer: Als Mutter war mir die schulische Bildung meines Sohnes sehr wichtig, damit ihm bei der Berufswahl alle Türen offenstehen. Er erlebte in seiner Kindheit, dass die Selbstständigkeit viel Arbeit bedeutet, aber auch viel Freude und Entscheidungsfreiheit mit sich bringt. Natürlich möchte ich als Mama, dass es meinem Sohn immer gut geht, und ich bin überzeugt, er hat für sich den richtigen Weg gewählt.

GM: Versicherungen und Finanzen. Zwei eigentlich strohtrockene Themen aus der Sicht eines Außenstehenden. Welche Ausbildung brauchten Sie, um in die Fußstapfen Ihrer Eltern zu treten und später das Büro alleine führen zu können?

Thomas Martin Lederbauer: Ich habe die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK) bei einem großen Münchner Versicherer abgeschlossen und mich als Versicherungs- und Finanzmakler registrieren lassen. Während meiner Tätigkeit bildete ich mich auf Schulungen fort, um meinen fachlichen Horizont zu erweitern und zu festigen. Die Branche hat meiner Meinung nach zu Unrecht einen „trockenen“ Ruf. Egal ob es der stetige Kundenkontakt, der Austausch mit Kollegen, oder die Suche nach dem perfekten Produkt für die Mandanten ist: Jeder Tag ist anders, vielseitig und abwechslungsreich.

GM: Nun ist Ihr Sohn ja neben Ihnen Geschäftsführer. Merken Sie, dass er manchmal andere Vorstellungen hat, manche Dinge anders machen will oder einen anderen Kommunikationsstil pflegt?

Thomas Lederbauer: Jeder von uns ist natürlich sein eigener Typ. Und das ist auch gut so. Aber in grundlegenden Dingen, wie Kundenberatung, Lösungsfindung, weitere Entwicklung des Betriebes usw. sind wir überwiegend einer Meinung und ziehen an einem Strang. Die Firmenphilosophie hat einen „roten Faden“. Wir diskutieren auch, wie schon oben kurz erwähnt, oft abends noch zu dritt zusammen mit meiner Frau Isolde Geschehnisse und Planungen für den Betrieb. Das kann dann auch öfter mal etwas später werden.

GM: Nun sind Sie mit Ihrem Büro in ein bewährtes Netzwerk eingebunden und können sich mit vielen Makler-Kollegen aus dem vfm-Verbund austauschen. Sehen Sie diese Vernetzungen für sich als Modell der Zukunft oder eher als Einschränkung der persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten als junger Unternehmer?

Thomas Martin Lederbauer: Über den Verbund bestehen für mich keinerlei Einschränkungen. Jedes Maklerunternehmen kann frei entscheiden wie und welche Produkte es nutzt. Die Vernetzung ist jedoch ein enormer Vorteil, der im Alltagsgeschäft für uns und unsere Kunden täglich spürbar ist. Egal ob Sonderrabatte, Deckungskonzepte, Verhandlungen mit Versicherern, Unterstützung im IT-Bereich durch ein eigenes Kundenverwaltungssystem oder Weiterbildungsmöglichkeiten, die Liste ist lang und umfangreich.

GM: Die Betriebsnachfolge wurde bei Ihnen sehr frühzeitig eingeläutet. Noch sind Sie ja „mitten drin“ und können die sukzessive Übergabe der Alleinverantwortung an Ihren Sohn steuern. Ist dieser eher lange Prozess von Vorteil?

Thomas Lederbauer: Eine längere überschaubare Zeitspanne ist meiner Ansicht nach optimal. So können wir uns über viele Dinge ständig austauschen, wir unterstützen uns gegenseitig und mein langjährig aufgebauter Erfahrungsschatz steht ihm (hoffentlich) noch lange zur Verfügung. Eine echte Win-win-Situation für jeden von uns.

GM: Gab es Alternativen, die innerhalb Ihrer Familie diskutiert wurden? Wäre auch ein Unternehmensverkauf an einen externen Interessenten irgendwann ein Thema gewesen?

Isolde Lederbauer: Wenn eine familieninterne Unternehmensnachfolge nicht möglich wäre, stünde ein Unternehmensverkauf in einigen Jahren aus Altersgründen sicher zur Debatte. Die jetzige Lösung freut uns natürlich unglaublich und ist wesentlich schöner.

GM: Was macht für Sie den Reiz aus, den eigenen Betrieb in absehbarer Zeit komplett an Ihren Sohn zu übergeben? Gehen Sie dann zum Angeln oder genießen Sie mit Ihrer Frau die Freizeit auf einem Kreuzfahrt-Dampfer?

Thomas Lederbauer: Etwas mehr Zeit für gemeinsame Unternehmungen mit meiner Frau und sportliche Aktivitäten wird auf alle Fälle sein. Aber mein Sohn möchte selbst, dass ich ihm noch längere Zeit im Betrieb wenigstens beratend zur Seite stehe. Ein genauer Stichtag steht noch nicht fest. Wir lassen das auf uns zukommen. Wichtig ist, dass er bald schon auch ohne mich in der Lage ist, die Geschicke der Firma zu leiten. Da sind wir auf einem sehr guten Weg.

GM: Würden Sie einem Gründer vorbehaltlos denselben Schritt empfehlen, also in den elterlichen Betrieb einzusteigen, auch wenn man dann nicht von einem Acht-Stunden-Tag reden kann?

Thomas Martin Lederbauer: Eine vorbehaltlose Empfehlung spreche ich hierfür nicht aus. Der gegenseitige Respekt, die frühe Einbindung in unternehmerische Entscheidungen, das Heranführen an die Übernahme von Verantwortung und der vertraute, lockere Umgang sind nicht in jedem Familienunternehmen selbstverständlich. Diese Punkte sind jedoch der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. Ich will auch erwähnen, dass ein Einstieg in das Unternehmen nie einen Plan B darstellen sollte. Der Schritt muss wohlüberlegt und bewusst getroffen werden. Dann ist er auch von Erfolg gekrönt.

GM: Vielen Dank für das Gespräch.

Info

Die Lederbauer GmbH & Co. KG ist Partner im VFM-Verbund und kümmert sich um die Absicherung im geschäftlichen sowie im privaten Bereich. Der passende Versicherungsschutz, der gerade auch für Gründer immens wichtig ist, muss nicht zwingend teuer sein. Der Makler sichtet die Angebote im „Tarif-Dschungel“ und nimmt dabei grundsätzlich eine neutrale Stellung ein.

www.lederbauer.de

Keiner gewinnt für sich allein!

Wer sich allein oder im Team selbständig macht, hat zu Anfang mit vielen Problemen zu kämpfen, um als Existenzgründer erfolgreich zu sein. Dabei gibt es jedoch sinnvolle Strategie-Tipps, die einem den Start erleichtern. Unser Autor Emil Hofmann zeigt einmal auf, warum sich Kooperationen für Gründer lohnen.

Es gibt sie immer noch. Die Einzelkämpfer und Solisten, die ein Produkt oder eine Dienstleistung an den Kunden bringen wollen und dafür mehr als 30 Prozent ihrer Zeit für die Akquisition aufwenden. Viele sehen das als „notwendiges Übel“ und kennen keine Alternativen. Durchbeißen also oder über sinnvollere Wege in den Markt nachdenken?

Kooperationen sind Marketing-Turbos

Man kann es auch Joint Venture Marketing nennen oder Marketing-Allianzen. In den deutschen Gründerstuben kommen diese Begriffe so gut wie nicht vor. Dabei zeigen die Großen, wie einfach es geht: ALDI und die Deutsche Bahn etwa oder Shell und McDonald‘s. Der ADAC kooperiert mit einem Reifenhersteller oder einer Versicherung, ein Küchenstudio mit der EDEKA. Es beginnt schon beim gegenseitigen Verteilen von Flyern oder dem Verlinken auf den jeweiligen Websites. Aber viele Existenzgründer denken noch immer an „Wettbewerber“ statt an „Verbündete“. Dabei ist die Rechnung extrem einfach: Durch diesen „Cross-Ansatz“ erschließt man sich das Kundenpotenzial des jeweils anderen, kommt also an zusätzliche Kontakte und steigert seinen Bekanntheitsgrad. Es entstehen keine weiteren Kosten, allein das Hirn ist gefragt und der Mut, einfach mal neue Wege zu gehen. Auch für den Kunden entsteht ein Mehrwert, weil er durch den Zusammenschluss zweier Anbieter zusätzliche Produkte oder Dienstleistungen angeboten bekommt, denen er vertraut.

Verbände sind Multiplikatoren

Letztlich bringt auch die Kooperation mit einem Verband eine echte win-win-Situation. Angenommen, ein Gründer hat eine Software für kleine und mittlere Betriebe entwickelt. Nun kann er die über die bekannten sozialen Medien oder analog via Anzeigen und Flyer anbieten. Er kann auch intelligenter vorgehen und den Kontakt zu einem Verband suchen.

Bewährt haben sich dabei Rahmenverträge. Mit denen entsteht sogar eine dreifache „Win-Situation“: Der Verband zeigt sich seinen Mitgliedern als fürsorgliche Institution, die neben einem Verbandsmagazin oder einem Newsletter auch zählbare monetäre Vorteile bietet. Das Mitglied bekommt einen Nachlass von fünf oder zehn Prozent, vielleicht einen VIP-Status beim Service. Und der Gründer? Der erschließt sich mit einem einzigen Kontakt tausende möglicher Kunden und spart sich einen Riesen-Akquisitionsaufwand, der am Ende weit teurer wäre als der minimale Rabatt auf das Angebot.

Medien-Kooperationen sind das Sahnehäubchen

Genau genommen sind auch diese Modelle ein Joint Venture. Der Partner ist eine Tageszeitung oder ein Magazin. Sie bieten als Gründer PC-Einstiegskurse an oder sind als Therapeut unterwegs in der Betrieblichen Gesundheitsförderung? Dann bringt Ihnen die Zeitung mit ihrer zum Teil enormen Reichweite die Kunden fast automatisch. So hatte die Würzburger Main-Post PC-Seminare „exklusiv für die Leser“ ausgeschrieben. Dass die Termine in kürzester Zeit ausgebucht waren, ist ein Zeichen dafür, dass es funktioniert. Wir reden auch hier von einer dreifachen win-win-Situation, denn der Verlag stärkt die Leser-Blatt-Bindung, der PC-Trainer wird allein schon durch die Ankündigungen im Blatt bekannt, bekommt sein Honorar und baut auf den Bekanntheitsgrad der Heimatzeitung. Natürlich klappt das auch, wenn das Medienhaus seine treuen Geschäftskunden einlädt zu einem Gesundheits-Vortrag. Folgegeschäfte sind fast schon zwangsläufig die Folge.

Fazit: Die klassische Kaltakquisition in die Tonne treten

Zugegeben: So ganz ohne geht es nicht immer. Auch die Kontaktanbahnung mit einem Verband, einem klassischen Kooperationspartner oder Zeitungshaus ist schließlich ein akquisitorischer Kraftakt. Nur: Klappt der, multipliziert sich das Ergebnis. Man darf nur einen Kardinalfehler nicht machen.

Der Partner, mit dem man ins Boot steigen will, sollte seinen eigenen Nutzen erkennen. Es macht keinen Sinn, nur die eigenen Vorteile im Blick zu haben. Ein Vorstand eines Verbandes muss stolz mitteilen können, dass es ihm (!) gelungen ist, eine vorteilhafte Kooperation zum Wohle der Mitglieder abzuschließen. Er muss in die Sonne gestellt werden, dann funktioniert das Spiel fast schon mit Garantie.

Info

  • Sie profitieren von den Kontakten und Kundenbeziehungen Ihres Partners.
  • Sie minimieren den eigenen Werbeaufwand mehr als deutlich und senken so Ihre Kosten.
  • Sie erschließen sich neue Märkte auf eine sehr elegante Art und Weise.
  • Sie minimieren Streuverluste und erreichen Ihre Kunden künftig viel zielsicherer.
  • Sie reduzieren Ihren Aufwand für die Akquisition entscheidend und auf Dauer.

Literatur-Empfehlung:

Christian Görtz: „Mehr Umsatz durch Marketing-Kooperationen“, GABAL-Verlag.

Einfach gründen mit Startup-Initiative

Ein Förderprogramm begleitet Jungunternehmer beim Aufbau ihrer Firma. lexoffice hält Startups in Sachen Buchhaltung ein Jahr lang kostenlos den Rücken frei. Mit einer Förderinitiative stellt lexoffice jungen Unternehmern ein kompetentes Team zur Seite, das sie bei der Unternehmensgründung unterstützt.

Ein erfolgreiches Startup beginnt mit einer innovativen Idee. Und dann? Dann beginnt der harte Unternehmeralltag: Aufträge müssen abgewickelt, Rechnungen geschrieben und die Finanzen überblickt werden. Und das häufig von unterwegs. Damit die Buchhaltung den Gründerflow nicht bremst, gibt es lexoffice, die cloudbasierte Buchhaltungssoftware von Lexware, die für Jungunternehmer ein Jahr lang kostenlos ist. Und damit nicht genug: Das lexoffice-Gründerteam rund um den Startup-Manager Florian S. hilft Firmen schon in einem frühen Stadium der Existenzgründung mit kostenlosen Workshops, topaktuellen Blogs und Videos sowie Co-Working-Spaces auf dem Weg zum Erfolg.

Startup des Monats professionell unterwegs

Jedes frisch gegründete Unternehmen kann sich als „Startup des Monats“ bewerben und ein professionelles Servicepaket vom lexoffice-Team erhalten. Wer ausgewählt wird, erhält eine passgenaue Unterstützung vom Startup-Manager Florian S.: „Ich kümmere mich darum, den Firmen unsere bestehende Infrastruktur verfügbar zu machen und begleite sie zu wichtigen Gründer-Events. Das Ziel ist es, Jungunternehmern schon früh unter die Arme zu greifen und langfristig zum Erfolg zu führen.“ Mit Kreatize, Pacemo und Liwo haben schon drei Startup-Projekte das Gründerförderprogramm genossen und sich auf wichtigen Summits, Events und Plattformen präsentiert.

Am Puls durch Integrationspartnerschaften

lexoffice führt die Startup-Kooperationen aber noch weiter: Durch verschiedene Integrationspartnerschaften kombiniert lexoffice seine Buchhaltungskompetenzen mit den neuen Features der Startups. So ist die automatische Buchhaltung beispielsweise in die neue Software AdBill integriert, einer Backoffice-Software für Agenturen, mit der Kunden ihre Online-Werbekampagnen plattformübergreifend und vollautomatisiert abrechnen können. Die Software verfügt über eine Anbindung an lexoffice, mit der die Buchhaltung automatisch läuft. Diese Kombination ermöglicht Kunden einen reibungslosen und medienbruchfreien End-to-End-Workflow.

Ein weiteres Schmankerl für Existenzgründer: In Kürze soll das Online-Tool Lexware businessplan in lexoffice integriert werden. Bereits jetzt können die Jungunternehmer ihren Business- und Finanzplan unter businessplan.lexware.de kostenlos erstellen.

Mehr Informationen zu lexoffice Startups finden Sie unter lexoffice.de/gruendungsangebot und www.lexoffice.de/blog/

KfW-Gründungsmonitor 2019: Ende der Talfahrt

Alljährlich ermittelt die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW die Gründertätigkeit hierzulande. Nach rückläufigen Jahren scheint jedoch die Talfahrt nun gestoppt: Die gute Konjunktur sorgt für Impulse.

Gestützt durch die gute Binnenkonjunktur hat sich die seit Jahren rückläufige Gründungstätigkeit in Deutschland 2018 stabilisiert: Mit 547.000 Existenzgründungen wagten kaum weniger Personen den Schritt in die Selbständigkeit als im Vorjahr (-10.000 bzw. -2 %). Die Gründerquote (Gründer pro 100 Erwerbsfähige) liegt kaum verändert bei 1,06 % und hält sich somit weiterhin knapp oberhalb der 1 %-Marke, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt.

Das Ergebnis:

  • 547.000 Personen machten sich 2018 selbständig, Gründerquote stabil bei 1,06 %
  • Neugründungen dominieren, Übernahmen legen zu
  • Beschäftigungsbeitrag durch Gründungen steigt auf 219.000 Vollzeitstellen
  • Im Länderranking Berlin weiter auf Platz 1, Brandenburg stößt in Top 3 vor
KfW-Gründungsmonitor 2019 _ KFZ-Logo

„Die gute Konjunktur hat der Gründungstätigkeit im vergangenen Jahr positive Impulse gegeben und die negativen Effekte der weiterhin hervorragenden Lage am Arbeitsmarkt abgebremst. Die Zahl der Gründer konnte sich so stabilisieren“, sagt Dr. Georg Metzger, Gründungsexperte bei KfW Research. „Kurzfristig ist eine Trendwende hin zu wieder steigenden Gründerzahlen aber fraglich. Zwar sehen wir im KfW-Gründungsmonitor wieder mehr Personen, die eine Gründung ernsthaft planen – was ein gutes Omen ist. Die Prognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung senden in Summe aber ein negatives Signal. Welchen Kurs die Gründungstätigkeit 2019 nimmt ist daher ungewiss.“

Neugründungen dominieren die Gründungstätigkeit seit jeher. Im Jahr 2018 waren es so viele wie nie: 8 von 10 Existenzgründern machten sich selbstständig, indem sie unternehmerische Strukturen erstmalig aufbauten. Aber auch bei Existenzgründungen durch Übernahmen bestehender Unternehmen gibt es seit einiger Zeit eine positive Entwicklung: Ihr Anteil ist sukzessive gestiegen und lag 2018 bei 13 % (Vorjahr: 10 %). „Angesichts der hohen Zahl an Mittelständlern, bei denen in absehbarer Zeit eine Nachfolge ansteht, ist das eine gute Nachricht“, sagt Metzger, „denn für sie wird die Nachfolgesuche leichter.“

In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern bleibt Berlin souverän an der Spitze. Dort haben im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2018 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 193 Personen eine selbstständige Tätigkeit begonnen. Hamburg liegt mit 146 Gründern auf Platz zwei. Neu in der Spitzengruppe ist im Jahr 2018 das Land Brandenburg, das seine positive Entwicklung fortsetzt und mit 134 Gründern je 10.000 Erwerbsfähigen Platz drei erobert. Vermutlich profitiert Brandenburg hierbei von der überdurchschnittlichen Gründungstätigkeit in Berlin, die in die Peripherie der Hauptstadt ausstrahlt. Auf den Plätzen vier und fünf liegen nach wie vor Bayern und Nordrhein-Westfalen, mit 126 und 118 Gründern je 10.000 Erwerbsfähige.

Weitere zentrale Ergebnisse des KfW-Gründungsmonitors 2019:

  • Der Anteil von Gründern mit Mitarbeitern ist von 21 % im Jahr 2017 auf 26 % im Jahr 2018 gestiegen. Im Vollerwerb legte er von 36 % auf 42 % zu, im Nebenerwerb von 9 % auf 13 %. Existenzgründer, die sich durch Übernahmen oder tätige Beteiligungen selbstständig machen, haben besonders häufig Mitarbeiter, weil bei den bestehenden Unternehmen oft schon zuvor Mitarbeitern angestellt sind: 2018 war der Anteil mit 63 % außergewöhnlich hoch. Bei Neugründern hatten 19 % Mitarbeiter, sie haben 2018 somit 219.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze geschaffen. Inklusive der eigenen Stellen der Neugründer betrug der Beschäftigungseffekt im vergangenen Jahr 481.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze.
  • Nachdem der Anteil von Frauen an allen Gründungen unerwartet zwei Jahre in Folge verlor, kletterte er 2018 wieder auf 40 % (2017: 37 %). Die Zahl der Existenzgründungen durch Frauen stieg auf 216.000. Dagegen ging es bei der Gründungstätigkeit von Männern weiter leicht bergab. Im Jahr 2018 haben 331.000 Männer eine Existenzgründung realisiert, das sind 5 % weniger als im Jahr davor. Ein Blick auf die Motivlage zeigt, dass für Frauen Unabhängigkeit eine große Rolle spielt: Rund die Hälfte nennt dies als wichtigstes Motiv, bei Vollerwerbsgründungen sogar knapp zwei Drittel. Frauen sehen die Selbstständigkeit hinsichtlich ihrer Anforderungen an Unabhängigkeit offenbar häufig als die bessere Alternative an – insbesondere wenn es um eine Vollerwerbstätigkeit geht oder minderjährige Kinder zu versorgen sind (‚Mompreneurs‘).
  • Die Mehrheit der Existenzgründer setzt für die Realisierung ihrer Gründung Finanzmittel ein (2018: 67 %). Dabei griffen 2018 mit 44 % mehr Gründer als im Vorjahr ausschließlich auf eigene Mittel zurück (2017: 39 %). Knapp ein Viertel der Gründer (23 %) mobilisierte externe Mittel von dritten Kapitalgebern. Davon waren 14 % Mikrofinanzierungen (höchstens 25.000 EUR externes Kapital) und 9 % Makrofinanzierungen (mehr als 25.000 EUR externes Kapital). Bei Mikrofinanzierungen sind meist Familie und Freunde Kapitalgeber, bei Makrofinanzierungen dagegen eher Kreditinstitute.
  • Der Anteil von Gründern mit Finanzierungsschwierigkeiten ist 2018 auf 17 % gestiegen (2017: 14 %). Bei Gründungsplanern, die ihr Vorhaben wieder aufgegeben haben, hatten sogar 57 % Finanzierungsschwierigkeiten (2017: 52 %). Die Barrierewirkung von Finanzierungsschwierigkeiten ist folglich etwas stärker geworden: Finanzierungsprobleme bringen geplante Gründungsvorhaben bereits vor der Realisierung am häufigsten aller Gründungshemmnisse zum Scheitern.

Mehr Power für Gründer-Start

Die Zahl der Unternehmensgründungen ist 2017 wiederholt deutlich zurückgegangen – das bestätigt die aktuelle Vorabauswertung des KfW Gründungsmonitors. Dr. Kai Flehmig-Pichlmaier, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Gründerverbands (DGV), fordert bessere Startbedingungen für Gründer.

Schon wieder 14 Prozent weniger Unternehmensgründungen als im Vorjahr – mit nur 557.000 Neugründungen in 2017 setzt sich der negative Trend der vergangenen Jahre fort. Seit 2014 ist die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland rückläufig. Den deutlichen Rückgang in 2017 bezeichnet die KfW in ihrer aktuellen Pressemeldung trotzdem als überraschend und begründet ihn mit der anhaltend guten Situation am Arbeitsmarkt. Der Deutsche Gründerverband (DGV) dagegen sieht die Politik in der Pflicht: Solange die Bedingungen für Neugründer nicht verbessert werden ist eine Trendwende nicht zu erwarten.

Die Chancen, an benötigtes Kapital heranzukommen, sind unter den Gründern ungleich verteilt. Die KfW unterscheidet zwischen den sogenannten „Notgründern“, die mit ihrer Existenzgründung versuchen, ein wegfallendes Gehalt zu kompensieren und den „Chancengründern“, die eine gewinnversprechende Geschäftsidee verwirklichen wollen. Diese Zweiklassen-Wertung haben auch Banken verinnerlicht, und für die erste Gruppe der Existenzgründer ist es dementsprechend noch schwerer, einen Kredit zu erhalten.

„Alle Gründer müssen mit gleichen Maßstäben gemessen werden und verdienen die gleichen Chancen – egal, welche Bezeichnung sie tragen – ob Start-Up, Existenzgründer, Chancen- oder Notgründer“, ist der DGV-Vorstandsvorsitzende Flehmig-Pichlmaier überzeugt. Die Einteilung der Unternehmensgründer in zwei unterschiedlich förderungswürdige Klassen senkt zudem das Ansehen von Selbständigkeit in Deutschland insgesamt.

Mit dem Ziel, den Negativtrend zu stoppen, haben die Verantwortlichen schon einige Maßnahmen in Aussicht gestellt. Ein Beispiel dafür ist die vom Bundeswirtschaftsministerium und KfW initiierte Gründungsplattform 4.0. Sie soll als Wegweiser und Lotse durch die
notwendigen Formalitäten dienen und Unternehmensgründungen damit erleichtern. Außerdem floss in den letzten Jahren sehr viel Geld in Fonds für Wagniskapital. Der Gründungsexperte Dr. Flehmig-Pichlmaier ist skeptisch: „Solange Gründung nichts kosten darf und Beratung nicht notwendig ist, kann sich kein nennenswerter Erfolg zeigen.“

Bürokratische und organisatorische Anforderungen hindern nach Ansicht des Experten die Menschen in Deutschland nach wie vor an Unternehmensgründungen. Für die Bearbeitung von Invest-Anträgen benötigt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nach aktuellem Stand rund sechs Monate. Diese Zeitspanne ist für jeden Gründer deutlich zu lange. Der Deutsche Gründerverband fordert hier Investitionen, die es ermöglichen, die Bearbeitungszeit zu verkürzen.

Eine weitere Forderung des DGV betrifft das Startgeld und die Unterstützung der KfW. Sie ist für Gründer essentiell, weil für Banken und Sparkassen die Finanzierung einer Unternehmensgründung wirtschaftlich nicht besonders attraktiv ist. Für eine Gründungsfinanzierung wird oftmals der Abschluss einer zusätzlichen Versicherung zur Voraussetzung, wodurch sich der finanzielle Nachteil wieder auf den Gründer verlagert. Beim Startgeld sollte sich die KfW von ihren alten Regelungen lösen und das Verhältnis von Investitionen und Betriebsmitteln den realen Anforderungen anpassen.

Auch Gründungsberater, die beispielsweise auf der geplanten Gründungsplattform 4.0 genannt werden sollen, müssten laut DGV entsprechend qualifiziert sein, um zukünftige Unternehmer beraten zu können. Bis jetzt ist keinerlei Qualifizierung notwendig.

Es bleibt abzuwarten, ob die neue GroKo und ihr zukünftiger Wirtschaftsminister eine Trendwende bei den Unternehmensgründungen herbeiführen kann. Daran wird man bemessen können, ob der Politik der junge Mittelstand und die Unterstützung der Selbständigkeit wichtig sind. Der DGV ist indes gespannt auf den Gründungsmonitor 2018 und die neue Klasseneinteilung von Gründern.

GroKo-Pläne zur Gründerkultur

Nur mit sehr viel Wohlwollen ist im vorgelegten Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD eine neue Dynamik im Bereich der Gründerkultur zu erkennen, so Torben Brodersen, Geschäftsführer des DFV (Deutscher Franchiseverband). Konkret heißt es dort: „Wir fördern die Gründungskultur: Steuerliche Anreize für Mobilisierung von Wagniskapital. Umsatzsteuerbefreiung in den ersten Jahren nach Gründung. Entbürokratisierung durch „One-Stop-Shop“ für Antrags-, Genehmigungs- und Besteuerungsverfahren.“ Das sind zwar erste Schritte, die in eine richtige Richtung weisen. Allerdings bieten diese Formulierungen einen enormen Gestaltungsspielraum, den wir in den kommenden vier Jahren mit auszufüllen bereit sind.

Denn z.B. der Plan zur Schaffung eines “One-Stop-Shop” zählt seit Jahren zum Repertoire der Pläne politischer Insitutionen zur Belebung der Gründerszene – allerdings ohne konket umgesetzt worden zu sein. Das muss sich jetzt ändern.

Dabei setzen wir auf neue Impulse aus dem Bundeswirtschaftsministerium, welches wohl CDU-seitig geführt werden wird. Bei der Zusammenstellung der Spitze des Ministeriums sollte nach unserer Auffassung nach wie vor darauf geachtet werden, einen Beauftragten für Gründungsförderungen zu schaffen. Dieser sollte zumindest auf Staatssekretär-Ebene angesiedelt werden und eigene Aktivitäten mit denen aus Verbänden, Banken und anderen Stakeholdern .zusammenführen und koordinieren. Um nachhaltiger die Gründungsförderung betreiben zu können.

Ansonsten wird der Deutsche Franchiseverband bei neuen Initiativen zur Gründungsförderung auch auf die Oppositionsparteien setzen, insbesondere die FDP und Bündnis 90/Die Grünen. Diese hatten sehr viel weitreichendere Ideen Ende der letzten Legislaturperiode in den Bundestag, als auch in die Jamaika-Verhandlungen eingebracht. Ihre Positionen waren dabei weitestgehend deckungsgleich mit unseren an verschiedenen Stellen artukulierten Ideen:

Unsere Positionen sind nachfolgend abrufbar:

www.franchiseverband.com/blog/2017/11/09/franchiseverband-bringt-sich-in-sondierungs-und-koalitionverhandlungen-ein/

www.franchiseverband.com/blog/2017/06/13/deutscher-franchiseverband-vordenker-fuer-gruenderkultur-und-gruendungsfinanzierung/

Businessplan: Geschäftsideen auf den Punkt bringen

Um aus einer guten Idee ein erfolgreiches Geschäftskonzept zu machen, sind fundiertes Know-how und intensive Planung gefragt. Denn auf dem Weg zum eigenen Unternehmen kann man auf so manches Hindernis treffen. Das beste Hilfsmittel: ein Routenplaner in Form eines Businessplans. Worauf man dabei besonders achten muss und was so ein Dokument alles enthalten sollte, wollen wir in einer dreiteiligen Reihe vorstellen. Los geht es mit den Fragen: Warum braucht man eigentlich einen Businessplan? Was muss formal beachtet werden? Und wie beschreibt man seine Geschäftsidee und deren Kundennutzen am besten? Dazu hatte GründerMagazin derzeit den Experten Alexander Becker  befragt.

GründerMagazin: Herr Becker, als Projektleiter des Businessplan-Wettbewerb Nordbayern wissen Sie genau, welchen Wert ein Businessplan für Gründer und Unternehmer hat. Wofür benötigt man dieses Planungsinstrument denn eigentlich genau?

Alexander Becker: Zunächst einmal ist der Businessplan das perfekte Mittel, um sich selbst über sein Geschäftsmodell und dessen Potenzial klar zu werden. Denn während des Schreibens setzt man sich automatisch mit allen wichtigen Elementen seiner Idee auseinander und bringt Struktur in seine Gedanken. Wer einen Businessplan verfasst, ist gezwungen, systematisch zu denken und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. So werden schwierige Entscheidungen rechtzeitig gefällt und dabei mögliche Fehler aufgedeckt. Damit kann der Businessplan auch noch nach der Planungsphase als Wegweiser und Anhaltspunkt genutzt werden und dem Unternehmen als Kompass und Controllinginstrument dienen.

Außerdem ist der Businessplan sozusagen die Visitenkarte jedes Unternehmens. Er wird herangezogen, um Partner zu gewinnen und ist vor allem auch ein Muss bei der Kapitalsuche. Denn durch ihn können sich Außenstehende von der Solidität und den Gewinnaussichten der Unternehmung überzeugen. Zusammenfassend kann man sagen: Ein Businessplan ist wirklich für jeden Gründer relevant, egal aus welcher Branche er kommt, wie viele Mitarbeiter er hat oder wie weit seine Planungen bereits fortgeschritten sind.

GründerMagazin: Sie haben tagtäglich mit den unterschiedlichsten Businessplänen zu tun. Was sind denn die wichtigsten Punkte, die wirklich jeder inhaltlich beachten muss?

Alexander Becker: Grundsätzlich müssen in einem Businessplan drei Kernfragen geklärt werden: Was ist der Inhalt des Geschäfts? Wie ist das Geschäft im Markt beziehungsweise gegenüber Wettbewerbern positioniert; wie verkaufe ich meine Idee am besten? Und wie erfolgen Umsetzung und Finanzierung? Diese Hauptpunkte werden in verschiedene Unterkapitel gegliedert und Schritt für Schritt abgehandelt. (siehe Kasten) Das Executive Summary fasst alle wesentlichen Fakten auf etwa zwei Seiten zusammen. Es wird zuletzt geschrieben, schließlich aber an den Anfang des Businessplans gestellt, da man mit dieser kurzen, prägnanten und fesselnden Übersicht sehr gut die Neugier des Lesers wecken kann.

Die Bestandteile eines Businessplans:

  • Executive Summary
  • Produkt oder Dienstleistung
  • Markt und Wettbewerb
  • Marketing und Vertrieb
  • Geschäftsmodell und Organisation
  • Unternehmerteam bzw. Management und Personal
  • Realisierungsfahrplan
  • Chancen und Risiken
  • Finanzplanung und Finanzierung

GründerMagazin: Damit sind wir schon mittendrin im Aufbau des Businessplans. Wir wollen uns in dieser Ausgabe ausschließlich mit der ersten Kernfrage, also mit dem Themenkomplex Geschäftsidee und Kundennutzen, beschäftigen. Das heißt konkret: Womit beginne ich?

Alexander Becker: Zuallererst setzen Sie sich an eine detaillierte Beschreibung Ihrer Idee. Zeigen Sie auf, was Ihr neues Produkt beziehungsweise Ihre Dienstleistung auszeichnet und beleuchten Sie Ihr Unternehmen von allen Seiten. Dabei sollten Sie stets im Hinterkopf behalten: Nur wenn dem Leser eindeutig klar wird, worum es bei der Geschäftsidee geht und wie diese erfolgreich umgesetzt werden soll, kann man ihn für sich gewinnen. Der Businessplan muss Ihr Unternehmen optimal vorstellen und präsentieren. Jeder muss sofort verstehen können, wie Ihre Idee genau aussieht, welche Vorteile sie mit sich bringt und natürlich, welchen Nutzen der Kunde davon hat. Stellen Sie sich deshalb die Frage: Warum ist mein Produkt beziehungsweise meine Dienstleistung besser als vergleichbare Alternativen?

GründerMagazin: Warum ist das so wichtig?

Alexander Becker: Letztendlich geht es doch darum, dass man mit seiner Unternehmung Erfolg haben will, also Geld verdienen möchte. Das geht natürlich nur, wenn jemand das Produkt oder die Dienstleistung kauft. Und das wiederum kann nur funktionieren, wenn man damit gewisse Bedürfnisse wecken und befriedigen kann. Wer am Kunden vorbeidenkt, wird am Ende keinen Käufer finden – da kann die Leistung oder das Angebot noch so ausgefeilt sein. Der Kunde ist Dreh- und Angelpunkt eines jeden Geschäftskonzepts. Mit ihm steht und fällt jede Idee.

GründerMagazin: Das ist einleuchtend. Wie aber mache ich meinem Leser klar, wie viel Potenzial in meiner Geschäftsidee steckt?

Alexander Becker: Um den Kunden bestmöglich erreichen zu können, betrachten Sie Ihre Idee am besten aus dessen Sicht. Deshalb müssen Sie sich natürlich zu allererst darüber klar werden, wie Ihre Zielgruppe aussieht. Wollen Sie Privatpersonen oder Unternehmen ansprechen? Ist Ihr Produkt eher im Premiumsegment angesiedelt und zielt auf eine bestimmte, lukrative Marktnische oder handelt es sich um ein Massenkonsumprodukt, das besonders breit gestreut werden soll? Überlegen Sie sich genau, mit welchen Argumenten Sie Ihre Wunschkunden erobern können. Und dann sagen Sie ganz deutlich, welchen Vorteil diese von Ihrem Produkt haben: Kann man damit zum Beispiel Zeit oder Geld sparen? Oder differenzieren Sie sich über eine besonders hohe Qualität? Erklären Sie, was Ihre Idee so außergewöhnlich macht und wie Sie sich von anderen Wettbewerbern abheben. Nehmen wir beispielsweise die Luftfahrtindustrie: Durch die enorme Zeitersparnis auf den Transatlantikrouten konnten Airlines jahrelang mit der Concorde astronomische Ticketpreise durchsetzen. Zudem werben konventionelle Airlines insbesondere um Geschäftskunden und anspruchsvolle Touristen mit dem Qualitätsaspekt – zum Beispiel in Form besonders komfortabler Business- und First-Class Bereiche mit einem entsprechenden Serviceangebot. Ganz anders funktioniert das Geschäftsmodell der Low-Cost Carrier. Hier reisen die Fluggäste weder in Überschallgeschwindigkeit noch auf komfortablen Ledersitzen. Aber dafür zu unschlagbar günstigen Preisen.

GründerMagazin: Man sollte den Nutzen also so konkret wie möglich beschreiben, richtig?

Alexander Becker: Ganz genau. Je plastischer man formuliert, desto besser wird man verstanden. Aussagen wie „doppelte Menge zum gleichen Preis“ lassen den Nutzen des Produkts sofort sichtbar werden. Natürlich muss man so ein Versprechen dann aber auch halten. Wer in Bildern beschreibt, bleibt eher im Gedächtnis. Sie können beispielsweise das Nutzenversprechen für ein neues Notebook knapp und einprägsam – das leichteste 15 Zoll Notebook der Welt – erklären. Oder aber, Sie gehen ins Detail und argumentieren beispielsweise über das herausragende Display, die neuste Prozessorengeneration oder die hochwertige Gehäuseverarbeitung. Der neu geschaffene Kundennutzen ist somit das wesentliche Differenzierungs- beziehungsweise Alleinstellungsmerkmal. Haben Sie dieses ausführlich beschrieben, ist der erste der drei Hauptschritte und damit auch die Basis Ihres Businessplans abgeschlossen. Darauf aufbauend werden dann alle weiteren Kapitel ausgearbeitet.

GründerMagazin: Zum Abschluss noch eine allgemeine Frage: Sicher gibt es einige Regeln, die man auf den gesamten Businessplan anwenden kann. Können Sie uns ein paar Beispiele nennen?

Alexander Becker: Natürlich kommt es in erster Linie auf den Inhalt an. Der erste Eindruck ist jedoch auch beim Thema Businessplan enorm wichtig. Daher ist es auch entscheidend diesen optisch ansprechend zu gestalten. Neben einem aussagekräftigen Deckblatt ist insbesondere die logische Strukturierung mittels eines Inhaltsverzeichnis, Nummerierung der Seiten und Unterteilung des Textes in sinnvolle Abschnitte mit griffigen Überschriften ratsam. Die schnelle Informationsaufnahme – insbesondre beim Querlesen des Plans – unterstützen auch aussagekräftige Grafiken und Tabellen. Bei der inhaltlichen Darstellung müssen Sie den Spagat zwischen Enthusiasmus für Ihr Vorhaben und der nötigen sachlichen Bodenhaftung bewerkstelligen. Fachwörter sollte man nur sparsam einsetzen beziehungsweise erklären, schließlich soll auch ein technischer Laie den Text verstehen können. Und besorgen Sie sich unbedingt jemanden, der Ihr Werk korrekturliest – im Idealfall sowohl einen Fachmann als auch einen komplett Außenstehenden. So erhalten Sie nochmals wertvolles Feedback und können sich sicher sein, dass Ihr Vorhaben vom Leser in allen Facetten verstanden wird.

GründerMagazin: Herr Becker, haben Sie vielen Dank für das Interview! Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe. Das Thema dann: Markt und Wettbewerbsanalyse beziehungsweise Marketing und Vertrieb.

Hier erhalten Sie Unterstützung

Internetplattformen wie www.existenzgruendungsportal.de (Bundeswirtschaftsministerium) oder www.gruenderland.bayern (Bayerisches Wirtschaftsministerium) liefern viele nützliche Tipps und Informationen zum Aufbau eines Businessplans. Zudem können sich Gründer und Unternehmer bei den Industrie- und Handelskammern unterstützen und beraten lassen. 

Big-Data-Startup G|Predictive erhält Seed-Finanzierung

Prof. Dr. Thorsten Grenz wird Chairman bei dem auf vollautomatisierte Vertriebssteuerung

spezialisierten Software-as-a-Service-Anbieter G|Predictive.Der Top-Manager ist vom Geschäftsmodell von G|Predictive überzeugt, investiertin das Unternehmen und will als Chairman dazu beitragen, das Wachstumstempo zuerhöhen.

Kundenwert maximieren –Vertriebskosten senken

Grenz sieht ein immenses Potential für eine intelligente, automatisierte Unterstützung der Vertriebssteuerung in Echtzeit: „Aus dem Megatrend „Big Data“ hat G|Predictive ein attraktives Geschäftsmodell entwickelt, das den Kunden bei der Steuerung ihres Vertriebs einen echten Mehrwert bietet: G|Predictive hat ein Produktportfolio etabliert, mit dem zahlreiche Unternehmen bereits heute
ihre Vertriebskosten durch präzise Steuerung von Marketing- und Vertriebsmaßnahmen senken und den Kundenwert maximieren. Die Steuerung erfolgt über „Machine-Learning-Verfahren“ – automatisiert und in Echtzeit, die die individuellen Besonderheiten der Branche und der Kundenstruktur berücksichtigen. Bislang den großen Konzernen vorbehalten, kann jetzt jeder von Big Data Analytics profitieren. Die Verwendung der Ergebnisse führt zu nachweisbar höherer Vertriebseffizienz und niedrigeren Kundengewinnungskosten – ob im Onlineshop, bei Buchungssystemen oder im klassischen stationären Handel. Ein erheblicher Werthebel für die Kunden von G|Predictive.“

Prof. Dr. Thorsten Grenz (55) ist ein langjährig erfahrener Manager, der mehrfach wertorientierte Strategien erfolgreich umgesetzt hat. Grenz lehrt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und ist Wirtschaftsbeirat am Institut für Weltwirtschaft. Seine berufliche Karriere startete Grenz bei McKinsey, er war Geschäftsführer bei Hapag Lloyd, CEO der mobilcom AG; CFO bei Hero; Operating Partner beim Private-Equity-Investor 3i. Grenz hat bis 2012 als CEO Veolia Umweltservice geführt und betreute als Deutschland-Delegierter des Veolia-Konzerns (Chairman) die Sparten Umweltservice, Wasser und Energie.
Darüber hinaus ist Grenz auch als Aufsichtsrat aktiv – zum Beispiel als Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Drägerwerk AG & Co. KGaA.

CEO Björn Goerke will Wachstumstempo weiter steigern

„Wir werden die Managementexpertise von Prof. Dr. Grenz sowie seine Erfahrung in der Unternehmensfinanzierung und im Aufbau von erfolgreichen Unternehmensstrukturen nutzen, um noch deutlich schneller zu wachsen als bisher“, so CEO und Mitgründer Björn Goerke. In den vergangenen Monaten hat G|Predictive nicht nur mehrere Neukunden gewonnen, sondern auch die erste App
für Salesforce.com veröffentlicht, einem Pionier für Cloud Computing im Bereich Geschäftsanwendungen. Salesforce.com stellt online zum Beispiel Unternehmenslösungen für Kundenbeziehungsmanagement (CRM) bereit.

Weniger Hightech-Gründungen in Deutschland

Die historisch hohe Zahl Erwerbstätiger in Deutschland hat auch eine Schattenseite: Immer weniger Menschen machen sich selbstständig. Und zwar auch im Hightech-Sektor, in dem jungen Unternehmen als Wegbereiter für technologische Innovationen der Zukunft gelten, so eine neue Studie.

In Deutschland wagen immer weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Vor allem durch die gute Lage am Arbeitsmarkt sinke die Neigung, ein Unternehmen zu gründen, sagte Georg Licht vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Frankfurt. Es spreche alles dafür, dass die Zahl der Neugründungen in diesem und im kommenden Jahr weiter sinken werde.

2012 gründeten nach früheren Angaben der Förderbank KfW nur 775 000 Menschen in Deutschland eine Firma im Voll- oder Nebenerwerb – so wenige wie nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000.  Wie aus dem am Dienstag vorgelegten KfW-ZEW-Gründungspanel hervorgeht, trifft diese Entwicklung auch die besonders innovative High-Tech-Branche: Seit 2000 sei die Zahl der Neugründungen um 40 % gesunken, sagte Licht. Dabei gingen von jungen Hightech-Unternehmen besonders viele volkswirtschaftlich bedeutsame Impulse aus –  und bei vielen der Firmen geht es bergauf.


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Etwa zwei Drittel der jungen Unternehmen erwarten nach der Analyse 2013 höhere Umsätze als im Vorjahr. Jedes vierte Unternehmen (23 %) geht davon aus, das Umsatzniveau von 2012 zu halten.  Gerade die Industrieunternehmen etwa aus den Bereichen Nanotechnologie, Pharma oder optische Technologie seien beschäftigungsstark, innovativ und investitionsfreudig: „Die jungen Unternehmen der Hightech-Industrie geben mit durchschnittlich 97 000 Euro mehr als doppelt so viel für Forschung und Entwicklung aus als der Durchschnitt der jungen Unternehmen mit 40 000 Euro“, betonte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Auch die Hightech-Dienstleister und Softwareunternehmen seien mit 59 000 Euro ausgabefreudiger. 

Zudem schaffen die High-Tech-Firmen schon im ersten Jahr ihres Bestehens mehr Arbeitsplätze als junge Unternehmen insgesamt. So hatten die 2012 gegründeten Unternehmen der Hightech-Industrie zum Start umgerechnet 3,3 Vollzeit-Beschäftigte und damit deutlich mehr als der Durchschnitt der jungen Unternehmen mit 2,5. „Junge Unternehmen der Hightech-Industrie leisten einen überproportionalen Beschäftigungsbeitrag“, sagte Licht. 

Nach den Angaben erzielten die jungen Unternehmen der Hightech-Industrie 2012 im Mittel Umsätze von 180 000 Euro – so viel wie keine andere Branche und deutlich mehr als die 104 000 Euro im Gesamtdurchschnitt. Dabei trügen Produktinnovationen bei ihnen mit 27 % substanziell zum Umsatz bei – gegenüber 11 % im Gesamtschnitt. (vdi)

Die Studie „KfW/ZEW-Gründungspanel 2013 – Junge Hightech-Unternehmen trumpfen auf“ steht im Netz unter: www.gruendungspanel.de

netzwerk nordbayern startet 15. Hochschul-Gründer-Preis

Businessplan-Wettbewerb Nordbayern macht aus Forschern die Unternehmer von morgen

Gründungsinteressierte Studenten, Wissenschaftliche Mitarbeiter und Professoren an nordbayerischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben ab sofort wieder die Möglichkeit, am Hochschul-Gründer-Preis des netzwerk nordbayern teilzunehmen. Bis zum 17. März können sie einen Grob-Businessplan zu ihren innovativen Entwicklungen einreichen und erhalten wertvolles Feedback und hilfreiche Tipps von erfahrenen Unternehmern und Kapitalgebern. Außerdem warten Preisgelder in Höhe von insgesamt 3.500 Euro auf die Teilnehmerteams.

Viele Fragen vorab geklärt

Um sich zu qualifizieren, müssen die Start-ups aus dem Hochschulumfeld einen Grob-Businessplan von rund 20 Seiten erstellen. Darin soll neben der Geschäftsidee eine ausgearbeitete Marktanalyse sowie eine schlüssige Marketing- und Vertriebsstrategie enthalten sein. „Selbstverständlich ist die Vertraulichkeit gewährleistet“, verspricht Dr. Benedikte Hatz, Geschäftsführerin des netzwerk nordbayern. Abgabeschluss ist der 17. März. Bis dahin können sich die Gründer umfassend durch das netzwerk nordbayern auf den Wettbewerb vorbereiten lassen: In Einzel-Coachings durch die Experten der Gründer- und Unternehmerinitiative werden beispielsweise individuelle Fragen geklärt. Zudem finden ganzjährig Weiterbildungen in Form von Seminaren, Vorträgen oder Workshops statt, die alle relevanten Themen zu Gründung und Unternehmensführung behandeln. Für eine gute Vorbereitung sorgt außerdem das Handbuch zur Businessplan-Erstellung, das kostenfrei auf www.netzwerk-nordbayern.de zum Download bereitsteht. Und wer für sein Gründungsteam beispielsweise noch einen Vertriebsspezialisten braucht, kann dank der

Co-Founder-Vermittlung durch die „Unternehmermacher“ von netzwerk nordbayern eine passende Ergänzung finden. „Wir freuen uns, dass wir jedem Teilnehmer professionelle und maßgeschneiderte Unterstützung bieten können“, so die Geschäftsführerin der Gründer- und Unternehmerinitiative. „Es ist immer wieder schön, den Erfolg eines Unternehmens mitzuerleben, dessen Karriere mit einer Teilnahme an unserem Wettbewerb ihren Anfang nahm.“

Mehr Chancen, mehr Wissen

Alle Teilnehmer des Hochschul-Gründer-Preis qualifizieren sich zugleich für die Phase 2 des Businessplan-Wettbewerb Nordbayern (BPWN) und erhalten so die Chance auf einen zusätzlichen Gewinn von 1.000 Euro. Die Prämierung der besten Geschäftskonzepte findet am 6. Mai in Neumarkt statt. Mit der Teilnahme am gesamten dreistufigen Wettbewerb können Gründer und Unternehmer strukturiert und unterstützt einen umfassenden Businessplan entwickeln, der neben der eigenen Planungssicherheit auch die Anforderungen von potenzielle Investoren und Partner erfüllt. Der Einstieg ist in jeder Phase möglich. Weitere Informationen auf www.netzwerk-nordbayern.de oder telefonisch unter 0911/5 97 24-80 00.

L-Bank-Gründerpreis: Leistung, Soziales und Ökonomie

BW-Land und L-Bank vergeben 100.000 Euro mit dem Landespreis für junge Unternehmen 2012. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, beglückwünschten die Sieger bei der feierlichen Preisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart.

„Baden-Württemberg steckt voller kreativer Menschen mit innovativen Ideen und lebendigem Unternehmergeist. Die Anzahl und Qualität der eingereichten Bewerbungen sind dafür ein hervorragender Beweis“, freute sich Kretschmann, der Schirmherr des Wettbewerbs ist. Kinder in Bewegung bringen: das ist das Ziel der KuKuk GmbH aus Stuttgart. Die Gründer Bernhard Hanel, Robin Wagner und Bernwart Engelen planen und realisieren einzigartige Erfahrungs- und Spielräume für Kinder, zum Beispiel in Kindergärten, auf Spielplätzen oder in Kliniken.

Für ihre Leistungen als Unternehmer, aber auch für ihr soziales und ökologisches Engagement wurden die beiden Künstler Hanel und Wagner und der Volkswirt Engelen jetzt mit dem Landespreis für junge Unternehmen 2012 ausgezeichnet:

Den zweiten und dritten Platz belegten die internetstores GmbH aus Esslingen und die SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen. Die lemonfish GmbH aus Plüderhausen bei Schorndorf erhielt den in diesem Jahr zum ersten Mal vergebenen Zusatzpreis für Kleinstunternehmen. Der Landespreis für junge Unternehmen wurde bereits zum 9. Mal vom Land und von der L-Bank vergeben. Die Auszeichnung rückt die Leistungsstärke und Kreativität junger baden-württembergischer Unternehmer, aber auch deren soziales und ökologisches Engagement in den Mittelpunkt. Teilnehmen konnten Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2001 gegründet wurden.

Mit den ausgelobten Geldpreisen in Höhe von insgesamt 100.000 Euro gehört der Landespreis zu einem der am höchsten dotierten Wettbewerbe für junge Unternehmen in Deutschland. Die Unternehmer auf den ersten drei Plätzen sowie der Preisträger für das beste Kleinstunternehmen bekamen Geldpreise. Die sechs weiteren Top-10-Unternehmen erhielten Sachpreise und Urkunden.

Die Spielplatzkünstler: KuKuk GmbH aus Stuttgart

Der Firmenname steht für Kunst, Kultur und Konzeption und beschreibt damit treffend die Leistungen des KuKuk-Teams: Das 2004 gegründete Stuttgarter Unternehmen entwickelt, plant und baut europaweit einzigartige Erfahrungs- und Spielräume für Kinder und Jugendliche. Die Gründer Bernhard Hanel, Robin Wagner und Bernwart Engelen motivieren dabei die jungen Menschen mit künstlerischen Elementen zu mehr Bewegung. Damit sich später nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen wohlfühlen, beziehen die Mitarbeiter von KuKuk alle Beteiligten bereits in der Planungsphase mit ein.

Der Erfolg stellte sich nach der Gründung schnell ein. Jeder realisierte Raum war eine Empfehlung an die Entscheider in Kommunen, Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen und Kliniken. Auch therapeutische Einrichtungen und Kindergärten für körperbehinderte Kinder wurden auf das Unternehmen aufmerksam. Heute ist das Team aus 20 Künstlern, Architekten, Landschaftsarchitekten, Schreinern, Pädagogen und Betriebswirten mit über 70 laufenden Projekten voll ausgelastet.

Ihr soziales Engagement leben Hanel und Wagner auch im KuKukKultur e.V., zu dessen Gründungsmitgliedern sie zählen. Dieser Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Spielräume in Krisengebieten zu schaffen. Jedes Jahr organisieren die Mitglieder eine Reise in ein Land wie Nepal, Bosnien und Herzegowina oder Rumänien und bringen – in enger Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen – Farbe in das sonst oft triste Leben der dortigen Kinder. Alle Beteiligten spenden dafür ihre Arbeitszeit. (www.zumkukuk.de)

Auf Wachstumskurs: internetstores GmbH aus Esslingen

Bereits 2003 gründete René Marius Köhler im Alter von nur 20 Jahren die Firma internetstores und baute sie innerhalb weniger Jahre zu einem millionenschweren E-Commerce-Unternehmen aus. „Dabei profitierte ich sehr von meinem Vater, der mir zum Einschlafen keine Geschichten vorlas, sondern lieber mit mir über Geschäftsideen diskutierte“, blickt der Gründer schmunzelnd zurück. Über Online-Shops verkauft die Firma in Deutschland und einigen europäischen Ländern Fahrräder, Fitnessgeräte, Outdoor-Equipment und Möbel. Dabei werden nicht einfach nur Produkte verkauft. „Wir sind die moderne Interpretation des Fachmarkts“, erläutert Köhler das Geschäftsmodell seines Unternehmens, „und betreiben zum Beispiel eine umfangreiche eigene Lagerhaltung, was für ein Online-Unternehmen nicht selbstverständlich ist.“

Mehr als 250 Mitarbeiter mit einem Altersdurchschnitt von 27 Jahren sind mittlerweile im Unternehmen tätig. Köhler möchte jedem ermöglichen, sich mit seinen Aufgaben weiterzuentwickeln. „internetstores ist ein Unternehmen, in dem sich junge Menschen zusammengefunden haben, die etwas erreichen wollen“, fasst Köhler den Spirit der Mitarbeiter zusammen.

Vom Erfolg des Unternehmens profitiert auch die Region: Um die Expansionspläne realisieren zu können, hat der schwäbische Gründer bereits fünf Millionen Euro in den Standort Esslingen investiert. Zudem setzt er sich für soziale Belange ein. So startete er den Spendenaufruf ReCycle. Damit sammelte er mehr als 1.000 nicht mehr benötigte Räder, ließ sie auf eigene Kosten instand setzen und verschenkte sie schließlich an südafrikanische SOS-Kinderdörfer. Mit seinen Mitarbeitern rüstete er vor Ort auch eine Werkstatt aus und veranstaltete Reparaturkurse, um die Nachhaltigkeit seines Engagements zu sichern. (www.internetstores.de)

Die Öl-Verbesserer: SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen

„Eine erfolgreiche Innovation für eine konservative Zielgruppe“ nennt Andreas Schmidt stolz seinen neuartigen Frittierölfilter, mit dem er 2001 die SYS Systemfiltration GmbH gegründet hat. In Gaststätten, Kantinen, Hotels und an allen anderen Orten, an denen Lebensmittel frittiert werden, kommt der Filter zum Einsatz. Er reinigt Öle und Fette von Mikropartikeln, Schweb- und Bitterstoffen, verbessert damit die Güte und verlängert deren Verwendbarkeit. Ein zusätzliches Messgerät zeigt den optimalen Zeitpunkt zum Wechsel des Öls an. Die Kunden optimieren mit diesen Produkten den Geschmack und die Qualität ihrer Lebensmittel, sie sparen Rohstoffe und verringern ihre Kosten um bis zu 50 Prozent. Für seine Innovation erhielt das Unternehmen zahlreiche Auszeichnungen, wie zum Beispiel 2011 den renommierten Euro-Toques Technik Award.

Die ersten Geräte montierte Schmidt noch selbst. „Heute beschäftigen wir über 30 Mitarbeiter und vertreiben unsere Filter über Partnerunternehmen in mehr als 100 Ländern.“ (systemfiltration.de)

466 Start-up-Teilnehmer

466 baden-württembergische junge Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen hatten sich an dem mit 100.000 Euro dotierten Wettbewerb, der alle zwei Jahre vom Land und von der L-Bank ausgeschrieben wird, beteiligt. Die Top-10-Unternehmen setzten sich mit hervorragenden Bewerbungen und professionellen Präsentationen an die Spitze eines spannenden Teilnehmerfeldes. „Diese jungen Firmen zeichnen sich nicht nur durch ihren wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch durch eine hohe soziale Kompetenz aus“, erklärte Brand. So reisen KuKuk-Mitarbeiter jedes Jahr in ein Krisengebiet, gestalten dort Plätze für Kinder und verschönern ihnen den häufig schwierigen und tristen Alltag. Auch die anderen Preisträger engagieren sich in ähnlichen Projekten: internetstores mobilisiert Kinder in Afrika mit gebrauchten Fahrrädern; lemonfish setzt sich für die Resozialisierung strafgefangener Frauen ein. „Dies sind nur drei von vielen Beispielen sozialer Verantwortung, die baden-württembergische Unternehmen weit über den Tellerrand ihres Unternehmens hinaus übernehmen“, ist Brand stolz.

Beeindruckt waren Jury und Schirmherr von den zahlreichen ökologischen Initiativen der jungen Unternehmen. Exemplarisch dafür steht das Unternehmen VAUDE, das sich die nachhaltige und ressourcenschonende Produktion auf die Fahnen geschrieben hat. „Die Bewerberinnen und Bewerber zeigen, dass ihnen der Umweltschutz wichtig ist – etwa durch die Verwendung regionaler Produkte, nachwachsender Rohstoffe und den sparsamen Umgang mit Energie“, sagte Ministerpräsident Kretschmann und fasste seine Eindrücke vom Landespreis 2012 zusammen: „Es imponiert mir, mit welchem Herzblut, aber auch mit welcher großen Verantwortungsbereitschaft die jungen Gründerinnen und Gründer ihre Unternehmen aufgebaut haben.“

Die Top-10-Unternehmen im Überblick

Landespreisträger 1 bis 3:

Erster Landespreisträger

  • Die Spielplatzkünstler: KuKuk GmbH aus Stuttgart

Zweiter Landespreisträger

  • Auf Wachstumskurs:      internetstores GmbH aus Esslingen

Dritter Landespreisträger

  • Die Ölverbesserer: SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen

Zusatzpreis für Kleinstunternehmen

  • Nachhaltig kultig: lemonfish GmbH aus Plüderhausen bei Schorndorf

Die weiteren Top-10-Unternehmen in alphabetischer Reihenfolge

  • Die Betonschützer: IONYS AG aus Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe
    (www.ionys.de)
  • Aufgespannt: Magic Sky Schirmsysteme GmbH aus Esslingen
    (www.magic-sky.eu)
  • Dornröschenschlaf beendet: Ölmühle Illingen (Enzkreis)
    (www.oelmuehle-illingen.de)
  • Die Vorbereiter: plasma technology GmbH aus Herrenberg
    (www.plasmatechnology.de)
  • Green Outdoor: VAUDE Sport GmbH & Co. KG aus Tettnang
    (www.vaude.com)
  • Die Klassenbesten: Yaez Verlag      GmbH in Stuttgart
    (www.yaez-verlag.de)

Die Mitglieder der Endjury

  • Dr. Dr. Saskia Biskup, Geschäftsführerin CeGaT GmbH
  • Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank
  • Daniela Eberspächer-Roth, Geschäftsführerin Profilmetall GmbH und 1. Landespreisträgerin 2010
  • Gisela Erler, Staatsrätin im Staatsministerium Baden-Württemberg
  • Ingrid Felgenträger, Landessenderdirektorin SWR Baden-Württemberg
  • Prof. Dr. Rolf Güdemann, Leiter des Steinbeis-Transferzentrums für Unternehmensentwicklung an der      Hochschule Pforzheim
  • Peter Hofelich, Beauftragter für Mittelstand und Handwerk beim Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg
  • Martin Hubschneider, Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG
  • Dr. Peter Kulitz, Präsident Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag
  • Alfred Theodor Ritter, Vorsitzender der Geschäftsführung und Miteigentümer der Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • Walter Tschischka, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

Schirmherr des Landespreises für junge Unternehmen ist Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg