Multitalent im Franchising

Ibrahim Kalender

Top-Unternehmer Ibrahim Kalender zeigt, wie es geht: Seit Jahren ist er an deutschen Bahnhöfen mit den ServiceStores der Bahn erfolgreich. Viele Einzelhandelssysteme suchen gerade das lebendige Umfeld  der Verkehrsknotenpunkte. Mit den im Franchising betriebenen Convenience Stores unter der Marke ServiceStore DB ist die Bahn jetzt selbst bereits seit mehr als 10 Jahren erfolgreich vor Ort tätig.

 

Ibrahim Kalender ist mit seinen 37 Jahren bereits ein Multi-Unternehmer. Der Hamburger Kaufmann beschäftigt insgesamt über 110 Mitarbeiter und ist mit 17 Geschäften der  größte und erfolgreichste Franchise-Partner von. Der Vater von zwei Kindern startete im Jahr 2002 im S-Bahnhof Hamburg Landungsbrücken und Hammerbrook mit seinen ersten beiden Geschäften. Ab 2006 kamen dann pro Jahr ein bis vier Standorte hinzu.

Ob frische Backwaren oder Zeitschriften, die ServiceStores der Bahn bieten den Reisenden eine große Auswahl an leckeren und attraktiven Produkten. Die Angebotspalette der Stores ist vielfältig und reicht vom frischen Snack über ein vielfältiges Getränkeangebot bis hin zu Tabakwaren, Zeitungen und Zeitschriften. Zudem haben etwa 50 Prozent der Stores auch einen integrierten Fahrscheinverkauf. „Das Franchisekonzept ist für Unternehmer attraktiv, viele Betreiber bewirtschaften gleich mehrere Stores“, sagt Jörn Grote, Leiter Systemführung ServiceStore der DB Station&Service AG. Die Idee: Der bequeme und zeitsparende One-Stop-Shop mit personenbedientem Fahrscheinverkauf an kleineren Bahnhöfen. Mit der  Eröffnung des ersten Stores 1997 im S-Bahnhof Frankfurt (Main) Galluswarte wurde die Idee der Öffentlichkeit vorgestellt. Schnell folgten weitere Standorte in Castrop-Rauxel, Andernach, Geisenheim und Düsseldorf-Benrath usw.. Zunächst als Eigenbetriebe geführt wurde dann der Betrieb nach einer vierjährigen Erprobungsphase im Jahr 2001 auf Franchise umgestellt.

In ganz Deutschland gibt es mittlerweile in 134 Bahnhöfen ServiceStores, die von 75 Franchisenehmern betrieben werden. Diese beschäftigen insgesamt rund 700 Mitarbeiter.

In diesem Jahr sollen noch 20 weitere Läden hinzukommen. Rund 45.000 Kunden werden in allen Stores täglich bedient. Der Umsatz der letzten zwölf Monate belief sich auf rund 117 Millionen Euro.

Der ServiceStore bietet vor allem an kleineren Bahnhöfen und an innerstädtischen Regional- und S-Bahnhöfen Reisenden und Anwohnern ein breites Angebot an Artikeln für die Reise und den täglichen Bedarf. Durch die langen Öffnungszeiten erfüllt der ServiceStore in ländlichen Gebieten oftmals eine Nahversorgungsfunktion. Den größten Umsatzanteil, rund 22 Prozent, erzielen die Läden mit heißen und kalten Getränken, gefolgt von Backwaren und Presseartikeln. Je nach Einkaufssituation und den baulichen Gegebenheiten vor Ort gibt es ganz unterschiedliche, flexible Ladenkonzepte in Größen von 20 bis 200 qm.

„Convenience ist wie ein Chamäleon“, beschreibt Kiosk-Fachmann Kalender die Dynamik der Branche (siehe auch Grafik Seite xy) mit ihren ständigen Neuproduktentwicklungen der Industrie. „Vor zehn Jahren“, so erinnert sich Kalender, „gab es in Convenience-Stores noch überhaupt keine Backwaren.“ Eines der Erfolgsrezepte im ServiceStore ist die Mischkalkulation. So kann Kalender zum Beispiel Backwaren teils günstiger anbieten als der Bäcker nebenan, weil der ausschließlich von seinem Handwerk lebt und keine Zusatzsortimente anbietet. Vergleichbar erfolgreich ist auch Franchise-Partner Beklan Coskun. Der Hauptstädter betreibt sieben Stores und beschäftigt 65 Mitarbeiter. Am Bahnhof Berlin Gesundbrunnen eröffnete Coskun 2006 seinen ersten Laden mit 200 qm Verkaufsfläche.

Die DB Station&Service AG sorgt als Franchisegeber mit ihren Vorgaben für die Qualität der Marke und gewährleistet ein hohes Serviceniveau. Der einheitliche Auftritt wird durch das Corporate Design sowie Standards im Ladenbau und bei den angebotenen Dienstleistungen und dem Warensortiment sichergestellt.

Die Convenience Concept GmbH verantwortet als Master-Franchisenehmer das operative Geschäft, das von der Interessentenauswahl über die Realisierung neuer Standorte bis hin zur Schulung und Betreuung der Franchisenehmer reicht. Seit 2007 bringt der Spezialist für Shop-Konzepte sein Know-how in das Franchisesystem ServiceStore DB ein. Das Konzept hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt, denn die Erwartung der Endverbraucher wächst dynamisch.

„Der Trend sind heute genussvolle und gesunde Snack- und Getränkeangebote, die in einem modernern und ansprechenden Ambiente präsentiert werden.“ Insgesamt wachsen so die Anforderungen an den Franchise-Unternehmer und die weitere Qualifizierung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im Tagesgeschäft.

„Wir sind schnell gewachsen“, schildert Kalender sein Unternehmen. Die letzte Eröffnung war im Juni der ServiceStore DB im Bahnhof Oberursel. Doch jetzt plant der Geschäftsmann erst einmal eine Konsolidierungsphase und will bis 2012 das eigene Controlling erweitern. Doch dann will das Multi-Unternehmertalent die Strukturen noch weiter verbessern und mit der Eröffnung zusätzlicher Stores weiter expandieren. DB Station&Service und Convenience Concept können zuversichtlich in die Zukunft blicken: Es gibt noch eine große Zahl an potentiellen Standorten. Rund 150 Bahnhöfe kommen noch für einen ServiceStore in Betracht.

2 Kommentare

  1. Der Standort „Bahnhof“ ist für einen Kiosk oder auch Gastronomie-Anbieter ist bei gut frequentierten Bahnstationen hochinteressant. Nicht umsonst sind in Städten wie Köln, München und auch in kleineren Städten in der Regel Fastfood- und Brötchenanbieter aus der Franchise-Wirtschaft zu finden (Man denke an McDonalds, Subway, Backwerk etc.). Von daher geht die Bahn mit den DB Services als Franchise-Standort den richtigen Weg. Dass dabei nicht nur Verkehrsknotenpunkte sondern auch ländliche Gebiete mit der Funktion der Nahversorgung plus „Ticketschalter“ berücksichtigt wird, erscheint eine sinnvolle Weiterführung des Konzepts.

    Übrigens sind im Text zwei Tipper drin bzw. davon ein Kopierfehler. Im zweiten Absatz endet Satz unvollständig nach einem „von“. Außerdem wird weiter unten auf eine Seite XY verwiesen. Da war wohl jemand noch müde 🙂

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