Wie KI die Industrie verändert

Künstliche Intelligenz ist das größte Thema der Tech-Branche. Kaum eine andere technologische Errungenschaft verändert sich aktuell schneller. GründerMagazin hat sich die wichtigsten Entwicklungen in Sachen KI angesehen.

Künstliche Intelligenz und ihre Anwendung ist in aller Munde. Der Technologieanbieter Zoho gibt zusammen mit GründerMagazin einen Ausblick auf die neusten Trends und wo traditionelle KI zukünftig zum Einsatz kommen wird. „Ohne Zweifel ist künstliche Intelligenz auch 2024 das Trendthema schlechthin – und wird es absehbar auch weiter bleiben“, betont Sridhar Iyengar, Managing Director von Zoho Europe.

Demokratisierung von KI

Generative KI (GenAI) hat sich binnen kurzer Zeit wie ein Lauffeuer verbreitet und steckt schon in vielen Apps, die wir täglich nutzen. Die Erwartungshaltung der Nutzer wird dafür sorgen, dass es Softwareentwickler schwer haben werden, auf die Implementierung dieser Technologie zu verzichten. Sich von der Konkurrenz abzuheben, wird überdies nicht mehr über die reine Nutzung von GenAI funktionieren. Entscheidend ist die Art und Weise der Implementierung in eigene Anwendungen – je nahtloser und natürlicher es sich für die User anfühlt, desto besser. Schwer werden es Unternehmen haben, deren KI-Implementierung sich wie ein Fremdkörper in ihrer App anfühlt und keine gute User Experience bietet.

Regulierung von KI (AI Act)

Die Beliebtheit und Demokratisierung von generativer KI setzen Regierungen und Aufsichtsbehörden unter Druck. Keiner kann das Potenzial von GenAI in Frage stellen und noch schlechter deren Folgen kontrollieren. Mit dem EU-Gesetz zur künstlichen Intelligenz (AI Act), das Ende letzten Jahres die letzten Hürden genommen hat und voraussichtlich noch im Mai in Kraft tritt, hat die Europäische Union etwas geschafft, was in den Tech-Supermächten USA und China noch nicht gelungen ist. Sie haben eine gesetzliche Grundlage zur Regulierung der Zukunftstechnologie geschaffen. Sie gibt Unternehmen, die KIs entwickeln, genug Freiheiten, um den europäischen Markt gewinnbringend zu nutzen, setzt allerdings Grenzen, die einen unkontrollierbaren Wildwuchs verhindern sollen.

Unternehmen und die KI-Existenzangst

Künstliche Intelligenz hat auch auf die Mitarbeiter in Unternehmen einen großen Einfluss. Bei vielen löst die Zukunftstechnologie und deren mittlerweile bahnbrechenden Fähigkeiten eine gewisse berufliche Existenzangst aus. Manager und Personalverantwortliche stehen daher vor einer relativ neuen Aufgabe: Sie müssen ihren Angestellten die Angst vor der neuen Technologie nehmen und sie dazu befähigen, sie gewinnbringend zu nutzen. Das richtige Mind- und Skill-Set wird nicht nur dafür sorgen, dass Mitarbeitende ihre Arbeit effizienter erledigen, sondern auch die Ressentiments vor den neuen digitalen „Kollegen“ verlieren.

Mehr Nachhaltigkeit durch KI

Ohne Berücksichtigung des Faktors ESG (Environmental, Social und Governance) kommen Unternehmen zukünftig nicht mehr voran. Die Mühlen des kulturellen Wandels mahlen zuweilen langsam, aber die Erwartungen der Verbraucher, der allgemeine Zustand der Welt und ein Wertewandel innerhalb vieler Unternehmen werden zu deutlichen Veränderungen führen. Es ist zu erwarten, dass mehr Vorschriften im ESG-Bereich eingeführt werden, die die Unternehmen insbesondere bei Nachhaltigkeit stärker in die Pflicht nehmen. Verbraucher werden sich eher jenen Unternehmen zuwenden, die nicht nur Standards befolgen, sondern die sprichwörtliche Extrameile gehen, um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Auch hier kann künstliche Intelligenz bislang ungenutztes Potenzial entfalten: Denkbar ist, KI einzusetzen, um durch prädiktive Wartung die Lebensdauer von Geräten und Komponenten zu optimieren oder die Temperatur in Serverräumen optimal zu justieren. Zudem können anhand von Unternehmens- und Produktionsdaten auch Prozesse – etwa in Herstellerbetrieben – deutlich rationalisiert werden und so beispielsweise unnötigen Overhead an Materialverbrauch oder -verschnitt verhindern.

Digitale Zukunft KI

Unternehmen, die jetzt KI-Technologien adaptieren, verschaffen sich nicht nur Effizienzgewinne, sondern sichern sich entscheidende Innovationsvorteile. Die digitale Zukunft wird von denen gestaltet, die KI nicht nur einsetzen – sondern sie verstehen und weiterdenken.

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst nicht mehr nur ein Thema für Tech-Konzerne – sie durchdringt nahezu alle Branchen. Ob KI-gestützte Automatisierung, datenbasierte Entscheidungsprozesse oder die Entwicklung völlig neuer Services: Unternehmen, die heute auf KI setzen, gestalten aktiv die Zukunft. „Die neue Leistungsfähigkeit von KI bedeutet für uns neue Herausforderungen. KI-Fehler waren früher einfach messbar. Unsere KI erkennt jedoch nicht nur Objekte, sondern versteht Kontext, Ursachen und reagiert fast schon kreativ“, so Jonas Andrulis vom Top-Start-up Aleph Alpha aus Heidelberg. Dank seiner jahrelangen unternehmerischen Erfahrung, wie durch die Arbeit an einem der größten KI-Projekte im Silicon Valley, zählt er zu den führenden KI-Experten in Deutschland.

Wie Künstliche Intelligenz Branchen verändert

„Wir erleben gerade einen Paradigmenwechsel“, geht Dr. Lena Hoffmann weiter, Leiterin Innovation bei der FutureTech Group. „KI ist nicht einfach ein weiteres Tool – sie wird zum Herzstück unternehmerischer Entscheidungen.“ Vor allem die Automatisierung standardisierter Prozesse revolutioniert die Arbeitswelt. Routineaufgaben in Buchhaltung, Produktion oder Kundenservice werden zunehmend von intelligenten Systemen übernommen. Marco Schubert, CEO eines mittelständischen Fertigungsunternehmens in NRW, beschreibt die Veränderung so:
„Wo früher fünf Mitarbeitende stundenlang Daten manuell verarbeitet haben, erledigt das heute eine KI in wenigen Minuten. Das gibt unserem Team Zeit für kreative, wertschöpfende Aufgaben.“

Fundiertere Entscheidungen durch KI

Doch KI kann mehr als Prozesse beschleunigen: Sie unterstützt Unternehmen dabei, fundiertere Entscheidungen zu treffen. Durch die Analyse riesiger Datenmengen liefert sie Muster und Prognosen, die Menschen allein nie erkennen könnten. „Mit datenbasierten Erkenntnissen können wir Marktchancen viel früher identifizieren“, erklärt Sarah Yilmaz, Gründerin eines Start-ups für Predictive Analytics. „Das verändert unsere gesamte Unternehmensstrategie.“

Besonders spannend ist die Entwicklung neuer, KI-basierter Services. Von personalisierten Gesundheitsprogrammen über intelligente Finanzberatung bis zu virtuellen Assistenten in der Industrie entstehen Dienstleistungen, die ohne KI nicht denkbar wären. „Wir entwickeln Services, die sich dynamisch an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen – in Echtzeit und mit echtem Mehrwert“, so David Nguyen, Head of AI bei einem führenden Softwareunternehmen.

Als Sarah Yilmaz 2020 ihr erstes KI-Startup gründete, hatte sie nichts außer einer Idee – und eine Vision. Eine Plattform, die Gesundheitsdaten in Echtzeit analysiert und präzise Vorhersagen über individuelle Krankheitsrisiken trifft – das war ihr Traum. Drei Jahre später zählt ihr Unternehmen zu den spannendsten Newcomern der deutschen Tech-Szene.

„Es war verrückt“, erinnert sich Yilmaz. „Anfangs hatten wir keine fertige Software, nur ein Versprechen: dass wir mit KI Gesundheitsvorsorge völlig neu denken können.“ Heute arbeitet ihr Team mit führenden Kliniken zusammen – und zeigt, was möglich ist, wenn man Daten, Technologie und Mut zusammenbringt.

Automatisierung: Mehr als nur Effizienz

Was Sarah Yilmaz geschafft hat, wird in vielen Branchen spürbar: Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln. In der Industrie, im Handel oder im Dienstleistungssektor – KI-gestützte Automatisierung sorgt dafür, dass Prozesse schneller, sicherer und effizienter ablaufen.
„Früher brauchten wir für eine komplette Analyse unserer Produktionsdaten mehrere Tage“, berichtet Marco Schubert, Geschäftsführer eines mittelständischen Maschinenbauunternehmens aus NRW. „Heute dauert es mit KI nur noch wenige Minuten – und die Ergebnisse sind präziser als je zuvor.“ Dabei geht es längst nicht mehr nur darum, Kosten zu sparen. Es geht darum, Menschen von Routinearbeiten zu entlasten – und ihre Kreativität und Problemlösungskompetenz stärker einzusetzen.

Klarer sehen, besser steuern

Ein weiterer Wandel betrifft die Art, wie Unternehmen Entscheidungen treffen.
Wo früher Bauchgefühl regierte, bestimmen heute datenbasierte Analysen den Kurs.
„Dank KI erkennen wir Trends, bevor sie überhaupt sichtbar werden“, sagt Dr. Lena Hoffmann, Innovationsleiterin der FutureTech Group. „Das verschafft uns einen enormen Wettbewerbsvorteil.“Ob Marktprognosen, Kundenverhalten oder interne Optimierung: Künstliche Intelligenz bietet Erkenntnisse in einer Geschwindigkeit und Genauigkeit, die menschliche Kapazitäten längst übersteigt.

Zukunft gestalten statt reagieren

Doch die vielleicht aufregendste Entwicklung liegt in den völlig neuen Services, die durch KI entstehen. Von virtuellen Assistenten über personalisierte Shopping-Erlebnisse bis hin zu autonomen Finanzberatungen – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. „Unsere KI passt sich in Echtzeit an die Bedürfnisse der Nutzer an“, erklärt David Nguyen, Head of AI bei einem führenden Softwareanbieter. „Das ist nicht einfach Digitalisierung – das ist die Erfindung neuer Geschäftsmodelle.“ Gründer:innen wie Sarah Yilmaz zeigen: Mit Mut, Vision und klugem KI-Einsatz können völlig neue Märkte erschlossen werden.

Der entscheidende Unterschied:Trotz aller Euphorie bleibt ein kritischer Blick auf ethische Fragen wichtig. Datenschutz, Transparenz und Fairness im Einsatz von KI werden zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.„Datenschutz, Fairness und Transparenz sind keine Kür, sondern Pflicht“, betont Hoffmann. „Gerade junge Unternehmen können hier Standards setzen.“ Bei allem Fortschritt darf eines nicht vergessen werden: Künstliche Intelligenz muss verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Die digitale Zukunft wird nicht von Maschinen gestaltet – sondern von mutigen Menschen, die ihre Möglichkeiten nutzen. Gründerinnen wie Sarah Yilmaz beweisen: Wer KI klug einsetzt, kann nicht nur effizienter arbeiten – er kann die Welt ein Stück weit besser machen.