Wichtige Finanzierungsoptionen für Franchise-Unternehmen

Die Wahl der richtigen Finanzierungsoption ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Franchise-Unternehmens. Eine schlechte Finanzierung kann dazu führen, dass das Unternehmen nicht genügend Kapital hat, um zu wachsen oder unvorhergesehene Ausgaben zu bewältigen. Eine zu teure Finanzierung kann das Unternehmen mit hohen Zinsen belasten und die Rentabilität beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, die verschiedenen Finanzierungsoptionen zu verstehen und diejenige auszuwählen, die am besten zu den Bedürfnissen des Unternehmens passt. In diesem Abschnitt werden wir die verschiedenen Arten von Finanzierungsoptionen für Franchise-Unternehmen besprechen und aufzeigen, wie man die richtige Option auswählt.

Eigenkapitalfinanzierung: Was ist das und wie funktioniert es?

Eigenkapitalfinanzierung bezieht sich auf die Beschaffung von Kapital durch den Verkauf von Unternehmensanteilen an Investoren oder Eigentümer. Im Falle von Franchise-Unternehmen kann die Eigenkapitalfinanzierung eine gute Option sein, um das notwendige Kapital für den Aufbau und die Expansion des Unternehmens zu beschaffen.

Die Vorteile der Eigenkapitalfinanzierung sind, dass es keine Schulden gibt, die zurückgezahlt werden müssen, und dass die Investoren auch an dem Erfolg des Unternehmens beteiligt sind. Auf diese Weise haben sie ein Interesse daran, dass das Unternehmen erfolgreich ist und wachsen kann. Allerdings bedeutet die Beteiligung von Investoren auch, dass ein Teil der Kontrolle über das Unternehmen abgegeben werden muss.

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Franchising – Erfolg mit System

Geschäftsideen im Franchise erfreuen sich weltweit großer Beliebtheit. Der Vorteil: Der Einsteiger profitiert nach der Existenzgründung in der Regel von jahrelanger Erfahrung des Franchise-Gebers in Marketing, Werbung, Vertrieb und Verkauf und der Macht einer eingeführten Marke. Unser Profi-Redaktionsnetzwerk recherchiert exklusiv die „Hidden Champions“ und Pioniere der Franchise-Szene und bietet Information pur!

Die Idee:

Der Franchise-Nehmer und Franchise-Partner verkauft seine Erzeugnisse oder seine Dienstleistungen rechtlich selbständig (s.u.), zahlt dafür Gebühren für die Verwendung einheitlicher Ausstattung, für einen einheitlichen Namen im Franchising und Auftreten nach außen, ein Symbol oder zur Nutzung der Marke, für ein einheitliches Vertriebssystem und Service der Franchise-Systemzentrale wie etwa die Buchhaltung (siehe auch Wikipedia). Viele Geschäftsideen als Franchise-System verfügen über eigene Softwarepakete zur Steuerung von Verkauf, Vertrieb und Controlling oder eigene Online-Kassensysteme. Dabei bildet der Franchisegeber den Franchisenehmer aus, er prüft die Umsetzung des Konzeptes und überwacht die Systemregeln, wie sie ausführlich im Franchise-Handbuch festgelegt sind. Dafür zahlt der Franchisenehmer in aller Regel eine einmalige Einstiegsgebühr, meist pro Monat eine laufende Franchise-Lizenzgebühr für die Nutzung des Franchise-Pakets in Abhängigkeit vom Umsatz und vielfach auch eine feste Werbegebühr. Dabei handelt der Franchisenehmer jedoch nach dem Franchise-Recht als Händler im eigenen Namen und auf eigene Rechnung.

Der Erfolg von Franchise-Systemen

liegt in der engen Zusammenarbeit von Franchisegebern und Franchisenehmern, die alle als rechtlich selbständige Unternehmung bestehen bleiben. Die Kooperation findet nur in einem Franchise-Vertrag klar vorgegebenem Rahmen und nach den Vorgaben des Franchise-Handbuchs statt. Vor dem Einstieg empfiehlt sich jedoch immer eine ausführliche Systemprüfung, wie sie von unseren Experten erarbeitet wurde. Ein besonderes Augenmerk gilt heute allerdings schon dem Generationenwechsel im Franchising.

Der Deutsche Franchise-Verband e.V.

Im Jahr 2024 zeigte sich die Franchise-Wirtschaft in Deutschland robust mit einem Wachstum bei Betrieben, Umsatz und Beschäftigung. Die Anzahl der Franchisebetriebe stieg um 2,0 % auf rund 193.920, während der Gesamtumsatz um 1,1 % auf 149,2 Milliarden Euro anwuchs. Der Sektor beschäftigte 829.700 Mitarbeiter, was seine Stabilität unterstreicht. 

Betriebe:
Die Zahl der Franchisebetriebe stieg 2024 auf 193.920, was einem Zuwachs von 2,0 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 
  • Umsatz:
    Der Gesamtumsatz der Franchisewirtschaft erreichte 149,2 Milliarden Euro, ein Plus von 1,1 % gegenüber dem Vorjahr. 
  • Beschäftigung:
    In deutschen Franchisesystemen waren 2024 rund 829.700 Mitarbeiter beschäftigt. 
  • Franchisenehmer:
    Die Zahl der Franchisenehmer wuchs auf 148.577, ein Zuwachs von 0,9 %. 
  • Überlebensrate:
    Die Fünf-Jahres-Überlebensrate von Franchisebetrieben lag bei 66,5 %, deutlich höher als im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft (38,1 %). 

  • Die Übernahme bereits bestehender Filialen

    oder die Franchise-Nachfolge durch einen neuen Investor bilden einen wichtigen Bereich im Franchising. Ein Franchise-System ist eine verschworene Gemeinschaft mit dem regelmäßigen Austausch untereinander und mit den gleichen Zielen: Erfolg durch Umsatz und Gewinn.

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    Franchise Expo 2025

    Franchise Expo 2025 Germany findet statt: 06.-08.11.2025. Das Motto:

    Finde dein Franchise.  Werde Unternehmer.

    Entdecken Sie über 100 innovative Franchisemarken – von aufstrebenden Newcomern bis hin zu etablierten Marktführern. Starten Sie mit bewährten Geschäftskonzepten in eine erfolgreiche unternehmerische Zukunft.

    Tom Portesy, Präsident & CEO von MFV: „Wir veranstalten weltweit Expos. Die Wirtschaft braucht auch in diesem Jahr Messeplätze zum Austausch und zur Gewinnung neuer Kunden und Partner.“

    Ob Franchise oder eigenes Business – hier beginnt deine Zukunft

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    Lerne über 100 Marken aus 14 Ländern kennen – von bewährten Klassikern bis zu innovativen Newcomern.
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    Franchise Expo Paris „für eine berufliche Neuorientierung“

    Die Franchise Expo Paris zählt zu den führenden internationalen Fachmessen im Franchising-Sektor und ist eine der weltweit umfangreichsten Veranstaltungen dieser Art. die Franchise Expo Paris eine unverzichtbare Veranstaltung für alle dar, die in die Franchise-Branche einsteigen möchten oder bereits darin aktiv sind. Sie bietet eine einzigartige Gelegenheit zum Networking, zur Weiterbildung und Geschäftsentwicklung in einem dynamischen, internationalen Rahmen.

    Die Franchise Expo Paris findet wieder an 3 Tagen von Samstag, 14. März bis Montag, 16. März 2026 jährlich im März im Paris Expo Porte de Versailles statt, einem der größten Messezentren Europas, bekannt für seine exzellente Infrastruktur und gute Zugänglichkeit. Organisiert wird die prestigeträchtige Messe von InfoPro Digital, einem Spitzenanbieter von Informations- und Berufsdienstleistungen, der darauf abzielt, Geschäftskontakte durch erstklassige Events und Medien zu fördern. Mehr als zwei Drittel der Franzosen beabsichtigen einen neuen Berufsweg einzuschlagen. Die Gründung eines Franchise-Unternehmens erweist sich immer mehr als ideale Option für Angestellte oder Selbstständige, die auf der Suche nach Veränderung sind. Der Grund? Das kontrollierte Risiko und eine Sicherheit gebende Begleitung.

    Franchise, die ideale Lösung für einen Neuanfang Das Franchise-Modell zieht jedes Jahr immer mehr Personen in seinen Bann, und das zu recht: Es handelt sich um eine ideale Lösung für viele, die sich auf das Abenteuer „eigenes Unternehmen“ einlassen möchten, da die Möglichkeit besteht, selbständig zu sein und gleichzeitig von einem gefestigten System, der Bekanntheit einer bereits etablierten Marke bzw. eines bereits etablierten Geschäfts zu profitieren. Aktuelle Zahlen bestätigen, dass 44 % der Franzosen, die ein Unternehmen gründen möchten, in Erwägung ziehen, ihr Projekt als Franchise umzusetzen.

    „Dank der Bekanntheit und des Know-how einer Marke, der Unterstützung eines Systems und regelmäßiger Schulungen ist der Franchisenehmer in der ersten Zeit als Geschäftsführer nicht auf sich allein gestellt. Der gesamte Franchise-Apparat punktet dreifach bei Unternehmern, und zwar mit den Aspekten Begleitung und Autonomie bei gleichzeitiger Risikominimierung, die das Franchising so einzigartig machen“, erklärt Chantal Zimmer, Vorsitzende des französischen Franchiseverbands.

    Da das Franchising für alle Profile offen ist, finden sich unter seinen Anwärtern zahlreiche Angestellte (76 %, davon 74 % aus der Privatwirtschaft). Für die große Mehrheit handelt es sich dabei um den zweiten oder dritten Berufsweg, manchmal beruflich sogar mit 180-Grad-Drehungen und einschneidenden Lebensveränderungen

    Test für Franchise-Systeme

    Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, Partner eines Franchise-Systems zu werden, kann in der Vielzahl der angebotenen Systeme schnell den Überblick verlieren. Rund 1.000 Franchise-Systeme bieten nach Angaben des DFV ihr jeweiliges Konzept in Deutschland an und der Markt wächst kontinuierlich. Wie überall lauern auch in der Franchise-Wirtschaft schwarze Schafe, die sich vor allem mit Franchisegebühren bereichern wollen. Um sich vor diesen zu schützen, sollten vor dem endgültigen Entschluss für ein System einige Qualitätsfaktoren im Franchise-Test überprüft werden, mit denen sich leicht die Spreu vom Weizen trennen lässt. Das weiß auch Benjamin Dawo und ist Teil einer erfolgreichen Nachfolgegeschichte bei Town & Country Franchise.

    Wer sich mit einer Franchise-Partnerschaft selbständig machen möchte, der muss sich zu Beginn ausführlich über potentielle Franchise-Geber und die verschiedenen Systeme informieren. Dabei ist es hilfreich, wenn man direkt am Anfang entscheidet, welche Branchen für den Sprung in die Selbständigkeit infrage kommen und die Auswahl einschränkt. Im weiteren Verlauf gilt es einige Punkte zu überprüfen, an denen sich die Seriosität der Franchise-Geber und der Erfolg von Systemen ablesen lassen.

    Das Geschäftskonzept durchleuchten

    Im Internet lässt sich schon einiges über die verschiedenen Franchise-Konzepte herausfinden. Um einen wirklich detaillierten und fundierten Eindruck zu erhalten, sollte man jedoch einen Blick in die Firmenunterlagen werfen. Erfolgreiche Systeme haben in der Regel kein Problem damit, sich gegenüber potenziellen Franchise-Nehmern transparent zu zeigen und über die Unternehmensentwicklung und Strategie zu informieren. Verhält sich ein Franchise-Geber hier ausweichend, ist das durchaus ein erster Grund zur Skepsis. „Uns ist es wichtig, dass potenzielle Franchise-Nehmer das Unternehmen gleich richtig kennenlernen. Darum laden wir sie sehr schnell zu einer zweitägigen Informationsveranstaltung zu uns nach Behringen ein, wo wir persönlich über das Konzept und die Entwicklungen von Town & Country Haus informieren“, erklärt Benjamin Dawo, Prokurist bei Town & Country Haus. www.franchising-network.de mehr

    Die Top-Franchise-Trends

    Interview mit Torben Leif Brodersen, dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer Deutscher Franchiseverband, zu aktuellen Franchise-Trends der letzten Jahre.

    Franchising.mag: Herr Brodersen, wie hat sich die Franchisewirtschaft in den vergangenen Jahren verändert?

    Brodersen: Sie hat dynamisch an Fahrt aufgenommen. Das zeigt die aktuelle Statistik deutlich. Lag die Anzahl der Franchisepartner vor zehn Jahren noch bei etwa 57.000 so hat sich dieser Wert im vergangenen Jahr mit 128.000 mehr als verdoppelt. Noch enormer fällt die Entwicklung bei den Umsatzzahlen auf. Waren es 2008 noch 47 Milliarden Euro Umsatz so sind es in 2018 knapp 123 Milliarden Euro. Das sind enorme Werte, die für eine außerordentliche Dynamik unseres Wirtschaftszweiges sprechen.

    Das sind die Zahlen. Doch wohin treiben die Franchise-Trends?

    Dahintreiben tut sie sicherlich nicht. Vielmehr hat sie das Ruder fest in der Hand und hat sich entschieden, die Expansionsrichtung selbst zu bestimmen. Würde sie sich nämlich mit den Rahmenbedingungen abgeben, so wäre ein solches Wachstum sicherlich nicht möglich. Ganz konkret: Der Arbeitsmarkt ist gesättigt. Die Vollbeschäftigung ist nicht mehr weit. Für Arbeitnehmer gibt es kaum eine Motivation, den sicheren Hafen des Angestelltendaseins zu verlassen. Dementsprechend gering ist deren Bereitschaft den mitunter risikobehafteten Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Die, die es dennoch tun, erfüllen sich ihren sehnlichen Wunsch nach Eigenständigkeit. Notgründungen sind also sehr selten geworden – eine gute, reinigende Entwicklung wie ich finde.

    Ja, aber wie expandieren denn die Systeme dann?

    Es gibt viele Formen des Wachstums. Multi-Unit ist bereits gut etabliert. Hier übernimmt ein Franchisepartner mehrerer Standorte. Auch Multi-Brand wird zunehmen wichtiger. Aber auch die Tatsache, dass Konzerne als Franchisenehmer agieren wird häufiger.

    Haben Sie dafür Beispiele?

    Sicher. Da ist beispielsweise die Deutsche Bahn, die Franchisenehmer vieler Gastronomiekonzepte am Berliner Hauptbahnhof ist. Oder auch Amrest oder die SSP Germany, die sich als führender Anbieter für Verkehrsgastronomie versteht und als Franchisenehmer bekannte Marken an u.a. Flughäfen und Bahnhöfen betreibt. Das kann sicherlich eine Lösung für den spürbaren Gründermangel sein.

    Also ist die Gastronomie die führende Franchisebranche?

    Nein, nicht ganz. Zwar gibt es aktuell viele spannende Konzepte in der Gastronomie – Burger bleiben, hinzukommen Süßspeisen wie Waffeln aber auch Healtyfood und Cross-over-Kitchen mit asiatischem Schwerpunkt – dennoch bleibt der Dienstleistungssektor vorn. Spannend ist im Übrigen die Entwicklung im Handwerk. Hier verzeichnen wir ein spürbares Wachstum auf 12 Prozent. Ich bin mir sicher, dass sich dies künftig noch weiter entwickeln wird, denn schließlich sind viele Handwerksunternehmen mit den bürokratischen Anforderungen überfordert. Da liegt die Lösung quasi auf der Hand, sich einem Franchisesystem anzuschließen und sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren.

    Beobachten Sie sonst noch spannende Entwicklungen?

    Das ist das Spannende an der Franchisewirtschaft – die Entwicklungen sind dynamisch und es kommen immer wieder neue Strömungen hinzu. Als besonders interessant empfinde ich derzeit die Entwicklung des Social Franchising. Es gib immer mehr Systeme aus dem sozialen Sektor, die die Skalierbarkeit im Franchise für die Multiplikation ihres Konzeptes nutzen. Und das in erster Linie um die gute Idee weiterzutragen. Ein Mitglied ist Rock Your Life, ein Mentorenprogramm, dass Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien auf ihrem schulischen und beruflichen Weg unterstützt. Oder CAP Lebensmittelmärkte, deren Mitarbeiter auf dem freien Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten. Das sind nur zwei Beispiele, doch ich bin mir sicher, dass viele weitere soziale Konzepte folgen. Darum erarbeiten wir aktuell in einer Fokusgruppe auch einen Leitfaden zum Aufbau eines Social Franchisesystems und diskutieren darüber wie Inklusion in Mitgliedsunternehmen gefördert werden kann. Eine sinnstiftende Diskussion, die zeigt, dass kommerzielles und soziales Franchising stark voneinander profitieren kann. mehr

    Wir danken für das Gespräch.

    Eigener Chef statt Job-Center

    Eine Studie von Autor Knut S. Pauli.

    Die Pandemie wütet in den Innenstädten, auf dem Land und im ganzen Wirtschaftsraum. Die Folgen: Etliche Firmen und Geschäfte sind längst insolvent oder von der Insolvenz bedroht. So auch viele Franchise-Systeme. Trotzdem ist Franchising immer noch eine der sichersten Varianten, sich in Krisenzeiten selbständig zu machen.

    Bedingt durch die noch längst nicht ausgebremste Pandemie vollzieht sich ein radikaler Wandel in der Wirtschaft. Im Konsumsektor zählen Gastronomie, Touristik und Einzelhandel allemal zu den vom Lockdown gebeutelten Branchen. Bis zu 50.000 Händler werden für immer den Rolladen unten lassen, befürchtet der Handelsverband Deutschland (HDE). Im industriellen Sektor schickten nahezu alle Konzerne einen Gutteil ihrer Leute zunächst in die Kurzarbeit, danach kommt eventuell der blaue Brief.
    Noch federt die Arbeitsmarktpolitik die Gefahr explodierender Job-Verluste ab.

    Im August 2025 erhielten 33.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld.

    Im Jahr 2023 waren laut BA durchschnittlich rund 240.800 Personen in Kurzarbeit. Die Anzahl der Kurzarbeiter fiel insbesondere in den Jahren 2020 und 2021 wesentlich höher aus: Aufgrund der Corona-Pandemie waren im April 2020 laut Angaben der Agentur für Arbeit rund sechs Millionen Personen in Kurzarbeit. Damit wurde der bisherige Rekordmonat Mai 2009, als 1,44 Millionen Menschen in Kurzarbeit waren, deutlich übertroffen. Im Durchschnitt des ganzen Jahres 2020 waren knapp 2,94 Millionen Menschen in Deutschland von Kurzarbeit betroffen.

    Inmitten dieser düsteren Aussichten gibt es aber gerade auch Hoffnung, dass einige Anbieter weiterhin erfolgreich bleiben, andere als innovative Überflieger die Zeit überstehen, aber auch einige sehr schweren Zeiten entgegensehen. In der Folge versucht die Redaktion von Franchising.mag und franchising-network.de eine Analyse der Chancen und Risiken, der Gewinner und Verlierer.

    Krisenzeiten sind Unternehmerzeiten! So werden tausende Freigesetzte und Arbeitslose auf den Markt strömen, deren einzige Chance auf eine sichere Zukunft im Sprung in die Selbständigkeit besteht. Hier setzen wir an und werden das Geschehen am Markt für Franchise-Systeme unter die Lupe nehmen. Dort, wo Standorte von Franchise-Partnern frei werden, werden sich neue, zeitgemäßere System mit ihren Partnern etablieren. Die arrivierten Systeme wie im Immobilienbereich oder IT-Service werden sich die Rosinen herauspicken. In systemrelevanten Dienstleistungen, in der Technik oder im Health-Care-Bereich, den Pet-Stores oder dem Bau-/Handwerk sind die Chancen weiterhin gut. Aber auch Geschäftsideen mit höherem Risiko und neuer Ausrichtung wie im Lieferservice oder Green-Food-Sektor haben gute Erfolgsaussichten.

    Letzter Strohhalm Franchising

    Der dritte Bereich sind die Restarter, die mit Aufnahme der ersten Lockerung von Präsenzmöglichkeiten profitieren wie Nachhilfe und seriöse Fitnessanbieter. Alles in allem aber eine schwierige Situation der Abwägung für ein Investment des Einzelnen, aber auch eine riesige Chance, den Markt für Franchise-Systeme neu aufzurollen und umzukrempeln. Die dabei von allzu cleveren Existenzgründungsberatern als Strohhalm angepriesene Zahl von 1.000 Franchise-Geschäftsidee dürfte sich bei Ansicht der harten Fakten auf allenfalls 400 Franchise-Systeme abschmelzen, die tatsächlich zukunftsfähig und dazu expansiv sind.

    Bei der nun anstehenden Besetzung der verbliebenen weißen Flecken auf der Vertriebs-Landkarte sowie die Nachfolgesuche für frei werdenden Plätze von Franchisenehmern, denen noch eine Schonfrist gewährt ist, um ihre Insolvenz beim Amtsgericht anzumelden, müssten Franchise-Manager Nachtschichten einlegen, um aus dem Leads-Traffic in den sozialen Medien die Treffer unter den Kandidaten auszufiltern.

    Eigener Chef – Run auf Geschäftsideen

    Denn mangels eigener Geschäftsideen des Gros der Gründer21 wird ein Run auf Franchising einsetzen, vorausgesetzt der Weg dahin ist bekannt und die Offerten seriös. Welches Potenzial Franchising als Jobmaschine hat, zeigt sich in den USA, dem Mutterland des modernen Franchisings mit seinen rund 5.000 Systemen. Das Department of Commerce in Washington schwört auf das arbeitsmarktpolitische Instrument, mit dem es immer wieder gelingt, Jobsucher mir einer „Franchise“ in Arbeit und Brot zu bringen.

    Aktuell könnte die amerikanische Franchise-Industrie laut einer Wirtschaftsprognose der Internationalen Franchise Association (IFA) mehr als 26.000 Standorte hinzufügen und damit die Rückgänge gegenüber dem Vorjahr ausgleichen sowie fast 800.000 neue Arbeitsplätze schaffen. “Durch schnelle Anpassungsfähigkeit, skalierbare Technologie und den Fokus auf nachgefragte Produkte und Dienstleistungen hat der Franchise-Sektor immer wieder seine Widerstandsfähigkeit bewiesen”, so Robert Cresanti, Präsident und CEO von IFA.

    Franchise unterm Radar

    In Deutschland entwickelt sich diese Form der Kooperation noch weitgehend unter dem Radar der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitiker. Nach einem stürmischen Wachstum in den 90ziger Jahren des letzten Jahrhunderts oszilliert die deutsche Franchise-Industrie um 1.000 Systeme. Durch die Corona-Krise kam es aktuell aber zu einem Aderlass. Nach Einschätzung von Reinhard Wingral steht rund ein Drittel der Franchise-Systeme auf tönernen Füßen. In der Gastronomie und in der Fitness-Branche, zwei der Franchise-Domänen, sind Partner-Pleiten absehbar. Beim harten Kern von soliden Franchisesystemen dürfte der Abschmelzprozess mit einer deutlich geringeren Quote von fünf Prozent zu Buche schlagen – also 15 bis 20 Franchise-Systeme, prognostizierte Reinhard Wingral zu Beginn der Corona-Krise.

    Im Jahr 2024 zeigte sich die Franchise-Wirtschaft in Deutschland robust mit einem Wachstum bei Betrieben, Umsatz und Beschäftigung. Die Anzahl der Franchisebetriebe stieg um 2,0 % auf rund 193.920, während der Gesamtumsatz um 1,1 % auf 149,2 Milliarden Euro anwuchs. Der Sektor beschäftigte 829.700 Mitarbeiter, was seine Stabilität unterstreicht. 

    Erfolgsaussichten im Franchising

    Der Deutsche Franchiseverband (DFV) „Franchising dürfte künftig weiter an Bedeutung gewinnen, schließlich kristallisiert sich aktuell heraus, dass das Modell Franchise der Krise, dank des stabilen Netzwerkes, vergleichsweise gut gewachsen ist“, erläuterte Torben Leif Brodersen, Ex-Hauptgeschäftsführer des Deutschen Franchiseverbandes, und folgert: Einmal mehr zeigt sich, dass sich der System- und Netzwerkgedanke auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten bewährt hat und Verlass ist auf diese Form der Solidargemeinschaft. Das macht das bewährte Konzept Franchising zu einer verlässlichen Zukunftsstrategie für die Post-Corona-Zeit.“ Von den oft zitierten 1.000 Franchise-Systemen hierzulande sind etwa ein Drittel im DFV organisiert und haben somit den Tauglichkeitstest des Verbandes in Zusammenarbeit mit dem Institut F&C bestanden.

    Zu den Erfolgsaussichten im Franchising gibt es viele blumige Versprechen aber bislang nur wenige harte Daten. Eine Studie des wissenschaftlichen Instituts F&C mit Sitz in Münster aus dem Jahr 2016 zeigt, dass Franchise-Gründer im Durchschnitt nach einem Jahr noch zu 94 Prozent aktiv sind; bei unabhängigen Gründungen haben sich dagegen etwa 85 Prozent der Unternehmer behauptet. Zwei Jahre nach der Gründung existieren noch 90 Prozent der Franchise-Nehmer und 75 Prozent der „allgemeinen Existenzgründer“. Im 3. Jahr sind noch 83 Prozent der Franchise-Unternehmer aktiv und 68 Prozent der übrigen Selbständigen. Damit liefert das mit dem Deutschen Franchise Verband (DFV) zusammenarbeitende Institut einen belastbaren Wert für die Performance der Gründer21 im Franchising.

    Quo vadis Franchising

    Mehr denn je kommt es aber auf eine gründliche Analyse der Franchise-Möglichkeiten an. Denn bislang gab es schon viel zu viele Partner, die nicht annähernd so gut verdienen wie der eine oder andere Franchisegeber verkündet und die von daher kein finanzielles Polster aufbauen konnten. Die immer wieder lauthals beschworene Win-Win-Situation erweist sich immer wieder als Fata Morgana. – „Franchising ist halt kein Allheilmittel, um unreife Geschäftsmodelle zum Laufen zu bringen“, kommentiert Consultant Wingral.

    Ergo: Franchising nach dem Management ist durchaus eine solide Option, falls das Geschäftsmodell und das Trainings-und Betreuungs-Konzept, das Manager zu Franchisenehmer mutieren lässt, den Stresstest über Corona hinaus erfolgreich absolviert hat. Allerdings setzt dies nach der Schulung und Hospitation bei einem bestehenden Franchise-Partner den vollen Einsatz der Gründer21 an der Verkaufsfront mit ihrem eigenen Geschäft voraus.

    KFC-Franchise schreit 500

    Burger, gebratene Hähnchen und Nuggets liegen bei deutschen Gaumen im Trend. Davon profitiert auch Kentucky Fried Chicken KFC-Franchise. Die Fast-Food-Kette will sich auf dem umkämpften Markt weiter profilieren – und treibt ihre Expansion voran. Die Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) will die Zahl ihrer Restaurants in Deutschland verdreifachen. Derzeit sind es 163 Filialen, in fünf bis sieben Jahren sollen es 500 sein, wie die Firma in Düsseldorf laut spiegel-onlene mitteilte. Die Nachfrage nach gebratenen Hähnchen zog 2017 an – der Umsatz von KFC Deutschland stieg den Angaben zufolge um zehn Prozent auf 243,7 Millionen Euro.

    Der Zuwachs geht nicht nur auf Restaurants zurück, die vergangenes Jahr neu eröffnet wurden, sondern auch auf bessere Geschäfte auf bestehender Fläche. Angaben zum Gewinn wurden nicht gemacht. Durch den Restaurantnetz-Ausbau soll eine Milliarde Euro Umsatz gemacht werden.

    Die Fast-Food-Branche ist umkämpft. Anbieter stehen nicht nur untereinander im Wettbewerb, sondern auch mit anderen Snackanbietern – vom Backshop bis zum Pizzastand.

    Dennoch setzen auch direkte KFC-Konkurrenten auf Expansion: Burger King will bis Ende 2023 in Deutschland von derzeit etwa 700 Restaurants auf 1000 zulegen. Mit großem Abstand Marktführer ist McDonald’s, die Firma hat hierzulande fast 1500 Restaurants.KFC gehört zum amerikanischen Systemgastronomie-Konzern “Yum! Brands”. Dessen Sitz ist im US-Bundesstaat Kentucky. Zu ihm gehört auch die Kette Pizza Hut. In Großbritannien hatte die Kette zuletzt mit Lieferproblemen zu kämpfen. Hunderte Filialen mussten vorübergehend schließen.

    Morgengold-Partner des Jahres: „Wir leben Morgengold!“

    Frische Brötchen bis morgens um 6:30 Uhr an die Haustür: Mit dieser Geschäftsidee von Morgengold Frühstücksdienste, Deutschlands Nr. 1 im Backwaren-Homedelivery, ist Ramon Westkamp inOsnabrück 2004 gestartet. Heute beliefert er gemeinsam mit seiner Frau Bianca 3.700 Haushalte.

    Ihre besonderen unternehmerischen Erfolge wurden bereits zum dritten Mal mit der Auszeichnung zum Franchise-Partner des Jahres honoriert.  Als Ramon Westkamp 2004 seinen Morgengold Frühstücksdienst in Osnabrück eröffnet, will seine Frau Bianca ihn eigentlich nur unterstützen. „Nach kurzer Zeit reifte in mir die Überlegung, mich noch stärker für den Morgengold-Erfolg zu engagieren“, erinnert sich die 38jährige. 2006 fiel die Entscheidung: Die gelernte Industriekauffrau kündigt ihren Job bei einer Bank und steigt als Franchise-Partnerin im Betrieb ihres Mannes mit ein. Heute führen die beiden über 40 Repräsentanten und Teamleiter sowie über 30 Logistikpartner in Osnabrück, Münster und Rheine und beliefern 3.700 Kunden.

    Für ihren Geschäftserfolg und ihre Betriebsergebnisse sind Bianca und Ramon Westkamp auf der diesjährigen Morgengold-Jahrestagung und Erfa in Köln in diesem Jahr bereits zum dritten Mal zum Franchise-Partner des Jahres ausgezeichnet worden. „Bei Morgengold können wir auf ein bewährtes Unternehmenskonzept und eine professionelle Rückendeckung zurückgreifen“, so Ramon Westkamp zur Basis ihres Erfolgs. Darüber hinaus schätzt das Unternehmerpaar die besondere Innovationsstärke der Franchise-Zentrale. Die ist für Ramon Westkamp, der sich selber aktiv als Mitglied des EDV-Beirats engagiert, in der stetigen Weiterentwicklung des Morgengold Web-Systems® spürbar. „In all diesen Faktoren liegen die Vorteile unserer Franchise-Partnerschaft“, ergänzt seine Frau Bianca.„Dank der standardisierten Prozesse und des ausgefeilten MorgengoldVertriebskonzepts können wir unser großes Gebiet strukturiert bearbeiten und ausschöpfen.“

    Die Zahlen geben ihnen Recht: Eine Gebietsausschöpfung von 103 Prozent sind das erfolgreiche Ergebnis ihres konsequenten Vertriebs mit Repräsentanten an der Haustür ihrer potenziellen Kunden. Engagiert in die Zukunft Als starkes Team blicken Westkamps in ihre Zukunft als MorgengoldPartner. „Wir haben alles bisher erwartete erreicht und sogar übertroffen“, freuen sie sich. „Nicht zuletzt die erneute Auszeichnung zum Morgengold Franchise-Partner des Jahres hat uns in unserem Weg bestätigt.“ Dabei steht auch das engagierte Unternehmer-Duo immer wieder vor neuen Herausforderungen. „Auch als Franchise-Partner verlangt eine  berufliche Selbstständigkeit viel eigenen Einsatz“, erinnert sich Bianca Westkamp.
    Systeminformation:  Seit 1991 als Franchise-System aufgestellt, ist Morgengold Frühstücksdienste Marktführer im Backwaren-Homedelivery.  100.000 Haushalte nehmen derzeit den Service der 100 Morgengold Frühstücksdienste in Anspruch. 2016 erzielte das Unternehmen einen Gruppenumsatz von 40,5 Mio. Euro.

    GM Futurliner-Showtruck in USA von einem Snap-on Kunden entdeckt

    Jahrzehntelang war der GM Futurliner-Showtruck mit der Nummer 7 verschollen. In Poland Springs im US Bundesstaat Maine hat ein Snap-on Kunde aus Jena diesen großartigen Fund gemacht. Der Oldtimerexperte Michael Gross von ChromeCars aus Thüringen hat die Identität und Originalität des historischen Fahrzeuges, das sich fast ungeschützt unter einem behelfsmäßigen Dach befand, bestätigt. Anfang der 40er Jahre wurden nur zwölf Exemplare des chrombeladenen GM-Kreuzer mit einer Länge von 10 Meter und einer Höhe von 3,5 Meter von General Motors produziert. Wir sind gespannt, wie die Restauration vorangeht und ob der Reihensechszylinder jemals wieder laufen wird.

    Die Planung für die Deutschlandtour des neuen Equipment-Vans läuft auf Hochtouren. Wer sich diesen prall gefüllten Transporter mit einer Wuchtmaschine, einem Kompressor, einem Pro-Spot Automatik-Schweißgerät und vielem mehr gerne genauer ansehen möchte, der kann gerne Termine mit unseren Händlern vor Ort vereinbaren.
    Weitere Informationen: www.snapon.de.

    McMuseum, McEntertainment und McKonzert?

    Die expandierende, vielfältige Kulturwirtschaft entdeckt das Franchising als Erfolg versprechende Marktdurchdringungs- und Wachstumsstrategie. Trend- und Brand Consultant Thomas Matla der Schweizer Bellone Franchise Consulting erläutert die neue Entwicklung.
    Der Franchise-Gastronom McDonald`s eröffnete im November 2009 im Pariser Museum Louvre ein Restaurant. Der Louvre ist mit rund acht Millionen Besuchern pro Jahr das meistbesuchte Museum der Welt, wenn auch viele Kulturinteressierte ihm nur einen Kurzbesuch abstatten, um einen Blick auf die weltberühmte Mona Lisa zu werfen. Danach, inspiriert und angetan, verlassen sie meist das Museum innerhalb weniger als 30 Minuten.
    Damit kommen sich Franchise-Wirtschaft und Kulturwirtschaft gefährlich nah, meinen Sie? Es geht noch näher. Der Trend kommt wie immer aus den USA. Hier, wo fast alle Museen in privater Trägerschaft sind, spielt die Notwendigkeit der Eigenfinanzierung eine weitaus größere Rolle, als hierzulande, wo Museen nicht wirklich an der Erzielung von Einnahmen interessiert, geschweige denn dafür ausgelegt scheinen. Wenn ein aktives Museum in Deutschland Geld verdient, mindert es damit den Zuschuss aus dem öffentlichen Haushalt. Wer will das schon.
    Non-Profit bedeutet in den USA dagegen zielgerichtet professionell und ergebnisorientiert arbeiten. Die Chancensuche ist dabei eine erfolgreiche Strategie. Neben überzeugenden Ausstellungskonzepten, die ein Massenpublikum anziehen, sind die Konzeption und Realisierung von erstklassigen und thematisch passenden Museumsshops und Museums-Cafés dafür wirtschaftlich erfolgreiche Beweise. Doch es geht noch expansiver.

    Große Museumsmarken brauchen globale Präsenz

    Die besten und größten Museen der Welt begannen bereits vor Jahren ihre globale Präsenz, durch weltweite Ausleihe ihrer Exponate bis hin zu gesamten Ausstellungen, zu erhöhen. Zunehmend steht die Vervielfältigung der Museen selbst an. Damit begeben sie sich als Kulturinstitutionen auf das Feld des Franchising und der Lizenzierung – des Kulturfranchising.
    Die Museumsmarke Louvre beispielsweise verfügt bisher über einen erfolgreich eingeführten Standort, bzw. „Pilotbetrieb“ in Paris, wenn gleich auch mit ausgesprochen umfangreichen, tiefen und langen Erfahrungen.
    Schließlich existiert er seit 1793. Zusätzlich eröffnete die Museums-Marke in der französischen Region Nord-Pas-de-Calais die „Niederlassung“ Louvre Lens. Als erster internationaler Standort kommt zukünftig der Louvre Abu Dhabi, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, hinzu. Macht für die Marke Louvre drei Standorte in zwei Ländern. Damit ist der Louvre im Bereich Kulturfranchising und Licensing unter den International First Class Museums schon recht gut aufgestellt.
    Andere internationale Museumsmarken haben aktuell noch weniger Standorte. So verfügt das französische Centre Pompidou über je eine Niederlassung in Paris und Metz, das US-amerikanische Museum of Modern Art über zwei, wie auch die Dia Art Foundation und das Museum of Contemporary Art San Diego. Überholt werden sie alle bereits von der Tate Gallery London, mit insgesamt vier Standorten (London 2, Liverpool 1, St. Ives/ Cornwall 1).

    Guggenheim ist Kulturfranchising-Trendsetter
    Trendsetter im Kulturfranchising der internationalen First Class Museen, mit den meisten Standorten und damit schwergewichtiger Kulturfranchiser Nr. 1 ist das amerikanische Guggenheim Museum. Erfinder, bzw. erster Nutzer dieser für die Kulturlandschaft neuen Marktwachstums- und
    Marktdurchdringungsstrategie ist Thomas Krens. Dieser trat 1988 als Direktor der Solomon R. Guggenheim Foundation in deren Dienst ein und übernahm die Verantwortung für das zentrale Guggenheim Museum in New York, als auch für die Guggenheim Niederlassung in Venedig.
    Die wenigen, das Wachstum limitierenden Museums-Standorte und die Ausgabenkürzungen für Kultur durch den Staat, bedeuteten für Thomas Krenz sehr schnell wohl eines: Kulturanbieter müssen sich konsequent wie Wirtschaftsunternehmen organisieren und verhalten sowie deren Erfolgsstrategien übernehmen, adaptieren und nutzen. Für ihn waren das die Profilierung durch einen konsequenten Markenaufbau und das Wachstum durch Franchising.
    Ab 1988 wurde Guggenheim Venedig „franchiseartig“ geführt. 1997 das Guggenheim Bilbao in Spanien eröffnet, sowie die Deutsche Guggenheim in Berlin, in Kooperation mit der Deutschen Bank. Das Guggenheim Soho in New York bestand von 1992 – 2001, das Guggenheim Hermitage in Petersburg
    existiert seit 2001, das Guggenheim Las Vegas von 2001 – 2003. Gespräche und Verhandlungen zur Planung und Eröffnung von weiteren Guggenheimstandorten laufen seither ständig, u.a. in Abu Dhabi, Beijin, Guadalajara, Hong Kong, Moskau, Rio de Janeiro, Singapur, Sydney und Tokyo.
    Dabei sollte man immer im Kopf behalten, dass eine Eröffnung einer McDonald`s Niederlassung laut Presseberichten ca. € 1 Mio. kostet, die eines Guggenheim Museums zwischen $ 300 – 500 Mio.

    Franchising im High-End-Kulturbereich angekommen

    Dass Franchising im High-End-Kulturbereich der International First Class Museums angekommen und ein aktuelles Thema ist, zeigt das Beispiel Guggenheim. Auch, wenn kulturelle und wirtschaftliche Sichtweisen nicht immer von allen Beteiligten voll geteilt und schon gar nicht einfach zusammengebracht werden, wie der Rücktritt des ehemaligen Chairman und langjährigen finanziellen Unterstützers Peter Lewis, aufgrund langer Diskussionen mit Thomas Krens, über die Wahl des Franchisings als Wachstumsstrategie, zeigt.
    Aber das Verbinden und Austarieren von vermeidlichen Gegensätzen ist obligatorischer Bestandteil von kulturellen Prozessen und Projekten. So ist davon auszugehen, dass sich nach einer ersten Findungsphase spezielle Kulturfranchising-Varianten für die unterschiedlichen Bereiche
    herauskristallisieren. Ihr Marktdurchdringungs- und Wachstumsanspruch wird allen gemein sein, die Art der Konzeption und Realisation divergieren. Ganz genau so, wie in der restlichen Wirtschaft. Die Vorteile, die Franchising Kulturunternehmen bietet, sind in der Branche jedoch erkannt worden. Das
    zeigt sich nicht nur bei internationalen Museumsmarken mit Bildungsanspruch.

    Kulturfranchising im Entertainment Business

    Kennen Sie Madame Tussauds Wax Museum? Vormals ein Unternehmen der Dubai International Capitel, jetzt zur Merlin Entertainment Group und damit zur Blackstone Group gehörig, konzentriert sich das Londoner Kulturfranchise-Unternehmen (dort sechs Wax Museums) auf seinen Unterhaltungsbereich und die weitere internationale Expansion.
    Blackstone ist übrigens nach Walt Disney der weltweit zweitgrößte Betreiber touristisch unterhaltender Attraktionen. Zu ihm gehören u.a. Legoland Dänemark (vier Parks sowie ein Standort in Berlin), 50% der Universal Studios Orlando und 18 Sea Life Aquariums. Die gesamten Entertainment-Angebote der Gruppe erreichen pro Jahr über 30 Mio. Besucher.

    Montreux Jazz Festival, am Genfer See

    Wie kann man die Werte und das Erbe eines 44 Jahre existierenden Kulturfestivals hochhalten, sein Image polieren und sein Feuer wieder anfachen, dabei aber gleichzeitig auch das damit verbundene Erlebnis international hochwertig vervielfachen, einer größtmöglichen Zahl von Menschen bekannt machen und dabei noch Geld verdienen? Die Antwort für den Festivalgründer Claude Nobs lautete wohl durch Kulturfranchising.

    Die Stiftung des Montreux Jazz Festivals jedenfalls lässt die Montreux Experience SA so genannte Montreux Jazz Cafés seit 2008 weltweit im Franchising betreiben und selbst Lizenzen vergeben. Das Leitmotiv der Cafés sind die auf Video konservierten Montreux Jazz Festival Konzerte, die eben hier exklusiv gezeigt werden. Das professionelle Branding der identisch gestalteten Cafés umfasst großformatige Abbildungen der beim Konzert auftretenden Musiker und geht feinfühlig bis zur abgestimmten Schuhfarbe des Servicepersonals.

    Die angestrebte Expansion sieht neben dem Start am Flughafen Genf 2008 weitere Eröffnungen in Montreux, Zürich, Lausanne und New York vor. Auch temporäre Varianten, wie während der Weltausstellung in Shanghai, sind beispielsweise für die Olympischen Spiele 2012 in London vorgesehen.

    Zwiti: Kulturfranchising als Wirtschaftsmotor

    Kulturfranchising und Kulturlizenzierung haben sich als Trend bereits in unterschiedlichen Bereichen der Kulturwirtschaft erfolgreich fest etabliert. Sie erobern kreativ weitere Kulturbereiche. Positiv für die Gesamtgesellschaft, denn Kulturfranchising leistet nicht nur einen Beitrag zur gesellschaftlichen Wertebildung, sondern tätigt Investitionen in die jeweilige Region, in Form von Unternehmensgründungen, Arbeitsplätzen und Steuerabgaben, sowie als Generator für nachfolgende weitere Konsumentenausgaben.