Der überforderte Verbraucher

Franz Grabendorfer
Franz Grabendorfer

Das Gründermagazin hat in den letzten Jahren immer wieder gemahnt: Mehr an den Nutzer als an das Produkt zu denken, wenn man am Markt erfolgreich sein will. Viele Unternehmen, so scheint es, sind aber auf diesem Ohr immer noch taub. Franz Grabendorfer hat sich mit Gebrauchsanleitungen, Bedienerhandbüchern, „Manuals“ und vor allem mit der Handhabung von technischen Geräten beschäftigt. Schnell war ihm klar, dass er auf einen immensen Markt stoßen würde und lag richtig. Seine Dienste werden von kleinen und großen Unternehmen, von Ingenieuren und Produktentwicklern in Anspruch genommen. Gründermagazin-Experte Emil Hofmann hat einen Gründer getroffen, dessen Idee und Businessplan ihn begeisterte.

GM: Herr Grabendorfer, Sie beraten Unternehmen bei der Verbesserung ihrer technischen Geräte hinsichtlich der Handhabung und Nutzerfreundlichkeit. Wie kamen Sie zu dieser Gründungsidee?

Franz Grabendorfer: Zunächst noch ein Wort zu den Begriffen, die in Firmen eher selten verwendet werden. Hier spricht man eher von „Usability“. Und dennoch scheinen viele Entwickler den Kunden, also den Anwender, aus ihrem Blickfeld verloren zu haben. Als ich zum Beispiel zusammen mit meiner Familie einen neuen Fernseher einrichten und die Programme sortieren wollte, bin ich fast verzweifelt. Beim Handbuch für mein neues Handy erging es mir

Ähnlich, und selbst das neue Küchenradio war alles andere als bedienerfreundlich und logisch in der Handhabung. Da habe ich mir gedacht: Das geht doch auch einfacher und verständlicher. So ist die Gründung entstanden.

GM: Bei welchen Geräten sehen Sie den dringendsten Handlungsbedarf?

Franz Grabendorfer: Die Antwort ist einfach und gleichzeitig auch erschreckend: Bei fast allen, ein paar Ausnahmen abgesehen. Ob es das Handy ist, dessen Bedienung oft nicht einmal ein IT-Freak versteht oder die Fernbedienung, die winzige Tasten und widersinnige Symbole hat. Bei Stereo-Anlagen werden die Lautsprecher-Steckersysteme beschrieben, statt mit einfach zuzuordnenden Farben zu arbeiten. Bildschirm-Menüs von Videorekordern sind absolut unverständlich. Und selbst die eine oder andere Staubsauger-Bedienungsanleitungen bringt so manche Hausfrau an den Rand der Verzweiflung.

GM: Das müssten doch die Firmen längst erkannt haben. Warum reden wir alle seit Jahren über dieses Dilemma, ohne dass sich was tut?

Franz Grabendorfer: Die Firmen holen sich teuere Designer ins Haus und verlassen sich auf ihre hoch bezahlten Techniker und Fachleute nach dem Motto: Wer kennt das Produkt besser als der, der es entwickelt hat? Bevor das Gerät in den Handel kommt, wird es natürlich auf Herz und Nieren geprüft. Aber auch das macht der Techniker oder Ingenieur. Mir ist bisher noch kein Fall bekannt, in dem ein Unternehmen seine Kunden zum Testen eingeladen oder vorher gefragt hätte, ob die Anleitungen verstanden werden. Man produziert so gesehen an den Kundenwünschen vorbei.

GM: Sind Sie sicher, dass es nicht einfach an uns liegt und wir alle nur zu dämlich sind, ein Handy zu bedienen?

Franz Grabendorfer: Natürlich nicht! Die meisten Menschen sind sehr wohl in der Lage, technische Zusammenhänge zu verstehen. Sie können oft wichtige Grundfunktionen ableiten oder sie nach mehreren Versuchen verstehen. Es geht aber um das intuitive Bedienen, die logische Menüführung, verständliche Symbole, die klare und unmissverständliche Aussage. Wenn jeder Hersteller seine eigenen Symbole erfindet oder in jeder zweiten Zeile des Handbuchs ein Fremd- oder Fachwort vorkommt, wenn Begriffe und Symbole nicht sofort verständlich sind, dann nervt das den Kunden. Mit Intelligenz hat das nichts zu tun, sondern mit Kundennähe.

GM: Was muss passieren, dass Sie arbeitslos werden?

Franz Grabendorfer: Da habe ich keine Sorgen. Selbst etablierte Hersteller und Firmen, die sich „Kundennähe“ auf ihre Fahnen geschrieben haben, stellen Geräten her oder legen Anleitungen bei, die beim besten Willen nicht dazu dienen, ein Vertrauensverhältnis zwischen Anbieter und Nutzer herzustellen oder es zu intensivieren. In vielen Fällen würde es schon reichen, wenn zum Beispiel der Hersteller eines Navigations-Gerätes zehn typische Käufer zu sich einladen würde und diese dann bei der Programmierung oder Bedienung beobachtet. Damit könnte man schon einige Probleme aufdecken, an die die Techniker bei der Entwicklung möglicherweise gar nicht gedacht haben.

GM: Liegt der schwarze Peter nicht auch ein wenig beim Kunden, der sich den technischen Neuerungen einfach verweigert?

Franz Grabendorfer: Keineswegs. Ich habe Kunden eines Herstellers befragt und bin nicht nur auf Kritik gestoßen, sondern auf überaus interessante und vor allem nachvollziehbare Verbesserungsvorschläge. Die habe ich dann dem Unternehmen präsentiert und ungläubiges Staunen geerntet. Vergleichen könnte man dies auch mit einem Vorschlagswesen in einem Betrieb. Hier denken sich die Mitarbeiter Optimierungen aus, erhalten Prämien und Belobigungen, weil sie Abläufe verbessern helfen oder auf Fehlerquellen hinweisen. Mit der „Usability“ ist es genau so. Hier geben die Kunden oftmals viele gute Hinweise, aber leider will sie kaum einer der Hersteller hören, oder gar ernst nehmen.

GM: Also doch noch immer Servicewüste Deutschland?

Franz Grabendorfer: Nicht zwingend. In manchen Bereichen sehen wir ermutigende Beispiele. Es gibt erste „Kundenparlamente“ und Gespräche mit den Verbrauchern. Leider aber verstehen die Verantwortlichen in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen die Kundeneinwände noch sehr oft als persönliche Kritik und reagieren dann beleidigt, weil man ihr Produkt bemängelt. Dabei kann das Produkt selbst ja erstklassig sein, was aber nicht viel nutzt, wenn der Verbraucher es nicht spürt, sieht oder nutzen kann. Und das ist dann das, was ich bei den Herstellern immer wieder an Überzeugungsarbeit leisten muss. Langweilig wird es mir deshalb so schnell nicht.

GM: Danke für diese Einblicke in die so genannte Usability und Ihre Gründungsidee.

Infobox

„Störfaktor Mensch“ schrieb die Süddeutsche Zeitung und kritisiert die deutschen Ingenieure, die zu Perfektionismus neigen und den Nutzer überfordern. Kauft sich ein älterer Kunde einen neuen Kleinwagen und sucht den Schlüssel, muss er wissen, dass es nun einen Smartkey gibt. Der Grund: Innovationen werden mit Ingenieurkunst verwechselt. Innovation aber, so die SZ, sei das, was dem Kunden nutzt. So lange aber die genialen Entwickler Angst haben, dass an ihrem Image gekratzt wird, scheut man sich, den Kunden vor der Markteinführung zu fragen und ihn vielleicht sogar einzubinden. Ob es das Ingenieur-Ego ist oder modischer Schnickschnack: So lange der Anwender Probleme hat, ein Gerät intuitiv zu bedienen, gibt es einen Nachholbedarf.

Unter „Usability“ versteht man die „Gebrauchstauglichkeit“ eines Produktes. Am
12. November 2009 fand in Stuttgart der fünfte Usability-Tag statt, ein Aktionstag für Benutzerfreundlichkeit, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus auf immense Beachtung stieß. Wie macht man Technik einfach und leicht nutzbar? Es kommt also Bewegung in das Thema.
www.usable-technology.de

Stuttgart: NewCome informiert Existenzgründer

Existenzgründermesse NewCome Stuttgart 2011
newcome

Süddeutschlands wichtigste Fachmesse für Existenzgründung bietet breites Know-how für Gründer / Premiere für den NewBizCup auf der NewCome
Vom 1. bis 2. April 2011 findet die NewCome, Süddeutschlands wichtigste Messe für Gründungsinteressierte, Existenzgründer, Franchising und junge Unternehmer, statt. Sechs Monate vor dem Start des zweijährigen Pflichttermins rund um die Selbständigkeit hat die Aufplanung der Messestände begonnen und die Veranstalter können bereits vor Messebeginn eine starke Nachfrage vermelden: Der Anmeldestand ist deutlich höher als zum vergleichbaren Zeitpunkt der letzten Veranstaltung. Rund 50 Aussteller haben sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt angemeldet, so zum Beispiel der Sparkassen Verband Baden-Württemberg, die baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern oder die Bürgschaftsbank. Die Messe Stuttgart und ihre Partner, das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg mit der Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge ifex sowie die L-Bank, Staatsbank für Baden-Württemberg, erwarten rund 5.000 interessierte Besucher. Diese informieren sich an den Messeständen der rund 150 Aussteller, auf dem Landeskongress und im begleitenden Rahmenprogramm zu den wichtigsten Aspekten von Existenzgründung, Übernahme und Franchising. Auf Europas modernstem Messegelände mit optimaler Infrastruktur haben die Gäste viele Möglichkeiten das hochkarätige Beratungsangebot zu nutzen, um so ihre beruflichen Pläne noch erfolgreicher umsetzen zu können.
Aussteller bieten wertvolles Wissen und Beratung auf verschiedenen Ebenen
Die NewCome bietet kompakte Informationen und Beratung zu den Bereichen Finanzierung und Förderung, Beratung, Produkte und Dienstleistungen für Existenzgründer, Unternehmensnachfolge und Franchise. So stellen zum Beispiel Versicherungen, Krankenkassen sowie Behörden, Kammern und Verbände ihre Leistungen vor und bieten den Besuchern wertvolle Hilfestellung vor dem Schritt in die Selbständigkeit und Unterstützung für junge Unternehmen an. Kernstück der wichtigsten Veranstaltung rund um das Thema Existenzgründung in Süddeutschland ist der Landeskongress, der von L-Bank und ifex inhaltlich verantwortet und organisiert wird. Das Kongressprogramm präsentiert allgemeine Gründungsschritte sowie zentrale Themen wie Finanzierung und Förderung, Unternehmensnachfolge, Werbung/Marketing, frei Berufe, Franchise und gewerbliche Schutzrechte.
Ein weiterer wichtiger Baustein im Konzept der NewCome ist, neben den Messeständen und dem Landeskongress, der Beratungsparcours, der von ifex und L-Bank organisiert wird. Hier geben Experten erste Informationen zum Bewerten von Geschäftsideen und dem Erstellen eines Businessplans, sowie zu Finanzierung, mögliche Rechtsformen bei der Unternehmensgründung, Steuern und Versicherungen. Das Aussteller-Forum bietet den Besuchern praxisnahe Hilfestellungen, Best-Practice-Beispiele und den Wissenstransfer mit Gleichgesinnten und Jungunternehmern.

Erstmals auf der NewCome: Der NewBizCup2.0

Erstmals präsentiert sich der NewBizCup2.0, der Businessplan-Wettbewerb des Landes Baden-Württemberg, im Rahmen der NewCome. Der Wettbewerb richtet sich an Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Bundeslandes Baden-Württemberg und wird von der Hochschule Reutlingen in Kooperation mit der University Entrepreneurship Corporation der Karl-Schlecht-Stiftung organisiert. Die Teilnehmer erlangen in praxisorientierten Seminaren betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse, entwickeln innovative Geschäftsideen und setzen diese in einen Businessplan um. Das teamorientierte Konzept fördert das Interesse der Studierenden am Unternehmertum und verbessert das Gründungsklima an den baden-württembergischen Hochschulen. Die Schirmherrschaft für den NewBizCup2.0 hat der Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Ernst Pfister, übernommen. Das Projekt wird vom Wirtschaftministerium Baden-Württemberg mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Die Ausrichtung des Landesfinales hat die L-Bank übernommen.
Die Veranstalter der NewCome sehen für das vielschichtige Messekonzept beste Chancen, denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern sich und fordern neue Unternehmenskonzepte. Auch durch die Zunahme im Dienstleistungssektor und die wachsende Zahl von Freiberuflern steigt die Nachfrage nach unabhängiger, professioneller Existenzgründerberatung zu allen wichtigen Aspekten der Selbständigkeit.

Top 50 Start-ups von morgen

Top 50 start-ups
Top 50 start-ups

Die Nachrichtenagentur Dow Jones hat eine Liste der 50 viel versprechendsten Technologie-Start-ups veröffentlicht. Ausgewählt wurden die Teams von Vertretern führender US-VC-Gesellschaften.

FASTech’s 50 Start-Ups to Watch

Dow Jones VentureWire examined hundreds of young technology start-ups that have raised venture capital during this challenging economy and chose 50 of the most promising ones to watch. Assisting with the selection was the FASTech Advisory Board – a panel comprised of 10 seasoned venture capitalists.

Chosen based on a combination of their value in the marketplace, how innovative their products are, influential investors they’ve attracted and the track records of their founders, the resulting list (see below) spans a broad range of industries, such as consumer Web, software and security, mobile, health-care IT and energy. All companies are in the early stages and haven’t raised more than two rounds of venture capital financing. We are pleased to announce FASTech’s 50 Start-Ups to Watch:

https://fastech.dowjones.com/index.php/speakers#startups

Gute Rahmenbedingungen für Gründer in 2010

Die Wirtschaftskrise hatte für junge Unternehmen in Deutschland weniger Auswirkungen als erwartet. Die knappe Mehrheit der Unternehmen spürte keine negativen Folgen der Krise. Dies zeigte eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts forsa im Frühjahr dieses Jahres im Auftrag des Deutschen Gründerpreises. Die befragten Unternehmen schätzen auch die aktuelle Geschäftslage mehrheitlich positiv ein.
In diesem Umfeld sucht der Deutsche Gründerpreis, die bedeutendste Auszeichnung für Unternehmer in Deutschland, zum zehnten Mal vorbildhafte Leistungen beim Aufbau neuer Unternehmen. Ab sofort können bis zum 17. Dezember 2010 auszeichnungs-würdige Unternehmen durch die 250 Experten des Deutschen Gründerpreises vorgeschlagen
werden. Eine Direktbewerbung der Unternehmen ist nicht möglich.

Ausgelobt wird der Preis von den Partnern stern, Sparkassen, ZDF und Porsche.Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren werden die vier Preisträger am 28. Juni 2011 in Berlin in Anwesenheit des Bundeswirtschaftsministers sowie weiterer namhafter Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet.
Die Nominierten und Preisträger in den Kategorien StartUp und Aufsteiger erhalten ein individuelles, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Coaching durch die Porsche Consulting GmbH, ein Medientraining und Zugang zum Alumni-Netzwerk des Preises. Darüber hinaus übernimmt das Kuratorium des Deutschen Gründerpreises zweijährige Patenschaften für diese Unternehmen. Die Nominierten und die Preisträger aller Kategorien werden in einem Film porträtiert und ggf. im Rahmen einer Sendung des ZDF, im Magazin stern und auf stern.de präsentiert.