Zugang zu Bankkrediten immer schwieriger

Zahlreiche mittelständische Unternehmen müssen aktuell Übernahmen, Neustrukturierungen und Umschuldungen mit Bankkrediten finanzieren. Immer weniger haben jedoch Erfolg mit klassischen Krediten bei Banken. Insbesondere KMU sehen sich deshalb vermehrt nach alternativen Finanzierungslösungen wie objektbasierten Modellen um.

So hat die Bundesbank in ihrer aktuellen Umfrage zum Kreditgeschäft im ersten Quartal 2025 eine deutliche Verschärfung der Kreditvergaberichtlinien durch deutsche Banken festgestellt. Damit reagieren die Institute unter anderem auf die derzeit unsichere wirtschaftliche Lage und das gestiegene Risiko von Kreditausfällen. So stieg zwar die Nachfrage nach Krediten Anfang des Jahres, mit ihr aber auch die Zahl der Kreditablehnungen bei kleineren und mittleren Unternehmen.

Finanzinstitute mussten nicht nur die allgemeinen Richtlinien an die aktuelle Situation anpassen. Auch die Kreditbedingungen – die in den Kreditverträgen vereinbarten tatsächlichen Anforderungen an die Unternehmen – wurden aufgrund des gestiegenen Kreditrisikos und der gesunkenen Risikotoleranz zuletzt erneut verschärft. Im Zuge der verschärften Kreditrichtlinien und -bedingungen der Banken suchen gerade kleine und mittlere Unternehmen daher vermehrt nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.

Der Bedarf an Finanzierungslösungen, die nicht oder nur in geringem Maß von der Bonität abhängen, ist in den letzten Monaten spürbar gestiegen. Unternehmen, die klassische Bankkredite nicht mehr in ausreichendem Maße erhalten, griffen zunehmend auf solche Alternativen zurück. „Immer häufiger liegen bei uns Anfragen etwa zur Finanzierung von Unternehmensübertragungen auf dem Tisch“, erklärt Carl-Jan von der Goltz, geschäftsführender Gesellschafter des Spezialfinanzierers Maturus Finance GmbH. Sie ist eine bankenunabhängige Finanzierungsgesellschaft und bietet innovative Wege der Unternehmensfinanzierung.

Restriktionen auch in Zukunft zu erwarten

Im Fokus stehen dabei auch objektbasierte Modelle, die den Wert von Unternehmens-Assets wie Fuhrparks, Maschinen, Sachwerten oder Warenlagern in den Mittelpunkt stellen. Restriktionen auch in Zukunft zu erwarten. Aufgrund der weiterhin angespannten Wirtschaftslage und der gesunkenen Bonität zahlreicher Kreditnehmer planen die Institute laut Umfrage weitere Straffungen. „Auch wir rechnen künftig mit einem beständigen Anstieg der Anfragen für alternative Modelle“, sagt von der Goltz. Gerade in Zeiten volatiler Konjunkturentwicklung und schwieriger Unternehmenssituationen sei die schnell und flexibel einsetzbare Liquidität, die durch Modelle wie Sale & Lease Back und Asset Based Credit gewonnen werden kann, von Vorteil für KMU. „Aber auch in Wachstumsprozessen und außerhalb von Krisenzeiten erweist sich der Griff nach Bankalternativen als pragmatische Lösung“, so der Finanzierungsexperte.

Anders als beim gewöhnlichen Unternehmenskredit betrachtet der Asset-Finanzierer statt der Bonität des Unternehmens die Werthaltigkeit und Zweitmarktfähigkeit der angebotenen Leasingobjekte bzw. Sicherheiten. Somit können Betriebe, die zum Beispiel über einen umfangreichen Maschinen- oder schweren Fuhrpark verfügen, diese Objekte im Rahmen einer „Sale & Lease Back“-Finanzierung in sofortige Liquidität verwandeln und zur weiteren Nutzung direkt zurückleasen.

Gründerpreis NRW 2024: „Starke Idee, starke Leistung.“

Das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium und die NRW.BANK zeichnen in Düsseldorf drei innovative Gründungsteams aus Nordrhein-Westfalen mit „MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW 2024“ aus. Der erste Platz geht an die Ideenschmiede Incoretex GmbH aus Aachen, die über eine Plattform hilft, Produkte intelligenter zu machen. Platz zwei belegt die Greis Beschichtungstechnik GmbH aus Olpe für innovative Oberflächenbeschichtungen. Den dritten Platz sichert sich die SO DONE GmbH aus Rheine für eine KI-basierte Lösung, die Hassmeldungen im Internet aufspürt. Die Preisgelder belaufen sich auf insgesamt 60.000 Euro.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur:„Starke Ideen, starke Leistung – starke Preisträgerinnen und Preisträger! Die Gründerinnen und Gründer treiben die digitale und nachhaltige Transformation voran und bauen damit nicht nur an ihrem eigenen wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch an der Zukunft unseres Landes. Menschen wie sie machen Nordrhein-Westfalen zu einem attraktiven Standort, auch für Investitionen aus dem Ausland. Mit Ihrem Engagement und ihrem Erfolg machen sie vielen anderen Gründerinnen und Gründern Mut, neue Wege einzuschlagen. Respekt!“

Gabriela Pantring, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK: „Die technologischen Innovationen und das unternehmerische Engagement der diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind wichtige Bausteine für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen. Mit MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW unterstützen wir die Strahlkraft ihrer visionären Geschäftsideen über die Landesgrenzen hinaus – damit sie auch viele weitere Gründungsinteressierte dazu inspirieren, an ihre Ideen zu glauben.“

Über den ersten Platz und ein Preisgeld von 30.000 Euro kann sich die Incoretex GmbH aus Aachen freuen. Das 2019 von Dr. Martin Riebe gegründete Unternehmenentwickelt intelligente Produktlösungen, die hochauflösende Sensorik, Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) nahtlos miteinander verbindet. Mit einer innovativen Plattform verwandelt Incoretex Produkte wie Trainingsgeräte und Matratzen in intelligente, interaktive Systeme, die flexibel auf die Anforderungen der Kundinnen und Kunden reagieren. Die Technologie wird bereits in verschiedenen Branchen eingesetzt – vom Echtzeit-Monitoring in der Mobilitätsindustrie bis zu automatisierten Vermessungen im Schuheinzelhandel. Dank intelligenter Technik werden Füße hochpräzise und digital vermessen, Matratzen passen sich dank Sensoren an die Anatomie an und Fitnessgeräte analysieren Trainingsaktivitäten präzise.

Platz zwei und ein Preisgeld von 20.000 Euro sichert sich die Greis Beschichtungstechnik GmbH aus Olpe, die mit umweltfreundlichen Beschichtungsverfahren überzeugte. Unter der Leitung von Nicolas Greis hat sich das Unternehmen in kürzester Zeit zu einem Vorreiter in der Oberflächenbeschichtung entwickelt, der innovative Lösungen für Korrosions- und Brandschutz und andere anspruchsvolle Beschichtungsverfahren liefert. Durch ein hochmodernes Teleskop-Trocknungssystem werden die Durchlaufzeiten der Beschichtungsprozesse um bis zu 50 Prozent verkürzt, was die Umweltbelastung deutlich reduziert. Zudem arbeitet das Unternehmen kontinuierlich an der Verbesserung der ökologischen Standards durch den Einsatz lösemittelarmer und umweltfreundlicher Materialien.

Platz drei geht an die SO DONE GmbH aus Rheine. Das Gründungsteam um Franziska Brandmann, Marcel Schliebs und Alexander Brockmeier hat eine KI-basierte Software entwickelt, die Menschen vor Anfeindungen und Drohungen im Netz schützen soll. Das Tool erkennt strafrechtlich relevante Kommentare und unterstützt Betroffene dabei, diese zu löschen und rechtliche Schritte einzuleiten. Das Angebot ist für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos. Mit diesem innovativen Ansatz verteidigt SO DONE die Rechte der Betroffenen und stärkt die Meinungsfreiheit und die Demokratie im digitalen Raum. Dafür erhält das Unternehmen ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Über den Wettbewerb

MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW zählt mit 60.000 Euro Preisgeld zu den bundesweit höchstdotierten Wettbewerben seiner Art. Im Jahr 2023 gingen die Auszeichnungen für die ersten drei Plätze an die cleansort GmbH aus Rösrath, die Düsseldorfer LEROMA GmbH und Kikis Kitchen GmbH aus Bochum. Die Jury von MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Christine K. Volkmann besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der NRW.BANK sowie Existenzgründungs- und Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus Nordrhein-Westfalen. Weitere Informationen zu MUT – DER GRÜNDUNGSPREIS NRW, Steckbriefe und Fotos der zehn Nominierten sowie die Aufzeichnung der Preisverleihung finden Sie unter www.gründungspreis.nrw.

KfW StartGeld Chancenrechner

Der KfW StartGeld Chancenrechner: Ein Durchbruch für Gründerinnen und Gründer

KfW Bankengruppe präsentiert mit dem KfW StartGeld Chancenrechner ein neues, innovatives Tool, das speziell für Gründerinnen und Gründer entwickelt wurde. Dieses Tool bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Chancen auf eine KfW-Finanzierung effektiv und transparent zu bewerten.

Transparenz und Praktikabilität im Vordergrund

Der KfW StartGeld Chancenrechner hebt sich durch seine Transparenz hervor. Er stellt die Finanzierungschancen auf einer Skala von 0 bis 100 dar, was eine klare und leicht verständliche Einschätzung ermöglicht. Dieses kostenfreie und werbefreie Tool bietet damit eine hohe Praktikabilität für Nutzer.

Entwicklung basierend auf Expertenwissen

Entwickelt von Experten mit langjähriger Erfahrung in der Unternehmensberatung und Finanzierung, kombiniert der Chancenrechner Fachwissen, abstrakte Herangehensweisen und praktische Erfahrungen. Diese Kombination führt zu einem effektiven Ergebnis, das sowohl von großen Firmen als auch von Start-ups und KMUs genutzt wird.

Banken und Google erkennen Potenzial

Banken bestätigen die Genauigkeit des KfW StartGeld Chancenrechners und dessen Übereinstimmung mit ihren eigenen Bewertungen. Google hat dieses Tool als eines der vielversprechendsten Projekte im DACH-Raum anerkannt und mit einem exklusiven Mentoringprogramm gefördert, um es weiter zu verbessern und einer breiteren Nutzerschaft zugänglich zu machen.


Auch interessant:


Konkrete Tipps zur Erhöhung der Finanzierungschancen

Neben der Bewertung der Finanzierungschancen bietet der KfW StartGeld Chancenrechner seinen Nutzern sofort umsetzbare Tipps, um die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen KfW-Finanzierung zu erhöhen. Diese Tipps basieren auf den neuesten Erkenntnissen und Praktiken im Bereich der Unternehmensfinanzierung.

Weitere Informationen und Zugang zum Tool

Interessierte können weitere Informationen zum KfW StartGeld Chancenrechner auf der Website www.kfw-startgeld.de finden. Dort erhalten sie Zugang zu diesem innovativen Tool und können direkt ihre Chancen auf eine KfW-Finanzierung ermitteln.

Der KfW StartGeld Chancenrechner stellt somit eine wesentliche Ressource für Gründerinnen und Gründer dar, die ihre Möglichkeiten und Chancen in der Welt der Unternehmensfinanzierung besser verstehen und nutzen möchten.

Kreditstau bei Banken

Eckard Schwarzer, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung und stell­ver­tre­ten­der Vor­stands­vor­sit­zen­der der DATEV eG, redet Tacheles: Nach Verabschiedung des Milliarden-Hilfspakets der Bundesregierung befürchtet der Steuerexperte dramatische Verzögerungen bei der Ausreichung der Kredite und Hilfsmittel: “Das Hausbankprinzip behindert massiv die Bearbeitung der dringend benötigten Mittel für den Mittelstand”, so aktuell der Experte im Morgenmagazin des ZDF. Trotz Bürgschaft der Bürgschaftsbanken und der KfW bis zu 90 Prozent steht die Bearbeitungszeit und die Beurteilung der Bonität durch die Kreditsachbearbeiter der Banken einer rechtzeitigen Ausreichung massiv im Weg. Noch schlimmer: Die Kreditanstalt für Wideraufbau hat angekündigt, erst ab 14. April mit der Bearbeitung der Anträge zu beginnen. Von da an rechnet Schwarzer noch mit bis zu zwei Monaten, bevor das Geld bei den Unternehmen ankommt. Dann ist es für die meisten betroffenen Mittelständler längst zu spät. Schwarzer fordert daher, die Prüfung bereits von den jeweiligen Steuerberatern durch ein Testat massiv zu beschleunigen.

Danach stehen die Unternehmen noch vor der großen Problematik der Tilgung der Kredite. Wer im Handel bereits Ware bestellt hat muss diese auch bezahlen, verfügt jedoch über keinerlei Einnahmen, um die Disposition zu abzuwickeln. Experte Franz Josef Tenhagen von “Finanztipp” fordert daher, “noch zusätzlich die Tilgung der Kredite vorläufig auszusetzen”. Eckhard Schwarzer verweist angesichts der zu erwartenden Misere auf das unkomplizierte Verfahren in der Schweiz, wo Unternehmen ohne große Hürden Kredit bis zu 20 Millionen Euro bekommen können.

Firmen, die wegen der Corona-Krise “wirtschaftlich erheblich beeinträchtigt sind” können Überbrückungskredite im Umfang von maximal 10 Prozent ihres Jahresumsatzes bei ihrer Hausbank beantragen. Das Formular ist auf der Website www.covid19.easygov.swiss verfügbar. Bis zu 500.000 Franken bürgt der Bund voll, er trägt also das ganze Ausfallrisiko. Der Zinssatz beträgt null Prozent.

Davon sind wir hierzulande leider monatelang entfernt, hunderttausende von Anträgen werden erwartet. Eckhard Schwarzer befürchtet das Schlimmste: “In drei Monaten ist für viele Mittelständler und Kleinstunternehmen längst Schluss.”

Gründerpreis 2018: NRW.BANK feiert Start-ups

Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK, macht Mut: “Der Weg in die Selbständigkeit ist ein großer Schritt – ohne jede Frage. Doch der Mut zu gründen lohnt sich. Die eigenen Ideen verwirklichen, sein eigener Chef sein – die Selbständigkeit bietet viele Vorteile.“ Der Düsseldorfer Banker bietet Gründern an, den Weg in die Selbständigkeit gemeinsam zu gehen: „Schritt für Schritt Ihnen als Förderbank diesen Anfang zu erleichtern.“

Konkret hat die NRW.BANK als Förderbank für Nordrhein-Westfalen für jede Finanzierungsphase das passende Produkt. Auf ihrer Internetseite bietet eine interaktive Förderdatenbank eine ortskundige Führung durch die Förderlandschaft Nordrhein- Westfalens: Zu jedem Programm und Produkt, das in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung steht, hält die Produktsuche alle wichtigen Informationen bereit und Beratung.

Allzu leicht machen es sich die Verantwortlichen, einen Großteil der Beratung in die Startercenter in NRW zu legen, die unter diesem Namen in den IHK’n beheimatet sind und oftmals den Anforderungen an risikobehaftete Unternehmensgründungen nicht gerecht werden können. Kaum ein engagierter Gründer sucht daher den Weg in die Kammer, sondern eher direkt zu dem dafür qualifizierten Consultant. Außerdem ist die drohende Zwangsmitgliedschaft bei den IHK’n den meisten Gründern ein Dorn im Auge, da die Beiträge zumeist keinen wirklichen Gegenwert repräsentieren.

Gründerpreis 2018

Derweil schmückt sich die NRW.BANK mit dem jährlichen Gründerpreis. Insgesamt 60.000 Euro Preisgeld gab es 2018 für Wildling Shoes, Gummersbach, Screwerk, Lüdenscheid, und CREAPAPER aus Hennef. Mit dem ersten Platz wurde der Schuhproduzent Wildling Shoes aus Gummersbach ausgezeichnet, gefolgt vom Lüdenscheider Digital-Unternehmen Screwerk und dem Papierhersteller CREAPAPER aus Hennef. Zum siebten Mal haben das Wirtschafts- und Digitalministerium und die NRW.BANK den mit insgesamt 60.000 Euro dotierten Preis für besonders innovative und kreative Geschäftsideen an herausragende Unternehmerpersönlichkeiten vergeben.

Bei der Preisverleihung im K21 STÄNDEHAUS in Düsseldorf sagte Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Ich gratuliere der Gewinnerin und den Gewinnern zu ihren beeindruckenden Innovationen und zu ihrer Kreativität. Der GRÜNDERPREIS NRW zeigt auch in diesem Jahr, wie vielfältig und lebendig die Gründerszene in unserem Land ist. Die Preisträger sind inspirierende Beispiele dafür, wie es gelingt, die eigene Geschäftsidee erfolgreich umzusetzen.“

Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK betonte noch: „Mit dem GRÜNDERPREIS NRW schaffen wir Sichtbarkeit und helfen Gründern, sich weiter am Markt zu etablieren. Als Förderbank für NRW stehen wir Existenzgründern mit gezielter Beratung und Förderung zur Seite und setzen uns dafür ein, dass keine gute Idee an der Finanzierung scheitert, damit aus Innovationen Geschäftsmodelle „Made in NRW“ werden.“

Die Gewinner

Das erstplatzierte Gummersbacher Unternehmen Wildling Shoes GmbH entwickelt und vertreibt seit 2015 Kinder- und Erwachsenenschuhe, die einen natürlichen Gang ermöglichen und damit vor allem Kindern die Freude an der Bewegung zurückgeben. Gründerin Anna Yona beeindruckte die Jury mit der fairen Produktion ihrer Schuhe innerhalb Europas und erhält dafür 30.000 Euro Preisgeld. Auch überzeugte sie mit einer dezentralen Arbeitsweise an sechs Standorten, damit ihre Mitarbeiter Familie und Arbeit bestmöglich vereinbaren können.

Alexander Hoffmann und Heiko Schlabach erreichen mit ihrer Online-Plattform Screwerk GmbH den zweiten Platz und erhalten dafür 20.000 Euro Preisgeld. Für ihre Kunden machen sie seit 2013 Schraubensortimente in jeder Stückzahl weltweit verfügbar. Mit ihrem durchgängig digitalen Geschäftsmodell schaffen sie Know-how für nahezu jeden Industriezweig. Damit unterstützen sie andere mittelständische Unternehmen auf ihrem Weg ins digitale Zeitalter, so die Jury.

Im drittplatzierten Unternehmen CREAPAPER GmbH aus Hennef treffen ökologische Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg direkt aufeinander. Das Unternehmen stellt seit 2013 Papierprodukte aus Gras her. Die Jury honoriert die Produktion, die energieeffizienter und ressourcenschonender ist als die Zellstoffgewinnung aus Holz. Für den dritten Platz erhält Gründer Uwe D’Agnone 10.000 Euro Preisgeld. Der GRÜNDERPREIS NRW zählt zu den bundesweit höchst dotierten Wettbewerben und erfreut sich großer Wertschätzung in der Gründerszene.

Die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Christine Volkmann, Inhaberin des Lehrstuhls für Unternehmensgründung und Wirtschaftsentwicklung an der Bergischen Universität Wuppertal, hatte die Finalisten des Abends ausgewählt. Die insgesamt rund 120 Einreichungen in diesem Jahr kamen aus allen Teilen des Landes, insbesondere aus dem Münsterland, der Metropolregion Ruhr, dem Rheinland sowie Sieger- und Sauerland. Mit dabei waren Technologie-Startups, Unternehmen aus dem sozialen Bereich sowie Firmen aus den Branchen Bekleidung und Bildung, Lebensmittelindustrie und Medizintechnik.

Die weiteren Nominierten:

  • Deine AssistenzWelt GmbH (Bonn)
  • FLS GmbH & Co. KG (Aachen)
  • fsk engineering GmbH (Gummersbach)
  • INNOVATOR_INSTITUT (Mülheim a. d. R.)
  • K Line Europe GmbH (Düsseldorf)
  • L.O.T.T.A (Wachtendonk)
  • Outside the Club GmbH (Wuppertal)

Funding Circle: 50 Millionen Euro für KMU

– Die portugiesische Online-Bank Banco BNI Europa finanziert in diesem Jahr kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland direkt über die Online-Plattform von Funding Circle
– So werden rund 600 Unternehmen mit benötigtem Kapital unterstützt und dadurch etwa 1.500 Arbeitsplätze geschaffen *

„Die Partnerschaft mit Banco BNI Europa ist ein wichtiges Signal für den Mittelstand – und ein weiterer Schritt bei der Etablierung einer zeitgemäßen Unternehmensfinanzierung. Die Investition eines anerkannten institutionellen Partners wie Banco BNI Europa ist eine Bestätigung unseres Modells und unserer Mission, kleinen Unternehmen (KMU) den Zugang zu Finanzierung zu erleichtern und ihre Abhängigkeit vom überholten Bankensystem zu reduzieren. Neben attraktiven Renditen für Investoren ist für unseren Erfolg auch der unmittelbare Beitrag zur Stimulierung der lokalen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung“, erklärt Thorsten Seeger, Geschäftsführer Deutschland bei Funding CircleBanco BNI Europa, die portugiesische Online-Bank, und Funding Circle (www.fundingcircle.de) haben eine strategische Zusammenarbeit beschlossen, die das Ziel verfolgt, das Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Deutschland zu fördern. Die in ganz Europa aktive Bank investiert dabei in Kredite, die über Funding Circle – die weltweit führende Plattform für KMU-Finanzierungen – vermittelt werden.

Im Rahmen der Vereinbarung wird Banco BNI Europa in den kommenden Monaten Unternehmenskredite im Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro finanzieren. Dies ist die größte Finanzmittelsumme, die die portugiesische Bank kleinen Unternehmen in Deutschland jemals zur Verfügung gestellt hat. Die vereinbarte Investition wird rund 600 Unternehmen Zugang zu Fremdkapital ermöglichen und so schätzungsweise 1.500 Arbeitsplätze schaffen.* Das langfristige Ziel der Kooperation ist es, die Partnerschaft auf andere Länder, in denen Funding Circle aktiv ist, auszuweiten.

Banco BNI Europa schließt sich damit dem breiten Kreis der aktiven Anleger weltweit an, die über Funding Circle kleine und mittlere Unternehmen bei ihren Wachstums- und Innovationsplänen unterstützen. Dazu gehören 70.000 Privatpersonen und Institutionen wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Europäische Investitionsbank, die British Business Bank und der niederländische Finanzdienstleister Aegon.

Pedro Pinto Coelho, Vorstandsvorsitzender bei Banco BNI Europa: „Der deutsche Mittelstand – ein Garant wirtschaftlicher Stabilität in Europa – stellt eine höchst attraktive Anlageklasse für uns dar. Funding Circle ist ein professioneller Partner, der uns durch seine Risikobewertung und Kreditanalyse überzeugt hat. Eine perfekte Partnerschaft: Sowohl Banco BNI Europa als auch Funding Circle haben bewiesen, dass sie mittels technologischer und finanzieller Innovationen den lokalen Wirtschaften positive Impulse geben können.“

Thorsten Seeger, Geschäftsführer Deutschland bei Funding Circle: „Die Partnerschaft mit Banco BNI Europa ist ein wichtiges Signal für den Mittelstand – und ein weiterer Schritt bei der Etablierung einer zeitgemäßen Unternehmensfinanzierung. Die Investition eines anerkannten institutionellen Partners wie Banco BNI Europa ist eine Bestätigung unseres Modells und unserer Mission, kleinen Unternehmen den Zugang zu Finanzierung zu erleichtern und ihre Abhängigkeit vom überholten Bankensystem zu reduzieren. Neben attraktiven Renditen für Investoren ist für unseren Erfolg auch der unmittelbare Beitrag zur Stimulierung der lokalen Wirtschaft von entscheidender Bedeutung.“

Die verschlechterten Finanzierungsbedingungen insbesondere für kleine Unternehmen sind in den letzten zehn Jahren zu einem der größten Innovations- und Wachstumshemmnissen geworden. Je jünger und kleiner das Unternehmen, desto höher sind die Hürden – trotz guter Bonität. Mehr als jedes vierte Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu einer Million Euro berichtet hierzulande von gestiegenen Schwierigkeiten beim Kreditzugang. **

Durch die Verschmelzung von finanzwirtschaftlicher Kompetenz und technologischer Innovation – indem es kleinen Unternehmen über seine Plattform unbürokratischen Zugang zu erschwinglicher und flexibler Finanzierung ermöglicht – schließt Funding Circle diese Versorgungslücke. Bisher konnte Funding Circle weltweit über 40.000 Unternehmen mit Krediten von mehr als 4,7 Milliarden Euro unterstützen und dabei stabile Renditen für seine Anleger generieren.

Die strategische Partnerschaft mit Banco BNI Europa setzt den Erfolgs- und Wachstumskurs von Funding Circle in Deutschland fort. Erst im Dezember hatte das Unternehmen den Meilenstein von 100 Millionen Euro in Finanzierungen deutscher Unternehmen über seine Plattform erreicht. Kurz zuvor hatte das weltweit vermittelte Kreditvolumen die historische Marke von fünf Milliarden US-Dollar überschritten.

* Basierend auf dem durchschnittlichen Kreditvolumen und der durchschnittlichen Anzahl an – direkt und indirekt – geschaffenen Arbeitsplätzen pro über Funding Circle finanziertem Unternehmen; Quelle: CEBR-Studie, 2016.
** Quelle: KfW-Unternehmensbefragung 2017

Über BNI

Banco BNI Europa (www.bnieuropa.pt) wurde im Juli 2014 gegründet und ist die am schnellsten wachsende Digital-Bank in Portugal.
Banco BNI Europas Ziel ist es, den traditionellen Bankensektor durch strategische Partnerschaften mit agilen Fintech-Unternehmen zu revolutionieren, um neue Produkte einzuführen, die den Einsatz modernster Technologie in Bezug auf Risikoanalyse und Verbrauchererfahrung und so einen schnellen Markteintritt ermöglichen. Diese strategische Ausrichtung erlaubt es der Bank, sich als „Challenger Bank“ zu etablieren und sich so zu differenzieren. Diese Positionierung ermöglicht es Banco BNI Europa, sich als Benchmark in der neuen „Fintech“-Generation der europäischen Banken zu behaupten und weiterhin stark zu wachsen.

Über Funding Circle

Funding Circle (www.fundingcircle.de) ist die weltweit führende Online-Plattform für Unternehmensfinanzierung. Seit seiner Gründung 2010 hat das Unternehmen Kredite im Wert von insgesamt mehr als 4,7 Milliarden Euro an 40.000 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vermittelt. Über 70.000 private Anleger*innen sowie Finanzinstitutionen (wie z. B. die KfW, die Europäische Investitionsbank und die British Business Bank) haben diese über die Funding Circle Plattform mit Kapital unterstützt und so rund 100.000 Arbeitsplätze geschaffen.
Das Deutschlandgeschäft von Funding Circle wird vom Berliner Team mit umfassender Finanz- und Tech-Expertise unter der Leitung von Thorsten Seeger (ehem. Barclays und Lloyds Banking Group) geführt. Funding Circle hat seinen Hauptsitz in London (Großbritannien) und operiert zudem in den USA sowie den Niederlanden. [Stand: Dezember 2017]

Über Online-Marktplätze für Unternehmensfinanzierung

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben es in Deutschland zunehmend schwer, über Banken, Volksbanken und Sparkassen Zugang zu Fremdkapital zu bekommen. Online-Marktplätze für Unternehmensfinanzierung wie Funding Circle sind die zuverlässige Alternative, die diese Versorgungslücke füllt. Auf seiner Plattform vermittelt Funding Circle zwischen 5.000 und 250.000 Euro für die Wachstums- und Innovationsvorhaben deutscher KMU. Und das schnell, unbürokratisch und flexibel: Das Finanzierungsangebot erhalten Unternehmer*innen innerhalb 48 Stunden, die Auszahlung erfolgt für gewöhnlich in sieben Tagen und eine vorzeitige Tilgung ist jederzeit gebührenfrei möglich. Privatpersonen und institutionellen Anleger*innen bieten Investitionen in Unternehmenskredite Zugang zu einer stabilen Geldanlage mit attraktiven Renditemöglichkeiten – und leisten schon ab 100 Euro einen wertvollen Beitrag zur lokalen Wirtschaft.

L-Bank: Über drei Milliarden für den Mittelstand

Im vergangenen Jahr förderte die L-Bank Baden-Württembergs Unternehmen mit rund 3,2 Mrd. Euro und hält damit das hohe Niveau der Vorjahre (2015: 3,5 Mrd. Euro). „Auch 2016 haben wir gemeinsam mit den Hausbanken eine starke Förderleistung für die baden-württembergische Wirtschaft gestemmt“, betonte Dr. Axel Nawrath, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, bei der Vorstellung der Wirtschaftsförderbilanz 2016. „Dabei prägen zukunftsorientierte Investitionen die Fördernachfrage, und zwar sowohl bei etablierten Unternehmen wie bei jungen Start-ups. Das ist ein wichtiger Förderhebel, denn so haben wir den Mittelstand von heute und den Mittelstand von morgen gleichermaßen im Blick.“

Stark nachgefragt vom Mittelstand wurde mit 670 Mio. Euro vor allem das Förderprogramm ‚Ressourceneffizienzfinanzierung‘ – bei einem Anstieg um 35 Prozent im Vorjahresvergleich (496 Mio. Euro). Mit der ‚Ressourceneffizienzfinanzierung‘ werden Investitionen gefördert, die zu einer effizienteren Nutzung von Energie und Materialien in der Wertschöpfung von Unternehmen führen. „Die natürlichen Ressourcen sind endlich. Daher gilt es Wege zu finden, diese optimal zu nutzen. Die Entwicklung der ‚Ressourceneffizienzfinanzierung‘ zeigt, dass die baden-württembergischen Unternehmen dies nicht nur erkannt haben, sondern auch aktiv werden, indem sie in eine effiziente Energie- und Ressourcennutzung investieren“, erläuterte Nawrath.

Bei der Nutzung der Ressourceneffizienzfinanzierungen standen zum Programmstart 2015 Finanzierungen von neuen Maschinen und Optimierungen der Produktionsprozesse im Vordergrund. Mittlerweile rücken mehr und mehr die Betriebsgebäude in den Fokus des Mittelstandes. „Dort schlummert ein gewaltiges Potential, das wir mit unserem Programm passgenau bedienen. Gerade bei Betriebsgebäuden lassen sich Ökonomie und Ökologie hervorragend verbinden. Bei einem Gewerbegebäude, das dem ökologisch vorteilhaften Niedrigenergiehaus-Standard entspricht, sinken die Betriebskosten gegenüber der herkömmlichen Bauweise um bis zu 50 Prozent“, verdeutlichte Nawrath.

Mit diesen zukunftsorientierten Investitionen werden erhebliche Kosteneinsparpotenziale erschlossen – gerade in Baden-Württemberg als dem Bundesland mit der höchsten Industriedichte ist die Optimierung der Ressourceneffizienz auf allen Ebenen ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition.

Über alle Programme der Mittelstandsförderung hinweg wurden zinsgünstige Kredite mit einem Gesamtvolumen von 2,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,5 Mrd. Euro) an mehr als 4.250 Betriebe ausgereicht. Die Schaffung von ca. 7.700 neuen Arbeitsplätzen konnte so unterstützt, fast 260.000 Arbeitsplätze konnten nachhaltig gesichert werden.

Die gute Konjunktur, eine geringe Arbeitslosigkeit und ein hohes Lohnniveau bremsen gemeinhin die Neigung, mit Neugründungen oder Unternehmensnachfolgen den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Umso wichtiger ist eine starke Gründungsförderung: Sie motiviert, gibt einen Anreiz den Schritt zum Unternehmer doch zu wagen. „Unsere Gründungsförderung wirkt an der richtigen Stelle“, so Nawrath. „Vielerorts werden Gründungen aus Mangel an Alternativen durchgeführt. Dies ist in Baden-Württemberg nicht der Fall. Unsere Gründer sind von ihrer Idee überzeugt und machen bewusst den Schritt in die Selbstständigkeit. Das macht die hervorragenden Zahlen in der Gründungsförderung besonders bemerkenswert.“

Sowohl in der ‚Gründungsfinanzierung‘ als auch in der gemeinsam mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg angebotenen ‚Startfinanzierung 80‘ wurde das Niveau des Förderrekordjahres 2015 fast erreicht. „Der hohe Bürgschaftsanteil, der bei der ‚Startfinanzierung 80‘ an unsere Förderdarlehen gekoppelt ist, wirkt im kleinvolumigen Finanzierungsbereich wie ein ‚Venture Credit‘. Die öffentliche Hand trägt hier in erheblichem Maße Gründungsrisiken. Auch 2016 hat gezeigt, dass die Nachfrage hiernach mit 50 Mio. Euro für fast 900 Start-ups auf sehr gutem Niveau ist. Für uns eine spannende Entwicklung, zeigt sie doch, dass der kleinvolumige Finanzierungsbedarf nicht aus den Augen verloren werden darf“, erläuterte Nawrath. Die Gründungsförderung der L-Bank insgesamt erreicht ein Volumen von 599 Mio. Euro (Vorjahr: 609 Mio. Euro). Von der Förderung profitierten mehr als 2.700 Neugründungen und Unternehmensnachfolgen.
„Nach den zurückliegenden Förderrekordjahren rechnen wir auch für das neue Jahr mit einer Fortsetzung der leichten Konsolidierung in der Nachfrage nach unserer Wirtschaftsförderung, die wir bereits im zweiten Halbjahr 2016 beobachten konnten“, blickte Nawrath auf das Förderjahr 2017 voraus. „Gemeinsam mit der Landesregierung versuchen wir daher eine gute Hand voll neuer Impulse ganz gezielt zu setzen, um unsere starken und effektiven Förderprogramme punktuell weiterzuentwickeln. Auch hier werden wir sowohl im Gründungsbereich als auch Mittelstandssegment ansetzen. Bereits im ersten Quartal wird beispielsweise ein Förderprogramm für kleine Start-ups an den Start gehen, das ein Mikrodarlehen mit der Crowdfunding-Idee kombiniert.“

LfA Förderbank Bayern gibt 1.900 Handwerksbetrieben 400 Millionen Euro

Bayerische Handwerker bauen auf Förderkredite

Die LfA Förderbank Bayern hat Handwerksbetrieben im vergangenen Jahr rund 400 Millionen Euro an zinsgünstigen Krediten zugesagt. Die Mittel gingen an rund 1.900 kleine und mittlere Unternehmen in Bayern, die damit Investitionen in Höhe von 560 Millionen Euro verwirklichen konnten. Auf der gestern eröffneten Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München berät die LfA interessierte Handwerker noch bis 18. März über Fördermöglichkeiten.

„Handwerk hat goldenen Boden und eine glänzende Zukunft! Bei der Finanzierung ihrer Pläne bauen bayerische Handwerker verstärkt auf die Förderkredite der LfA. Mit den Finanzierungshilfen der Förderbank konnten die Betriebe allein in 2013 über eine halbe Milliarde Euro an Investitionen verwirklichen. Damit wurden rund 35.000 Arbeitsplätze gesichert und 1.400 neue Arbeitsplätze geschaffen“, so Bayerns Wirtschaftsministerin und LfA-Verwaltungsratsvorsitzende Ilse Aigner anlässlich der IHM-Eröffnung.

„Die Finanzierungsnachfrage aus dem Handwerk ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent gestiegen – ein deutliches Zeichen für die große Zuversicht der Branche in die Fortsetzung der wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung“, erklärte LfA-Vorstandschef Dr. Otto Beierl.

HWK-Präsident Traublinger sagte: „Die starke Fördernachfrage zeigt: das Handwerk setzt bei der Finanzierung von Investitionen auf Kredite mit günstigen Zinssätzen und langen Laufzeiten.

Auch Daniel Callejo-Crespo (Generaldirektor in der Europäischen Kommission und KMU-Beauftragter), Iris Gleicke (Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie) und ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer besuchten den Stand der LfA auf der Messe.

Die LfA ist die staatliche Spezialbank zur Förderung des Mittelstands in Bayern. Die Förderkredite werden bei den Hausbanken der Unternehmen beantragt und über diese ausgereicht.

L-Bank-Gründerpreis: Leistung, Soziales und Ökonomie

BW-Land und L-Bank vergeben 100.000 Euro mit dem Landespreis für junge Unternehmen 2012. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, beglückwünschten die Sieger bei der feierlichen Preisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart.

„Baden-Württemberg steckt voller kreativer Menschen mit innovativen Ideen und lebendigem Unternehmergeist. Die Anzahl und Qualität der eingereichten Bewerbungen sind dafür ein hervorragender Beweis“, freute sich Kretschmann, der Schirmherr des Wettbewerbs ist. Kinder in Bewegung bringen: das ist das Ziel der KuKuk GmbH aus Stuttgart. Die Gründer Bernhard Hanel, Robin Wagner und Bernwart Engelen planen und realisieren einzigartige Erfahrungs- und Spielräume für Kinder, zum Beispiel in Kindergärten, auf Spielplätzen oder in Kliniken.

Für ihre Leistungen als Unternehmer, aber auch für ihr soziales und ökologisches Engagement wurden die beiden Künstler Hanel und Wagner und der Volkswirt Engelen jetzt mit dem Landespreis für junge Unternehmen 2012 ausgezeichnet:

Den zweiten und dritten Platz belegten die internetstores GmbH aus Esslingen und die SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen. Die lemonfish GmbH aus Plüderhausen bei Schorndorf erhielt den in diesem Jahr zum ersten Mal vergebenen Zusatzpreis für Kleinstunternehmen. Der Landespreis für junge Unternehmen wurde bereits zum 9. Mal vom Land und von der L-Bank vergeben. Die Auszeichnung rückt die Leistungsstärke und Kreativität junger baden-württembergischer Unternehmer, aber auch deren soziales und ökologisches Engagement in den Mittelpunkt. Teilnehmen konnten Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2001 gegründet wurden.

Mit den ausgelobten Geldpreisen in Höhe von insgesamt 100.000 Euro gehört der Landespreis zu einem der am höchsten dotierten Wettbewerbe für junge Unternehmen in Deutschland. Die Unternehmer auf den ersten drei Plätzen sowie der Preisträger für das beste Kleinstunternehmen bekamen Geldpreise. Die sechs weiteren Top-10-Unternehmen erhielten Sachpreise und Urkunden.

Die Spielplatzkünstler: KuKuk GmbH aus Stuttgart

Der Firmenname steht für Kunst, Kultur und Konzeption und beschreibt damit treffend die Leistungen des KuKuk-Teams: Das 2004 gegründete Stuttgarter Unternehmen entwickelt, plant und baut europaweit einzigartige Erfahrungs- und Spielräume für Kinder und Jugendliche. Die Gründer Bernhard Hanel, Robin Wagner und Bernwart Engelen motivieren dabei die jungen Menschen mit künstlerischen Elementen zu mehr Bewegung. Damit sich später nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen wohlfühlen, beziehen die Mitarbeiter von KuKuk alle Beteiligten bereits in der Planungsphase mit ein.

Der Erfolg stellte sich nach der Gründung schnell ein. Jeder realisierte Raum war eine Empfehlung an die Entscheider in Kommunen, Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen und Kliniken. Auch therapeutische Einrichtungen und Kindergärten für körperbehinderte Kinder wurden auf das Unternehmen aufmerksam. Heute ist das Team aus 20 Künstlern, Architekten, Landschaftsarchitekten, Schreinern, Pädagogen und Betriebswirten mit über 70 laufenden Projekten voll ausgelastet.

Ihr soziales Engagement leben Hanel und Wagner auch im KuKukKultur e.V., zu dessen Gründungsmitgliedern sie zählen. Dieser Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Spielräume in Krisengebieten zu schaffen. Jedes Jahr organisieren die Mitglieder eine Reise in ein Land wie Nepal, Bosnien und Herzegowina oder Rumänien und bringen – in enger Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen – Farbe in das sonst oft triste Leben der dortigen Kinder. Alle Beteiligten spenden dafür ihre Arbeitszeit. (www.zumkukuk.de)

Auf Wachstumskurs: internetstores GmbH aus Esslingen

Bereits 2003 gründete René Marius Köhler im Alter von nur 20 Jahren die Firma internetstores und baute sie innerhalb weniger Jahre zu einem millionenschweren E-Commerce-Unternehmen aus. „Dabei profitierte ich sehr von meinem Vater, der mir zum Einschlafen keine Geschichten vorlas, sondern lieber mit mir über Geschäftsideen diskutierte“, blickt der Gründer schmunzelnd zurück. Über Online-Shops verkauft die Firma in Deutschland und einigen europäischen Ländern Fahrräder, Fitnessgeräte, Outdoor-Equipment und Möbel. Dabei werden nicht einfach nur Produkte verkauft. „Wir sind die moderne Interpretation des Fachmarkts“, erläutert Köhler das Geschäftsmodell seines Unternehmens, „und betreiben zum Beispiel eine umfangreiche eigene Lagerhaltung, was für ein Online-Unternehmen nicht selbstverständlich ist.“

Mehr als 250 Mitarbeiter mit einem Altersdurchschnitt von 27 Jahren sind mittlerweile im Unternehmen tätig. Köhler möchte jedem ermöglichen, sich mit seinen Aufgaben weiterzuentwickeln. „internetstores ist ein Unternehmen, in dem sich junge Menschen zusammengefunden haben, die etwas erreichen wollen“, fasst Köhler den Spirit der Mitarbeiter zusammen.

Vom Erfolg des Unternehmens profitiert auch die Region: Um die Expansionspläne realisieren zu können, hat der schwäbische Gründer bereits fünf Millionen Euro in den Standort Esslingen investiert. Zudem setzt er sich für soziale Belange ein. So startete er den Spendenaufruf ReCycle. Damit sammelte er mehr als 1.000 nicht mehr benötigte Räder, ließ sie auf eigene Kosten instand setzen und verschenkte sie schließlich an südafrikanische SOS-Kinderdörfer. Mit seinen Mitarbeitern rüstete er vor Ort auch eine Werkstatt aus und veranstaltete Reparaturkurse, um die Nachhaltigkeit seines Engagements zu sichern. (www.internetstores.de)

Die Öl-Verbesserer: SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen

„Eine erfolgreiche Innovation für eine konservative Zielgruppe“ nennt Andreas Schmidt stolz seinen neuartigen Frittierölfilter, mit dem er 2001 die SYS Systemfiltration GmbH gegründet hat. In Gaststätten, Kantinen, Hotels und an allen anderen Orten, an denen Lebensmittel frittiert werden, kommt der Filter zum Einsatz. Er reinigt Öle und Fette von Mikropartikeln, Schweb- und Bitterstoffen, verbessert damit die Güte und verlängert deren Verwendbarkeit. Ein zusätzliches Messgerät zeigt den optimalen Zeitpunkt zum Wechsel des Öls an. Die Kunden optimieren mit diesen Produkten den Geschmack und die Qualität ihrer Lebensmittel, sie sparen Rohstoffe und verringern ihre Kosten um bis zu 50 Prozent. Für seine Innovation erhielt das Unternehmen zahlreiche Auszeichnungen, wie zum Beispiel 2011 den renommierten Euro-Toques Technik Award.

Die ersten Geräte montierte Schmidt noch selbst. „Heute beschäftigen wir über 30 Mitarbeiter und vertreiben unsere Filter über Partnerunternehmen in mehr als 100 Ländern.“ (systemfiltration.de)

466 Start-up-Teilnehmer

466 baden-württembergische junge Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen hatten sich an dem mit 100.000 Euro dotierten Wettbewerb, der alle zwei Jahre vom Land und von der L-Bank ausgeschrieben wird, beteiligt. Die Top-10-Unternehmen setzten sich mit hervorragenden Bewerbungen und professionellen Präsentationen an die Spitze eines spannenden Teilnehmerfeldes. „Diese jungen Firmen zeichnen sich nicht nur durch ihren wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch durch eine hohe soziale Kompetenz aus“, erklärte Brand. So reisen KuKuk-Mitarbeiter jedes Jahr in ein Krisengebiet, gestalten dort Plätze für Kinder und verschönern ihnen den häufig schwierigen und tristen Alltag. Auch die anderen Preisträger engagieren sich in ähnlichen Projekten: internetstores mobilisiert Kinder in Afrika mit gebrauchten Fahrrädern; lemonfish setzt sich für die Resozialisierung strafgefangener Frauen ein. „Dies sind nur drei von vielen Beispielen sozialer Verantwortung, die baden-württembergische Unternehmen weit über den Tellerrand ihres Unternehmens hinaus übernehmen“, ist Brand stolz.

Beeindruckt waren Jury und Schirmherr von den zahlreichen ökologischen Initiativen der jungen Unternehmen. Exemplarisch dafür steht das Unternehmen VAUDE, das sich die nachhaltige und ressourcenschonende Produktion auf die Fahnen geschrieben hat. „Die Bewerberinnen und Bewerber zeigen, dass ihnen der Umweltschutz wichtig ist – etwa durch die Verwendung regionaler Produkte, nachwachsender Rohstoffe und den sparsamen Umgang mit Energie“, sagte Ministerpräsident Kretschmann und fasste seine Eindrücke vom Landespreis 2012 zusammen: „Es imponiert mir, mit welchem Herzblut, aber auch mit welcher großen Verantwortungsbereitschaft die jungen Gründerinnen und Gründer ihre Unternehmen aufgebaut haben.“

Die Top-10-Unternehmen im Überblick

Landespreisträger 1 bis 3:

Erster Landespreisträger

  • Die Spielplatzkünstler: KuKuk GmbH aus Stuttgart

Zweiter Landespreisträger

  • Auf Wachstumskurs:      internetstores GmbH aus Esslingen

Dritter Landespreisträger

  • Die Ölverbesserer: SYS Systemfiltration GmbH aus Tuttlingen

Zusatzpreis für Kleinstunternehmen

  • Nachhaltig kultig: lemonfish GmbH aus Plüderhausen bei Schorndorf

Die weiteren Top-10-Unternehmen in alphabetischer Reihenfolge

  • Die Betonschützer: IONYS AG aus Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe
    (www.ionys.de)
  • Aufgespannt: Magic Sky Schirmsysteme GmbH aus Esslingen
    (www.magic-sky.eu)
  • Dornröschenschlaf beendet: Ölmühle Illingen (Enzkreis)
    (www.oelmuehle-illingen.de)
  • Die Vorbereiter: plasma technology GmbH aus Herrenberg
    (www.plasmatechnology.de)
  • Green Outdoor: VAUDE Sport GmbH & Co. KG aus Tettnang
    (www.vaude.com)
  • Die Klassenbesten: Yaez Verlag      GmbH in Stuttgart
    (www.yaez-verlag.de)

Die Mitglieder der Endjury

  • Dr. Dr. Saskia Biskup, Geschäftsführerin CeGaT GmbH
  • Christian Brand, Vorsitzender des Vorstands der L-Bank
  • Daniela Eberspächer-Roth, Geschäftsführerin Profilmetall GmbH und 1. Landespreisträgerin 2010
  • Gisela Erler, Staatsrätin im Staatsministerium Baden-Württemberg
  • Ingrid Felgenträger, Landessenderdirektorin SWR Baden-Württemberg
  • Prof. Dr. Rolf Güdemann, Leiter des Steinbeis-Transferzentrums für Unternehmensentwicklung an der      Hochschule Pforzheim
  • Peter Hofelich, Beauftragter für Mittelstand und Handwerk beim Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg
  • Martin Hubschneider, Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG
  • Dr. Peter Kulitz, Präsident Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag
  • Alfred Theodor Ritter, Vorsitzender der Geschäftsführung und Miteigentümer der Alfred Ritter GmbH & Co. KG
  • Walter Tschischka, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

Schirmherr des Landespreises für junge Unternehmen ist Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg