Cordula Schmude übernahm die Störk GmbH, entwickelte den Betrieb über viele Jahre weiter und bereitete schließlich die nächste Unternehmensnachfolge vor. Ihre Geschichte zeigt, wie aus einer beratenden Tätigkeit die Verantwortung für ein etabliertes Unternehmen entstehen kann.
Update vom 12. September 2026: Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Jahr 2020 veröffentlicht. Zum 1. Januar 2022 übernahm COMPO Consumer sämtliche Geschäftsanteile der Störk GmbH. Die biografischen Angaben im Beitrag beziehen sich überwiegend auf den Stand der ursprünglichen Veröffentlichung.
Unternehmensnachfolge als berufliche Perspektive
Cordula Schmude wuchs mit Eltern auf, die einen eigenen Betrieb führten, das Nachfolgethema stand also schon früh im Raum. Doch so leicht wollte sie es sich nicht machen. Ihr war wichtig, erst einmal herauszufinden, was sie selbst will und sich unabhängig eine Existenz aufzubauen. Nach dem Abitur und einer Berufsausbildung zur Walzwerktechnikerin führte ihr Weg sie zunächst zu einer DDR-Spezialschule in Wiesenburg, die Schülerinnen und Schüler für das Lehrerstudium im Fach Russisch vorbereitete.
Dort arbeitete sie bald in der Verwaltung, Abteilung Finanzen, mit. Anschließend bekam sie den Job als Kämmerin für die Großgemeinde Wiesenburg angeboten. Eine Arbeit, die sie – insbesondere in politisch spannenden Jahren – sehr gern machte. Als ihr Vater erkrankte, gab sie ihre Tätigkeit jedoch auf und arbeitete in der Firma ihrer Eltern mit. Parallel absolvierte sie einen Verwaltungsangestelltenlehrgang. Kurz vor der Verbeamtung fragte sie sich: Will ich das wirklich? Sie entschied sich dagegen und nahm ein BWL-Studium in Potsdam auf.
Von der Beraterin zur Unternehmerin
Noch als Studentin baute sie im Fläming ihre eigene Firma auf, die Rohstoffe und Produkte für den Garten- und Landschaftsbau vertrieb. Die Handelsgesellschaft Schmude mbH wuchs schnell. Bei einer Gartenbaufachmesse begegnete sie Paul Störk, der in dieser Branche für den Groß- und Einzelhandel produzierte. Es zeigte sich, dass die beiden professionell ein gutes Team bildeten, und so unterstützte sie sein Unternehmen bald per Beratervertrag, half, neue Produktionsstätten aufzubauen, insbesondere für die Herstellung von Biofiltermaterialien.
Die Übernahme der Störk GmbH
Als Paul Störk Mitte 2002 ankündigte, das Unternehmen nicht mehr weiterführen zu wollen, entschied sich Cordula Schmude nach reiflicher Überlegung, die Firma, die sie mit viel Engagement mit auf guten Kurs gebracht hatte, zu kaufen. Ein großer Schritt für die gesamte Familie – auch ihre zwei Söhne, kurz vor der Jugendweihe, mussten dafür Wohnort und Schule wechseln. Der Kauf wurde über die Hausbank des Unternehmens finanziert, mit der sie bereits während ihrer Beratertätigkeit vertrauensvoll zusammengearbeitet hatte.
Investitionen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Bis zur ursprünglichen Veröffentlichung dieses Beitrags im Jahr 2020 hatte Cordula Schmude nach damaligen Angaben über Fördermittel und Kredite rund zwölf Millionen Euro in das Unternehmen investiert. Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Störk GmbH zu den größten und modernsten regionalen Herstellern von Rindenprodukten, Substraten und Biofiltern. Zu den Kunden zählten unter anderem große Handelsketten wie Bauhaus und Rewe. Die in Nauen hergestellten Biofiltermaterialien kamen auch international zum Einsatz. Damals beschäftigte das Unternehmen rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter mehrere Auszubildende.
Nachhaltigkeit gehörte schon immer zur Firmenphilosophie, die Schmude seither konsequent in allen Bereichen weiterentwickelt. Früh hat sie zudem auf Digitalisierung gesetzt, um Arbeitsabläufe stetig zu optimieren. Zugleich kann sie damit auch der nachwachsenden Generation attraktive Arbeitsplätze bieten. Denn wie die meisten Arbeitgeber spürt auch sie den Fachkräftemangel – und die veränderten Ansprüche junger Menschen. Und daher verlangt sie von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur Engagement, sondern hat ihnen auch einiges dafür zu bieten. Sie legt außerdem großen Wert auf die richtige Zusammensetzung ihres Teams und eine Arbeitskultur, in der man Lösungen gemeinsam erarbeitet.
Während ihrer Zeit als Inhaberin bewältigte Cordula Schmude mit dem Unternehmen unterschiedliche Herausforderungen – darunter Hochwasser, Bankenkrisen, Kundeninsolvenzen und schließlich die Folgen der Corona-Pandemie. Bereits 2020 betonte sie, dass eine sorgfältig geplante Unternehmensnachfolge Zeit benötigt.
Zweite Unternehmensnachfolge: COMPO übernimmt Störk
Zum 1. Januar 2022 übernahm COMPO Consumer sämtliche Geschäftsanteile der Störk GmbH. Damit wurde das Unternehmen aus Nauen in die COMPO-Gruppe integriert. Die regionale Produktion von torffreien und torfreduzierten Erden, Mulchen und Biofiltern sollte weiter ausgebaut werden.
Cordula Schmude erklärte anlässlich der Übernahme, dass die Störk GmbH mithilfe der Erfahrung und Finanzkraft der COMPO-Gruppe ihre Produkte und Leistungen künftig noch stärker bundesweit anbieten könne. Nach der damaligen Mitteilung sollte sie der Geschäftsleitung zunächst erhalten bleiben und weitere Aufgaben innerhalb der COMPO-Gruppe übernehmen.
Die Entwicklung zeigt zwei unterschiedliche Formen der Unternehmensnachfolge: Zunächst übernahm Cordula Schmude einen etablierten Betrieb von dessen Gründer. Knapp zwei Jahrzehnte später übergab sie das Unternehmen im Rahmen eines Verkaufs an eine größere Unternehmensgruppe. Damit schloss sich der Kreis einer langfristig vorbereiteten Nachfolge.


