Erfindergeist ist Teil unserer Kultur

Was treibt uns Menschen eigentlich an? Ein Startup-Gründer und ein Wissenschaftler über Innovation, Mobilität und den Grund dafür, dass uns nicht so schnell die Puste ausgeht: Ein Schulterblick von GründerMagazin über spannende Gründungen.

Johannes Krause ist Professor für Archäogenetik und beschäftigt sich mit Menschen und Migration in der Frühgeschichte. Startup Gründer Marcus Rochlitzer erfindet im thüringischen Mühlhausen mit dem „cyfly“ im wahrsten Sinne das Rad neu. Ein ungewöhnliches Gespräch über das, was uns bewegt und einen Entwicklungsstandort, der sowohl Geschichte als auch jede Menge Perspektive hat.

Herr Krause, das Forschungsfeld der Archäogenetik dürfte nur sehr wenigen Menschen ein Begriff sein. Was genau tun Sie und was grenzt das Feld von der Archäologie ab?

Johannes Krause: In der Vorgeschichte gibt es leider nur sehr wenig Informationen darüber, wo unsere Vorfahren herkamen oder welche Migrationsbewegungen es gab. Die Archäologie klärt diese Fragen mithilfe von archäologischen Funden wie Scherben und Keramik. Welche Korrelationen es allerdings zwischen kultureller und biologischer Veränderung gab, lässt sich so jedoch schwer feststellen. Die Archäogenetik untersucht deshalb Skelette aus der Vergangenheit auf ihre menschliche DNA und die DNA von Krankheitserregern und kann so Fragen zur Menschheitsgeschichte anhand von disktreten naturwissenschaftlichen Daten angehen. Wir machen also eine Art genetische Reise in die Vergangenheit, indem wir nicht extrapolieren, sondern schauen wie der Mensch vor 5.000 oder 10.000 Jahren tatsächlich aussah, woher er stammte, wie er sich veränderte und welche kulturellen Anpassungen damit einhergingen.

Herr Rochlitzer, Ihr Blick ist nach vorn gerichtet. Als Ingenieur und Entwickler haben Sie einen neuen Antrieb für das Fahrrad erfunden. Erlauben Sie bitte die Frage, warum das überhaupt nötig ist.

Marcus Rochlitzer: Wir haben uns während der Entwicklung von „cyfly“ intensiv mit der medizinischen Seite des Radfahrens auseinandergesetzt: mit Bewegungsabläufen, Ergonomie und Mechanik des menschlichen Körpers. Uns ist klargeworden, dass die Beine des Menschen im Prinzip nicht dafür konzipiert sind, die Kreisbewegung auszuführen, die wir auf einem Fahrrad mit klassischer Tretkurbel haben. Wir haben daher ein neues Hebelwerk an den Pedalen entwickelt, welches das Treten beim Fahrradfahren erleichtert und für mehr Drehmoment sorgt

Welche Faktoren treiben uns Menschen denn eigentlich zu solchen Innovationen an, Herr Krause?

Johannes Krause: Erfindergeist und Innovation wohnen dem Menschen inne und sind Teil unserer Kultur. Die Frage ist nur wie schnell die Entwicklung voranschreitet. In der Steinzeit beispielsweise haben die Menschen über einen Zeitraum von 12.000 Jahren kleine Venusstatuetten geschnitzt – stellen Sie sich mal vor, Da Vinci hätte 12.000 Jahre lang nur die Mona Lisa gemalt. Heute ist das natürlich anders. Das liegt daran, dass man neben externen Faktoren eine gewisse Bevölkerungsdichte braucht, um Fortschritt überhaupt vorantreiben zu können. Erst in stabilen, komplexen Gesellschaften auf engem Raum entwickeln sich Spezialisten denen man bestimmte Aufgaben überträgt, die sie ein Leben lang weiterentwickeln.

Wie lange gibt es denn schon Räder oder ähnliche Vehikel?

Johannes Krause: Die ältesten Räder in Europa sind in etwa vor 5500 Jahren entstanden, wobei unklar ist, ob sie aus dem Nahen Osten, Europa oder der asiatischen Steppe kamen. Die ersten Wagen wurden noch von Bullen gezogen, ab etwa der Mitte der Bronzezeit vor ca. 3500 Jahren entwickelten sich Pferdewagen. Die ganz großen Revolutionen kommen dann bekanntlich mit der Industrialisierung, als sich mit der Dampfmaschine, der Eisenbahn und später auch dem Fahrrad und dem Automobil alles noch einmal sensationell verändert.

Sie beide beschäftigen sich mit dem Thema Mobilität. Sie, Herr Krause, in der Forschung zu Migrationsbewegungen, Herr Rochlitzer hingegen im sportlichen Kontext. Was fasziniert Sie jeweils an dem Thema?

Johannes Krause: Wir Menschen sind seit jeher als Jäger und Sammler durch die Welt gestreift und waren dadurch immer mobil. Mobilität ist sozusagen die Essenz unserer Subsistenz, denn unsere Ernährung basiert darauf. Und in diesem Zuge haben wir uns unfassbar schnell ausgebreitet. Es ist erstaunlich und faszinierend, dass wir innerhalb von 50.000 Jahren den gesamten Planeten besiedeln konnten, inklusive Ozeaniens bis hin zu den Osterinseln. So etwas hat es in der Evolution des Menschen noch nie gegeben. Nur der moderne Mensch war so erfolgreich, kein Urmensch, kein anderes Säugetier hat das je auf eine ähnliche Art und Weise geschafft.

Marcus Rochlitzer: Uns interessiert das Thema Mobilität im Kontext von Umweltthemen und wachsenden Populationen in Städten. Das Fahrrad bekommt heute wieder einen hohen Stellenwert und Menschen suchen ganz gezielt nach Alternativen zu fossilen Antrieben, gleichzeitig aber auch nach Alternativen zur Elektromobilität. Wir wollten Teil der Veränderungen sein, indem wir wieder ein komplett mit Muskelkraft betriebenes System auf den Markt gebracht haben. Noch dazu eines, das bestmöglich zum menschlichen Körper passt. Denn die Bewegung auf dem „cyfly“ ähnelt im Prinzip dem Gehen oder Laufen im Niedrigfrequenzbereich – was der Mensch über extrem lange Zeiträume kann.

Sie sagen, Ihr System sei perfekt auf die menschlichen Bewegungsabläufe des ausdauernden Laufens angepasst. Kann sich die Genetik dazu positionieren, Herr Krause?

Johannes Krause: In Bezug auf den Bewegungsablauf selbst ist das schwierig, weil wir noch kein gutes Verständnis über die Genotyp-Phänotyp-Assoziation haben was den Aufbau des Skelettes angeht. Was wir aber bestätigen können, ist dass der Mensch tatsächlich in seiner ganzen Physiognomie besonders gut an den Dauerlauf angepasst ist. Kein anderes Säugetier kann so lange Strecken am Stück laufen wie wir Menschen. Wir haben die sehr ausgefeilte Mechanik für unseren aufrechten Gang, die uns das erlaubt, Langstreckenlauf durchzuführen. Noch dazu haben wir Schweißdrüsen und kein Fell mehr und können daher sehr schnell Wärme abführen.

Worin liegt das evolutionär begründet?

Johannes Krause: Das ist in der Forschung umstritten. Eine gängige Hypothese kommt von Daniel Lieberman aus Harvard. Er vermutet die Begründung für diese Anpassung an den Langstreckenlauf in der Hetzjagd, die in Teilen Afrikas bis heute durchgeführt wird. Man hetzt ein Tier schlichtweg zu Tode. In der Savanne, wo man die Möglichkeit hat, es immer wieder aufzuscheuchen, funktioniert das hervorragend. Menschen konnten so beispielsweise einer Antilope über 30 oder 40 Kilometer hinterherlaufen, bis sie totumfiel, weil sie im Gegensatz zum Menschen überhitzt. Diese Anpassungen kommen uns natürlich heute bei sportlicher Betätigung zugute.

Herr Krause, Sie erforschen den Kern unserer menschlichen Existenz, Sie, Herr Rochlitzer, sorgen mit „cyfly“ sogar im Silicon Valley für Aufsehen. Mit Sicherheit hätten Sie beide überall auf der Welt Karriere machen können. Warum haben Sie sich für Thüringen als Forschungs- und Entwicklungsstandort entschieden?

Marcus Rochlitzer: Ich habe meine Jugend in Thüringen verbracht und nachdem beruflich in Süddeutschland tätig war, wollte ich zurück und meine Kinder hier großziehen, denn Thüringen bietet in meinen Augen dafür die beste Infrastruktur. Sie und die Nähe zu Wirtschaft und Politik spielen natürlich auch für unsere Gründung eine wichtige Rolle: Wir sind in Mühlhausen sehr schnell mit Stadt und Land in Kontakt gekommen, die uns bei unserem Vorhaben unterstützen. Eine fruchtbare und nachhaltige Verbindung zu Entscheidungsträgern herzustellen ist in den großen Startup-Metropolen mit viel Wettbewerb deutlich schwieriger. Deshalb macht es für uns Sinn, hier zu entwickeln und mit cyfly auch ein Stück Tradition aufleben zu lassen, nämlich die alte thüringische Fahrradmarke Möve unter deren Namen wir produzieren.

Johannes Krause: Für unser Feld ist der Standort Thüringen in vielerlei Hinsicht von Bedeutung, denn Jena spielte in der Evolutionsforschung schon immer eine entscheidende Rolle. Im 19. Jahrhundert war hier beispielsweise Ernst Haeckel aktiv. Er ist Begründer der Stammbaumkunde, die immer noch Grundlage für die evolutionäre Genetik ist. Außerdem haben wir hier eine exzellente Universität sowie mehrere Max-Planck und Helmholtz-Institute. Es bieten sich also zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten, denn eine so große akademische Dichte wie hier findet man an kaum einem anderen Ort in Deutschland. Und nicht zuletzt treibt mich natürlich auch ein geographisches Motiv. Denn was könnte wie für einen Evolutionsforscher wie mich spannender sein, als mitten in Deutschland – und mitten in Europa – zu leben?

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Goethe, Luther, Zeiss und Bauhaus – das sind nur einige Begriffe, die Thüringen bis heute prägen. Zusammen mit einer reichen Naturlandschaft bietet der Freistaat seinen Bewohnern eine einzigartige Lebensqualität. Hier lassen sich Familie und Beruf, Arbeit und Freizeit sowie Kultur und Natur hervorragend miteinander in Einklang bringen. Weitere Geschichten und Interviews mit Persönlichkeiten aus Thüringen finden Sie unter: www.das-ist-thueringen.de

Redaktion im Nirwana

Die klassischen Arbeitswelten befinden sich in einem strukturellen Wandel – weg vom Konferenztisch mit Handouts in Papierform hin zu virtuellen Work Spaces. Die Anforderung: Mehr Mobilität und Transparenz, schnellere Kommunikation und der Wunsch, das Knowhow und den Workforce noch effektiver nutzbar zu machen. GründerMagazin stellt den Aachener „Verlag um die Ecke“ vor.

„Beim Jonglieren unserer Projekte und Tasks müssen wir heute nicht mehr um die Ecke denken – dafür haben wir Taskworld“, bringt Inhaberin und Herausgeberin Birgit Franchy beim „Verlag um die Ecke“ ihre Erfolgsformel auf den Punkt. Seit nunmehr 19 Jahren betreibt Birgit Franchy ihren kleinen Verlag um die Ecke, der unter anderem diverse Familien-Ratgeber und das Aachener Familienmagazin „KingKalli“ im monatlichen Turnus herausgibt. Die Abstimmung mit den bis zu 15 involvierten externen Mitarbeitern und Freelancern forderte den Prozessbeteiligten zwar eine enge Kommunikation, aufwändige Koordination und höhere Dokumentationsanforderungen ab.

Doch der Betrieb und das Arbeitspensum war mit den klassischen Bordmitteln eines regionalen Verlagshauses auch ohne professionelle Redaktions- und Projektmanagement-Systeme noch händelbar. Aber 2016 übernahm die Inhaberin Birgit Franchy mit dem Kultur- und Stadtmagazin „Movie“ dann schließlich ein neues Projekt größeren Umfangs, was auch die Einbindung von 10 neuen Mitarbeitern und eine zuverlässige und effiziente Projekt-Koordination erforderte. „Mir war schon von Beginn an klar, dass sich ein neues Projekt dieser Größenordnung auf Basis der bisherigen Organisationsstrukturen schlicht nicht realisieren lässt“, erläutert Birgit Franchy. Sie sich daher nach einem professionellen Tool um, das die komplexen Abstimmungsprozesse im Projektteam erleichtert und bei allen Projektbeteiligten Transparenz über Projektfortschritte, Verantwortlichkeiten und Fristen schafft.

Schwierigkeiten bei der Arbeitsorganisation

Laut einer aktuellen Unternehmensbefragung der KFW Bankengruppe zur „Digitalisierung im Mittelstand 2017“ haben 33 Prozent der deutschen Unternehmen noch Schwierigkeiten bei der Anpassung der Arbeitsorganisation auf eine stärker digitalisierte Arbeitsweise. Ein Grund: Statt mit einer zentralen Plattform für Task-Management, Team-Kommunikation und Projektmonitoring zu arbeiten, jongliert die Mehrzahl der deutschen Betriebe heute mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Lösungen, um die eigene Arbeitsorganisation zu vereinfachen, wie E-Mail-Client, Projektmanagement-Software, Collaboration-Software, Konferenz-Systeme, Instant Messaging Dienste, ERP-Software oder Office-Tools wie Excel.

Die Qual der Wahl

Auf konkrete Empfehlungen im Bekanntenkreis konnte das Team um Birgit Franchy nicht zurückgreifen. Die Recherche nach geeigneten Lösungen erfolgte daher zunächst in Eigenregie über das Internet. So wurde zunächst eine Projektmanagement-Lösung speziell für die Verlagsbranche auf ihre Eignung hin geprüft, schaffte es jedoch nicht über die Präsentationsphase hinaus in die engere Wahl. Die neue Lösung sollte intuitiv bedienbar sein und einen Zugriff über Webbrowser oder Mobile-App erlauben. Der Vorteil: so dass Projektbeteiligte oder neue Mitarbeiter konnten schnell und ohne lange Einarbeitung mit dem System produktiv arbeiten.

Schließlich testete Birgit Franchy die Projektmanagement-Lösungen Trello und Taskworld, die dem Anforderungsprofil von am nächsten kamen. Die Lösungen sind mit ihren individualisierbaren Projekt-Listen und Task-Boards im Kanban-Stil sehr ähnlich aufgebaut. Entscheidend für Franchy waren aber am Ende diverse Komfort-Funktionen wie die übergeordnete Kalenderansicht, die Möglichkeit, Projekte komfortabel auch über längere Zeiträume anzulegen und etwa wiederkehrende Abläufe per drag&drop auf einfache Weise zu duplizieren. „Die Arbeitsweise ist in Taskworld unterm Strich einfach besser gelöst, was für uns am Ende den Ausschlag gab“, resümiert Birgit Franchy den Entscheidungsprozess.

Arbeitsprozesse komplett durchorganisiert

Seit Ende 2016 bewährt sich die neue Lösung im Tagesgeschäft beim Verlag Um die Ecke.

Auch nach einem Jahr im Praxiseinsatz zeigt sich die Verlagschefin mit der Entscheidung, Taskworld als zentrales Projektmanagement-Tool zur Unterstützung der Arbeitsorganisation zu nutzen. Dokumente, an denen gerade gearbeitet wird, können direkt hochgeladen, mit den Prozessbeteiligten geteilt und mit Tasks, Fristen oder Prioritäten versehen werden. Liegen dann im Ergebnis die bearbeiteten Texte vor, werden diese einfach „rübergeschoben“ in den Korrektur- und später in den Grafik-/Layout-Ordner, wo die jeweiligen Mitarbeiter über entsprechende Workflows in den Prozess mit eingebunden werden. So wird jeder einzelne Arbeitsschritt durchorganisiert, ohne dass etwas vergessen oder übersehen wird, bis jeder einzelne Task des Projektes abgearbeitet ist. „Sämtliche Prozessschritte sind für jeden Prozessbeteiligten dabei jederzeit nachvollziehbar und transparent. Damit können wir den gesamten Hefterstellungsprozess steuern, auch ganz ohne eigenständiges Redaktionssystem“, so Birgit Franchy. Ihr Fazit: „Die smarte Projektsteuerung und Arbeitsorganisation erlaubt uns eine hohe Arbeitsproduktivität, was die Basis dafür bildet, heute das doppelte Arbeitspensum zu leisten und unsere Projekte sehr strukturiert zu realisieren.“

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Warum sollten Abteilungen und Arbeitsgruppen heute zu virtuellen Teams werden? Der Vorteil der Virtualisierung von Tätigkeiten – nicht nur außerhalb fester Arbeitsstrukturen – liegt vor allem in der Fähigkeit, für jeden Prozessbeteiligten „gläserne“ Prozesse zu schaffen sowie Planungs- und Steuerungsmechanismen besser handhabbar zu machen. Aufgaben und Meilensteine lassen sich per Mausklick erstellen, beliebigen Mitarbeiter zuweisen, mit Fristen versehen oder mit Dokumenten verknüpfen, so dass jeder Prozessbeteiligte weiß, wer was wann zu tun hat. Fällt ein Mitarbeiter krankheitsbedingt aus, wird die Aufgabe per Drag+Drop einfach einem anderen Mitarbeiter zugeordnet. Aufgaben geraten nicht wie so häufig in der Email-Flut in Vergessenheit und Mitarbeiter können ihre Tasks jederzeit über Priorisierungen, Rückmeldungen oder Delegierungen organisieren, so dass „Arbeits-Peaks“ oder Fristüberschreitungen wirksam vermieden werden.

Taskworld wurde im Jahr 2012 in New York, USA, von Serial-Entrepreneur Fred Mouawad gegründet und ist eine Cloud-basierte Task- und Projektmanagement-Software, die von Tausenden von Solo-Nutzern, Teams und Firmen in mehr als 80 Ländern genutzt wird. Taskworld kombiniert visuelles Task-Management, Team-Kommunikation sowie Projektmanagement in einer vollständig integrierten, leistungsstarken Web- und Mobile-App. Unter dem Dach der Taskworld Deutschland GmbH in Berlin bündelt das Unternehmen die Bereiche Support, Partnerbetreuung, Beratung und Vertrieb für das gesamte Europa-Geschäft.